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Opioide und Sucht

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  • Opioide und Sucht

    Liebe Mitlesende,

    ich bin alkoholabhängig und seit 14 Jahren "trocken".

    Nun habe ich seit langer Zeit immer wiederkehrende Schmerzen, mal im Ellenbogen, mal im Knie und mal im Fuß, der bereits vor 2 Jahren an einer Tallusnikrose operiert wurde. Dass die dabei verbliebenen Schrauben und Nägel bei Wetterwechsel und in der feuchtkalten Jahreszeit Schmerzen verursachen, finde ich normal. Die Schmerzen sind jedoch nicht nur dort. Dennoch geben meine Blutwerte keinen Hinweis auf eine Entzündung. Trotzdem tut mir mein Ellbogen oft so stark weh, dass ich mit dieser Hand manchmal nicht einmal eine Tasse halten kann. Im Augenblick nehme ich gegen die Schmerzen "Metamizol 500" – drei mal eine. Diclofenac und auch das Metamizol haben bei mir starke Nebenwirkungen, besonders in Form von Aphten auf den Schleimhäuten.

    Nun gab mein Hausarzt mir am Freitag "Tramagit retard 100 mg" mit und sagte, ich solle mir den Beipackzettel mal in Ruhe durchlesen. Er ist über meine Suchterkrankung und auch die Zeit meiner Trockenheit informiert. Dazu sagte er, dass die Opioide in so einem Fall nicht auf die Suchterkrankung gehen, sondern bei entsprechender Dosierung nur auf den Schmerz. Das mag ja alles richtig sein, aber dennoch handelt es sich um einen eindeutig suchterzeugenden Stoff, vor dem ich mich fürchte.

    Die Alternative ist, mich mit den Schmerzen zu arrangieren, aber ich weiss nicht, ob das dauerhaft möglich ist. Ich habe mich ein bisschen im Internet umgesehen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass er auf Fibromyalgie zu tippen scheint. Das werde ich aber in jedem Fall noch mal hinterfragen.

    Im Grunde möchte ich ihm das Medikament mit dem Kommentar "abgelehnt" wiedergeben, aber die Hoffnung, doch noch einmal einigermaßen schmerzfrei zu werden, ist natürlich groß. Es ist eine Riesenversuchung, deren Gefahr ich sehe, aber nicht wirklich einschätzen kann.

    Weiss vielleicht jemand hier Rat, kann mir Erfahrungen vermitteln? Ich werde das Thema nachher bei meiner Blaukreuzgruppe ansprechen.

    Allen noch eine gute und möglichst beschwerdefreie Zeit

    Kappe

  • Re: Opioide und Sucht


    Ich habe meinen Doktor auf die Diagnose angesprochen und er sagte, es seien Schmerzen, die sich durch langes Aushalten und Unterdrücken verselbständigt hätten. Während der Phasen des akuten Alkoholmissbrauches hätte ich Raubbau mit meiner Gesundheit getrieben und später versucht, kraft meines Willens gegen den Schmerz an zu gehen. Dadurch habe er sich verselbstständigt.

    Ziel müsse es sein, dem Körper mal eine Entspannung, Entlastung zu geben und da hält der Doktor Opioide für richtig. Er schlägt vor, ein Wirkstoffpflaster zu setzen, das ich nach einer Woche selber austauschen kann. Eine körperliche Gewöhnung würde natürlich eintreten, so dass das Pflaster nicht einfach weggelassen werden kann, aber eine psychische Abhängigkeit könne nicht entstehen, da ich ja keinen Rausch, keinen "Kick" davon bekäme. Das leuchtet mir schon ein.

    Ich habe das Metamizol seit gestern abend abgesetzt und werde mir überlegen, ob ich das Risiko eingehen möchte.

    Allen ein schönes WE und danach eine gute Woche.

    Kappe

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    • Re: Opioide und Sucht


      Moin liebe Mitleser,

      auch wenn ich hier keinen Rat bekam, habe ich die Entscheidung getroffen, mich mit dem Wirkstoffpflaster behandeln zu lassen, da ich die ewigen Schmerzen leid bin und nicht riskieren wollte, meine Arbeit zu verlieren, weil ich doch manchmal etwas grantig bin, wenn die Schmerzen zu stark sind.

      Seit Montag abend klebt das Pflaster (Norspan 5 Mikrogramm / h), 3 Tage war ich sozusagen ausser Gefecht gesetzt, heute kann ich zumindestens schon mal ein paar Stunden auf sein. Montag will ich wieder zur Arbeit, auch wenn die Dosis am Montag abend verdoppelt werden soll und ich Gefahr laufe, die selben Nebenwirkungen noch einmal durch zu machen. Aber die Kollegen habe ich heute telephonisch vorgewarnt, dass ich möglicherweise ab Dienstag wieder aus falle.

      Hier allen weiterhin alles Gute

      Kappe

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      • Re: Opioide und Sucht


        Das Positive: Sie haben eine schwere Suchtkrankheit überwunden. Die Anwendung von Opioiden, wobei Tramadol das leichtests ist, liegt organisch auf einer völlig anderen Basis. Es gibt Patienten, die sehr starke Opioide erhalten und niemals "süchtig" werden.Sie müßten bei sich "erfühlen", ob dies Mittel bei Ihnen so etwas wie ein "High"-Erlebnis
        oder ähnliches erzeugt, was ich nicht glaube. Es ist k e i n High-Erlebnis, wenn Sie sich wohlfühlen, einfach weil nun endlich einmal die furchtbaren Schmerzen nicht mehr da sind! Mit dem "Suchtbegriff" wird viel laienhafter Unsinn getrieben, das gilt z.B. auch für die Benzodiazepine, wo bei schwersten
        Angsterkrankungen oder Krampferkrankungen eben nur solche Pharmaka helfen. Genießen Sie das Schmerz-frei-Sein, und Sie werden gut unterscheiden können zwischen "Sucht" und Wohlgefühl.

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