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Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

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  • Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

    Hallo,

    ich schreibe Ihnen, da ich diesen Monat einen Arztmarathon hinter mir habe, aber noch keine abschliessende Diagnose gestellt wurde, die alle Symptome in einen Zusammenhang bringen konnte.

    Ich werde versuchen meinen Fall stichpunktartig in mehreren Krankheitsgebieten zu posten, da es kein übergeordnetes Forum gibt.

    Ich versuche alles so kurz wie möglich zu schildern:

    - Alter 35 Jahre, leichtes Übergewicht, inzwischen Nichtraucherin, normal- bzw. erhöht stressiger Berufsalltag

    - bekannte ERKRANKUNGEN: keine bekannten chronischen Erkrankungen außer einer seit über 10 Jahren immer wiederkehrenden Paradontitis und seit gestern diagnostiziert: 2 Zysten in der rechten Schilddrüse

    - Auslöser meiner Arztbesuche SYNKOPE: Ich bin vor 30 Tagen aus einem ruhigen Schlaf mit einem starken Brennen/Reißen im linken äußeren Oberbauch aufwacht, dann zur Toilette und auf dem Rückweg aus dem Stand das erste Mal in meinem Leben in Ohnmacht gefallen, mein Freund hatte mich zum Glück aufgefangen und meint, dass ich ca. 10 Sekunden komplett weg/erschlafft war, dann kam ich zu mir und konnte mich an alles erinnern

    - HERZ/Brust: Belastungs-EKG und Ultraschall Normal, Minimale MItralklappeninsuffizienz, als Kind Loch im Herzen und Herzrythmusstörungen, die sich aber im aktuellen EKG nicht mehr zeigten (Mutter musste während Schwangerschaft Partusisten nehmen), Blutdruck im Schnitt bei 94/62 und Puls bei 55

    - Magen/DARM: seit ca. 6 Monaten immer wieder aber nicht kontinuierlich auftretendes Druckgefühl nur unter der linken Brust/Rippe, Druck/Entstehungsort nicht ertastbar, fühlt sich an wie ein Fremdkörper der von innen nach außen drückt, seit ca. 4 Wochen durchgehend sehr weicher Morgenstuhl mit teils unverdautem Gemüse, häufiger Harndrang (trinke 2-3 Liter), trotzdem oft Durstgefühl, Ultraschall-Diagnose vom Internist vor 30 Tagen: ausgeprägter Meteorismus, organisch sind Milz, Magen und Bauchspeicheldrüse unauffällig, seit ca. 10 Tagen leichtes Brennen auf dem und um das Brustbein herum, fühlt sich eher an wie ober- als unterhalb des Brustbeins

    -HNO/KOPF: alle Symptome seit ca. 10 Tagen: mehrfach auftretendes abwechselnd pulssynchrones, asynchrones Pulsgeräusch inzwischen teilweise auch länger als eine eine halbe Minute andauernd und Druck/Stechen nur im rechten Ohr, zeitweise auch im Kopf punktuell fühlbarer kurzer Puls/Druck/blitzartiger Schmerz, zeitweise leichtes Schwindelgefühl (ohne drohende Bewusslosigkeit/schwarz werden), Druck am rechten Kiefer und auf der rechten Halsseite, Internist Diagnose: 2 Zysten in rechter Schilddrüse, Halsschlagader in Ordnung

    - BLUTWERTE (leicht abweichend von der Norm) vor 30 Tagen: Kalziumwert 2,6; Harnsäure 2,2, MCHC 35,2, CRP unter 1 (Prüfung der Schilddrüsenwerte steht noch aus)

    Ich war bislang sonst fast immer kerngesund, außer leichten Erkältungen und Infekten hatte ich in den letzten 20 Jahren keine ernsthaftenden Erkrankungen und auch kein Fieber.

    Ich wäre über weiterführende Hinweise äußert dankbar und hoffe auf Ihre HIlfe!

    Vielen Dank im Voraus!

  • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

    Die Symptome sind extrem unspezifisch !
    Bei dem Kollaps nach nächtlichem Aufstehen könnte es sich um eine harmlose Kreislaufdysregulation gehandelt haben, denn die Testergebnisse waren ja diesbezüglich nicht Richtungweisend.
    Warten Sie in Ruhe ab, treiben Sie unbedingt Sport, um Immunsystem und Kreslauf zu stärken, essen Sie gesund und frisch. Wenn die Beschwerden bestehen bleiben, kann man in einigen Monaten noch mal eine Testung von Blutwerten und Basisfunktionen durchführen.
    MfG
    Dr. E. S.

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    • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

      Vielen Dank für Ihre Antwort! Könnten all die Symptome also einfach nur durch Stress bedingt sein oder kann es auch einen Zusammenhang zu den Zysten in der Schilddrüse bzw. mit einer Störung der Schilddrüse zusammenhängen? Die Ärzte sagten ich solle den Kalziumwert im Auge behalten. Steht dieser denn mit der Schilddrüse im Zusammenhang? Es ist ja bislang keine Entzündung im Blut nachweisbar. Bis wann sollten sich die Symptome denn wieder von selbst gelegt haben?

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      • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

        Hallo Frau Dr. Schöneberg,

        ich kam aufgrund von eigenen Recherchen auf die Möglichkeit einer Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, da fast alle Symptome zusammenpassten. Ich habe also auf eigene Kosten meinen Stuhlgang zum Labor geschickt und auf Pankreas-Elastase testen lassen. Das Ergebnis kam heute an und zwar liegt der Wert bei 130 μg E1/g! Ich bin etwas geschockt.
        Was sagen Sie dazu?
        MfG

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        • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

          Die Bauchspeicheldrüsenerkrankung ist bei Dr. Google eindeutig ÜBERSCHÄTZT.
          Es ist eine seltenere Erkankung, die meist bei vorgeschädigter Bauchspeicheldürse erst nach Jahren auftritt.
          Zu dem Elastasewert kann ich nichts sagen, ich kenne den Normalwert des Labors ja nicht. KEINESFALLS kann man aus einem einzigen Laborwert eine Diagnose stellen.
          Ihre Symptome sind extrem unspezifisch und weisen nicht auf eine spezifische Krankheit hin.
          MfG
          Dr. E. S.

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          • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

            Sehr geehrte Frau Dr. Schöneberg,

            da haben Sie sicher Recht. Ich möchte auch unter keinen Umständen besserwisserisch oder überheblich wirken. Ich halte von Ärzten im Allgemeinen sehr viel und bin dankbar, dass es sie gibt. Sonst würde ich ja auch nicht bei Ihnen Rat suchen.
            Es ist nur so, dass ich seit 6 Monaten Druckbeschwerden im Oberbauch habe, deren Ursache bislang von keinem Arzt ermittelt werden konnte. Man hört dann standardmäßig, dass man sich gesund ernähren und viel bewegen soll. Das ist ja auch gut und richtig. Das tue ich auch, dennoch scheint es bislang noch immer nicht ausreichend zu helfen. Denn der Druck im Oberbauch und das dumpfe teilweise juckende Sodbrennen sind noch immer und mittlerweile permanent da. Mal mehr mal weniger stark.
            Ich vergaß außerdem zu erwähnen, dass meine Großeltern väterlicher Seite sowie auch mein Vater selbst zuckerkrank sind/waren. Meine Großmutter ist an Diabetes 1 verstorben vor über 20 Jahren. Deswegen kam ich darauf auch mal der Bauchspeicheldrüse Aufmerksamkeit zu schenken.
            Ich habe die gleiche Stuhlprobe neben Pankreas-Elastase ebenfalls auf Candida testen lassen, da ich mein ganzes Leben lang immer Unmengen an Milchprodukten konsumiert hatte. Das Ergebnis lautet 1 Million Geotrichum candidum Keime pro g/ Stuhl. Mir ist klar, dass eine Pilzbesiedlung ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung ist. Die Laborantin sagte mir auf Nachfrage, dass der Wert allerdings nicht mehr im Normbereich liegt und ich mich an einen Arzt wenden sollte. Könnte das Ihrer Meinung nach die Ursache für die Magen-Darm-Beschwerden/Sodbrennen sein?
            Seit 2 Wochen habe ich lactosehaltige Produkte vollständig von meinem Ernährungsplan gestrichen. Die Beschwerden sind bislang jedoch unverändert.

            MfG

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            • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

              Zusammenfassend würde ich den Verdacht auf eine funktionelle Dyspepsie äußern, die man symptomorientiert behandelt. Versuchen Sie Carminativum Tropfen gegen Blähungen und Krämpfe, alternativ Carmenthin. Für die Darmflora ist ein probiotischer Joghurt pro Tag sinnvoll.
              Ein Diabetes hat zwar eine starke erbliche Komponente, dies bezieht sich aber nur auf en hormonellen Teil der Bauchspeicheldrüse, nicht auf die Funktion der Verdauungsdrüse.
              MfG
              Dr. E. S.

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              • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

                Herzlichen Dank für Ihre Einschätzung und Ratschläge! Das hilft mir weiter.

                Meine letzten noch offenen Fragen: Kann eine Überbesiedlung von Pilzen eine Dyspepsie beinflussen oder gar mitverursachen? Wenn die zweite Stuhlprobe auf Elastase, die meine Hausärztin beauftragt hat, ebenfalls auf eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz hinweist, dann muss auch etwas in diese Richtung unternommen werden oder? Gibt es einen Zusammenhang der möglichen Insuffizienz zur Dyspepsie oder muss dann nach weiteren Ursachen an/in der Bauchspeicheldrüse gesucht werden?
                CRP ist innerhalb von 5 Wochen von unter 1 auf 6 gestiegen, aber das liegt, wie auch alle anderen Werte des großen Blutbildes, wohl im Normbereich. Wenn also keine Entzündung eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz hervorruft, was kann es dann sein?
                MfG

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                • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

                  P.S. Ich habe eigentlich fast permanent Appetit/Hunger/Durst und esse zwar weniger aber eigentlich immer noch ausreichend. Erbrechen musste ich mich bislang noch nicht. Bin ja noch leicht übergewichtig und habe in den letzten 6 Wochen 5 kg abgenommen. Ich esse gesund, viel Gemüse, Kartoffeln, Haferflocken und lasse Fruchtzucker und Lactose seit zwei Wochen weg. Nehme auch fast täglich Heilerde und Flohsamen zu mir. Dennoch habe ich inzwischen fast permanent das Gefühl, das ein Stein unter meinem linken Rippenbogen sitzt, der sich seit ca. 4 Tagen bis in den Rücken nach hinten durchdrückt.

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                  • Re: Viele Symptome, aber keine zusammenhängende Diagnose

                    Da ich seit der Zeit kurz der Synkope, die vermutlich durch den starken Schmerz im Oberbauch ausgelöst worden war, durchgängig breiigen/veränderten Stuhlgang habe, wurde ich nun endlich zum Gastroenterolgen überwiesen. Dieser konnte gestern im Ultraschall eine Verdickung der Darmwand erkennen und Nierensteine. Auch fand er den Anstieg des CRP-Werts von unter 1 auf 6 innerhalb von 6 Wochen durchaus beachtenswert und hat erneut einen Stuhltest auf Elastase und Calprocetin veranlasst. Zudem werde ich mich zeitnah wohl oder übel einer Magen-/Darmspiegelung unterziehen. Zwischenzeitlich hatte ich übrigens auf Anraten eines Internisten Nystatin gegen die Überbesiedlung (1Mio./g Stuhl) der Candida eigenommen. Allerdings musste ich die Einnahme nach 2 Tagen beenden, da ich am ganzen Körper Nesselsucht bekam.
                    Ich hatte in den letzten 8 Wochen übrigens täglich 1.000mg Vitamin C supplementiert. Dies könnte aus Sicht des Gastroenterolgen die Nierensteine bzw. den breiigen Stuhl mitverursacht und sich generell ungünstig auf den Erkrankungsverlauf ausgewirkt haben.
                    Hat eine Überbesiedlung von Candida tatsächlich nur bei schwer Erkrankten/Immungeschwächten einen Krankheitswert?

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