• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Augeninnendruckerhöhung durch Prednisolon, was tun?

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Augeninnendruckerhöhung durch Prednisolon, was tun?

    Hallo,
    Heute war ich aus Eigeninitiative beim Augenarzt da ich aufgrund von Morbus Crohn 20-0-20 mg Prednisolon einnehme. Leider bin ich durch meine operierte Analfistel darauf angewiesen. Nun kam die unmotivierte Augenärztin kalt mit "21, Grenzwert" an, wollte mir aber nur einen Termin in 8 Wochen geben statt Augentropfen um diesen zu vermindern. Wie sollte ich mich verhalten? Was ist wenn der Wert jetzt in 1 Woche darüber ist? Mein Visus ist noch erstklassig und möchte mir aufgrund der Unfähigkeit einiger Ärzte diesen nicht vermiesen lassen.
    Ich nehme Prednisolon seit 3 Wochen ab Freitag. Omeprazol um den Magen zu schützen.
    Bitte um Hilfe, Tropfen besorgen und selbst Hand anlegen?
    Mit freundlichen Grüßen


  • Re: Augeninnendruckerhöhung durch Prednisolon, was tun?

    Augeninnendruck senkende Tropfen entwässern das Auge, d. h. das Kammerwasservolumen in allen drei Augenkammern (Vorder- und Hinterkammer, Glaskörper) wird gesenkt. Eine pharmazeutisch herbei geführte Senkung ist nur angebracht wenn der Abfluss von Kammerwasser krankhaft verändert ist und bereits ein Glaukomschaden vorliegt (Gesichtsfeldausfall, Schäden am Sehnerv, Papillenschaden). Ist er nicht krankhaft verändert, können die Tropfen mehr Schaden anrichten als Nutzen. Der durch die Tropfen erschlaffte Glaskörper kann beim Bücken, der Schwerekraft folgend, nach vorne in die abgeflachte Vorderkammer rutschen und sich so am Hinterpol von der Netzhaut losreißen und erhebliche Schäden anrichten. Außerdem enthalten diese Tropfen immer Benzalkoniumchlorid (Abk. BAC, Konservierungsstoff), ein Zellgift, dass mit jedem Tropfen gesunde Augenzellen zerstört. Die Hornhaut nimmt einen Schaden. Sogar Augenärzte warnen davor:
    http://www.dog.org/wp-content/upload...ar_2013_-F.pdf

    Man sieht nur klar, wenn die Medien klar sind und das sind: klare Hornhaut, klare Linse, klare Kapselsack und vor allem klarer Glaskörper. Es gilt diese wichtigen Komponente des Auges klar und gesund zu halten. Das ist mit BAC nicht vereinbar. Wenn das Kollagenkonstrukt des Glaskörpers zerstört wird, dann verflüssigt sich der Glaskörper. Das ist der Beginn zahlreicher Netzhauterkrankungen, die mit Blindheit enden können. Ein gesunder Glaskörper hält das Auge gesund. Was dieses Zellgift im Glaskörper anrichtet, ob es sich dort bei Langzeitanwendung anreichert (der Glaskörper wirkt wie ein Reservoir für Medikamente), wie hoch die Konzentrationen werden können, ist nie Thema einer Studie gewesen. Erst bei einer Konzentration von 0,0001% ist die Zellgiftigkeit nicht mehr nachweisbar. Die Konzentrationen von BAC in AT sind um das 100 bis 250-fache höher.

    Ein Druck von 21 mmHg ist nicht erhöht und außerdem nur eine Momentaufnahme. Er ändert sich schon beim Ein- und Ausatmen. Wird nacheinander fünf mal gemessen, erhält man fünf verschiedene Werte. Im Auge herrscht ein natürliches Gleichgewicht von Produktion und Abfluss von Kammerwasser. Augeninnendruck senkende Tropfen bedeuten ein tiefgreifender Eingriff in dieses Gleichgewicht.

    Ich finde, dass die Augenärztin verantwortungsvoll gehandelt hat.

    Kommentar


    • Re: Augeninnendruckerhöhung durch Prednisolon, was tun?

      Guten Abend, Streifenkarl,
      ein Augendruck von 21 mmHg besagt gar nichts - er kann vollkommen im Rahmen sein, aber auch ggf. zu hoch. Das hängt im Wesentlichen von vielen anderen Befunden ab: Sehnerv, Gesichtsfeld, Hornhaut-Dicke, Verlauf des Augeninnendrucks. Das alles sollte ein Gesamtbild geben und entsprechend kontrolliert werden. Wenn nötig, auch therapiert werden... Innerhalb von wenigen Wochen ist in der Regel nicht mit einer (dramatischen) Verschlechterung zu rechnen.
      Sie sollten Ihre Sorgen allerdings bei der Augenärztin äußern und sich die Befunde genau erklären lassen.
      Mit freundlichen Grüßen,
      PRiv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.

      Kommentar