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Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

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  • Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

    Ich verstehe nicht, warum der AA bei mir nie die Pupille weittropft. Es heisst doch eigentlich, dass er die Netzhaut unter der Spaltlampe gar nicht (oder zumindest nur zum Teil) erkennen kann,oder?

    Ich war vor ein paar Jahren da, weil ich Blitze gesehen habe, was doch auf eine Ablösung hindeuten kann. Der Arzt hat nicht getropft und meinte, es sei alles okay. (Was wohl stimmen wird, da ja schon paar Jahre vergangen sind jetzt. Eine Ablösung wäre ja sicher schlimmer geworden).

    Dann hatte ich jetzt öfter Augenmigräne. Die soll man ja auch erst abklären lassen, ob es wirklich nur das ist oder doch ein Netzhautproblem. AA hat wieder nicht getropft (war ein anderer Arzt diesmal). Meinte wieder, alles ok.

    Aber ich frag mich, kann man das nur mit der Spaltlampe überhaupt beurteilen?


  • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

    Es ist durchaus möglich in Miosis, also bei enger, nicht weitgetropfter Pupille, den Augenhintergrund zu inspizieren - auch an der Spaltlampe. Man beschränkt sich hierbei auf die Untersuchung des hinteren Pols mit Makula und Papille bis teils in die mittlere Peripherie. I. d. R. verzichtet man auf das Weittropfen, wenn keine offensichtliche Indikation dafür vorliegt.

    Ihr Augenarzt wird jedoch aber sicher Ihrem Wunsch entsprechen, wenn Sie ihn beim nächsten Besuch darum bitten. Vermutlich wird dies dann aber als eine IGL Leistung privat abgerechnet. Zudem ist zu bedenken, dass Sie danach für etwa 24 Stunden selbst kein Auto fahren dürfen.

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    • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

      Naja, ich reiss mich nicht drum. Angenehm stell ich es mir nicht vor, danach verschwommen zu sehen.

      Aber danke für die Antwort, das erklärt nun doch einiges.

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      • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

        Wenn Sie meine Antwort noch interessiert: Sollten Sie ein Risikopatient sein (also nicht nur minimale Kurzsichtigkeit, Alter, vorherige Beschwerden wie Blitze, erhöhter Augeninnendruck, familiäre Belastung usw.) gehören Sie alle 1-3 Jahre weit getropft. Das ist dann auch immer eine Kassenleistung.
        Erwarten Sie Probleme bei Ihrem Arzt, sagen Sie bitte, dass Sie Trübungen in der Periphere beobachten, die zunehmen.
        Wenn er dann immer noch nicht weit tropft, empfehle ich Ihnen, den Arzt zu wechseln bzw. Ihre Erfahrungen in einem einschlägigen Ärzte-Bewertungsportal zu veröffentlichen.
        Ein Arzt benötigt für eine Untersuchung bei weit getropftem Auge immer mehr Zeit und Kosten (auch die wenige Cent für die Tropfen), die er sich ggf. sparen möchte. Wollen Sie das?

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        • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

          Natürlich interessiert es mich, danke.

          Also ich hatte ich den AA das letzte Mal gefragt, ob ich nicht regelmäßig kommen soll. Er meinte, ich sei noch zu jung (Mitte 30). Und wegen Risiko für Netzhaut: Meine Kurzsichtigkeit ist nur minimal, da sieht er keine Probleme. In der Familie hat keiner was in der Richtung (zumindest nicht dass ich wüsste). Augeninnendruck ist mir nicht bekannt. ist es dann nötig mit dem Tropfen?

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          • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

            Wenn ein kurzsichtiger Patient dem Arzt Blitze schildert, muss er weit tropfen, um den Augenhintergrund zuverlässig beurteilen zu können. Er hat es damals nicht gemacht, obwohl er genau weiß, dass viele dieser Beschwerden in der Peripherie beginnen.
            Dass er wiederum nicht weit tropft, kann damit zusammenhängen, dass er zuvor noch den Augeninnendruck messen müsste und auch diese Leistung ggf. von der Kasse oder Ihnen nicht entsprechend vergütet bekommt (zudem sind Sie ja Kassenpatient).
            Aufgrund Ihrer Kurzsichtigtkeit, der regelmäßigen Arztkontakte, Vorgeschichte (Blitze, Migräne), zunehmendes Alter usw. gelten Sie als ein Risikopatient.
            Hinzu kommen ggf. noch weitere Faktoren wie etwaige Medikamente (auch die Pille), ständige Bildschirmarbeit und noch vieles mehr.

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            • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

              Ich halte es für ziemlich weit hergeholt, einem Arzt zu unterstellen, er würde trotz Nachfrage und Erörterung des Themas und der Risiken mit dem Patienten bewusst eine ggf. notwendige Untersuchung zu unterlassen, wenn er sich nicht sehr sicher wäre, dass es die Umstände nicht erforderlich machen.

              Würde man alle möglichen Anzeichen und Symptome, die uns täglich begleiten und in der Regel keine pathologischen Hintergründe aufweisen, so beurteilen, dann wären wir alle Risikopatienten. Also, keine Panik! Und sprechen Sie Ihren Wunsch beim nächsten Augenarztbesuch einfach nochmal an.

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              • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

                Wenn es gut abgeht, wird es einem hier als "weit hergeholt" unterstellt. Wenn es jedoch nicht gut geht, hat der Patient das Risiko zu tragen: Denn die Ärzte sind ja sehr gut über ihre Versicherung abgesichert.
                Wenn man trotz dieser Blitze nicht zum Arzt geht (oder zu spät) heißt es: "Das muss Ihnen doch aufgefallen sein, warum sind Sie nicht früher gekommen?"
                Wenn man als Patient geringe Beschwerden dramatisiert, kann durchaus die Aussage kommen "noch nie von so einem Beschwerdebild gehört".
                Man kann auch mal die Kassenkarte durchs Lesegerät durchziehen und gleich wieder nach Hause gehen: Ihnen wird garantiert kein Vorwurf gemacht.

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                • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

                  Man kann auch mal die Kassenkarte durchs Lesegerät durchziehen und gleich wieder nach Hause gehen: Ihnen wird garantiert kein Vorwurf gemacht.
                  Wieso mir....?!

                  Das ist alles ja nicht ganz von der Hand zu weisen, gehört aber m. E. in die Abteilung "allgemeines Lebensrisiko". Was meinen Sie passiert mit einem Patienten, der einfach nur über unspezifische Kopfschmerzen klagt? Wenn er Glück hat, fahren Sie das komplette Programm auf - Organbefunde, Druckmessungen, strabologische und neuroophthalmologische (Ausschluß-)Diagnostik, Perimetrie, Motilitätsanalysen (man will ja nicht die m. obl. superior Myokymie übersehen oder die dezente Blickparese); und nach gut 2 Stunden, wenn Sie gewissenhaft gearbeitet haben, können Sie dem Patienten mit einiger Sicherheit mitteilen, dass seine Kopfschmerzen wohl nichts mit den Augen zu tun haben.

                  Will sagen: wenn Sie für jede Beschwerde alle Möglichkeitn und Verdachtsdiagnosen, die sich in Ihrem Fachgebiet auftun, auch ausschließen wollen, können Sie in der Augenheilkunde etwa noch 8-10 Patienten am Tag behandeln - mit einer Wartezeit von etwa 24 Monaten. Aber selbst das wird Sie nicht davor bewahren, den kleinen Hypophysentumor unter dem Chiasma zu übersehen, weil Sie das Gesichtsfeld nicht akurat genug selbst gezirkelt, sondern den Patienten vor ein automatisches Perimeter gesetzt haben, und er bei den entscheidenen Stellen etwas unkonzentriet war....

                  Trotzdem: man sollte den Behandlern vertrauen und mit durchaus kritischer Betrachtung auf ihre Erfahrung setzen - auch wenn es sicher den ein oder anderen Versager gibt. Die meisten wissen, was sie tun und wann etwas notwendig ist - bzw. wann nicht.

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                  • Re: Netzhaut unter Spaltlampe sichtbar?

                    Guten Tag, Nadeschda81,
                    tatsächlich kann man die Peripherie der Netzhaut nur beurteilen (auch an der Spaltlampe), wenn die Pupillen weitgetropft sind. Allerdings sahen die Augenärzte, die Sie untersucht hatten, wohl aufgrund der Beschwerden keinen Anhalt dafür, die Peripherie der Netzhaut zu untersuchen.
                    Ihnen alles Gute für 2018!
                    Mit freundlichen Grüßen, Priv.-Doz. Dr. med. A. Liekfeld

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