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unseriöser augenarzt?

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  • unseriöser augenarzt?

    Liebe Mitglieder des Augenheilkunde-Forums

    für einen kurzen Rat, möglichst aus fachlicher Sicht, wäre ich sehr dankbar.

    Vor kurzem habe ich mich bei einem ortsansässigen Augenarzt als Neupatientin vorgestellt.
    Ich bin stark kurzsichtig (rechts -13, links -12 Dioptrien) und trage seit fünf Jahren die gleichen Kontaktlinsen, die allein aufgrund des Materialverschleißes inzwischen ausgetauscht werden müßten. Zudem verspüre ich links eine leichte Sehverschlechterung.

    Bei meinem neuen Augenarzt fiel mir auf, daß er sich fast gänzlich auf die "objektive Refraktion", d.h. das automatische Messen der Sehschärfe durch ein spezielles Gerät, verließ. Außerdem wurde diese Messung, ebenso wie die Augeninnendruckmessung, durch Arzthelferinnen und nicht durch den Arzt durchgeführt. Auch eine später erfolgende Keratographie wurde von einer Arzthelferin vorgenommen.

    Nach Anfertigung von Probekontaktlinsen und erneuter vollautomatischer Refraktion ergaben sich rechts in etwa gleichbleibende, für das linke Auge aber auffallend niedrigere Werte (jetzt nur 10,75 Dioptrien), was mich zu diesem Zeitpunkt bereits sehr erstaunte.

    Drei Wochen später wurden mir die neuen Kontaktlinsen ausgehändigt, die ich zu Hause einsetzte, da eine direkte Kontrolle durch den Augenarzt wohl nicht vorgesehen war. Ich mußte also zu Hause feststellen, daß ich mit dem linken Auge nur sehr schlecht sah, z.B. keine Nummerschilder von Autos erkennen konnte.

    Erneut vereinbarte ich einen Arzttermin, und erneut führte eine Arzthelferin die Refraktion durch, woraufhin der Arzt meinte, dieser Messung entsprechend müßte alles stimmen.
    Als ich ihm mitteilte, daß ich auf dem linken Auge nur sehr schlecht sah, nahm er bereits etwas unwillig eine subjektive Refraktion mit "Zahlenlesen" vor. Allerdings bot er mir hierbei nur eine einzige Alternative einer Linsenverstärkung ("ist es so besser?") und kam damit auf einen Wert von 11,5 Dioptrien, der immer noch unter dem momentanen Wert liegt. Durch jahrelange Arztbesuche bin ich eigentlich gewöhnt, daß ein Arzt sich deutlich mehr Zeit nimmt und mindestens 4-5 verschiedene Linsen-Feinabstufungen anbietet, unter denen der Patient auswählen kann, je nach Einschätzung der eigenen Sehschärfe. Immerhin ist es der Patient, der mit der Sehhilfe auskommen und darüber viel Geld bezahlen muß (für die betreffenden Linsen wurden bereits 800 DM veranschlagt).

    Auch verspürte ich bereits nach kurzem Tragen der neuen Kontaktlinsen unangenehme Reibegefühle am Auge, wozu der Arzt nur bemerkte, dies sei "normal". Hingegen hatte beim Tragen von zwischendurch angefertigten Probe-Kontaktlinsen meine eigene Einschätzung, nämlich ebenfalls ein Reibegefühl, gezeigt, daß die Linsen nicht richtig saßen. Damals war das störende Gefühl also keineswegs als "normal" eingestuft worden.

    Ist die Vorgehensweise des Arztes als korrekt bzw. seriös einzustufen?
    Ist es üblich, daß derart relevante Untersuchungen von Arzthelferinnen durchgeführt werden?
    Sollte ich die Kontaktlinsen eventuell zurückgeben und einen anderen Arzt aufsuchen?


  • RE: unseriöser augenarzt?


    Hallo Hannah,
    prinzipiell ist nichts gegen die Durchführung der von Ihnen genannten Untersuchungen durch Arzthelferinnen einzuwenden. Der subjektive Abgleich sollte allerdings durch den Augenarzt erfolgen (wie ja wohl auch geschehen). Ob sich der Arzt in Ihrem speziellen Fall genug Zeit genommen hat oder nicht, ist schwierig zu beantworten. Sicher ist jedoch, dass er Sie ausführlich beraten muss und Ihre Klagen ernst nehmen sollte. Vermutlich sollte die Kontaktlinse tatsächlich umgetauscht werden.
    Wenn Sie sich nicht gut beraten fühlen, rate ich Ihnen doch zu einem Arztwechsel, da ein Vertrauensverhältnis wichtig ist.
    Wenn Sie tatsächlich mit anderer Korrektur besser sehen als mit der neuen Kontaktlinse, bestehen Sie auf einer Rücknahme der Linse.
    Mit freundlichen Grüßen,
    A. Liekfeld.

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