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Kind schielt alle 48 Stunden

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  • Kind schielt alle 48 Stunden

    Hallo zusammen,
    ich bin etwas verzweifelt, weil ich heute mit meinem 2jährigen Sohn von einem Termin in der Uniklinik verwirrter zurückkomme als erhofft. Aber von vorne: Vor ca. 1/2 Jahr fing mein Sohn plötzlich das Schielen an. Erst 2x im Monat, dann immer öfter bis es sich zu einem 48 stündigen Rhythmus manifestierte (seltene Ausnahmen, wo er mal 5, 6 Tage nicht schielt und dann wieder öfter) Wir waren bisher bei verschiedenen Augenärzten, erst mit der Info es handle sich um das sehr seltene alternate day squint - wahrscheinlich wird es mit der Zeit zu dauerhaftem Schielen kommen und er wäre ein Kandidat für eine Schiel-OP. Ein Weittropfen der Pupillen ergab im Dez 17 eine geringe Weitsichtigkeit. Abwarten hieß es, keine Therapie. Nun heute (Juni 18) der Termin in der Uniklinik: wieder Weittropfen mit Ergebnis Brille! (+0,75 auf beiden Augen) Das Auge soll sich mit Brille entspannen - auf keinen Fall operieren. Die Diagnose alternate day squint gäbe es laut dieser Ärztin nicht. Bin jetzt skeptisch bzw. zweifel ich daran, dass mein kleiner Sohn eine Brille akzeptiert. Wir werden es ausprobieren, ob sich das Auge tatsächlich entspannt, aber vielleicht gibt es hier ja jemanden mit Erfahrungswerten. Vielen Dank!


  • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

    Wenn diese geringen Brillenwerte Ursache für das Schielen alle 48 Stunden ist, wäre eine solche anzuraten. Da man dies aber nicht weiß (auch die Ärzte ja nicht), bleibt nur die Möglichkeit, es "auszuprobieren". Und wenn beide Elternteile eine Brille tragen, so akzeptiert es der Sohn dann auch eher.

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    • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

      Danke für die schnelle Antwort. Diese Ehrlichkeit hätte ich auch gerne von der Uni-Ärztin gehört. Wir werden sehen ob es etwas hilft und ja - ich trage eine Brille.

      Die unterschiedliche Meinung zwecks Operation würde mich noch brennend interessieren. Auch im Internet liest man immer wieder davon. Leider war ich (und mein Kind sowieso) nach 4 (!!) Stunden Untersuchungen und Warten nicht mehr klar denkend um die richtigen Fragen zu stellen.

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      • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

        Hallo, die Diagnose "alternate day squint" gibt es selbstverständlich. Man nennt diese seltene Schielform auch "zyklisches" oder "zirkadianes" Schielen. Wegen der lediglich zeitweisen Manifestation sollte man zur Zeit keinesfalls eine OP durchführen. Wenn Ihr Sohn etwas älter ist und man genauere Untersuchungen durchführen kann, wird man sehr schnell und zuverlässig feststellen können, ob es sich tatsächlich um ein alternate day squint handelt oder um eine andere Schielform. Wenn sich das Schielen dauerhaft manifestiert oder ein großes latentes Schielen nachweisbar ist, so ist vor der Einschulung noch genügend Zeit, sein eine OP durchzuführen.

        Es sollte jedoch konsequent darauf geachtet werden, ob das Schielen immer mit dem selben Auge erfolgt. In diesem Falle bestünde die Gefahr einer funktionellen Schwachsichtigkeit (Amblyopie), der man unbedingt mit einer entsprechenden Okklusionsbehandlung begegnen sollte.

        Die Brille sollte, auch bei dieser geringen Stärke, getragen werden. Der Ärztin, die behauptet, eine Diagnose "alternate day squint" gebe es nicht, empfehle ich eine Fortbildung in strabologischer Diagnostik und das aufmerksame Durcharbeiten entsprechender Fachliteratur. Vielleicht war diese Bemerkung aber ja auch nur ein Missverständnis.

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        • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

          Danke für diese Antwort. Das beruhigt mich jetzt etwas. Das Schielen ist immer nur auf dem rechten Auge und ist immer (!) am Tag nach einem Schieltag weg. Verschiedene Orthoptistinnen meinten bisher, ein Pflaster bräuchte er erst, wenn das Schielen häufiger ist als das Nicht-Schielen. Bisher ist das nicht der Fall, sondern 50/50 oder auch mal 2 Tage ohne.

          Die Tests zum räumlichen Sehen waren bisher eher so, dass er Schwierigkeiten, aber auch mal einen Treffer hatte. Er ist einfach noch zu jung für manche Tests, das macht es schwierig. Kann man das räumliche Sehen eigentlich grundsätzlich fördern oder hat man es bzw. man hat es nicht?

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          • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

            Wenn nur das rechte Auge schielt, würde ich zum TV (darf er das schon?!) eine Okklusion des linken Auges empfehlen. Aber die Orthoptistin kennt die Befunde sicherlich besser, und ich will ihr hier auch nicht reinpfuschen. Als Prophylaxe hielte ich es gleichwohl für angemessen. Eine Schiel-Periode von 50% der Wachzeit ohne jegliche Okklusionsbehandlung halte ich persönlich auch für gar keine gute Idee.

            Ein zirkadianes Schielen zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass in den Tagen, an denen das Auge nicht schielt, auch keine oder nur eine geringe latente Komponente nachweisbar ist. Ausserdem ist in dieser Situation die Qualität des beidäugigen Sehens mehr oder weniger normal. Das ist ein sehr aussergewöhnliches Krankheitsbild, wo wenig zusammenpasst, was man sonst so über Schielerkrankungen weiß. Manche befürworten auch eine Schiel-OP, da die Befürchtung, dass das Auge postoperativ dann nach aussen schielen könnte - wenigstens zu den Zeiten, zu denen es vorher nicht geschielt hat - sich bislang nicht hat nachweisen lassen, und auch die einschlägige Literatur gibt hier nichts dergleichen her.

            Bezüglich des räumlichen Sehens kann man In diesem Alter mit dem sog. "Titmus-Test" eigentlich ganz gute Ergebnisse erzielen. Die Flügel der "Fliege" versuchen die Patienten gerne anzufassen, wenn sie diese räumlich wahrnehmen. Das ist schon mal ein Indiz, wenn es auch ein Schielen nicht ausschliesst. Aber irgendwann haben sich solcheTests natürlich "abgenutzt" und die Kinder wissen sehr gut, worum es geht, und was der Untersucher hören will. Versuchen Sie es mal mit dem "Treffversuch". Geht sehr einfach, erfordert keine Angaben und ist relativ objektiv. Allerdings sagt er nichts über die messbare Quantität und "Feinheit" des räumlichen Sehens. Aber das ist auch erstmal nicht so wichtig.Hier gibt es Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Treffversuch

            Und zu Ihrer Frage: die Quantität des räumlichen Sehens ist abhängig von der Zusammenarbeit beider Augen. Ein Schielen wirkt dem natürlich entgegen bzw. macht es in den meisten Fällen unmöglich. Es gibt unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Funktionen des Binokularsehens zu schulen, auch das räumliche Sehen. I. d. R. wird so etwas mit speziellen Apparaten durchgeführt, sogenannte Haploskope, z. B. ein Synoptophor. Binokularschulungen - daher rührt u. a. der Begriff "Sehschule" - sind jedoch in den letzten Jahren aus der Mode geraten; sehr aufwändig und schlecht bezahlt....

            Es wird wohl noch etwas dauern, bis eine belastbare Diagnose gestellt werden kann. Prinzipiell wird sich aber die Behandlung auch jetzt nicht wesentlich von der eines "normalen" frühkindlichen Schielens unterscheiden. Brille, Okklusionsbehandlung und - je nach Ausmaß des Schielwinkels - auch eine Schiel-OP werden wohl Bestandteile der weiteren Therapie sein. Der wichtigste Aspekt ist aber, dass Ihr Sohn relativ früh untersucht und versorgt worden ist, was für eine günstige Prognose ausschlaggebend ist.

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            • Re: Kind schielt alle 48 Stunden

              Guten Tag, makatao,
              in dem Falle ist eine Brille sicher sinnvoll. Ob Ihr Kind das akzeptiert, hängt v.a. auch von Ihnen ab (Sie müssen dahinter stehen und es Ihrem Kind entsprechend vermitteln).
              Mit freundlichen Grüßen, Priv.-Doz. Dr. med. A. Liekfeld

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