• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Weitsichtigkeit-Dioptrienwerte

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Weitsichtigkeit-Dioptrienwerte

    Mein Sohn hat mit 2 ¾ eine Brille bekommen und mußte auch 1 Jahr lang täglich ein Pflaster für 3 Stunden tragen. Er ist weitsichtig (Rechts:+1,0 und Links: 3,5 Dioptrien) und schielt leicht nach innen. Er hatte auch zum Anfang auf dem linken Auge eine Sehstärke (damals noch ohne Brille) 20%.
    Wir sind auch regelmäßig zu den Untersuchungen und Sehtest in unserer Sehschule gegangen. Mittlerweile ist seine Sehstärke mit Brille auf beiden Augen 100%. Die Dioptrienwerte auf beiden Augen haben sich nicht verschlechtert bzw. verbessert. Laut Orthoptistin und Test braucht er auch kein Pflaster mehr tragen, weil sich seine Sehstärke (mit Brille) auf 100% auf beiden Augen verbessert hat. Aber die Dioptrienzahlen wie gesagt habe sich nicht verändert.
    Meine Fragen:
    Müßte er bei dieser großen Differenz der Dioptrienwerte der beiden Augen (3,5 Dioptrien9 nicht weiterhin das Pflaster tragen?
    Kann man mit der Pflastertherapie erreichen, dass die Dioptrienzahl auf dem linken Auge gesenkt wird, so dass die Dioptrienwerte näher beieinander liegen?
    Wie verhält es sich mit dem Schielen, welches noch nicht vollständig abgeklungen ist?


  • Re: Weitsichtigkeit-Dioptrienwerte


    Hallo, eine Okklusionsbehandlung, so nennt man die von Ihnen beschriebene Pflastertherapie, hat keinerlei Einfluß auf das Ausmaß einer Fehlsichtigkeit - also in diesem Fall einer Weitsichtigkeit. Ebensowenig wird dadurch eine Anisometropie, eine deutliche Unterschiedlichkeit der Brechungsverhältnisse beider Augen, beeinflusst.
    Eine Anisometropie kann aber zu einer so genannten Amblyopie führen, einer funktionalen Schwachsichtigkeit des höher fehlsichtigen Auges, wie sie häufig bei Schielerkrankungen zu finden ist. Deshalb ist auch hier in der Regel eine Okklusionsbehandlung angezeigt. So weit, so gut.

    Wenn ich Ihre Aussage richtig verstehe, besteht bei Ihrem Sohn, der jetzt etwa 4 Jahre alt ist, weiterhin beidseits eine Weitsichtigkeit von +1,0 dpt und +3,5 dpt und die Sehschärfe ist R/L gleich gut (100%). In der Tat scheint der Befund eine weitere Okklusionsbehandlung (zur Zeit) überflüssig zu machen. Allerdings sollte man bedenken, daß eine hoch differenzierte Sehschärfenprüfung bei Kindern in diesem Alter noch nicht möglich ist. Vielleicht können sie schon Zahlen lesen, jedoch vermutlich noch keinen längeren Text. Und genau hier könnte ein Problem liegen. Die Lesefähigkeit bei Amblyopien ist sehr oft im Vergleich zu dem mit Zahlen oder einzelnen Buchstaben geprüften Visus teils deutlich herabgesetzt (hat nichts mit Legasthenie zu tun!!). Man spricht hierbei auch von "Trennschwierigkeiten". Die Befunde im Detail kann selbstverständlich nur die behandelnde Orthoptistin beurteilen, und wenn die Kontrollen sehr engmaschig sind (alle 3 Monate zum Beispiel), dann ist die Absetzung der Okklusionsbehandlung absolut zu vertreten. Ganz persönlich würde ich selbst jedoch weiterhin eine Teilzeitokklusion durchführen - etwa 2 Stunden täglich, beim Fernsehen zum Beispiel - aus rein prophylaktischen Erwägungen und so lange, bis eine differenzierende Beurteilung der Sehschärfe möglich ist. Es gibt zudem bei Amblyopien auch Rezidive, wenn man die Behandlung zu früh unter- oder gar abbricht. Vielleicht fragen Sie die Orthoptistin noch einmal, ob dies nicht doch sinnvoll sein könnte. Wenn Ihr Sohn nicht vehement unter der Okklusionsbehandlung "leidet", wird diese auch in keinem Falle schaden. Wenn er erst einmal eingeschult worden sein wird, gestaltet sich solch eine Behandlung dann ohnehin schwieriger.

    Kommentar