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Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

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  • Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

    Liebes Forum,

    ich habe folgendes Problem:
    Ich (43) bin kurzsichtig mit (mittlerweile) ca. li -8,0 und re-7,0 dpt und trage deswegen Kontaktlinsen. In 2012 und 2016 hatte ich aufgrund eines dekompensierten latenten Innenschielens jeweils eine Schiel-OP. Nach der letzten OP ergab sich leider ein leichtes Außenschielen (Überkorrektur) und eine Beweglichkeitseinschränkung des operierten Auges, so dass kurz danach wieder asthenopische Beschwerden einsetzten und ich nun seit fast zwei Jahren eine Prismenbrille – über den Kontaktlinsen – trage. Erst im Januar 2019 war der Prismenwert so gut eingestellt, dass die Beschwerden endlich fast weg waren.
    Jedoch begannen genau seitdem plötzlich neue, ganz andere Beschwerden, nämlich Schwindel und ein massiver Druck hinter den Augen, dazu Schmerzen an den inneren Augenmuskeln, im Nacken, teilweise sogar ein Zittern im Oberkörper / in den Armen. Diese Probleme gingen direkt nach Austausch der Kontaktlinsen gegen etwas schwächere Linsen weg. Allerdings dürfte sich die Sehschärfe danach bei nur rund 50-70 % bewegt haben. Im Laufe der Zeit nahm die Sehschärfe aber gefühlt wieder zu. Jedoch kamen die o. g. Beschwerden dann erneut auf, so dass ich wieder schwächere Kontaktlinsen einsetzen musste. Dies wiederholte sich immer wieder im Abstand von ein bis zwei Wochen, abwechselnd auf beiden Augen. Ich bin jetzt links bei -6,0 dpt und rechts bei -5,25 dpt. Das ist eine Differenz von 2,0 dpt innerhalb von drei Monaten! Das Problem ist, dass ich stets nur ca. 50 % Sehleistung vertrage, was im Alltag sehr störend ist. Manchmal versuche ich, wieder auf etwas stärkere Kontaktlinsen zurückzugreifen, aber das halte ich nicht länger als 5 min aus, weswegen ich mir große Sorgen mache. (Eine andere Einstellung der Prismen bringt übrigens noch größere Probleme, an der Prismenbrille kann es nicht liegen.)
    Hat jemand eine Idee, was da gerade bei mir passiert? Kann es sich evtl. um einen Akkommodationskrampf handeln, der sich gerade aus mir unbekannten Gründen – vielleicht wegen der optimalen Prismenkorrektur - auflösen möchte? Aber warum ist es so, dass mein Körper immer nur ca. 50 % Sehleistung akzeptiert? Ich würde sehr gerne mal wieder scharf sehen können. Über Brechungsmyopie findet man ja einiges im Internet, aber kaum etwas zum Thema Akkommodationskrampf.
    Über Tipps oder Erfahrungen eurerseits zu dieser Problematik wäre ich sehr dankbar!

    Liebe Grüße,
    Melanie


  • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

    Hallo, das ist ein komplexes Thema und hier ohne eine professionelle Untersuchungsanordnung kaum seriös zu betrachten. In Unkenntnis der notwendigen Befunde ist jede Beurteilung zudem rein spekulativ.

    Ein Akkommodationsspasmus, der im Übrigen sehr selten ist, könnte ggf. die Folge einer Überkorrektur einer Myopie sein. Sie sind jedoch bereits in einem Alter, in dem die Akkommodationsleistung beginnt nachzulassen (Alterssichtigkeit/Presbyopie). Sie müssten also mit Ihrer schwächeren Korrektur zumindest in der Nähe eigentlich gut zurecht kommen. Ggf. benötigen Sie eine Mehrstärkenbrille mit normaler Korrektur in der Ferne und abgeschwächter für die Nähe. Hierzu wäre es hilfreich zu wissen, in welcher Entfernung Ihre Beschwerden auftreten, bzw. ob es überhaupt einen Entfernungs abhängigen Unterschied gibt. Gleiches gilt unbedingt auch für die Prismenkorrektur! Es Bedarf eines versierten Spezialisten, hier die Abhängigkeiten korrekt zu identifizieren, die i. d. R. ein senso-motorisches Problem darstellen. Akkommodation - Konvergenzbewegung - Fusionsbreite - das sind alles sind Funktionen, die Einfluß auf das Binokularsehen nehmen, und deren Störungen sich in der von Ihnen geschilderten Form als Beschwerden manifestieren können... auch unabhängig von einander. Die beiden Schiel-OP's machen die Beurteilung nicht leichter....

    Was Sie benötigen, ist ein engagierter Spezialist, der sich die Zeit nimmt, alle notwendigen Parameter und Korrelationen zu bestimmen und eine entsprechend detaillierte Diagnostik zu betreiben. Zudem müsste er sich in dem Fachgebiet der Strabologie und auch in der ophthalmologischen Optik bestens auskennen. Solche Leute findet man mit etwas Glück meist nur im klinischen Umfeld, in Augenarztpraxen vermutlich eher weniger.

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    • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

      Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
      Tatsächlich bin ich glücklicher Weise bei einer engagierten Spezialistin mit Sehschule (Neuro-Orthoptistin) in Behandlung, die, 700 km von mir entfernt, seit fast zwei Jahren meine Schielproblematik (inkl. Anomaliewinkel usw.) behandelt. Ich habe nun endlich stabile Werte: 4 pdpt phorische plus 2,5 pdpt sensorische Abweichung Basis innen (ohne die Beweglichkeitseinschränkung) zuzüglich 1,75 pdpt Höhenschielen. Ich hoffe auf eine Revison. Mein Leben lang hatte ich eine enorme Winkelfehlsichtigkeit mit rund 75 pdpt Basis außen kompensiert. Mit 37 Jahren begannen dann extreme Dppelbilder. Zu dieser Zeit wirkten keine Tropfen wie Atropin bei mir, da ich immerzu akkommodierte, selbst nachdem ich vier Tage am Stück die Tropfen selbst zu Hause träufelte... Da schickten mich die Augenärzte sowie Kliniken (einschl. Strabologie der Charité!) der Reihe nach wieder nach Hause bzw. zum Neurologen (anschließend zur Psychotherapie), da es ihnen mit mir zu kompliziert wurde. Eine verschrieb mir bloß eine leichte Plusbrille für die PC-Arbeit, aber damals war das sinnlos, denn ich musste erst einmal die Doppelbilder loswerden. Das war dann letztendlich nur mit einem MKH-Spezialisten und einer OP zu schaffen. Anschließend hatte ich die Akkommodationsproblematik wieder vergessen, da ich erst einmal halbwegs beschwerdefrei war. Was ich sagen will - einen guten Behandler zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto!
      Meine heutige Orthoptistin (die wirklich super ist) sagte, dass ich einen großen Anteil Brechungsmyopie habe, und ich bin sehr gespannt, was sie zu dieser merkwürdigen Unverträglichkeit des Myopieausgleichs sagt. Vor dem nächsten Termin soll ich vorher keine KL, sondern Brille tragen. Das kann ich jedoch nicht, da ich keine verträgliche Brille habe und sowieso keine "richtigen" Werte finden würde. Bereits nach zwei Minuten Einsetzten der vermeintlich zu starken Kontaktlinsen beginnt der Schwindel und der Druck hinter den Augen, und zwar in jeder Entfernung, selbst wenn ich in der freien Landschaft unterwegs bin. Allerdings nimmt das unscharfe Sehen in der Dämmerung enorm zu.

      Ich hatte gehofft, dass ich hier evtl. einern Erfahrungsaustausch mit Betroffenen finden könnte oder eventuell eine Aussage darüber, ob es sich um einen Entspannungsprozess der Augenmuskeln handeln könnte, bei dem es normal ist, dass man eine Zeit lang zum unscharf Sehen "gezwungen" wird.

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      • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

        Nun, dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

        Kommentar



        • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

          Guten Abend, Melaniexy,
          ich könnte auch nur spekulieren und vermuten, dass es mit der zunehmenden Alterssichtigkeit zusammenhängt, aber über dies bei Ihnen sehr komplex ist. Ggf. hilft auch eine Refraktionsbestimmung in Zykloplegie (obwohl Sie vermutlich zumindest beginnend alterssichtig sind).
          Es ist gut zu wissen, dass Sie offensichtlich an eine Spezialistin geraten sind. Alles Gute!
          Mit freundlichen Grüßen, Professor Dr. med. A. Liekfeld, FEBO

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          • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

            Liebe Leser/innen,

            ich hatte nun einen Termin bei meinem Augenarzt und der Orthoptistin.

            Beide sagten, das Problem habe nichts mit Alterssichtigkeit zu tun. Alterssichtigkeit ist bei mir wohl noch nicht wirklich eingetreten.
            Tränenfilm ist gut, Augeninnendruck ist auch gut.
            Eine Refraktionsbestimmung in Zykloplegie bringt keine Werte, da ich immer noch akkommodiere, selbst nach vierfacher Menge der Tropfen.
            In jedem Fall habe es etwas mit Pseudomyopie zu tun, aber viel mehr sagte man mir nicht - zumal ich just an diesem Tag eine eigentlich zu schwache, aber gut verträgliche Brille (mit Prismenfolie) trug, so dass Hoffnung bestand, ich würde sie für längere Zeit / bis zur geplanten Operation der Augenmuskeln "aushalten". Einen Tag nach dem Termin war die Brille aber bereits unerträglich (Schwindel, Druck, Schmerzen, steifer Nacken), so dass ich wieder auf viel zu schwache Kontaktlinsen + plane Prismenbrille umsteigen musste. Meine aktuell angepasste Brille zu tragen, ist schlichtweg undenkbar.
            Die Prismeneinstellung ist übrigens wirklich optimal.

            Kurzum: Sobald der Myopieausgleich "zu hoch" ist, bereitet mir das große Beschwerden. Dabei bedeutet "zu hoch" alles, womit ich mehr als 30 % Sehkraft habe. Sogar mit nur 30 % ist es unangenehm. In den letzten Jahren hatte ich KL-Werte von bis zu -7,5 / -8,5 dpt getragen und dabei sehr gut gesehen, ohne Anstrengungsbeschwerden. Erst nachdem der Ausgleich mit Prismen optimiert war, was einen eineinhalb jährigen Aufbau erforderte, trat dieses Problem auf (Januar diesen Jahres). Ich bin im Alltag mit nur noch -5 / -6 dpt sehr eingeschränkt (Sport, Einkaufen, Orientierung, Autofahren), insbesondere in abgedunkelten Räumen sehr ich sehr schlecht.

            Ich weiß, dass die meisten Menschen im Forum mir keine konkrete Hilfe geben können, aber meine Hoffnung ist immer noch, dass vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder dass jemand weiterführende Informationen zum Thema Akkommodationsspasmus geben kann.

            Vielen Dank schon einmal fürs Zuhören.

            Melanie

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            • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

              Guten Abend, Melanie,
              zumindest macht es sicher keinen Sinn, die Brille zunehmend zu verstärken. Eine Neuanpassung sollte möglichst erst nach der Augen-Operation erfolgen.
              Mit freundlichen Grüßen, Professor Dr. med. A. Liekfeld, FEBO

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              • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

                Guten Abend, Frau Dr. Liekfeld.

                Ich danke Ihnen für den Rat. Es ist allerdings gerade umgekehrt, ich schwäche die Werte meiner Kontaktlinsen (mit Brille wäre das gar nicht praktikabel) alle paar Tage ab. Erst heute wieder wurde mir erneut schwindelig, dazu steifer Nacken und Herzrasen, Zittern. Ich MUSS dann aufgrund der Erheblichkeit der Beschwerden sofort reagieren und die KL abschwächen. Maximal 10 min würde ich diesen Zustand aushalten. Es ist daher nicht möglich, bis zur OP irgend einen mehr oder weniger willkürlichen Wert zu nehmen. Es zählt nur noch Schmerzminimierung, keine Ahnung wie ich das deutlicher beschreiben soll. Sukzessive kommt dann wieder etwas Sehschärfe. Der jeweilige aushaltbare Zustand von 40 Prozent Sehschärfe wird allerdings mit immer weniger minuswert erreicht.
                Aber wie man unter diesen Umständen einen Wert objektiv "anpassen" soll - vor oder nach der OP - ist mir ein Rätsel. Ich werde nach der OP eine Weile keine KL tragen können. Ich kann ja schlechtiim Vorfeld 10 bis 15 verschiedene Brillen anfertigen lassen, je nachdem, wie die Verträglichkeit ist. Ich verstehe das alles nicht...
                ​​​​​​
                ​​

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                • Re: Unverträglichkeit Myopieausgleich – Akkommodationsspasmus?

                  Ja, entschuldigen Sie, es ist bei einer zu starken Kurzsichtigkeit-Korrektur sicher sinnvoll, eher abzuschwächen...
                  Alles Gute zunächst für die Operation.
                  Mit freundlichen Grüßen, Professor Dr. med. A. Liekfeld, FEBO

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