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Wirklich Übersichtigkeit beim Kleinkind?

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  • Wirklich Übersichtigkeit beim Kleinkind?

    Guten Abend,

    vor einigen Tagen waren wir mit unserer Tochter (4 Jahre) beim Augenarzt. Den sollten wir nach der U8-Untersuchung aufsuchen da dort beim Sehtest von unserer Tochter die letzten beiden Reihen mit den kleinen Symbolen nicht erkannt wurden. Ausserdem konnte sie auf diesen "Grisselkarten" nichts erkennen.

    Beim Augenarzt haben wir uns sehr gut betreut und aufgehoben gefühlt, man hat sich wirklich Zeit für unsere Tochter genommen! Beim normalen Sehtest mit den Symbolen an der Wand viel wieder auf, dass sie die kleinen Symbole nicht erkennen kann. Sie bekam dann ein Blatt vorgelegt mit Tierabbildungen, diese konnte sie alle einwandfrei zuordnen und bennen. Die "Grisselkarte" konnte sie wieder nicht verstehen, sie konnte zwar sehen, dass dort irgendetwas sein muss... aber sie verzweifelte fast daran, lediglich den Stern (das leichteste Symbol) konnte sie dann nach langem hin und her bennen. Danach bekam sie die Augentropfen und es ging noch einmal zu der Untersuchung mit dem Computer.

    Ergebnis: auf dem linken Auge + 5,5 diop. und auf dem rechten Auge + 6,75 diop. - räumliches sehen sehr eingeschränkt

    Wir sollen ihr nun eine Brille besorgen. Aber: Dass + für Übersichtigkeit macht mich stutzig. Unter Übersichtigkeit verstehe ich, dass Dinge in der Nähe (wie das Blatt mit den Tierabbildungen) nicht richtig gesehen werden und Dinge die weit weg sind (die Tafel) recht gut. Liege ich falsch? Dinge die nah dran sind erkennt sie aber doch!?

    Eine Brillenverordnung haben wir nun erstmal für +4,00 diop. und +4,5 diop. bekommen zur Gewöhnung. Ich bin mir eben nur nicht so sicher wegen dem +, das verunsichert mich wirklich. Ich bin ja kein Fachmann und es kann ja durchaus auch stimmen, aber ich wüsste gerne wie ich mir das erklären kann :-) beim Augenarzt habe ich das leider nicht gefragt, ich hab da erstmal gar nicht drüber nachgedacht und war viel zu geschockt von dem Ergebnis, dass ihre Augen so schlecht sein sollen.

    Viele Grüße
    Janina


  • Re: Wirklich Übersichtigkeit beim Kleinkind?

    Die vorliegende Weitsichtigkeit erfordert eine "Anstrengung" auch in der Ferne und insbesondere für nähere Objekte, was in dem Alter an sich noch gut möglich ist. Da diese Akkomodation mit einem Einwärtsdrehen der Augen (Konvergenz) gekoppelt ist, gelingt in der Nähe meist kein gutes räumliches Sehen mehr. Infolgedessen droht ein Schielen. Als weitere Folge könnte ein Auge nicht mehr am Sehprozess teilnehmen und damit schwachsichtig werden. Zusammengefasst: Es geht im Moment wohl weniger um die notwendige Korrektur an sich (die kann sich noch zum Positiven verändern) sondern mehr um ein Unterdrücken der Schielneigung bzw. Wiederherstellung des räumlichen Sehens und damit der Vermeidung einer (einäugigen) Schwachsichtigkeit. Daher sind gerade diese Jahre von entscheidender Bedeutung.

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    • Re: Wirklich Übersichtigkeit beim Kleinkind?

      Guten Abend, Janina,
      grundsätzlich haben Sie recht, aber vermutlich waren die Abbildungen in der Nähe nicht so klein, dass Ihre Tochter sie nicht sehen konnte. Außerdem können kleine Kinder noch durch Ihre natürliche Akkommodation viel der Übersichtigkeit kompensieren. Daher ist die Untersuchung mit den erweiterten Pupillen so wichtig. Mir scheint alles schlüssig, was Sie von den augenärztlichen Untersuchungen und Ergebnissen beschreiben. Das Tragen der Brille sollte unbedingt von Ihnen unterstützt werden.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Priv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.

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