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Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

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  • Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

    Hallo,
    ich bin kurzsichtig und werde mich einer Katarakt-OP unterziehen. Leider bin ich mir wegen der Linsenstärke der Monofokallinse noch unsicher.

    Ich finde es verlockend ohne Brille zB Sport machen zu können und tendiere daher zu 0 dpt, also unendlich. Ist das bei vorheriger Kurzsichtigkeit eine zu starke Umgewöhnung und daher vielleicht nicht empfehlenswert?

    Der Vorschlag des beratenden Optikers war -2 dpt (also Schärfepunkt bei 50cm, wenn ich das richtig verstehe), da ich auch viel am Bildschirm arbeite. Ich habe aber das Gefühl dass diese Entfernung zum Lesen zu viel und für den Bildschirm zu wenig ist und ich dann eh immer eine Brille brauche.
    Zudem weiß ich nicht, wie perfekt diese Entfernung auch getroffen wird. Ich vermute dass kleine Abweichungen bei der Nahsicht größere Auswirkungen haben als in der Ferne. Wenn also die 0 dpt für optimale Fernsicht nicht perfekt getroffen werden, merke ich davon vermutlich wenig. In der Nähe sind aber zB 10cm Unterschied deutlich spürbar, oder sind die Abweichungen im Allgemeinen deutlich geringer?

    Vielen Dank und viele Grüße!

  • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

    Gehen Sie davon aus, dass Abweichungen von ca. 0,5 bis durchaus 1 Dioptrie zu erwarten sind und dies kann bei zwei Augen auch in eine jeweils unterschiedliche Richtung bzw. nicht gewünschte Richtung gehen.
    Da Sie Kurzsichtigkeit gewohnt sind und viel am PC arbeiten könnte eine dieser Entfernungen ein Ziel sein.
    Im Falle einer gewünschten Einstellung von Unendlich (0 dpt) kann es passieren, dass Sie bei einer Überkorrektur in keiner Entfernung gewünscht scharf sehen.
    Das besser korrigierte Auge dürfte in der Ferne die Führung übernehmen, was von der Tendenz her in der Nähe schwieriger ist (da hier beide Augen zudem konvergieren müssen, um ein gemeinsames Bild zu erreichen).

    Beim Vorschlag des Optikers benötigen Sie in der Ferne (Autofahren, Kino, Fernsehen) grundsätzlich immer eine Brille und am PC im Idealfall keine (beim noch näheren Lesen eines Buches aber schon). Weicht das Zielergebnis -2 Dioptrien unerwünscht in die eine Richtung ab, benötigen Sie für die Ferne und Nähe jeweils eine schwache Brille; bei Abweichung in die andere Richtung eben für die Ferne eine stärkere Brille und fürs Buchlesen gar keine.

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    • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

      Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort!

      Im Falle einer gewünschten Einstellung von Unendlich (0 dpt) kann es passieren, dass Sie bei einer Überkorrektur in keiner Entfernung gewünscht scharf sehen.
      Das besser korrigierte Auge dürfte in der Ferne die Führung übernehmen, was von der Tendenz her in der Nähe schwieriger ist (da hier beide Augen zudem konvergieren müssen, um ein gemeinsames Bild zu erreichen).
      Falls ich das richtig verstanden habe, heißt das also wenn eine Überkorrektur stattfindet, werde ich auch für die Ferne immer eine Brille brauchen. Das wäre sozusagen das Risiko bei dieser Wahl. (Oder ist das nicht korrigierbar?)
      Da ich bei 0 dpt für die Nähe aber ja sowieso eine Brille brauche, müsste sie nur anders korrigiert sein. Oder sagen Sie, dass das in diesem Fall (einseitige oder beidseitige Überkorrektur) nicht vernünftig möglich ist?

      Viele Grüße!

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      • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

        Für die Ferne und Autofahren/Kino wäre dann eine schwache Brille aufgrund der Überkorrektur (bei Ziel 0 dpt) erforderlich (um auch den Tacho zu sehen aber eine Gleitsichtbrille), beim Wandern/Joggen ist die Sehschärfe ohne noch gut genug.Jedoch könnte die Nähe (Buchlesen) eine Pluslinse bis zu 4 dpt in der Brille erfordern, die für einen Dauerleser oder Uhrmacher sehr störend sein kann, vor allem in jungen Jahren.

        Generell gilt die Empfehlung, nach der OP möglichst ohne Sehhilfe(n) gut zu sehen bzw.eben für die am meisten benötigte/genutzte Entfernung ohne Sehhilfe.

        Ein 50 Jähriger stärker Kurzsichtiger (ohne Katarakt-OP) könnte sich z.B. anstelle einer Gleitsichtbrille eben zwei Brillen kaufen: Eine für die Ferne und eine deutlich schwächere für die PC-Arbeit/Lesen. Unterzieht sich dieser einer Katarakt-OP mit ZIel -1 dpt, ist zu erwarten, dass keine Überkorrektur eintritt und er im Idealfall bei Hausarbeit/Küchenarbeit ohne jede Sehhilfe gut zurecht kommt. Für den PC benötigt er nur eine schwache Sehhilfe (bzw. bei Unterkorrektur ev. gar keine).

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        • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

          Nochmals vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort!

          Ein 50 Jähriger stärker Kurzsichtiger (ohne Katarakt-OP) könnte sich z.B. anstelle einer Gleitsichtbrille eben zwei Brillen kaufen: Eine für die Ferne und eine deutlich schwächere für die PC-Arbeit/Lesen. Unterzieht sich dieser einer Katarakt-OP mit ZIel -1 dpt, ist zu erwarten, dass keine Überkorrektur eintritt und er im Idealfall bei Hausarbeit/Küchenarbeit ohne jede Sehhilfe gut zurecht kommt. Für den PC benötigt er nur eine schwache Sehhilfe (bzw. bei Unterkorrektur ev. gar keine).
          Dieses Profil trifft ziemlich genau auf mich zu. Daher interessiert es mich natürlich, warum keine Überkorrektur zu erwarten ist. Aufgrund des Alters? Wäre sie dann beim Ziel 0 dpt auch nicht zu erwarten?

          Viele Grüße!

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          • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

            Bei einem Ziel von -1 dpt und einer Überkorrektur erreichen Sie im Endeffekt 0 dpt oder eben einen Wert dazwischen und sehen dann zumindest in dieser Entfernung ohne Sehhilfe sehr gut.
            Bei einem Ziel von 0 dpt und etwa gleich starker Überkorrektur können Sie dies ohne Sehhilfe nicht ausgleichen und sehen damit ohne Sehhilfe in keiner Entfernung ideal. Die zu tragende Sehhilfe fällt dann auch für nähere Entfernungen stärker aus (etwas dickere Gläser, noch mehr Vergrößerung).
            Wenn Ihnen hier sehr viel am Herzen liegt, müssten Sie auch nur 1 Auge operieren lassen und mit dem erzielten Ergebnis dann die andere Zielkorrektur planen.
            Bestimmte Situationen könnten Sie auch (bedingt) mit Kontaktlinsen und Sehhilfe etwas simulieren.

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            • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

              Verstanden! Vielen, vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung!

              Ich denke ich werde nun doch den Schwerpunkt auf die Nähe setzen, so wie es mir ursprünglich empfohlen wurde. Der Nahbereich ist mir letztendlich doch wichtiger und mit einer Fernbrille arrangiere ich mich schließlich seit vielen Jahren.

              Vielleicht wäre es dann sogar sinnvoll, sogar eher die -2,5 (statt -2) anzustreben um den Leseabstand besser zu treffen. Vorausgesetzt die Abweichungen fallen nicht zu stark aus...

              Nochmals besten Dank und viele Grüße!

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              • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

                Guten Tag, Stephan_,
                Sie sind ja bereits hier sehr intensiv beraten worden. Ich würde unterstreichen, dass auf jeden Fall eher zu einer Kurzsichtigkeit auch nach der Operation zu raten ist. Die Genauigkeit der Vorhersagbarkeit ist tatsächlich begrenzt (0,5 dpt Abweichung müssen bedacht werden, manchmal kann es auch mehr sein), daher wäre eine Zielrefraktion von -2,0 bis -2,5 sicher sinnvoll.
                Mit freundlichen Grüßen und alles Gute für die Operation,
                Prof. Dr. A. Liekfeld.

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                • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

                  Vielen Dank, Frau Liekfeld!
                  Ja, mir ist nun klar, dass diese Entscheidung sinnvoller ist. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich nach der OP (auch noch nach der zweiten) weiterhin ohne Brille lesen kann. Na, mal sehen...
                  Viele Grüße!

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                  • Re: Monofokallinse mit 0 dpt trotz vorheriger Kurzsichtigkeit?

                    Dann alles Gute und viel Erfolg für die Operation!
                    Gruß, Liekfeld.

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