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HILFE!!! Aussenschielen beim Säugling

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  • HILFE!!! Aussenschielen beim Säugling

    Hallo,
    ich habe ein echtes Problem.
    Mein 11 Monate alter Sohn schielt seit dem 2. Monat mit dem rechten Auge nach aussen.
    Waren vor 3 Monaten bei der Augenärztin, ihre Orthoptistin stellte die Diagnose Türk Duane Syndrom. Da er eine Lidspaltenverengung des rechten Auges hatte.Vorallem zeigte sich das schielen bei Müdigkeit und Überbelastung.
    Waren vor 2 Moonaten bei einer anderen Augenärztin diese stellte ebenfalls die Diagnose Türk Duane Syndrom. Zusätzlich eine Augenhebeschwäche. Wenn er auf dem Bauch liegt schafft es das Auge nicht nach oben zu kommen um hoch zuschauen.
    Waren dann bei der ersten Augenärztin mit anderer Orthoptistin, diese sagt das sie das Syndrom nicht bestätigen kann. Wir sollen eine Klinik mit Neurologischer Anbindung aufsuchen, irgendetwas haut mit den Hirnnerven nicht hin.
    Überweisung nach Halle in die Uniklinik.
    Diese sagen uns heute, das sich das alles noch geben wird. Haben aber nur den Augenhintergrund angesehen und können das nach Aussenfallen des Auges nicht sehen.
    Es ist halt eine Muskelschwäche da kann man jetzt nichts machen.
    Nachkontrolle im November.
    Und nun, ich find das alles nicht so Aussagekräftig und würde mich freuen wenn uns jemand helfen könnte und uns einen Rat gibt.
    Vielen Dank schon mal Daniela und Co


  • Re: HILFE!!! Aussenschielen beim Säugling


    Hallo, das Krankheitsbild des Stilling-Türk-Duane-Syndroms - oder auch Retraktionssyndrom - ist sehr komplex. Es handelt sich hierbei um eine angeborene Augenmuskellähmung, die mit einer paradoxen Fehlinervation eines weiteren Muskels kombiniert ist. Dabei kommt es in einigen Situationen zu einem "Zurückziehen" (Retraktion) des Augapfels, weil in einer bestimmten Blickrichtung zwei Muskeln gleichzeitig am Augapfel ziehen, obwohl dies nur einer dieser beiden Muskeln tun sollte. Ausserdem finden sich noch eine Reihe weiterer typischer Symptome, wie Schielen und Bewegungseinschränkungen des betroffenen Auges, die später unter Umständen mit einer kompensatorischen Kopfhaltung einhergehen können. Die möglichen Behandlungen richten sich selbstverständlich nach den jeweiligen Befunden. Dazu können (!) eine Brillenverordnung gehören, eine Okklusionsbehandlung und ggf. eine Schieloperation. Sollte sich die Diagnose bestätigen, wird man mit 11 Monaten vermutlich noch keine weiterreichende Therapie einleiten. Persönlich würde ich jedoch eine sogenannte Teilzeitokklusion des gesunden Auges durchführen, um einer funktionellen Schwachsichtigkeit vorzubeugen. Alles Weitere wird sich dann finden, wenn Ihr Kind in einem Alter ist, in dem es sehr genau und ausführlich untersucht werden kann, also etwa mit 3-4 Jahren. In der Zwischenzeit sollten Sie regelmäßig zur Kontrolle in die orthoptische Abteilung Ihrer Augenarztpraxis gehen. Sprechen Sie dort alle Ihre Fragen mit der Orthoptistin und dem Augenarzt durch. Die bereits angesprochene neurologische Abklärung sollten Sie ebenfalls durchführen lassen. Die Ursachen dieser Krankheit sind nun einmal primär neurologischer Natur.

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