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@ dr. pipping

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  • @ dr. pipping

    hallo,

    ich hatte ihnen noch mal folgende frage im letzten posting gestellt: gibt es ersatzpräparate von l-thyroxin, wenn eine überempfindlichkeit gegen den wirkstoff vorliegt?


    gruß
    kebby

  • lebenslang


    Die Behandlung der Hypothyreose besteht in lebenslanger Gabe von Schilddrüsenhormon.
    Die Dosis muss individuell durch den Arzt festgelegt werden.
    Es wird mit einer anfänglich niedrigen Dosis Schilddrüsenhormon - meist 25 Mikrogramm - begonnen.
    Diese Dosis wird über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen bis drei Monaten eingenommen.

    Schilddrüsenhormonpräparate sind Spiegelmedikamente mit einer trägen Pharmakokinetik. Das bedeutet, dass sich der Blutspiegel durch die Einnahme des Medikaments erst nach einem Zeitraum von 14 Tagen maßgeblich verändert.
    Die erste Kontrolle nach Schilddrüsenhormongabe erfolgt im Schnitt nach 14 Tagen.
    Ist ein normaler Pegel noch nicht erreicht, wird die Dosis um zumeist weitere 25 Mikrogramm erhöht. Das Erhöhen der Dosis auf die richtige Einstellung dauert bis zu sechs Monaten.
    Bei Patienten, die empfindlich auf Hormone reagieren, kann es anfänglich zu Überfunktionssymptomen kommen, da der Körper sich an die Unterfunktion "gewöhnt" hatte.
    Diese Symptomatik legt sich aber nach zwei bis vier Wochen. Sollte sie sich danach nicht legen, so ist die Hormoneinstellung eventuell zu hoch und muss reduziert werden.

    Nach wiederum sechs Wochen bis drei Monaten erfolgt eine Kontrolle der Schilddrüsenhormone. Dieses Vorgehen wird wiederholt, bis ein normaler Stand der Schilddrüsenhormone erreicht ist.

    Anschließend sind halbjährliche Blutkontrollen und - je nach Ursache der Schilddrüsenerkrankung - eine Sonographie erforderlich.

    Die langsame Dosissteigerung der künstlichen Schilddrüsenhormone ist notwendig, da die Wirkung nicht sofort eintritt.
    Zusätzlich existiert ein Depoteffekt: während das eingenommene T3 Liothyronin dem Körper sofort aktiv zur Verfügung steht, muss T4 Thyroxin erst durch die Leber umgewandelt werden.
    Die Dosis beider Hormone kann und muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden.

    Kommentar


    • Re: @ dr. pipping


      alles gut und schön für die lange erklärung, jedoch ist mir das schon bekannt. außerdem war dies nicht meine frage, wann und wie oft man zur blutkontrolle muss. und dass die einnahme ein leben lang erfolgen sollte, ist natürlich logisch.

      @ fr. dr. pipping...medizin. bin ich ausgebildet, studiere nun pharmazie und bin im studium noch nicht so weit, deshalb frage ich nach, welche ersatzpräprate es gibt...eigentlich gibt es doch immer austauschmedis. auch ein anderer fa ist mittlerweile der ansicht, dass die ganzen nebenwirkungen (gewichtsverlust, muskelkrämpfe...nicht aushaltbar) an l-thyrox liegen muss. die dosos wurde auch reduziert, die werte in ordnung. trotzdem nebenwirkungen...

      kebby

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      • Re: @ dr. pipping


        nie im leben studierst du pharmazie, sonst würdest du niemaals hier nachfragen.

        zu den schilddrüsenhormonen, die man nicht substitueren kann:

        Die von der Schilddrüse gebildeten Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sind iodhaltig.
        Sie werden von den Follikelepithelzellen gebildet, welche dabei auf eine ausreichende Zufuhr von Iod über die Nahrung angewiesen sind. Die Follikelepithelzellen bilden zunächst Thyreoglobulin und geben es in die Follikelhöhle ab. Weiterhin schleusen sie Iod und ein Enzym in das Follikelinnere. Letzteres sorgt für die Iodierung der Tyrosinanteile des Thyroglobulins. Das so entstandene Thyroxin und Triiodthyronin sind die eigentlichen Schilddrüsenhormone.

        Die Funktion der Schilddrüse wird durch das Hormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) im Rahmen des thyreotropen Regelkreises gesteuert. In Abhängigkeit vom TSH-Spiegel werden T3 und T4 vom Epithel aus den Follikeln durch Mikropinozytose aufgenommen und in das Blut abgegeben.

        Diese lebenswichtigen Hormone wirken in fast allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an. Ihre allgemeine Wirkung besteht z. B. in einer Erhöhung des Pulses und Blutdrucks, einer Gefäßerweiterung und einem Anstieg der Körpertemperatur. Außerdem sind sie für Wachstum und Differenzierung notwendig.

        Die parafollikulären C-Zellen bilden das Calcitonin. Es senkt den Calcium-Spiegel im Blut, und dient so als Antagonist des Parathormons (PTH) als Regler der extrazellulären Calciumkonzentration.

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        • mini.me


          es ist mir egal, was du glaubst und was nicht.

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