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Hochgradige Kurzsichtigkeit

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  • Hochgradige Kurzsichtigkeit

    Bin 39 Jahre und habe auf dem linken Auge -15 Dioptrien und am rechten Auge -11 Dioptrien. Beim linken Auge ist der blinde Fleck massiv vergrössert mit angrenzenden Metamorhopsien, temporär davon liegt ein weiteres Skotom das sich langsam vergrössert. Untersuchungen ergaben, dass ein staphyloma posticum vorhanden ist, links wesentlich ausgeprägter. Ausserdem sehe ich des öfteren Lichtblitze und im Dunkeln bemerke ich bei starken Augenbewegungen kreisförmige grössere Lichterscheinungen, ich denke bedingt durch Zug des Glaskörpers an der Retina.Folgende Fragen hätte ich zum Thema 'maligne Myopie'
    1. Kann eine Glaskörperabhebung bei malig.Myopie auch ohne grössere Probleme ablaufen, so dass der Glaskörperzug an der Retina wieder nachlässt?
    2. Können die Veränderungen, die durch ein Staphylom bedingt sind, sich stabilisieren oder werden diese darüber hinaus weiter ausbreiten?
    3. Hat Langstreckenlauf einen negativen Effekt auf die Retina, bedingt durch die mechanischen Erschütterungen und deren Übertragung auf den Glaskörper, der wiederum an der Retina zieht?
    4. Haben hohe Pulsfrequenzen, die bei intensiven Ausdauersportbelastungen auftreten, einen negativen Effekt,eventuell durch einen höheren Blutdruck in der Retina?
    5. Wie verträgt sich maligne Myopie und tägliche intensive Bildschirmarbeit, sollte man sich eher einen anderen Job suchen, um das Auge zumindest längerfristig stabilisieren zu können?
    6. Können leicht gekrümmte Linien im Bereich Sehzentrum durch die Eiform des Auges bedingt sein, oder ist das der Beginn einer CNV(Neovasc.)?
    7. Führen all diese Effekte zwangsläufig zu einer Ablatio, oder kann man vielleicht auf einen Stillstand hoffen?


  • RE: Hochgradige Kurzsichtigkeit


    Hallo Andreas,
    ich werde Ihre speziellen Fragen, die ja bereits auf gute Kenntnisse Ihrerseits deuten, im folgenden ebenfalls nach Ihren punkten beantworten:
    1.Eine Glaskörperabhebung läuft meistens ohne größere Probleme ab, und der Zug an der Retina läßt nach.
    2.Das Staphylom und entsprechend damit zusammenhängende Veränderungen können sich durchaus stabilisieren.
    3.-5. Hierzu gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Studien. Man kann aber davon ausgehen, dass weder Sport noch Bildschirmarbeit einen negativen Einfluss auf die Retina oder die Myopie-Entwicklung haben.
    6.Die leicht gekrümmten Linien (=Metomorphopsien) können nicht durch die Eiform des Auges erklärt werden. Häufig sind sie Hinweis auf eine Flüssigkeitsansammlung an der Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut, die wiederum durch choroidale Neovaskularisationen (CNV) bedingt sein kann.
    7. Die beschriebenen Veränderungen stehen in keinem kausalen Zusammenhang mit einer Ablatio retinae (=Netzhautablösung), sondern sind mögliche Auswirkungen einer starken Kurzsichtigkeit. Unabhängig davon kann eine Netzhautablösung entstehen, deren Risiko bei Kurzsichtigen höher liegt als bei Normalsichtigen, aber eine zwangsläufige Entwicklung zu einer Ablatio gibt es nicht. Prophylaktisch sollte man regelmäßig den Augenhintergrund untersuchen lassen, um mögliche "Schwachstellen" frühzeitig zu entdecken.
    Mit freundlichen Grüßen,
    A. Liekfeld.

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