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Angioödem nach 13 Jahren Captopril?

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  • Angioödem nach 13 Jahren Captopril?

    Sehr geehrte Experten,

    ich 30 Jahre alt, weiblich nehme seit meinem 17.Lebensjahr aufgrund erhöhten Blutdrucks und einer Glomerulonephritis Captopril.

    Weil ich seit mehr als 1 Jahr auch Magenprobleme habe, habe ich 40 mg Esomeprazol bekommen.

    Man vermutete auch schon, dass die Magenprobleme vom Captopril kommen, da das Magenmittel bisher nicht geholfen hatte.Also wurde versucht das Captopril für 14 Tage auszulassen.

    Weil der Blutdruck aber zu sehr anstieg, mußte ich es wieder nehmen. Genau an dem Tag wo ich es wieder genommen habe (und auch abends noch die Esomeprazol), habe ich über Nacht eine geschwollene Unterlippe bekommen.

    Also habe ich kein Captopril mehr genommen. Aber die Magentablette abends noch. Am nächsten Tag früh hatte ich dann geschwollene Augenpartien in Höhe der Wangenknochen. Jetzt nehme ich gar keine Tabletten mehr. Die Augen sind 6 Tage nach dem Ereignis immer noch leicht geschwollen. Die Lippe ist wieder okay.

    Die Ärzte dachten, dass es nun vom Captopril kommt. Ich soll nun ein Sartan nehmen. Ist dass den sinnvoll, wenn ich schon auf den ACE-Hemmer so reagiert habe? Ich habe mal was gehört, dass man dann solch ein Sartan auch nicht nehmen soll?
    Was meinen Sie?


  • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


    Hallo Anni,

    m. E. ist Ihre Sorge berechtigt. Beide Substanzen wirken aus das Renin-Angiotensin-System, wenn auch an verschiedenen Stellen.

    Ein Arzneimittelkompendium führt unter Losartan, also einem Sartan, folgendes unter "Störungen des Immunsystems" auf:

    (Zitat)"Anaphylaktische Reaktionen, Angioödem...Schwellungen des Gesichtes, der Lippen, des Rachens und/oder der Zunge ...wurden selten beobachtet. Einige dieser Patienten hatten früher mit anderen Arzneimitteln einschließlich ACE-Hemmern ein Angioödem durchgemacht" (Zitat Ende).

    Unter den Kontraindikationen führt die gleiche Quelle auf:

    (Zitat)"... ist kontraindiziert bei Patienten, ...bei denen sich unter einer früheren Behandlung...mit einem ACE-Hemmer ein angioneurotisches Ödem entwickelt hat" (Zitat Ende)

    Wenn man diese Hinweise zu werten versucht, kommt man m. E. zu dem Schluß, daß dieser Wechsel nicht sonderlich sinnvoll ist. Bei den zur Verfügung stehenden blutdrucksenkenden Substanzen sollte man leicht eine bessere Alternative finden.

    Offen lassen möchte ich die Frage, ob Ihre Reaktion vielleicht durch das Magenpräparat induziert wurde: es muss nicht der Wirkstoff sein, auch Binde- oder Sprengmittel der Galenik können auslösend wirken.

    Ich hoffe, ich konnte halbwegs verständlich darstellen.

    Gruß

    ---MarcEN---

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    • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


      Hallo,

      danke für den Hinweis. Genau so etwas hatte ich auch schonmal im Internet gelesen. Und deswegen habe ich ja diese Angst vor diesen neuen Blutdruckmedikament.

      Ich war deswegen auch heute schon bei der Hausärztin und habe mal gefragt. Aber es ist nicht viel dabei rausgekommen. Sie meinte nur, dass man auf alles allergisch reagieren kann, sogar auf Lebensmittel. Ich soll sie ruhig nehmen....Aber das ist mir ehrlich gesagt zu heikel. Es geht ja nicht um ein wenig Juckreiz und Pickelchen, sondern um Schwellungen, die wenn ich Pech habe auch mal im Rachenbereich sein können.

      Und, wenn es wirklich von den ACE-Hemmern kommt, dann ist die Wirkungsweise dieser Sartane ja fast dieselbe und wie gesagt, diese Zitate dazu...das reicht mir.

      Ich habe jetzt das Problem...nächste Woche will die Fachärztin, die sie mir gegeben hat, wissen wie ich sie vertragen habe...ich habe sie aber nicht genommen......und kann mich auch gar nicht dazu überwinden nach dem Vorfall.

      Es sollte eben dieses Medikament sein, wenn nicht der ACE-Hemmer, weil es einen günstigen Einfluss auf die Proteinurie hat.

      Kommentar


      • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


        Hallo Anni,

        ich stimme Ihnen voll und ganz zu: und zwar in Ihrer Wertung der Reaktionen.

        Es ist eine lapidare Feststellung, daß man auf alles reagieren kann. Aber ob es mit Juckreiz ist oder einer Schwellung im Kopf/Halsbereich - das macht schon einen Unterschied. Wahrscheinlich hätten Sie mit einem anaphylaktischen Schock mehr Eindruck gemacht...

        Ich bleibe bei meiner Meinung zur Lösung des Problems: es muß eine andere Substanz eingesetzt werden.

        Viel Erfolg Ihnen.

        ---MarcEN---

        Kommentar



        • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


          Hallo,
          danke für Ihre Antwort. Darf ich mal Fragen: arbeiten Sie im medizinschen Bereich?

          Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich weiterverfahren soll. Ich habe nächste Woche bei der Fachärztin einen Termin, weil sie wissen will, wie ich das Medikament vertragen habe. Wenn ich sage, dass ich es nicht genommen habe, dann habe ich ja dann förmlich an ihrer Kompetenz gezweifelt.

          Auf der anderen Seite schade ich mir vielleicht selbst.....

          Wenn man das, wie bei einer "normalen" Allergie testen könnten????!!!! Dann hätte ich wengistens was in der Hand.

          Kommentar


          • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


            Ja, ich verstehe: aber es geht hier nicht um Kompetenzen sondern um Gesundheit.

            Ich kann und will Ihnen nicht raten; ich kann nur sagen, was ich von meinem Arzt erwarten würde: daß er mich mit berechtigten Zweifeln ernst nimmt. Wenn nicht, bin ich beim falschen Arzt gelandet.

            Testen wie Gräserallergien o. ä. kann man das leider nicht. Man ist mehr oder weniger auf Vermutungen angewiesen.

            Viel Erfolg

            ---MarcEN---

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            • Re: Angioödem nach 13 Jahren Captopril?


              Hallo Anni,
              ich bin eben erst über Ihren Beitrag gestolpert und möchte dazu einige Dinge anmerken.
              Das was Sie erlebt haben ist typisch für ACE-Hemmer, denn ein Angioödem tritt meist erst nach Jahren der Behandlung auf. Weshalb dies so ist, weiss man bis heute nicht so richtig. Richtig ist auch die Tatsache, dass Sartane ebenfalls die potentielle Gefahr in sich bergen ein Ödem auszubilden. Fakt ist aber der Punkt das die Möglichkeit sehr gering ist, da die Sartane detailiert Rezeptoren beeinflussen. Man kann es gut vergleichen mit den selektiven und unselektiven Beta-Blockern. Es gab eine Studie VAILANT bei der festgestellt werden konnte das unter der Behandlung mit Sartanen die Möglichkeit bei 0,2%(vs. 0,5% ACE-Hemmer) bestand. Somit zeigt es sich rein statistisch betrachtet eine Senkung von >50% für das Auftreten eines Ödemes.
              Ich kann Sie in Ihrer Sichtweise ganz gut verstehen, möchte Ihnen aber nahelegen sich ihrem Arzt anzuvertrauen. Auch wenn hier die Möglichkeit beschrieben worden ist, dass es gute Alternativen gebe kann man dies nicht unkommentiert lassen. Es gibt ganz sicher noch andere Mittel die man nehmen könnte. Jedoch haben Sartane eine protektive Eigenschaft für die Niere. Was in Ihrem Fall sicherlich förderlich für die Nierenfunktion ist. Alternativen wären Betablocker(Übelkeit, Ohnmachtsanfälle) oder Kalziumantagonisten(EKG-Veränderungen), wobei beide in Hinsicht auf Verträglichkeit und Ihr Alter erst Mittel der 2. Wahl wären. Diuretika sind nicht unbedingt schonend zu den Nieren und zum anderen können sie die Lebensqualität teilweise beeinträchtigen(häufiger Toilettenbesuch). Und dann wären da noch die Aldosteronantagonisten, die aber schon massiv in Regelkreise eingreifen und somit sehr unangenehme Nebenwirkungen(hormoneller Art) haben können.
              Ich denke das ich Ihnen eine kurze Übersicht geben konnte wie man Hypertonie medikamentös behandeln kann. Und auch welche Nebenwirkungen auftreten könnten. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Therapie mit einem Sartan effektiv und zugleich nebenwirkungsarm wäre im Vergleich zu den anderen Optionen. Und von daher denke ich, sollten Sie dem Doc vertrauen. Bei Aussagen im Internet sollte man sehr abwägen inwiefern diese treffend sind. Auch kennt Ihr Arzt die genaue Situation und entsprechende Befunde.

              Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Jahr 2012 und natürlich viel Gesundheit!

              LG
              LaSa

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