• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Prismenbrille

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Prismenbrille

    Hallo, wer hat Erfahrungen mit einer Prismenbrille bei Nystagmus und Schielen

  • Re: Prismenbrille

    Hallo, worum geht's?

    Kommentar


    • Re: Prismenbrille

      Guten Tag, Schöne Augen,
      tatsächlich wäre es gut, zu konkretisieren, was die Problemstellung ist.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Prof. Dr. A. Liekfeld.

      Kommentar


      • Re: Prismenbrille

        Guten Tag, Frau Professor,
        ich habe hier im Forum schon etwas über Prismenbrillen gelesen. Das man nach Gewöhnung immer stärkere Prismen benötigt, also immer wieder eine neue Gleitsichtbrille, die dann immer schwerer wird? Sie selbst haben einem Fragenden hier geschrieben: "Ich würde eher versuchen, ohne auszukommen". Ich hatte noch nie eine, deshalb bat ich um Erfahrung wie sich so ein Primenglas bei Nystagmus und Strabismus auswirkt. Ist meine Fragestellung so unverständlich gewesen? Hilft ein Prismenglas überhaupt bei rotatorischem Nystagmus?

        Kommentar



        • Re: Prismenbrille

          Prismenbehandlungen können sehr unterschiedliche Indikationen haben, deshalb war Ihre Frage so nicht zu beantworten. Dies wird auch jetzt nicht einfach sein, ohne 2-3 DIN-A4 Seiten an Erklärung abzuliefern, vor allen Dingen in Unkenntnis der vorliegenden Befunde. Es geht hier u. a. um die Fragestellung nach der Korrelation des Schielens und des Nystagmus, sowie die Klärung von Kompensationsmechanismen (Kopfzwangshaltung). Und zur Beantwortung Ihrer Frage bez. des (im Übrigen äusserst seltenen) rotatorischen Nystagmus: nein, hier hilft ein Prisma nicht! Es gibt zwar spezielle Prismen, die theoretisch ein rotatorisches Schielen korrigieren können, und die man "Herschel Drehprisma" oder auch "Dove-Prisma" nennt. In der Praxis sind sie aber nicht verwendbar, schon garnicht bei einem rotatorischen Nystagmus.

          Um Ihnen also evtl. hilfreiche Informationen geben zu können, müsste man sehr detaillierte Kenntnisse über die Befundsituation haben. Alles andere ist graue Theorie und Spekulation. Wenn Sie sich für das Thema "Nystagmus" interessieren, ist der WIKIPEDIA-Artikel vielleicht empfehlenswert:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Nystagmus

          Kommentar


          • Re: Prismenbrille

            Haben Sie vielen,vielen Dank für die ausführliche Antwort. Habe schon viel darüber gelesen und bin nach wie vor unsicher, ob ich eine Prismenbrille (von einer Augenärztin in Erwägung gezogen) nehmen soll. Nach einer nicht ganz optimal verlaufener Katarakt OP (Netzhaut- und Hornhaut Ödem) ist mein Sehen enorm anstrengend und ich fühle mich unsicher. Subjektiv empfinde ich, dass sich das Schielen verstärkt hat. Mit dem rotatorischen Nystagmus weiß ich nur von einem Arztbericht (VEP konnte seinerzeit deshallb nicht richtig gewertet werden). Die Frage,ob sich ein rotatorischer Nystagmus durch Prismen beheben lässt, kam mir durch ein Video eines Optikers. Dann hat die Ärztin "Gegebenfalls kann bei Nystagmus ein Prisma helfen" nicht an die Art des Nystagmus gedacht. So ganz richtig weiß ich ja nicht, warum ich dieses Missempfinden beim Sehen habe. Ich konnte noch nie sehr gut sehen, aber dieses "Blöde Gefühl" ist erst nach der OP entstanden. Noch setzte ich ja große Hoffnung auf die endgültige Brille mit optimaler optischen und anatomisccher Angleichung. Vielleicht probiere ich eine Prismenfolie, aber leider auch nicht so optimal, wenn man schon wenig sehen kannNochmals vielen Dank für Ihre Mühe!

            Kommentar


            • Re: Prismenbrille

              Erlauben Sie mir einige Fragen?

              Seit wann haben Sie denn einen Nystagmus und ein Schielen?
              Sind Sie als Kind schon einmal untersucht oder gar behandelt oder operiert worden?
              Sehen Sie doppelt oder nehmen Sie "Scheinbewegungen" wahr?
              Haben Sie früher bereits Prismen getragen?

              Kommentar



              • Re: Prismenbrille

                Ja, sehr gerne erlaube ich Fragen Ich denke, der Nystagmus ist angeboren und das Schielen auch mit angeborener Schwachsichtigkeit.Vor 70 Jahren wurde ich an dem Schielauge operiert. Habe auch noch Astigmatismus. Bis zum Eintreten der Alterssichtigkeit habe ich keine Brille getragen, war alles ok. Mit Beginn der Presbyopie habe ich eine Gleitsichtbrille getragen, weil man als Lehrerin sich ja schnell an die Entfernungen anpassen muss. Sobald ich aber in der Straßenbahn auf dem Nachhauseweg war, musste ich die Brille absetzen. Seit dann irgendwann im Rentenalter trage ich die Gleitsichtbrille ohne Probleme; bis zu der Katarakt OP. Seit März ist mein Leben nicht mehr so, wie es einmal war. Hier kann ich das ja schreiben, dieses "Anstrengende Sehen" als ob ich eine falsche Brille habe (ist aber richtig, nur nicht die komfortable, weil ja nur Übergangsbrille) macht mich sogar irgendwie depressiv, jedenfalls ist mir an manchen Tagen alles egal und selbst mein Heiligtum der Garten leidet. Gott sei Dank merkt meine Umwelt nichts davon, weil ich mich dann wieder aufraffen kann. Durch das "Verkrampfte Sehen"- ich habe keine Beschreibung dafür-, greife ich leider öfter zum Rotkäppchen Picolo. Meine letzte Hoffnung ist die neue und gut angepasste Brille demnächst. Direkt doppelt sehe ich wohl nicht, aber beim Sehtest haben die Zahlen oder Buchstaben so einen Schleier drum, so dass ich Zahlen wie 8 5 6 0 schwer erkenne. Womit hat eigentlich die Lesegeschwindigkeit zu tun? Beim ROT BUTTON am Fernseher schaffe ich nie alles zu lesen.
                Danke fürs "Zuhören". So genau habe ich mich noch nie ausgelassen. Ganz nette Grüße von einer alten Frau!!

                Kommentar


                • Re: Prismenbrille

                  Der Rotkäppchen Picolo sei Ihnen von Herzen gegönnt - dagegen ist auch absolut nichts einzuwenden (solange Sie "davon" nicht doppelt sehen)....

                  Zu Ihren Ausführungen kann ich folgendes erwidern: wenn sich Ihre Beschwerden erst nach der Katarakt-OP in dieser Deutlichkeit eingestellt haben, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese nicht an einem wie auch immer gearteten Nystagmus oder an Ihrem Schielen liegen - auch wenn sich eine etwas diffuse Bemerkung dazu im Befundbericht eines Augenarztes wiederfindet. Ein Prisma ist immer erst dann zu verordnen, wenn dem sehr umfangreiche Untersuchungen der Beweglichkeit und Stellung der Augen, sowie der Qualität des beidäugigen Sehens vorausgegangen sind.

                  Nichts gegen die Augenärzte - aber es liegt in der Natur der ärztlichen Ausbildung, dass sie von diesem augenheilkundlichen Schwerpunkt in der Regel nur sehr wenig Fachwissen vermittelt bekommen. Dafür hat man dann auch das Berufsbild der Orthoptistin geschaffen. Ich würde Ihnen also, wenn Sie mir den Rat gestatten, zur Abklärung Ihrer Beschwerden und zur Überprüfung, ob sich diese tatsächlich mittels eines Prismas erfolgreich behandeln lassen würden, dringend eine Untersuchung in einer Augenarztpraxis mit angeschlossener "Sehschule" und dort tätiger Orthoptistin empfehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass in Ihrem Falle ein Prisma keinerlei Verbesserung bringen würde, ja im Gegenteil die Beschwerden noch zunehmen würden.

                  Ihre Katarakt-OP ist erst einige Monate her. Obwohl diese Operation zu den am meisten durchgeführten der Welt gehört, bleibt sie doch ein massiver Eingriff in Ihr visuelles System, und dass man danach in manchen Fällen Unannehmlichkeiten oder gar ernsthafte Beschwerden entwickelt, scheint nur allzu offensichtlich. Insofern - ein letzter Rat - sollten Sie noch etwas Geduld mit sich und der Situation aufbringen und sich zusammen mit einem guten, kompetenten und geduldigen Augenoptiker eine optimale Brille anpassen lassen. Vielleicht ist es notwendig, dass man hier auch danach noch einmal die Gläser wechseln und sich an ein optimales Ergebnis erst herantasten muss, weil sich immer noch etwas an den Augen verändern kann. Ich bin aber sicher, dass mit der Zeit die Vorteile überwiegen werden und die Beschwerden in den Hintergrund treten. Auch sollte im Zuge dessen überprüft werden, ob eine Gleitsichtbrille in dieser neuen Situation immer noch die beste Wahl für Sie darstellt, oder man vielleicht nicht mit zwei Brillen eine bessere Lösung schaffen kann.

                  Noch ein abschließendes Wort zu Ihren Beschwerden des "anstrengenden Sehens". Im Idealfall erreicht man mit einer Katarakt-OP die Wiederherstellung eines scharfen Sehens, welches einem über die Jahre i. d. R. verloren gegangen war. Dieser "Effekt" kommt mit der erfolgreichen OP sehr plötzlich und unmittelbar. Nicht jeder Patient ist davon begeistert, so merkwürdig dies auch klingen mag. Manche stört ein sehr kontrastreiches und scharfes Bild geradezu. Auch hier bedarf es einiger Gewöhnung, um mit dieser Situation zurechtzukommen. Das ist sicherlich nicht die Regel, aber es kommt vor.

                  In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

                  Kommentar


                  • Re: Prismenbrille

                    Fast vergessen, auf Ihre Frage bezüglich der Lesegeschwindigkeit zu antworten:

                    https://de.wikipedia.org/wiki/Lesegeschwindigkeit .

                    Kommentar



                    • Re: Prismenbrille

                      • Guten Tag, gast 007,
                        ich lese manchmal Ihre Beiträge von anderen Mitgliedern und frage mich, was für ein Mensch wohl dahintersteckt. Sie antworten immer sehr ausführlich und mit großem Fachwissen auf vielen Gebieten. Irgendjemanden gaben Sie den Rat, der auch so diffuse Augenbeschwerden schilderte, einen Internisten aufzusuchen. Augenbeschwerden können auch andere Krankheiten verursachen oder so ähnlich schrieben Sie. Ich werde mir auch mal vornehmen, meinen Hausarzt auf zu suchen. Ich gehe ganz selten zum Hausarzt, weil ich keine Medikamente benötige und nicht "richtig" krank bin. Zu schaffen machen mir eigentlich nur meine vermutlichen Altersdepressionen.Ich bekomme dann nichts auf die Reihe und flüchte mich an meinen Laptop und mache z. B. solche Kinkerlitzchen. Vielleicht ist irgendwas mit meinem Gehirn nicht ganz ok
                        . Das mit der Lesegeschwindigkeit ist ja interessant. Nimmt also auch im Alter ab. Vorlesen kann ich noch recht gut und flüssig (vorausgesetzt die Schrift ist groß genug). Nachfragen ergaben, dass viele Menschen den Text bei ROT BUTTON nicht so schnell lesen können.
                        Ich wünsche Ihnen weiterhin so viele gute Beiträge für die Onmeda Mitglieder!

                      https://www.youtube.com/watch?v=N6TpTU95Y_M

                      Kommentar


                      • Re: Prismenbrille

                        Hallo, besten Dank für die freundlichen Worte. Was ich versuchte auszudrücken, war, dass die Ursachen bestimmter Augenkrankheiten nicht an/in den Augen selbst zu suchen sind, sondern anderswo im Körper, und die Augenerkrankung praktisch eine Sekundärstörung darstellt. Ein allseits bekanntes Beispiel ist die diabetische Retinopathie. In solchen Fällen ist natürlich in erster Linie die Behandlung der Grunderkrankung angezeigt, weshalb nicht selten bspw. Internisten gefragt sind.

                        Von Altersdepressionen verstehe ich leider nichts. Aber - ohne diese bagatellisieren zu wollen - würde ich zum Spielen von "Boule" raten. Man verbringt die Zeit mit (meist) netten Leuten, ist an der frischen Luft, wird mental und körperlich ein bisschen gefordert, und es entspannt ungemein. Spaß machen kann es auch noch.... :-)

                        Alles Gute, und bleiben Sie gesund und munter!

                        Kommentar


                        • Re: Prismenbrille

                          Guten Tag, gast007,
                          auch meinerseits herzlichen Dank und ein Kompliment für die vielen Guten und ausführlichen Ratschläge...
                          Mit freundlichen Grüßen,
                          Prof. Dr. A. Liekfeld.

                          Kommentar