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Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen

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  • Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen

    Ich habe seit einem Jahr sehr starke Glaskörpertrübungen auf beiden Augen, und sehe lauter Schlieren, Punkte und andere Gebilde. Ich bin deswegen sehr sehr verzweifelt und mir macht mein Leben keinen Spass mehr. Alle Ärzte meinten, meine Augen wären sonst gesund und Glaskörpertrübungen hätte fast jeder und dass man dagegen null machen kann. Ich kann mich daran jedoch nicht gewöhnen. Jeder Aufenthalt im Freien wird zur Tortur, würde mich am liebsten im dunkeln verkriechen. Obwohl ich einen sehr lieben Partner habe und Freunde, die mich aufmuntern, bin ich deswegen total down. Naturheilkundliche Behandlungen haben nicht geholfen, obwohl die Heilpraktikerin einige Patienten von diesem Leiden erlöst hat. Alles was mir früher Spass machte, kann ich heute nicht machen, weil mich die Schlieren so sehr stören, z.B. Fahrradfahren, Bladen, Joggen. Bei jedem Blick fliegt eine Wolke vorbei oder tanzen tausend Punkte hin und her. Psychologen bei denen ich war tun das verharmlosen und sind total überfordert. Hoffentlich weiss hier im Forum jemand einen Rat für mich. Ich bin Mitte zwanzig und will mein Leben nicht mit diesen Dingern verbringen müssen. Ich weiss es gibt Schlimmeres wie Krebs oder Aids oder Unfälle und ich bin sonst gesund, aber wer es nicht gehabt hat, kann es auch nicht nachvollziehen wie schwer es ist, damit zu leben. Ich wäre dankbar um jeden Ratschlag.


  • verzage nicht


    Hallo Rania,

    ich bin auch Anfang / fast Mitte Zwanzig; habe zwar nicht dein Problem, aber ich machte vor sieben Jahren ähnliche Erfahrungen wie du, jedoch mit meinen Ohren.
    Ich leide unter Tinnitus - das sind Ohrgeräusche, die nach einem Konzertbesuch auftraten und nie wieder verschwanden.
    Zusätzlich war jedes mittellaute bis laute Geräusch ein Desaster für meine Ohren...es klang zehn mal lauter für mich, als es für einen anderen "gesunden" Menschen in Wirklichkeit gewesen wäre. Ich litt also auch unter einer zusätzlichen Hypersensibilität.

    Wie du dir jetzt denken kannst, bin ich wie du Sekunde um Sekunde in einer Lage, in der ich nie davon befreit oder geheilt sein werde.

    Es hat mich ebenfalls halb wahnsinnig gemacht zu Anfang. Was ich jedoch nie für möglich gehalten habe, ist nach ein paar Jahren eingetreten.
    Ich lernte damit zu leben.
    Es blieb mir gar nichts anderes übrig...was soll ich machen?
    Mich umbringen?
    Ist das denn ein Ausweg?

    Ärzte sagten mir oft: Sie müssen lernen damit zu leben... ich hätte ko**** können, wenn ich diesen Spruch wieder mal hörte. Was wußten die schon, wenn ich Nacht für Nacht diese Ohrgeräusche überdeutlich wahrnahm (die unerträglichste Zeit des Tages) und ich kaum einschlafen konnte, weil ich mir schon fast einbildete einen Presslufthammer im Ohr zu haben, obwohl es (Gott sei Dank) "nur" eine Art Rauschen ist.

    Ich war jedenfalls fix und fertig, hatte jeglichen Lebensmut und -freude verloren. Es war eine furchtbare Zeit. Und die Vorstellung damit Jahrzehnte noch leben zu müssen, war wahnsinnig deprimierend und bewirkte, dass ich fast meinen Verstand verlor, wenn ich bloß daran dachte.

    Aber die Hoffnung, dass die Ärzte eines Tages eine Lösung oder auch Heilung dafür finden werden, hat mich ein wenig beruhigt in dieser Zeit der großen Not. Auch wenn dieser Hoffnungsschimmer nur ein Schutzmechanismus war, damit ich nicht irgendwas Blödes anstelle (hätte ich nie, da ich viel zu große Angst vor dem Sterben habe) bin ich froh darum. Es hat mir geholfen.

    Auch habe ich nach einiger Zeit positive Dinge mit meinen Ohrgeräuschen assoziiert. Ein Meeresrauschen zum Beispiel. Ich las wahnsinnig viel zu diesem Thema und half mir auf diesem Wege ein wenig selbst, denn Jemand anderes konnte es offensichtlich nicht.
    Nur du selbst, kannst bewirken, dass es dir eines Tages nichts oder fast nichts mehr ausmacht; du mit deiner Haltung hinsichtlich deiner Krankheit. Du, indem du deine Hobbies und deinen Freundeskreis weiterhin pflegst, denn diese Dinge bieten dir Abwechslung, sie bieten dir Schutz und Normalität. Sie fangen dich auf und befreien deinen Kopf von diesem zur Zeit noch schrecklich schwerem Balast.

    Glaube mir, eines Tages wirst du diese Schlieren und "Wolken" nicht mehr bewußt wahrnehmen. Dein Gehirn lernt diese Sachen auszublenden.
    Klar werden sie dir wieder auffallen, wenn es dir einfällt, dass du ja eigentlich ein Problem mit deinen Augen hast, aber wenn du dich auf andere Dinge in deinem Leben / Umfeld konzentrierst, dann wirst du es "vergessen".
    Glaube mir :-).

    Nich aufgeben, immer nach vorne schauen, stark bleiben und das Leben meistern - irgendwie, egal - die Hauptsache ist man zerbricht nicht daran bzw. hält den Kopf immer schön tapfer über die Wasseroberfläche ,-).

    Wünsche dir alles Gute für die Zukunft und liebe Grüsse.

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    • RE: verzage nicht


      Hallo Visitor,

      Tinnitus kenn ich, habe ich auch seit ca. 5 Jahren nach hören mit Walkmann. Hab zwar danach Infusionen bekommen, jedoch ist der Tinnitus nie ganz verschwunden. Am Anfang war ich auch total verzweifelt aber nach einiger Zeit legte sich das, zumal ich den Tinnitus nur dann wahrnehme wenn es wirklich ganz leise ist und ich mich darauf konzentriere. Es ist also nicht so schlimm, denn wenn ich draußen bin oder mich mit anderen unterhalte stört mich der Tinnitus nicht. Ich weiss nicht mal mehr, wie es ist keinen tinnitus zu haben und ich kenne viele Menschen, die einen haben. Bei den Glaskörpertrübungen ist es anders, denn man nimmt sie ständig wahr, ausser man schläft tief und fest. Man hat also keine Ruhe vor denen. Selbst bei geschlossenen Augen sieht man sie, da die Schlieren Schatten werfen. Es ist zwar harmlos aber sehr lästig. Wenn man jedoch einen Tinnitus hat, der wie eine KEttensäge ist oder ein lautes Pfeifen, dann kann ich mir auch schon vorstellen, dass es mies ist. Ich fühl mich halt so down weil ich mich zuerst an den Tinnitus gewöhnen mußte und jetzt an die Glaskköerptrübungen. Wieviele Leiden werde ich noch haben, wo die Schulmedizin machtlos ist. Hat sich dein Tinnitus nicht gebessert, nimmst du ihn noch genauso wahr wie damals? Was gut hilft ist autogenes Training und Magnetfeldtherapie. Hab ich schon oft gelesen. Viele Grürße. Rania

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      • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


        Schau mal ältere Beiträge durch, das Thema ist hier schon xmal besprochen worden.
        Im Laufe der Zeit wirst du lernen, die mouches volantes mental zu akzeptieren und dann
        stören sie auch nicht mehr.

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        • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


          Hallo Tamara,

          hab die Beiträge gelesen, ob ich lernen werde damit zu leben, bezweifle ich.

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          • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


            Hallo Rania!
            Erzähle doch aml, aus welchem Grund du zu einem Psychologen gegangen bist. Habe ich das richtig verstanden, dass du wegen deiner Glaskörpertrübung in psychologische Behandlung gegangen bist?

            Kommentar


            • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


              Ja, ich bin wegen der Glaskörpertrübungen dorthin gegangen. Ich dachte der Psychologe würde mich helfen nicht mehr so daran zu denken etc. Ich war bei drei Psychologen. Alle drei hatten noch nie zuvor etwas davon gehört und konnten mir dementsprechend nicht helfen. Ich hatte das Gefühl nicht ernst genommen zu sein. Ich mußte nur erzählen und von denen kam nichts. Nach einer Stunde war die Zeit um und ich mußte mitten im Satz den Raum verlassen. Ich nur Geldmacherei aber keine Hilfe.

              Kommentar



              • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                Hallo Rania,
                theoretisch würde eine Operation des Glaskörpers helfen. Allerdings rechtfertigen Glaskörpertrübungen eine solche Operation nur in den seltensten Fällen, da das Risiko einer solchen Operation zu bedenken ist, und die Glaskörpertrübungen das Sehen an sich nur sehr gering oder gar nicht einschränken. Für sehr viele Patienten sind die Glaskörpertrübungen tatsächlich unerträglich, aber es ist wirklich so, wie die meisten in diesem Forum bereits beschrieben: Man kann lernen, damit umzugehen. Versuchen Sie, sich nicht dagegen zu sträuben und versuchen Sie, einen Umgang damit zu wollen.
                Mit freundlichen Grüßen,
                Dr. A. Liekfeld.

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                • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                  hallo! ich leide selbst an glaskörpertrübungen (wie ziemlich viele andere menschen auch, du bist also nicht allein =) ) erst seit zwei monaten oder so fallen sie mir aber wirklich auf. ich kann gut nachvollziehen dass du nicht damit leben willst, eigentlich will ich auch nicht damit leben, aber es ist nun mal so. mein arzt hat gemeint da ich jung bin (18) wäre die chance sehr groß, dass die von selbst wieder vergehen. was ich momentan nicht mehr glaube, nachdem ich mir die beiträge im forum durchgelesen habe, also hab ich beginnen müssen umzudenken. du solltest nicht die ganze zeit daran denken, denn wenn du schon in der früh aufwachst und angst davor hast, dass dir schlieren vor den augen herumschwimmen, wird es auch so sein. denk einfach nicht daran! im sommer versuche ich zum beispiel nicht in den hellen himmel zu schaun, aber wenn ich sie sehe dann spür ich auch irgendwie den drang denen "nachzuschauen". zuerst hab ich mich vorm autofahren gefürchtet, weil das ja ziemlich gefährlich ist. aber ich hab mich dann konzentrieren müssen und die punkte gar nicht mehr wahrgenommen. sie tauchen eigentlich nur auf wenn einem langweilig ist. also: lenk dich ab und verkriech dich nicht in deinem zimmer. und mach dich nicht verrückt wenn du pünktchen siehst, es ist ja nicht lebensbedrohlich, du kannst auch nicht davon erblinden. du musst sofort an was anderes denken, dann wird es dich auch nicht mehr stören. vom gehirn werden unwichtige dinge ja ausgeblendet, wenn du dir nicht die ganze zeit gedanken darüber machst, werden sie dir bald nicht mehr so stark auffallen, und wenn doch, werden sie dich nicht stören.
                  liebe grüße, phoebe

                  Kommentar


                  • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                    Hallo Phoebee,

                    danke für deinen Rat. Ich glaube bei mir sind die Trübungen so ein großes Problem, weil ich sie einfach nicht akzeptieren kann und will. Ich möchte mich nicht an sie gewöhnen, sondern ich möchte sie loswerden. Ich kenne einige Menschen, die mit Naturheilkunde ihre Trübungen loswurden. Solch eine Behandlung dauert und ich mache sie zur Zeit auch. Die Schulmedizin behandelt dieses Phänomen nicht, da es auch zu wenig erforscht ist. Ich möchte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich die Schlieren loswerden werde. Mir fallen die Schlieren nicht nur auf, wenn ich mich darauf konzentriere oder in den Himmel sehe. Ich sehe eigentlich nie in den Himmel. Aber die Schlieren sind auch bei normalen Sehen da, wenn ich draußen bin extrem. Mein Heilpraktiker meint, dass es totaler Quatsch sei, dass Glasköerpertrübungen eine Alterserscheinung darstellen. Viele bekommen sie in jungen Jahren durch Allergien, Entzündungen etc. die sie nicht mal mehr selber wissen. Eine Bekannte von mir hatte Trübungen nachdem sie eine Spritze gegen Zecken bekam, eine andere als sie beim Sport hinfiel und sich am Gesicht verletzte, wieder andere nach einer Lasik Op. Ich glaube nicht, dass Gewöhnen die Beste Lösung ist, allerdings weiss ich auch keine andere. Viele Grüße von Rania

                    Kommentar



                    • wir sind aber stark!!! :-)


                      Hallo Rania,

                      konnte mich in letzter Zeit nicht mehr melden.
                      Hm...tut mir leid zu hören, dass du auch an Tinnitus leidest. Ich dachte auch lange Zeit, was wäre gewesen wenn ich diese eine Stunde, die ich auf diesem ätzenden Konzert verbracht habe, einfach ungeschehen hätte machen können; wenn ich an diesem Tag einfach einen anderen Weg beschritten hätte, indem ich meinen Tagesverlauf verändert hätte, wenn ich doch nur nicht meine Freunde dahin begleitet hätte, sondern etwas anderes angefangen hätte. Was wäre wenn gewesen....

                      Die wundervolle Stille vor diesem Tag X hatte ich nie zu schätzen gewußt, weil ich sie als eine Selbstverständlichkeit angesehen habe.
                      Ich wußte beim besten Willen nicht, ich AHNTE ja noch nicht mal, dass es Ohrgeräusche, die aus dem NICHTS enstehen, gibt...wäre nie im Leben auf diese Idee gekommen. Erst recht nicht, dass diese durch zu laute Musik entstehen könnten. Klar kann man auf die Dauer taub werden, war mir durchaus bewußt.
                      Aber ganz gewiss erleidet man keinen bemerkbaren Hörschaden bereits während des zweiten Konzert in seinem ganzen Leben.

                      Ich wurde eines Besseren belehrt.
                      Also mein Tinnitus blieb bestehen. Und zeitweise bildete ich mir auch ein, dass er ein klein wenig lauter wurde.

                      Aber dies definitiv behaupten kann man nicht, da keine absolut genauen Meßvorrichtungen existieren, die das auch objektiv bestätigen könnten.

                      Das Malheure war auch, dass ich zu lange wartete, bis ich mich zum Arzt traute. Ich dachte die ganze Zeit: du bildest dir das ein...oder...das vergeht schon, warte nur noch eine kleine Weile.

                      Irgendwie schämte ich mich zum Arzt zu gehen, um vielleicht womöglich als Hypochonderin dazustehen.
                      Was wußte ich damals schon von Ohrgeräuschen (ca 16-17 Jahre alt)...
                      Wußte noch nicht mal, dass solche Symptome überhaupt existieren!

                      Und das Märtyrium begann.
                      Ebenfalls wie du, erhielt ich Infusionen. Mit einen etwas schrägen Humor assoziierte und verglich ich meine verstochenen Ellenbogen an der Arm-Innenseite immer mit denen von süchtigen Junkies ,-)) (die Spuren sieht man noch heute). Versuchte er mir die Nadel in der Handvene zu platzieren wurde ich immer fast Ohnmächtig - ganz zu schweigen von der damit verbundenen Übelkeit.

                      Ja, und so ging das weiter, bis ich ins Krankenhaus kam, ca. zwei Wochen. Dort verabreichte man mir noch mehr Infusionen (mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, hatte des öfteren dicke Ellenbogen, weil so mache Ärztin, wir reden hier nicht von jungen Ass.Ärzte, die Nadel falsch setzte und die Flüssigkeit der Infusion irgendwo im Gewebe versickerte, das natürlich promt die Form kurioser Schwellungen annahm, anstatt in geordnete Bahnen zu fließen ,-).

                      Denke, so viel Flüssigkeit in meinem Körper wie zu der Zeit, hatte ich wohl nie mehr in meinem Leben.
                      Auch hättest du das Leuchten in den Augen der Assistenzärzte sehen müssen, als ihnen endlich Übungsmaterial praktisch auf einem Silbertablett angerollt wurde ,-) denn jeden Tag wurde ich im Op-Saal geschoben, wo ich Halsspritzen bekam.

                      Die Idee dahinter war, dass man das im Hals an einer speziellen Stelle - seitlich am Hals - befindliche Nervengeflecht "auflockert" bzw. indem man es durch die Spritze paralysiert - so dass die Blutgefäße, die zum Kopf führen für eine Zeit lang "offen" bleiben. Folge: mehr Blut angereichert mit Sauerstoff dringt zu den Hörsinneszellen vor, um diese wieder zu beleben bzw. zu normalisieren, falls Manche noch zu retten gewesen wären.

                      Die Ärzte wußten/wissen ja selber noch nicht, ob
                      die Ohrgeräusche tatsächlich von abgestorbenen Sinneszellen kommen oder ob es einen anderen Grund hat. Sie nahmen an, wenn sie diese wieder "beleben" dann könnten sie ihre Funktion aufnehmen, die grob beschrieben wie folgt abläuft: Hörsinneszellen der Schnecke geben biochemische Botenstoffe ab, diese erreichen den Hörnerv, dort werden in Folge Aktionspotentiale (elektrische Impulse) gebildet, die somit weiter zum Gehirn geleitet werden. Das Gehirn setzt/ rechnet diese Impulse dann in Geräusche um. Folge: du hörst.

                      Zu dieser Zeit bin ich auf einen anderen Arzt in Wien aufmerksam geworden. Dieser entwickelte eine Infusion, die bewirkte, dass die Sinneszellen die Abgabe dieser Botenstoffe drosselten.
                      Seine Theorie lautete: Tinnitus entsteht wahrscheinlich dadurch, dass "irre geleitete" Hörsinneszellen der Schnecke ohne Grund und vor Allem zu VIEL an Botenstoffe abgibt, mit anderen Worten permanent und in übermäßiger Menge.

                      Das führe dazu, dass Aktionspotentiale im Gehinrnerv gebildet werden, die überhaupt keine Ursache haben, zB. dich umgibt Stille, aber du hörst trotzdem etwas.

                      Es klang interessant, jedoch wiedersprach seine Behandlungsmethode der Methode, mit Hilfe der man uns hier helfen wollte / will. Denn durch die Infusionen hier zu Lande, wird das Gegenteil erzielt: man möchte eine bessere Durchblutung der Sinneszellen erreichen und damit verbunden ist die Abgabe von Botenstoffen an das Gehirn

                      Jedenfalls lächelte mein HNO-Arzt, als ich ihm von meiner Entdeckung berichtete. Ich präsentierte ihm sogar ein Schreiben, um das ich vorher aus Wien bat. Er versicherte mir, diesen Sachverhalt mit anderen Kollegen zu erörtern.

                      Um es auf den Punkt zu bringen: es verlief sich im Sande. Er meinte, sicherlich kann ich das machen lassen, aber er würde es ablehnen, weil es in seinen Ohren ,-) abstrus klingen würde bzw. genau die gegenteilige Wirkung hätte (wie oben erläutert).

                      Akkupunktur, Sauerstoffkammern und dergleichen habe ich nach langer Bedenkzeit und sorgfältiger Reflektierung abgetan. Das damit verbunde Risiko der Verschlechterung meines Status quo erschien mir ein zu hoher Preis.

                      In den kommenden Jahren, hatte ich das Gefühl es schwankte. Mal waren die OG. lauter, mal stabilisierten sie sich und waren von der Lautstärke her, wie die zu Anfang.
                      Ich bekam dann erneut Infusionen oder aber mußte Tabletten nehmen.
                      Das Wissen um deren Nebenwirkungen, und diese waren nicht zu knapp, erzeugte immer ein komisches Gefühl in meiner Magengegend.

                      Ich habe in dieser Zeit nichts aus den Augen gelassen. Die Ärzte in der USA sind ja noch am fortschrittlichsten. Ich klammerte mich, wie schon gesagt, an der Hoffnung, dass drüben am ehesten etwas gefunden wird.

                      Der Trost Verzweifelter ist die Hoffnung - und diese stirbt bekanntlich ganz zuletzt :-).

                      Meine erfreut sich Tag täglich ihres Lebens und ist quicklebendig ,-).

                      Muß auch sagen, dass ich keine Probleme mehr habe meinen T. zu akzeptieren. Klar nervt er manchmal, besonders hin und wieder beim Einschlafen oder vielleicht wenn absolute Konzentration gefragt ist- wie beim Lernen, aber das Gehirn lernt mit der Zeit diesen Zeitweise auszublenden.
                      Und dafür könnte ich meines küssen :-)).

                      Zu Anfang "trainierte" ich es - diese Funktion / diesen Mechanismus auszuführen - und es klappte für ca. fünf Sekunden - jippie :-D. Aber das war auch schon das Höchste der Gefühle.

                      Ich schätze mich auch glücklich, dass ich mich mit keinem schlimmen Hörsturz konfruntiert sehen mußte oder mit einem überlauten hochfrequenten Pieeeeeepston.
                      Den habe ich zwar, aber er ist äußerst schwach und geht in das allgemeine beidseitige Ohrrauschen unter.


                      Dass du nun neben deinem Tinnitus auch deine Augen ins leidenverschaffende und nerventötende Spiel gekommen sind, das ist sicherlich nicht leicht.

                      Aber weißt du was, ich denke, uns wird so leicht keine weitere, mittelgroße Katastrophe mehr in unserem weiteren Leben aus der Bahn werfen. Dazu sind wir zu stark geworden durch diese oft unglaublichen Lebensumständen.

                      Wir sind daran gewachsen und haben unsere Stärke ausgelotet, wir wissen, dass wir schlimme Krisen meistern können, indem wir uns unter Anderem mit ihnen irgendwie arrangieren können, (oftmals alleine) ohne daran zu zerbrechen.

                      Dieses Wissen gibt doch Kraft und Mut, nicht wahr?!
                      Also ich kann dir nur empfehlen, schau weiterhin nach vorne und lenke dich ab, zumindest so lange, bis dein Geist und deine Seele mit der neuen Situation fertig geworden sind.

                      Keine Sorge, irgendwann macht es "klick" und es geht fortan betreffend dieser Sache fast stolperfrei vorwärts :-).
                      Tschakaaaaaa, ok, jetzt geht´s mit mir durch :-)).

                      Schöne Grüsse.

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                      • RE: wir sind aber stark!!! :-)


                        Hallo Visitor,

                        danke für die ermunternden Worte. Ist nicht leicht jeden Tag aufzustehen und keine Besserung zu sehen, aber ich werde auch nicht aufgeben. Es gibt schlimmere Schicksale als unsere und diese Menschen sind dadurch stärker geworden und wissen ihr Leben mehr zu schätzen. Und wer weiß vielleicht wachst du eines Tages auf und der Tinnitus ist weg (ist ne Freundin von mir passiert, sie hatte drei Jahre Tinnitus, der ohne Therapie von alleine wieder zurückging, von einen Tag auf den anderen). Liebe Grüße. Rania

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                        • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                          es gibt eigentlich nur zwei dinge die du gegen ein problem tun kannst (sag ich mir immer) entweder du änderst es oder du musst deine einstellung ändern. ich denke es kann gut sein dass dir die naturheilkundetherapie etwas hilft. ich persönlich möcht mir den aufwand aber nicht antun (kostet zeit und geld, so sehr stört es mich noch nicht) mir hat der arzt auch gesagt dass es keine medikamente dagegen gibt, was wahrscheinlich auch besser ist, weil medikamente dem körper immer schaden. aber die homöopathie bewirkt oft dinge, von denen die schulmedizin nur träumen kann. (bin kein besonderer fan von schulmedizin, medikamenten usw.) aber dabei hat es auch immer mit deiner eigenen einstellung zu tun, denn ich glaub dass in erster linie dabei nicht die symptome bekämpft werden sondern die ursachen. du darfst nicht depressiv an die sache rangehen sondern du musst optimistisch sein. sollte die naturheilkunde doch nicht helfen, bleibt dir nichts anderes übrig. du MUSST umdenken. oder willst du dich dein ganzes leben schlecht fühlen?? jedes körperliche problem ist auch mit einem psychischen verbunden, welches bei dir ziemlich stark ausgeprägt sein dürfte. es war gut von dir einen psychologen aufzusuchen, nur hast du anscheinend keinen guten gefunden. hör dich mal um bei bekannten ob sie jemanden kennen der gut ist usw. einfach nur eine nummer im telefonbuch raussuchen bringt meistens nicht sehr viel. wenn du wirklich nicht damit klarkommst, informier dich genau über eine eventuelle operation. habe aber gehört, dass sie in extremen Fällen auch zur blindheit führen kann. du musst dir einfach überlegen was für dich selbst das beste ist. vielleicht meldest du dich ja wieder mal =)
                          mlg phoebe

                          Kommentar


                          • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                            hi rania,
                            es tut mir wirklich leid, dass du so sehr darunter leidest. aber ich kann es einfach nicht nachvollziehen.
                            ich habe schon einmal geschrieben, ich habe diese dinger seit mindestens 15 jahren. natürlich habe ich mir anfangs sorgen gemacht. nachdem mir aber drei augenärzte bestätigten, dass glaskörpertrübungen harmlos sind und man nichts dagegen tun kann, habe ich es so hingenommen und versucht, nicht mehr daran zu denken.
                            mittlerweile nehme ich sie überhaupt nicht mehr wahr und sie stören in keinster weise mehr.
                            es geht nicht anders, du musst damit leben und versuchen, nicht ständig daran zu denken.
                            zwing dich dazu, es geht, glaub mir.
                            dass naturheilkunde hilft, glaube ich nicht. wie phoebeee schon sagte, ist auch der aufwand zu groß, und ums geld täte es mir leid.
                            wozu auch der aufwand? die dinger sind doch völlig harmlos.
                            denke an etwas anderes. konzentriere dich nicht ständig darauf. lass dich nicht von den blöden trübungen beherrschen. denk nicht immer, du willst sie loswerden, du w i r s t sie nämlich nicht los. du wirst damit leben m ü s s e n, und du k a n n s t auch damit leben. du musst es nur w o l l e n.
                            ignoriere sie. es geht! ich habe so viele bekannte, die gut damit leben und gar nicht mehr daran denken.
                            bemitleide dich nicht immer selbst deswegen.
                            keiner kann dir helfen, nur DU ganz allein kannst es. also tu es!
                            ich wünsche dir alles gute


                            Kommentar


                            • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                              Hallo Gabylein,

                              ich freu mich für dich, dass dich die Dinger nicht stören, es kann ja sein, dass sie harmlos sind und manche Menschen gut damit leben können. Diese Menschen brauchen daher auch keinen Therapeuten etc, sondern geben ihr Geld für andere Sachen, die ihrer Meinung nach nützlicher sind als irgendwelche Tropfen und Kügelchen aus.Wie du sicher weißt, gibt es unterschiedliche Arten von Glaskörpertrübungen. Es gibt welche, die man nicht immer wahrnimmt, welche, die nicht im direkten Blickfeld sind etc. Meine Trübungen sind sehr ausgeprägt, so dass sie mich beim Lesen oder Computerarbeit oder auch nur bei normalen Tätigkeiten wie Autofahren sehr stören, da sie Buchstaben verdecken und somit vieles erschweren. Es kommt immer darauf an, wie es ausgeprägt ist und man es wahrnimmt. Ich habe auch Tinnitus, der ist jedoch nicht so laut, daher behandele ich ihn nicht weiiter und lebe gut damit. Es gibt aber auch Menschen, deren Tinnitus so laut wie eine Kettensaäge ist und die sich durch nichts ablenken können und schier verrückt werden. Diese Menschen können natürlich auch nicht verstehen, dass ich meinen Tinnitus als nicht lästig empfinde und fast vergessen habe. Es stimmt außerdem nicht, dass die Trübungen nicht weggehen können. Das sagen die Schulmediziner. Einige gute Heilpraktiker haben mir bisher aber das Gegenteil bestätigt. Der Arzt bei dem ich bin, behandelt sei Jahren Glaskörpertrübungen. Er ist Schulmediziner, der homöopathisch behandelt und ich habe mit einigen seiner Patienten geredet. Es dauert zwar länger bis zu einem Jahr aber bei fast allen Patienten haben sich die Trübungen objektiv verringert ( Der Arzt sieht ja die Schlieren, wenn die Pupille offen ist). Diese Patienten sind von diesen Trübungen erstmal erlöst. Ob dies mit Schüßler Salzen passiert oder mit anderen Mitteln, von Mensch zu Mensch ist es unterschiedlich. Man muß halt daran glauben, dass es helfen wird. Du glaubst die Trübungen gehen nicht weg, aber es gibt Menschen bei denen sie weggegangen sind. Es ist das Gleiche wie wenn sich ein übergewichtiger Mensch sagen würde, dass er nie abnehmen kann, weil ihn dass Geld kosten würde und Zeit etc. und daher bleibt er lieber fett und verdrängt sein Übergewicht und die damit verbundenen Probleme. Das ist vielleicht jetzt überspitzt gesagt., aber es ist wirklcih so, dass Menschen unterschiedlich auf bestimmte Situationen reagieren. Dir genügt vielleicht die Feststellung, dass man an den Trübungen nicht stirbt um sie aus deinem Gedächnis zu verbannen. Das ist gut wenn du es kannst. Ich jedenfalls möchte mich nicht damit arrangieren, bis ich nicht alle Mittel und Hoffnnungen ausgeschöpft habe. Wenn nach einem Jahr nichts passiert ist, muß ich mich wohl oder übel damit arrangieren, obwohl es sehr schwer sein wird. Trotzdem danke für die netten Worte. Viele Grüße. Rania

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                              • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                                vielleicht sind deine ja wirklich stärker ausgeprägt, mag sein. obwohl ich auch sehr viele schlieren habe. allerdings keine dunklen punkte. und ich muss zugeben, meine schlieren sind im laufe der jahre von allein heller geworden. trotzdem, richtig gestört haben sie mich auch damals nicht, als sie noch dunkler waren.
                                wie gesagt, ich wünsche dir wirklich, dass du sie los wirst, vielleicht hast du ja das glück. alles gute.
                                gaby

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                                • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                                  Also, meine Mutter hatte das auch mal. Sie sah Schatten, Pfeile, Ecken, Gitter und das in verschiedenen Farben. Ihre Augenärztin gab ihr Tropfen und da wurde es allmählich besser und besser. Momentan ist sie beschwerdefrei. Ich glaube, dass es auch bei euch hier sicher einmal gut werden wird. LG

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                                  • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


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                                    war es bei deiner Mutter sicher, dass es sich um Glaskörpertrübungen handelte? Die sind nämlich meist grau und nicht in verschiedenen Farben. Was für Tropfen hat sie bekommen und wielange hat es gedauert bis es besser wurde?

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                                    • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


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                                      habe durch Zufall Deinen Beitrag gelesen. Auch bin stark mit Glasköpertrübungen auf beiden Augen belastet. Jahrelang bin ich deswegen von Arzt zu Arzt gerannt bis endlich ein fähiger Augenarzt die Uveitis festgestellt hat. Ist bei Dir bereits eine Uveitis ausgeschlossen worden?
                                      Viele Grüsse
                                      Andrea

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                                      • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                                        Hallo Andrea,

                                        bei mir fing alles an mit einer starken Lichtempfindlichkeit auf dem rechten Auge. Ich hatte sehr große Schmerzen sowohl bei Tages als auch bei künstlichem Licht und das Gefühl als ob sich ein Messer hinters Auge bohrt. Dies hörte dann nach permanenten Schmerzen zwei Monaten später auf und ich bekam Glaskörpertrübungen. Bis heute bekomme ich dies Schmerzen im Auge alle 3-4 Wochen für einige Tage und kein Arzt sieht irgendetwas auffälliges am Auge. Ich habe zwar etwas trockene Augen, aber diese Schmerzen sind so extrem es ist nicht mehr witzig. Nach einigen Tagen gehen sie wie sie gekommen sind. Was ist genau eine Uveitis? Ist das Auge gerötet. Ist man Lichtempfindlich? Haben dir die Ärtzte jahrelang immer gesagt, dass deine Augen OK sind? Sind die Trübungen jetzt weg bei dir?

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                                        • Erfahrungsbericht


                                          Hallo Rania,
                                          im Dezember wurden mir die "fliegenden Mücken" aus einem Auge herausoperiert. Deshalb möchte ich Dir meine Geschichte kurz erzählen. Ich hoffe, es hilft Dir, Deine Probleme richtig einzuschätzen und sachkundiger die Entscheidung für oder gegen eine Operation zu treffen.
                                          Im letzten März habe ich (42) mit Erschrecken teilweise Bildausfälle festgestellt. Meine Augenärztin stellte massive Trübungen in beiden Augen, sowie starke Verklumpungen dieser in einem Auge fest. Medikamentive Behandlungen (Förderung der Durchblutung, Hornhautpflege) halfen nichts. Als sich mein Zustand in den nächsten 2 Monaten stark verschlechterte, beim Autofahren Autos vor meinem Auge verschwanden, nur noch die Bäume am Rand zu sehen waren, der Computermonitor noch zu sehen war, aber der Inhalt nur eine graue Brühe war, ich Menschen ohne Gesichtern gegenübersaß, im Sucher des Fotoapparates nichts mehr zu sehen war, da wurde ich in eine Augenklinik mit Spezialisierung Glaskörperchirurgie überwiesen. Leider war der Professor mehr auf Augenmigräne fixiert und meinte, die großen Flocken in meinem Auge müssten durchsichtig sein. Nach MRT, Untersuchung der Blutgefäße und Untersuchung beim Neurologen wurde nichts festgestellt, ich aber trotzdem an den Neurologen weiterverwiesen. Es wurde immer belastender! Meine Firma hatte ich schon informiert dass ich ggf. zu Hausarbeit übergehen muss oder ganz ausfalle. Druckgefühl in den Augen! Stereoskopische Probleme! Lichtempfindlichkeit!
                                          Meine Augenärztin hat mich dann an eine andere Klinik verwiesen, wo ich mich gut behandelt fühlte. In meinem Fall sind eindeutig die verklumpten Trübungen im Glaskörper Schuld, Behandlung nur operativ möglich, mindestens 1 Jahr mit starken Beschwerden, bevor operiert wird. Da bei mir kurzfristige Arbeitsunfähigkeit infolge der häufigen Totalausfällen von Bildteilen drohte, haben wir uns nach einer Bedenk- und Beobachtungszeit zur OP entschlossen.
                                          Im Dezember war ich 4 Tage in der Klinik. Unter Vollnarkose mit künstlicher Beatmung wurde ich ca. 1 h lang operiert. 3 Schnitte (je 0,9 mm) rund um die Iris, einer für den Absaugrüssel mit angebauter Schneidsichel, einer für das Mikroskop und Licht und der letzte für das Einfüllen der Lösung, die den Augeninnendruck wieder hoch hält und später durch Augenwasser ersetzt wird. Sehr erfolgreich! Das Auge mit den verklumpten Flocken wurde weitestgehend ausgeräumt und ich habe bis heute keine ernst zu nehmenden Trübungen entdeckt. Einige Tage nach der OP gingen aber Probleme mit beiden Hornhäuten los, die meine Sehfähigkeit auf dem operierten Auge zeitweise auf 5 % senkte (das größte E auf der Sehtafel kann man noch ganz verschleiert sehen!). Nach etwa 6 Wochen intensiver Behandlung (und Einsatz von Kortison) war ich soweit wiederhergestellt, dass ich mich wieder an Auto und Computer wagte. In der Zwischenzeit hatte ich das Lesen nur ca. 10 min schmerzfrei ausgehalten. Das andere Auge "sympatisierte" mit dem operierten! Lange zuhause, aber nichts richtig sehen und machen können! :-(
                                          Die Risiken bei der OP reichen u.a. von Beschädigungen der Netzhaut, über Beschädigungen der Linse bis zum Totalverlust des Auges. Auch für die Kenntnis dieser Risiken unterschreibst Du!!! Da ich nur schwach kurzsichtig bin, ging es unterm Strich recht gut bei mir ab (außer meine massiven Hornhautirritationen). Ich bin froh, dass ich zu so einer fachkundige und verständnisvolle Augenärztin gekommen bin. Aber wegen der möglichen Risiken kann ich nicht bedingungslos zu dieser OP raten. Man muss sehr genau abwägen. Meine Alternative hieß Berufsunfähigkeit und das überlegt man sich als Alleinverdiener einer 5-köpfigen Familie! Die anderen Randbedingungen für meine OP wurden positiv eingeschätzt.
                                          Wenn man mit kompetenten Fachleuten solche Probleme bespricht, fällt es einem leichter, die eigenen Probleme und Einschränkungen distanzierter zu betrachten und sich nicht psychisch davon dominieren zu lassen. Anfangs hieß meine Devise beim Autofahren: Verschwinden die Autos vor mir, dann das eine Auge zukneifen und nur mit dem anderen sehen. Nach 10 bis 60 Sekunden war das wieder vorbei. Solange diese Behinderung nicht zu einem sehr ernsten Sicherheitsrisiko für mich wurde, konnte ich durch meine Einbindung in Familie und Beruf das Problem weitestgehend ignorieren, bis es sich mit Macht wieder zeigte. Danach wieder ignorieren. Ich wusste ja eine Fachfrau in meiner Reichweite, die mir helfen würde. Ich habe mit entschieden!
                                          Zur Nachuntersuchung muss ich regelmäßig zu meiner Augenärztin und in die Klinik. In einigen Monaten bin ich wieder am OP-Ort und werde über das zweite Auge sprechen. Operieren werden wir vorerst nicht, da ich diese Beeinträchtigungen noch gut verkraften kann.
                                          Früher habe ich hier im Forum auch Infos zum Thema gesucht, was nicht zufriedenstellend gelang. Ich hoffe, dass Dir der Kurzbericht hilft. Über geeignete Augenkliniken in Deiner Nähe kann vielleicht bei Bedarf Frau Dr. Liekfeld etwas sagen.
                                          Meine Zusammenfassung:
                                          Trübungen, die psychisch belasten, aber keine extremen Auswirkungen auf das Leben haben, sollte man ignorieren und damit umgehen lernen (meist ist nur ein Auge massiv betroffen, dann mal zukneifen, Trübungen stehen nur zeitweise im Sichtfeld). Fachgerechte Betreuung in einer Augenklinik, wo man auch über eine OP reden kann, hilft auch psychisch ungemein. Der schlimmste Fall bei einer OP ist der Totalverlust des Auges oder "etwas kleinere Katastrophen". Das muss man wissen, dafür unterschreibt man! Optimal ist, wenn Arzt und Patient ein Vertrauensverhältnis haben und gemeinsam die Entscheidung treffen.
                                          Alles Gute für Dich!
                                          Hans

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                                          • RE: Erfahrungsbericht


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                                            das ist ja eine schlimme geschichte. ich habe noch nie gehört, dass glaskörpertrübungen so extrem stark sein können. und ich habe viele bekannte mit diesen trübungen.
                                            wenn es natürlich so schlimm ist wie bei dir, denkt man sicher über eine op nach, trotz des hohen risikos.
                                            womit wurde denn der glaskörper wieder aufgefüllt? mit silikon?
                                            ich wünsche dir viel glück für das zweite auge, ob mit, oder ohne op.
                                            gaby

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                                            • RE: Erfahrungsbericht


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                                              Das Problem im Glaskörper sind auch fehlende Blutgefäße, so dass die Ernährung nur über die Aderhaut und dann durch Diffussion erfolgen kann. Das bremst natürlich auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten in der Geschwindigkeit. Der Neurologe hatte mich als "Blinddiagnostik" mit Blutverdünnern behandelt, falls Durchblutungsproblem die Ursache sein sollten.
                                              Hans

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                                              • RE: Schlimmes Leben durch Glaskörpertrübungen


                                                Liebe Rania,
                                                ich bin kein Profi, leide nur seit vielen Jahren an einer beidseitigen intermediären Uveitits. Infos zur Erkrankung kannst Du am besten im Internet unter ://duag.org finden. Das ist die Seite der Deutschen Uveitis Arbeitsgemeinschaft. Dort gibt es auch ein Diskussionsforum mit interessanten Beiträgen. Vielleicht hilft Dir das etwas weiter. Fühl` bitte unbedingt Deinem Augenarzt noch einmal auf den Zahn. Ansonsten hilft nur noch einmal den Augenarzt wechseln. Die DUAG hilft auch bei der Suche nach einem guten Augenarzt.
                                                Viele Grüsse
                                                Andrea

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                                                • RE: Erfahrungsbericht


                                                  Servus Hans!

                                                  Deinem Bericht nach zu schließen, scheine ich (40) ein ähnlich gelagerter "Fall" zu sein.
                                                  Begonnen haben mit Augenprobleme (starke Glaskörpertrübung im linken Auge) im Alter von 20 Jahren. Damals war ich mitten im Studium - musste aber wegen der massiven Beschwerden dieses abbrechen. (Das viele Lesen führte zu massiven Kopfschmerzen - irgendwie eine Art Teufelskreis.)

                                                  Ich hatte im Rahmen einer Brillenglasbestimmung bemerkt, dass ich am linken Auge - zwischendurch - immer diese Schlieren vor der Linse hatte. Der behandelnde Augenarzt "diagnostizierte" bei mir eine Photophobie (in etwa: krankhafte Angst vor Sonnenlicht) - was ein ausgemachter Unsinn war.

                                                  Erst der 3. Augenarzt stellte die richtige Diagnose: massive Glaskörpertrübung sowie ein Uveitis. Letztere ließ sich durch antibiotische Augentropfen rasch beseitigen. (Mein Tipp: Bei Unzufriedenheit lieber mal den Facharzt wechseln.)

                                                  Zum Thema "Glaskörpertrübung" nur folgendes: Es kommt - wie bei fast allen Dingen im Leben - immer auf die Intensität an. Wer nur geringfügig davon betroffen ist, wird sich im Laufe seines Lebens auch daran gewöhnen und sich damit abfinden.

                                                  Bei wem freilich eine solche Trübung zu extremen Behinderungen - wie im Falle von Hans geschildert - führt, der wird sich an die kalmierenden (oftmals fast sarkastischen!) Beschwichtungsversuche mancher Augenärzte nie gewöhnen können!

                                                  Ich wurde beispielsweise in jüngeren Jahren öfters damit vertröstet, dass sich meine Trübung in späteren Jahren quasi von der Netzhaut entfernen und in weitere Folge auflösen könnte.

                                                  Jedenfalls geht es mir jetzt wesentlich besser. Ob dies organische oder allein psychische Ursachen hat, vermag ich nicht zu beurteilen.) Ich habe jedenfalls mit dieser Beeinträchtigung zu leben gelernt.

                                                  Ich hatte auch mehrmals überlegt, mich wie Hans operieren zu lassen. Nur: Die Risiken, die damit verbunden wären - vor allem die zu befürchtenden Langzeitschäden infolge von Infektionen -, haben mich dazu bewogen, auf einen (augen-)chirurgischen Eingriff zu verzichten.

                                                  Noch eine Bemerkung zu Rania: Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst! In jüngeren Jahren habe ich darunter ebenso gelitten, wie es dir im Moment ergeht. Beruhigt hat mich allerdings die Tatsache, dass eine Glaskörpertrübung an sich keine Gefahr für die Sehkraft des Auges darstellt. Und: Man gewöhnt sich im Laufe der Jahre daran - glaube mir!

                                                  Ich habe im Alter von 37 Jahren mein Studium nochmals aufgenommen und mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Denke einfach daran: Es ist zwar lästig - aber nicht gefährlich!

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