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nicht altersgerechter Nahvisus Kind

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  • nicht altersgerechter Nahvisus Kind

    Hallo, ich habe eine Frage zu meiner Tochter (5 Jahre). Sie ist stark weitsichtig (+9,25 und +8,5) mit Hornhautverkrümmung (-2,5). Sie hat mit 10/20% Sehkraft mit 3,5 jahren ihre erste Brille bekommen. Nun ist sie bei 100% in der Ferne. Im Nahbereich bei 32%. Die Orthoptistin sagte heute, dass im Nahbereich 50 % ihrem Alter entsprechen würde, es aber noch nicht therapiebedürftig ist. Wie würde aber so eine Therapie aussehen? Ich habe vergessen zu fragen und bin nun irgendwie beunruhigt. Wir haben alles mögliche mit abkleben, Folie auf dem Brillenglas,... durch. Wie würde man das behandeln? Kann man die Entwicklung des Nahvisus gezielt fördern? vielen Dank


  • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

    Sie müssten bitte unbedingt nochmal nachfragen, da insbesondere auch das räumliche Sehen eine wichtige Rolle spielt, welches bei fehlender oder falscher Brille bzw. Schielen eingeschränkt sein kann. In Folge werden "Naharbeiten" gemieden (am besten mit beiden Augen gleichzeitig bzw. bei Schielen zeitweise mit nur 1 Auge) - dies ist mit Voraussetzung für gutes Sehen in der Nähe. Welches genaue Alter (5 Jahre ? Monate) liegt denn vor?

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    • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

      Danke für die schnelle Antwort. Sie ist 5 Jahre und 2 Monate. Schielen tut sie nicht. Auch kein Micro-Schielen. Räumlich konnte sie immer sehen. Dies hat sich sehr gut entwickelt. Heute konnte sie es auf einer 3 D Tafel komischerweise aber nicht. Wir haben die Praxis gewechselt und waren heute zum ersten Mal dort. Ihr räumlches Sehen war mit 3,5 Jahren nicht vorhanden und wurde immer besser. Im Mai konnte sie alles normal sehen. Wundert mich heute ein wenig.

      Naharbeit macht sie sehr viel. Sie malt, schreibt viele Buchstaben, stickt und so weiter. Sie liebt es total

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      • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

        Das klingt doch recht gut. Auf jeden Fall mit der Praxis und der Orthoptistin noch in enger und regelmäßiger Verbindung bleiben, insbesondere in den nächsten 1-2 Jahren, da dann die Entwicklung der Sehfähigkeit/-leistung in etwa abgeschlossen ist. Die Sehhilfe ist zu tragen.

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        • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

          Ja, wir sind auch sehr froh über die Entwicklung. Uns geht es jetzt nur noch um den nahvisus. Der entwickelt sich ja bis 9-10 Jahre. Er ist aber mit 0,32 etwas zu schlecht für das Alter. Wenn sich der nicht von allein bessert, wie therapiert man das dann? Das ist mir nicht klar. Er ist auch beidseits gleich.

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          • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

            Ziel ist immer, dass mit Korrektur ein scharfes Sehen auf jedem einzelnen Auge und in Kombination erreicht wird. Voraussetzung hierfür ist die korrekte Anpassung der Sehhilfe und ein Nicht-Vorhandensein eines Schielens. Ansonsten übliche "Naharbeit" (z.B. Malen, Lesen Bilderbuch, etc.) um die Bildeindrücke im Gehirn verwerten zu können.

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            • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

              1. Ich wage zu bezweifeln, dass bei der von Ihnen genannten Refraktion ein Visus von 1,0 (100%) erreicht wird, selbst mit optimaler Brillenkorrektur. In diesen Bereichen sind zudem die optischen Nebenwirkungen von Brillengläsern bereits signifikant. Welche Sehzeichen sind bei der Prüfung verwendet worden? Entsprechen die Gläser einer Vollkorrektur oder wurde die Brille deutlich abgeschwächt?
              2. Der Navisus sollte bei Kindern immer dem Fernvisus entsprechen, wenn eine optimale Korrektur vorhanden ist und keine Akkommodationsstörung vorliegt. Ein Nahvisus von 0,5 (50%) ist bei einem 5 jährigen Kind ganz und gar nicht normal - schon gar nicht ein Unterschied von 50% zum Fernvisus!! Es sollte also dringends einmal die Akkommodationsbreite gemessen werden. Ausserdem kann man einmal einen Nahzusatz von 2,0 Dioptrien vor die Gläser halten und den Nahvisus erneut prüfen. Wenn er deutlich besser ausfällt, liegt eine Akkommodationsstörung oder eine zu hohe Unterkorrektur vor.
              3. Zudem muß Ihre Tochter aufgrund der hohen Weitsichtigkeit einen deutliche größeren Akkommodationsaufwand leisten, als eine Person ohne solch eine Fehlsichtigkeit. Der Unterschied beträgt bei einer Lesedistanz von 30 cm immerhin 1,5 bis 2,0 Dioptrien - selbst bei einer Vollkorrektur - , was auf Dauer ganz erheblich ist und auch zu einem Nachlassen des Nahvisus führen kann. Dieser sollte zu unterschiedlichen Tageszeiten und nach unterschiedlichen Belastungen (Lesen, Schreiben, Malen etc.) möglichst mit ganzen Worten oder Text geprüft werden.

              Alles in allem liegt das Problem Ihrer Tochter aber wohl weniger in dem niedriegen Nahvisus (der vermutlich mit Prüfmethoden, verwendeten Sehzeichen, Compliance etc. zu erklären wäre), als vielmehr in der Differenz zwischen Fern- und Nahvisus.

              Das sollten Sie einmal mit der Orthoptistin durchgehen. Und machen Sie sie darauf aufmerksam, dass kein Visusunterschied in Ferne und Nähe von 50% in welchem Alter auch immer "normal" ist, abgesehen von einer altersbedingten Presbyopie (Altersweitsichtigkeit).

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              • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                Die 100% Sehkraft wurde bei zwei verschiedenen Orthoptisten bestätigt. Aus welchem Grund sollte sie diese nicht erreichen können?

                Bei dem Nahtest wurde mit Landoltringen ein Reihentest gemacht. In der alten Sehschule waren es auch Landoltringe, aber scheinbar mit mehr Abstand. Da kam Sie auf 80%. Die Orthoptistin sagte dazu, dass bei einem Reihentest kein Kind mit 5 Jahren 80% haben kann. Normal wären bei diesem Test 50%.

                Malen und so weiter tut meine Tochter sehr viel und stetig immer besser. Daher würde es keinen Sinn machen, wenn die Sehkraft in dem Bereich abgenommen hat.

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                • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                  Bei über 9 Dioptrien Hyperopie sind die optischen Nebenwirkungen einer Brille in der Regel so groß, dass ein Visus von 1,0 kaum erreicht wird. Hier wären Kontaktlinsen besser geeignet.

                  Wenn für die Prüfung von Nah- und Fernvisus unterschiedliche Verfahren angewandt wurden, kann man sie nicht vergleichen. Es sollten also in Ferne und Nähe Reihenoptotypen vom gleichen Typ verwendet werden. Landoldringe sind die Normsehzeichen.

                  Zu Ihrer Bemerkung hinsichtlich des Nahtests: wenn bei größerem Abstand der Nahvisus besser wird, spricht dies um so mehr für eine Akkommodationsstörung. Und nochmal: es ist nicht korrekt, dass ein Kind mit 5 Jahren angeblich nur einen Nahvisus von 0,5 haben sollte. Das ist Unsinn! Aber sei's drum, wenn der Fernvisus bei gleicher (!) Testanordung auch nicht wesentlich besser ist, wäre das Ergebnis in Ordnung.

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                  • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                    In der Ferne wurde mit E getestet. In der Nähe mit Landoldringen. Die Ringe waren aber sehr Nah angeordnet. als sie die 0,5 er Reihe nicht mehr sehen konnte, wollte sie näher dran um es zu sehen.

                    Schlimm ist, dass man nun mehrer Meinungen eingeholt hat und jeder was anderes sagt,

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                    • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                      Nun, dafür holt man sich ja mehrere Meinungen ein, und das ist wohl auch der Grund, warum Sie hier in diesem Forum um Rat fragen.

                      Bei der Prüfung mit Reihenoptotypen entspricht der Abstand der Sehzeichen voneinander genau ihrer Größe. Wenn in der Ferne mit E-Haken geprüft wurde - ggf. auch noch einzeln - ist dieser Test für einen Vergleich mit der Nahprüfung mit Landoltringen nicht zu gebrauchen. Es sollte also auch in der Ferne mit Landoltringen als Reihensehzeichen geprüft werden. Dann wird das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit anders ausfallen als mit E-Haken einzeln. Insofern kann man auch mit der Aussage "der Fernvisus ist 100%" und "der Nahvisus ist 50%" nach den bislang bekannten Untersuchungen nicht viel anfangen.

                      Das ist aber alles nicht so entscheidend. Wichtiger ist herauszufinden, ob es tatsächlich eine signifikante Differenz zwischen Fern- und Nahvisus gibt, und wenn ja, warum. Wenn eine vergleichbare Visusprüfung mit Landolt Reihenoptotypen für Ferne und Nähe ein annähernd gleiches Ergebnis bringt, könnte man den Verdacht der Akkommodationsstörung bzw. Unterkorrektur der Brille fallen lassen. Da ja offensichtlich auch kein Unterschied zwischen dem rechten und linken Auge besteht, ist eine Amblyopie auch auszuschließen. Besteht jedoch weiterhin ein deutlicher Unterschied zwischen Ferne und Nähe, sollte man den Grund hierfür herausfinden, der entweder in einer herabgesetzten Akkommodation liegt oder in einer zu hohen Unterkorektur der Brille. Ich bin allerdings der Ansicht, dass - führt man eine brauchbare Visusprüfung mit dem entsprechenden Sachverstand durch - wird sich der momentane Visusunterschied deutlich relativieren und letztlich kein signifikantes Ausmaß mehr annehmen. Alles hängt von der korrekten Prüfung der Sehschärfe ab!

                      Wenn Ihre Tochter insgesamt ein Fern- und Nahvisus R/L von jeweils 0,7 (70%) erreichen würde und einen binokularen Visus für beide Distanzen von 0,9 (90%) wäre das bei der vorhandenen hohen Fehlsichtigkeit ein gutes Ergebnis. Unter optimalen Voraussetzungen wäre sie später sicherlich eine Kandidatin für Kontaktlinsen, wodurch sich der Visus nochmals etwas verbessern könnte, da die optischen Nebenwirkungen von Brillengläsern wegfallen würden.

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                      • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                        Würden sie raten nochmal woanders hinzugehen? Man ist durch so viele verschiedene Tests sehr verwirrt. Wir selbst merken jedoch, dass das sehen in Nähe und Ferne stetig besser werden. Vielen Dank für ihre Antworten

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                        • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                          Die Brille auf übrigens um 0,75 herabgesetzt.

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                          • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                            Ist und nicht auf. Die Stärken sind 9,25 und 8,75 Die Brille ist 8,5und 7,75 Hornhautverkrümmung je -2,5

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                            • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                              Sorry, irgendwie kann ich mit dem Handy nicht tippen gerade. 9,25 und 8,5

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                              • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                                Guten Tag,
                                tatsächlich sollten Sie sich von dem behandelnden Augenarzt bzw. der Orthoptistin die Zusammenhänge genau erklären lassen (derjenige, der die Befunde und Ihre Tochter kennt, kann das am besten). Wenn die Korrektur stimmt, sollten Sie ruhig das Nahsehen Ihrer Tochter gezielt fördern (Bücher ansehen, malen...). Dabei ist wichtig, dass sicher gestellt ist, dass sie mit beiden Augen schaut, sonst muss ggf. auch noch zeitweise abgeklebt werden (dann aber nicht auf der Brille, sondern unter der Brille).
                                Mit freundlichen Grüßen,
                                Priv.-Doz. DR. A. Liekfeld.

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                                • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                                  Eine Abschwächung der Gläser um 0,75 dpt ist angemessen.

                                  Ich würde die Praxis nicht wechseln. Allerdings würde ich die Orthoptistin bitten,

                                  1.eine Visusprüfung in Ferne und Nähe mit identischen Sehzeichen durchzuführen, die man auch vergleichen kann, am besten jeweils mit Reihenoptotypen. Ansonsten auch in der Nähe Einzeloptotypen verwenden. Und

                                  2. die Akkommodationsbreite Messen. Mit 5 Jahren sollte diese bei etwa 11-12 Dioptrien liegen.

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                                  • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

                                    Ich werde nochmal nachfragen. Gewechselt haben wir auch gerade erst. Das hatte jedoch nur mit meinem Sohn etwas zu tun (3 Jahre alt, +2,5 beidseitig. Die vorherige orthoptistin hatte auf eine Brille bestanden. Er konnte nicht richtig durch sehen. auch der Optiker sagte, wir sollen ein halbes Jahr warten. Seine Werte sind nun gesunken und die Sehkraft liegt bei 80% mit den einzelnen E's) daher der Wechsel. Reihe wurde nur nah getestet. Einzel hatte sie nah gute 80% teils sogar 100%und fern 100%. reihe nah ja nur 32% und fern nicht getestet

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                                    • Re: nicht altersgerechter Nahvisus Kind

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                                      ich denke, zunächst sollte man die Werte noch einmal überprüfen (gerade bei Kindern kann das manchmal schwanken - auch je nach Lust, Konzentration und Tagesverfassung)...
                                      Mit freundlichen Grüßen,
                                      Dr. A. Liekfeld.

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