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2 Jahres altes Kind soll getropft werden - ratsam?

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  • 2 Jahres altes Kind soll getropft werden - ratsam?

    Sehr sehr bald noch diese Woche ist es soweit und mein noch kleines Kind soll "getropft" werden wie man so schön sagt. Erste Messungen der Hornhaut etc ergaben eine relativ starke Weitsichtigkeit. Für die entgültigen Werte zu erhalten soll Mein Kind 2x innerhalb von rund 20 Minuten Augetropfen bekommen, damit besser in die Augen gesehen werden kann.

    IST DAS NÖTIG? Ich habe vor einiger Zeit von einer Messmethode gelesen, die keine Tropfen mehr benötigt. Leider fällt mir der Name nicht mehr aber vielleicht war es... Visio Scanner oder etwas ähnliches?

    Mein Kind ist 2 Jahre alt und soll schon in dem Alter solchen Qualen (Tropfen, Weitung der Pupillen) ausgesetzt werden. Ich bin strikt dagegen wobei der Augenarzt hier in der Stadt sogar einmal andeutete, dass er lieber Tropfen für Erwachsene verwendet, es aber leider nicht darf.

    Wie ist Ihr Rat? Lieber einen anderen Arzt suchen und dieses "Scanning" machen falls das möglich ist oder mit den Tropfen noch warten?
    FALLS getropft werden muss: welche Tropfen (zwei Reichen mir) dürfen in keinem Fall verwendet werden?


  • Re: 2 Jahres altes Kind soll getropft werden - ratsam?

    Hallo, das Tropfen Ihres Kindes zur Ermittlung der tatsächlich vorhandenen Fehlsichtigkeit ist unbedingt notwendig. Bei diesem Procedere wird die sog. "Akkommodation" für einige Stunden ausgeschaltet, um Falschmessungen durch diesen - willkürlich nicht steuerbaren - Regelmechanismus auszuschliessen. Andernfalls kann man sich auf die gemessenen Werte nicht verlassen. Ihr Kind wird für die Zeit der Tropfenwirkung verschwommen sehen - in der Nähe deutlich mehr als in der Ferne, zudem lichtempfindlich werden, was durch stark erweiterete Pupillen verursacht wird. Beides ist weder schmerzhaft, noch schädlich, noch von bleibender Dauer - allenfalls nervig und störend.

    Zum Tropfen nimmt man sog. Zykloplegika, bspw. Cyclolat / Cyclopentolat. Was nicht verwendet werden sollte ist "Atropin". Die Wirkungsdauer ist unverhältnismäßig lange, und es treten in seltenen Fällen allergische Reaktionen auf. Man verwendet Letzteres eigentlich nur bei Kleinkindern, die drei Tage lang zu Hause dieses Präparat verabreicht bekommen, weil man sie in der Praxis nur schlecht untersuchen bzw. vorbereiten kann. Eine "Qual" ist das alles aber nicht, es sei denn, besorgte Eltern machen ihren Kinder mit unqualifizierten Befürchtungen erst recht Angst. Dann wird's schwierig. Es prickelt ein bisschen - und fertig. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, weiß nicht, wovon er spricht, und Sie sollten nicht jeden Mist glauben, der vielleicht in irgendwelchen Blättchen verbreitet wird. Es gibt wirklich keinerlei Grund, einem - auch noch kleinen - Patienten eine Untersuchung unnötigerweise zu erschweren. Das ist auch hier nicht der Fall.

    Also: diese Vorbereitung zur Refraktionsmessung mittels Zykloplegika ist dringend erforderlich, wenn man exakte Werte ermitteln und eine genaue Untersuchung durchführen möchte. Die Untersuchungsmethode ist dabei nur zweitrangig. Insbesondere bei Weitsichtigkeit ist dies noch etwas wichtiger, weil diese durch den Mechanismus der Akkommodation kompensiert werden kann - und das kann man für diese Untersuchungen überhaupt nicht gebrauchen. Sie müssen auch nicht den Arzt wechseln. Er macht hier alles richtig.

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    • Re: 2 Jahres altes Kind soll getropft werden - ratsam?

      Guten Tag, Dolo,
      eine Vermessung der Augen mit weiter Pupille ist vor allem dann nötig, wenn es Auffälligkeiten gibt (schlechtes Sehen, Schielen,...), ansonsten hat das wenige Konsequenzen.
      Aber eine Qual ist das wirklich nicht!
      Mit freundlichen Grüßen,
      Priv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.

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