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Abduzensparese

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  • Abduzensparese

    Hallo an alle,

    ich würde diesen Beitrag gerne nutzen um von euren Erfahrungen und Tipps zu erfahren und freue mich über jeden Bericht.

    Kurz zu meiner Geschichte. Ich bin weiblich, 24 Jahre jung, studiere gerade in meinem letzten Semester und vor etwa 3 Wochen wachte ich mit Kopfscherzen auf und bemerkte eine merkwürdige Sehschwäche. Ich trage sonst eine Brille, weil ich kurzsichtig bin und dachte zunächst ich hätte Migräne und es würde sich im Laufe des Tages bessern. An dem ersten Tag hatte ich keine eindeutigen Doppelbilder, sondern es fühlte sich eher so an als würden meine Augen nicht richtig fokussieren.

    Am nächsten Tag wurde es schlimmer, also ging ich in die Notaufnahme. Dort wurde eine Abduzensparese auf meinem linken Auge diagnostiziert und natürlich ist dann der nächste Schritt die Ursachenabklärung in der Neurologie, weil ja zunächst einige unschöne Krankheitsbilder in Frage kommen könnten.
    Neurologisch wurde ich komplett durchgecheckt. Bluttestst, Nervenwasseruntersuchung, Nervenleituntersuchungen, 2 Mal MRT... Alles unauffällig bzw. ohne Befund, was ja schonmal sehr gute Neuigkeiten sind. Kein Tumor, kein MS, der Neurologe konnte wohl auf meinem ersten MRT ganz leicht Kontrastmittel erkennen (-> isolierte Neuritis) und ich sollte eine Kortison-Therapie machen (die Tabletten nehme ich aktuell noch einige Tage; bin gerade am "Ausschleichen". 10 Tage lang 100 mg Prednisolon und dann jeweils alle 2 Tage die Dosis um 25% verringern.)

    Mein linkes Auge schielt also nach Innen und die Doppelbilder sind bei Linksblick stärker (aber auf diese Weise auch angenehmer, weil der Abstand der Doppelbilder größer wird -> das verwirrt mich weniger). Bei starkem Rechtsblick sehe ich keine Doppelbilder, ebenso, wenn ich ein Auge abdecke. Am schlimmsten ist es einfach, wenn ich geradeaus schaue.

    Heute wurden mir vom Augenarzt Prismenfolien verschrieben. Links 14 und rechts 10. Die werde ich beim Optiker bestellen und in einer Woche mal testen, ob es besser wird mit dem Sehen. Vielleicht kann ich dann auch endlich wieder Auto fahren. Außerdem soll ich Vitamin B12 und B6 nehmen um die Heilung zu unterstützen. Bei meinen Bluttests war mein B12-Wert immer sehr an der unteren Grenze (ich lebe seit 4 Jahren vegetarisch und teilweise vegan).

    So lange Rede, kurzer Sinn. Ich würde mich einfach nur freuen, wenn hier einige berichten könnten wie lange es bei ihnen gedauert hat bis die Lähmung wieder verheilt ist bzw. bis die Doppelbilder verschwunden sind.
    Außerdem bin ich mir unsicher wegen der Prismenfolien. Gewöhnt sich denn das Auge dann nicht an diese künstliche Korrektur und wird der Muskel bzw. der Nerv nicht noch "fauler"? Natürlich würde es mir einiges erleichtern keine Doppelbilder mehr zu sehen. Im Moment könnte ich wahnsinnig werden und will am liebsten die Augen gar nicht öffnen. Psychisch belastet mich das alles extrem, aber ich will den Heilungsprozess nicht verlangsamen oder verschlechtern.
    Ich freue mich sehr auf ein paar hoffnungsvolle Beiträge, Tipps und Erfahrungen und bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.

    Liebe sonnige Grüße

    Wilsi




  • Re: Abduzensparese

    Hallo, die Dauer eines Heilungsprozesses ist abhängig von der Ursache, dem Ausmaß und ggf. Lokalisation der Lähmung. Insofern reden wir hier von Tagen, Wochen oder auch Monaten. Zudem ist eine (vollständige) Heilung nicht garantiert.

    Ich sehe auch einige Probleme hinsichtlich der Prismenverordnung. Diese auf beide Augen zu verteilen wird Ihnen vermutlich erhebliche Probleme bei der subjektiven Lokalisation machen - soll heißen: Sie könnten evtl. Orientierungs- und Gleichgewichtsstörungen bekommen. Besser wäre es, Prismen in abgeschwächter Form (vorher die Stärke ausprobieren) vor das betroffene Auge auf das Brillenglas aufzubringen, um die Doppelbilder zu reduzieren und eine akzeptable Lösung bei Kopfgeradehaltung zu erreichen. Bei Blickwendungen - insbesondere zur befallenen Seite - werden die Doppelbilder ohnehin wieder zunehmen. Ein Gewöhnungsprozess wird aber eher nicht eintreten.

    Sollte sich auch nach etwa 6-9 Monaten keine signifikante Besserung eingestellt haben, könnte in Abhängigkeit der Befunde eine Schieloperation in Frage kommen. Aber diese Option würde sich natürlich erledigen, wenn die Kortisonbehandlung zu einem Erfolg führen würde.

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