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Generalisierte Angststörung ? was tun?

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  • Generalisierte Angststörung ? was tun?

    Hallo,

    ich bin gerade etwas am Verzweifeln,hätte viel lieber etwas erfreulicheres geschrieben. Geht einfach nicht.

    Ich bin ganz unten, mir scheint alles über den Kopf zu wachsen, Bevorstehende OP einer Fettgeschwulst, OP grauer Star, grüner Star, Schmerzen am Rist. Das macht mich fertig, weil ich zunehmend vermutlich immer mehr irrationale Ängst entwickle. Und ich bin allein, meinen Sohn, der selbst nicht gesund ist, kann und will ich damit nicht belasten.

    Ich lese nicht mehr Zeitung, um nicht etwas belastendes darin lesen zu müssen, dass sofort Rückenverspannungen auslöst, es ist so, als ob meine
    Psyche allem ausweichen möchte, was irgendwie mit unwägbaren Dingen verbunden sein könnte. Mein Bewegungsradius wird immer enger.

    Gestern hat mir eine Bekannte erklärt, dass dieses Getriebensein von einer zurückkehrenden Depression herrühren könnte, das hatte zur Folge, dass ich wie aufgezogen durch die Wohnung lief und nicht mehr stillsitzen konnte. Diese Erklärung war Wasser auf meine Mühlen und hat mich darin bestätigt, dass ich vielleicht wirklich an einer agititierten Depression leiden könnte..

    Dazu kommen jede Nacht, diese bunten Träume, keine Albträume, die mich schweißgebadet mit Herzrasen aufschrecken lassen und ich Stunden brauche, bis ich wieder im Lot bin. Eine HNO hat mir nun Nahrungsergänzungsmittel verschrieben, ich habe panische Angst davor, sie weiter zu nehmen, weil ich nach der Einnahme fürchterliche Angstzustände bekommen habe. Ich schätze mal, dass das nicht das viele Magnesium mit Zink, Calcium, Kalium, Vitamin B, Vitamin D 3, Vitamin C, zur Darmsanierung verschrieben, sondern einfach meine zunehmenden Ängste waren, ja wovor ? dass ich einen Hirnschaden schon entwickelt habe und ihn nie wieder wegbekommen kann.

    Wenn ich meinen letzten Rest von Verstand zusammenehme, kann das nicht zutreffen, aber die Ängste vor allem und jedem bekomme ich davon nicht weg.

    Ich bin vollkommen fertig, unternehme nichts mehr und mache mir Vorwürfe, wie es so weit hat kommen können. Mir ist alles zu viel. Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass ich jahrelang.massivem Stress durch schwere Schicksalsschläge ausgesetzt war, aber jetzt, wo vieles hinter mir liegt, klappe ich zusammen.

    Wie soll ich mir das alles erklären und was kann ich dagegen noch tun?

    Ich bin für jede Hilfe dankbar, ich bin nicht mehr in der Lage meinem Hirn zu erklären, dass ich mich selbst verrückt mache.

    VSV





    .


  • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

    Was ich noch vergessen habe, ist, dass ich manchmal schon Zwangsgedanken habe in der Form, dass mir bestimmte Liedtexte, die sich reimen in den Sinn kommen. Das ist aber nur so als wie wenn die Angst abgeleitet werden soll.
    Meine Thera ist derzeit im Urlaub, habe auch schon bald 80 Stunden verbraucht.

    Alles ist nur noch ein Chaos,

    VSV

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    • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

      Hallo VSV,

      nein, das ist nicht schön was bei dir gerade passiert, es ist aber schön dass du dich hier meldest.

      Ich schreibe einfach mal meinen ersten Gedanken auf, keine Ahnung ob der es annähernd trifft, oder nicht.

      Kann es sein dass dir die Endlichkeit Angst macht und auch das was du unerledigt zurück lässt.
      Deinen Sohn den du jetzt noch umsorgst und dir dahingehend noch zusätzlich Sorgen machst?
      Wenn du vielleicht nicht kannst, nicht mehr so gut siehst, was wird dann mit ihm und mit dir?
      Gerade im Zusammenhang mit den Op´s, ziemlich massiv und alles auf einmal, das macht einem schon sehr bewusst dass die Zeit auf Erden endlich ist und wer dann alleine zurück bleibt, vielleicht hilflos wenn ein psychotischer Schub kommt.

      Kommentar


      • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

        Hallo liebe tired,

        nein, ich glaube, das es das nicht ist, in erster Linie. Sohnemann kommt zunehmend besser zurecht, dank Sozialarbeiter und größerer Selbständigkeit. Wird Gott sei Dank immer unabhänger von mir. Und sagt, wenn ich wieder einmal krank bin, gehe ich halt in die Klinik, kenne mich da ja schon bestens aus. Klar werde ich erst einmal wieder aus dem Häuschen sein, wenn es so weit kommt, aber ich glaube, das ist es nicht..

        Ich habe einfach eine schreckliche Lebensangst, Angst vor dem Versagen, Angst davor, den Anforderungen des Lebens nicht mehr gewachsen zu sein, das Gefühl, nichts wert zu sein, schon durch das Lebensalter beeinflusst, aber nicht nur.

        und vor allem von den nicht deutbaren psychosomatischen Symptomen, mal aufgedreht, mal erschöpft, die Schlafstörungen, woher kommen die, der Angst, dass mein Neurotransmitterhaushalt nicht in Ordnung ist und und und.......... Ich klammere mich an Psychobücher und weiss doch, dass ich einfach mein Leben zu Ende leben müsste. so wie alle anderen auch.

        Aber es gelingt nicht, und das macht mir wiederum Angst.

        Kannst du mich verstehen? Ich verstehe mich jedenfalls nicht mehr.

        Aber vielen Dank, dass du so schnell geantwortet hast.

        VSV

        .

        Kommentar



        • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

          Hört sich ziemlich heftig an.
          Angst die sich verselbstständigt hat und sich immer mehr Ziele aussucht.

          Man sagt ja immer so schön, dass man seine Einstellung dazu ändern muss, zu allem was einen belastet, durchdenken was schlimmsten Falls passieren könnte und dies dann durch rationales nachhaken entkräften.

          Gerade deine Angst wertlos zu sein, oder zu versagen, die kommt ja sicher nicht von irgendwo sondern ist ein Produkt deines Lebens, deiner Erziehung und damit auch deiner Einstellung.
          Das muss man erst mal ändern können, das geht nicht immer.

          Angst macht natürlich auch Schlafstörungen, beeinflusst die Transmitter und bringt so einiges durcheinander.

          Da fällt ein Rat schwer, Medikamente kommen ohnehin nicht infrage, Therapie ist fast abgelaufen und in manchen Dingen war sie wohl auch nicht das gelbe vom Ei?
          Vielleicht kannst du auf andere Weise an hilfreiche Gespräche kommen?
          Über Sozialarbeiter, Vereine, oder Ambulanzen?
          Es gibt Vereine die bitten einmal die Woche zum Kaffee, bieten auch Gespräche und Hilfen an, geleitet wird das meist von Sozialarbeitern.
          Man kann die Angebote in Anspruch nehmen, muss aber nicht, geht auch wenn man nur zur Kaffeerunde vorbei schaut und sich austauscht.
          Vielleicht gibt es ja so etwas in deiner Nähe, wenn es überhaupt was für dich ist.........

          Ich glaube deine Therapeutin hat den Knackpunkt nicht realisiert, ist zu sehr auf das Hier und Jetzt als auf den Grund fixiert.
          Was eigentlich auch richtig ist, aber ich denke manchmal muss man diese Pfade auch verlassen um das Problem im Hier und Jetzt verstehen und richtig angehen zu können, auch wenn das nicht unbedingt zur Therapierichtung gehört.
          Ich habe das Gefühl da wurdest du immer abgewürgt, an dem Punkt der vielleicht für dich wichtig gewesen wäre, um weiter zu kommen?

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          • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

            Hallo liebe tired,

            bin ich nun ein hoffnungsloser Fall?

            VSV


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            • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?


              bin ich nun ein hoffnungsloser Fall?
              Niemals!
              Es gibt keine hoffnungslosen Fälle, nur jene wo man die Lösung "noch" nicht gefunden hat.

              Es ist nur kniffelig herauszufinden was dir hilft.
              Du hast anscheinend Vertrauen in dich verloren, in deine Leistungsfähigkeit, aber selbst wenn du irgendwann nicht mehr so kannst du bist ja dennoch wertvoll, auch für andere, für deinen Sohn, für alle dir du kennst, den Trauerstammtisch, das verliert sich nicht mit Gebrechen.

              Wie sieht es denn mit Urlaubsmöglichkeiten aus, oder irgendwo Freunde besuchen, oder einem Kurlaub, eine Reha nach der Klinik?
              Könnte das vielleicht helfen?

              Kommentar



              • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                Hallo liebe tired,

                ja liebe tired, es ist wirklich knifflig.

                Bis auf meine psychosomatischen Symptome und diesen grauen Star, der in meinem Alter fast normal ist, habe ich noch keine Gebrechen körperlicher Art.


                Ich ertrage einfach keine Belastungen mehr, alles strengt an. Neulich war ich mit einer Bekannten in einem Palmengartencaffee, ich wollte einfach nur weg, telefonieren kann ich mit ihr stundenlang, das macht mir nichts aus, aber diese Panik machte mich ganz fertig.

                Ich versuche mich, der Angst zu stellen laut Lehrbuch, aber es gelingt nicht. Es ist dieses Versagen, das mich immer wieder runterzieht und mich wertlos erscheinen lässt und offenbar wieder neue Ängste mit immer wieder neuen Symptomen schürt. Das ist echt ein Teufelskreis.

                Zu Hause geht es mir immer noch am besten. Woanders fühle ich mich fremd und nicht aufgehoben.

                Mit meiner Thera hast du vollkommen recht. Sie dringt einfach nicht zu mir vor, berät in lebenspraktischen Dingen, die ich selber lösen kann. .Sie kapiert einfach nicht, was mit mir los ist.

                Heute bin ich irgendwie festgefahren, tut mir Leid, tired. Vielleicht ist morgen wieder ein besserer Tag.

                Ich habe einfach Angst, mich dem Leben zu stellen, irgend etwas hindert mich daran. Vielleicht Angst, dass mir das Leben nicht gewogen ist.

                Dieser Gedanke ist ein ausgemachter Schmarrn, ich weiss.

                VSV




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                • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                  Du hast ja auch viel erlebt, sicher wäre es nicht verwunderlich wenn dann eine Angst kommt, die Angst dass wieder was passiert, sobald du mal nicht mehr auf der Hut und vorbereitet bist.

                  Es gibt Menschen die dann Gedanklich durchspielen: was wäre wenn es so kommt", um vorbereitet zu sein, was aber auf Dauer genau das Gegenteil bewirkt, den Verlust der Fähigkeit auch mal unbekümmert zu sein.

                  Ich denke unser Unterbewusstsein wird von Schicksalsschlägen und Dauerstress immens beeinflusst, verändert uns und auch die Empfindungen geraten aus den Fugen.

                  Ich wünsch dir dass es morgen besser geht, aber auch wenn nicht (dafür ist das Forum ja auch gemacht, für festgefahrene Situationen) freut es mich immer von dir zu lesen.;-)

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                  • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                    Danke liebe tired,

                    VSV

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                    • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                      Hallo VSV,

                      zunächst einmal ist es schön, von Dir zu hören; ich hatte mich schon gefragt, wie es Dir wohl geht. Daß es Dir so beschi**en geht, ist natürlich übel - tut mir echt leid für Dich :-/

                      Ich finde es aber gut, daß Du und Dein Verstand so gut funktionieren, daß Du Hilfe suchst und Dich von dem Loch nicht einfach überrollen läßt.

                      Ich versuche mich, der Angst zu stellen laut Lehrbuch, aber es gelingt nicht. Es ist dieses Versagen, das mich immer wieder runterzieht und mich wertlos erscheinen lässt und offenbar wieder neue Ängste mit immer wieder neuen Symptomen schürt. Das ist echt ein Teufelskreis.
                      Was meinst Du genau mit "es gelingt Dir nicht"?
                      Meinst Du, weil die Angst trotzdem da bleibt und nicht weggeht?

                      Nach allem, was ich selbst gelesen, gelernt, ausprobiert und erfahren habe, ist der VERBALE Umgang gerade mit einem so lähmenden Gefühl wie der Angst ein ziemlich diffiziler: Es sagt sich immer so unheimlich leicht, man solle sich seiner Angst stellen; man solle mutig sein; man solle gegen die Angst ankämpfen; man müsse sich mit seiner Angst konfrontieren; man müsse die Angst aushalten; durchstehen... und so weiter. Es gibt zig Formulierungen, wie "man" mit seiner Angst umgehen sollte.

                      Ich glaube mittlerweile daran, daß "die Angst aushalten" im buddhistischen Sinne es am ehesten trifft - und selbst da sind Worte noch immer sehr ungenau. Aber je mehr ich mich mit buddhistischen Weisheiten zu dem Thema beschäftige, umso mehr bilde ich mir ein, wieder ein bißchen mehr verstanden zu haben. Und am langen Ende ist es so, daß die Angst schlicht ein Teil von uns ist, von jedem von uns. Gegen sie anzukämpfen bedeutet schließlich nur, gegen einen Teil von sich selbst zu kämpfen. Und wie alles im Leben, kann man damit auch den Kampf mit und gegen die Angst trainieren. Denn: Nicht nur man selbst trainiert sich in diesem Kampf, auch die Angst trainiert sich. Kampf erzeugt Widerstand, Druck erzeugt Gegendruck.

                      Ich bin seit zwei Tagen auch wieder ein wenig wackliger, ängstlicher, depressiver, nachdem die vergangenen Wochen ok bis gut waren. Ich muß heute auch ne Menge Kniffe meines Verstandes, meines Wissens und meiner angelesenen Weisheiten zücken. Und sowohl gestern als auch heute habe ich mir irgendwo "gezwungenermaßen" eben auch Auszeiten in Form von ein bis zwei kleinen Schläfchen am Tag gegönnt - gestern noch Zuhause, heute notgedrungen auch mal ne halbe Stunde auf der Arbeit...

                      Soll heißen:
                      Ich ertrage einfach keine Belastungen mehr, alles strengt an.
                      Ich kenne dieses Gefühl auch.
                      Aber versuche, Dich mit diesem Gefühl und Deiner Angst auf einen Kompromiß und die Wahrheit dazwischen zu einigen - mithilfe Deines Verstandes: Natürlich strengt Dich VIELES (nicht ALLES!) an, aber nicht alles ist gleich eine Belastung! Wenn Dir der direkte Blick und Weg auf die Dinge zu versperrt ist - ein großer, scheinbar undurchdringlicher Brocken im Weg liegt -, untersuche ihn, wechsle die Blickwinkel, taste Dich heran. Früher oder später gibt es IMMER einen Weg hindurch, daran vorbei, oben drüber hinweg. Wenn es jetzt nicht geht, dann vielleicht in einer Stunde oder morgen. Meistens genügt ein kleiner Pfad, ein Spalt, um weiterzukommen; es muß keine vierspurige Autobahn sein, auch wenn das sicher schöner wäre


                      Ich glaube, ich hatte Dir das schonmal empfohlen:

                      Aber guck wirklich mal, wo in Deiner Umgebung regelmäßige Meditationskurse angeboten werden. Mithilfe von Meditation kannst Du soviel erreichen, insbesondere auch was eine Regulierung und Rückbildung der Amygdala - das Teilorgan des Gehirns, in dem Angst erzeugt wird - anbetrifft: Mit dieser Amygdala ist es wie mit anderen Teilen des Gehirns und mit Muskeln in unserem Körper: Wenn sie häufig aktiviert wird (auch aus irrationalen Gründen heraus), bildet sie sich aus, wird mit der Zeit hyperaktiv - sie wird ja scheinbar immer benötigt.
                      Durch Meditation kannst Du Angstgefühle wieder besser aushalten und relativieren mit der langfristigen Wirkung, daß die Amygdala ihre Aktivität wieder zurückfährt und sich zurückbildet.

                      Hier nochmal zwei interessante Links, falls Du sie noch nicht kennen solltest:
                      Wie Du mit Meditation deine Ängste abbauen kannst
                      Warum Meditation?
                      Meditation - die lernende Seele

                      Und besonders dieser Beitrag hier, könnte erklären, wieso Deine Träume und Deine Ängste so miteinander zusammenzuhängen zu scheinen:
                      Wenn die Angst vergeht (Stichwörter: Amygdala, Traumschlaf)


                      Ich muß gestehen:
                      Ich wünschte, ich würde mehr meditieren... Noch am Samstag habe ich mich selbst kurzfristig von einem Kurs abgemeldet, weil ich mich unendlich müde, platt und k.o. gefühlt habe - mittlerweile reut es mich ein wenig.
                      Denn im Kern bin ich echt davon überzeugt, daß das der (einzig) richtige (und vor allem langfristig medikamentenfreie) Weg ist, um mit seinen Ängsten leben und mit ihnen zurechtkommen zu können.

                      Habe ich deswegen versagt...?
                      Ich denke nicht: Ich bin ein Mensch, und mein Verhalten am Samstag war menschlich. Genauso, wie es auch das Deine immer ist - Du versagst nicht, sondern Du handelst wie ein Mensch

                      Sei also nicht so streng zu Dir, okay?


                      Ich drücke Dir alle Daumen, daß es Dir bald wieder etwas besser geht und hoffe, daß Du ein bißchen was mit meinem langen Text anfangen kannst und ich mich nicht zu sehr wiederholt habe.

                      LG,
                      Alex




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                      • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                        Hallo lieber Alex,

                        sehr viel kann ich mit deinem Text anfangen. Der Text kann mir nicht lang genug sein.!!!!!!!


                        Im Nachhinein muss ich feststellen, dass ich abgrundtief abgerutscht bin. Seit zwei Tagen geht es wieder besser, es kommt mir so vor, als hätte dieses fürchterliche nächtliche Ereignis den Stein wieder in die richtige Richtung geschubst. Ich kann auch wieder Zeitung lesen, trotz grauen Stars! Mein Gott, war ich am Ende!

                        Ich frage mich dann immer, ob das bei mir bestimmte Phasen sind, oder ob es wohl doch am falschen Denken , einer falschen Weltanschauung oder weiss Gott was anderem liegt.

                        Ich hatte die letzte Zeit sehr viel um die Ohren, angefangen von einem aufsässigen Mieter, Chr war wieder kurz im BKH, finanzielle Angelegenheiten waren zu regeln, der Garten muss gerichtet werden, und dann eine Hiobsbotschaft nach der anderen, Fettgeschwulst OP, OP grauer Star, beginnender grüner Star und am Spann immerzu Schmerzen.

                        Das ist wie ein Berg der immer höher und höher wird. Dazu wohlmeinende Bekannte , die meinen, ich müsste eine Reise machen, ich müsste mehr unter Leute gehen, ich müsste mehr Sport treiben, ich müsste und müsste.

                        Das führt dazu, dass ich mir überhaupt nicht mehr viel zutraue. Ach, ein Teufelskreis!

                        Deine Ausführungen über die Amygdala haben mich wirklich interessiert, auch die links. Da muss ich mich bemühen, meine Amygdala wieder kleiner werden zu lassen. Ein lohnendes Ziel!
                        Ähnliches hat auch schon Edmund Jacobson in einem sehr persönlichen Buch beschrieben. Er hatte einen Patienten, der an Bluthochdruck litt in jungen Jahren. dieser konnte durch die progressive Muskelentspannung seinen Blutdruck in Schach halten und ist damit 92 Jahre alt geworden. Jacobsen hat dazu geschrieben, dass man diese Übungen aber sein Leben lang machen müsse.

                        Ich habe auch versucht, zu beten. Ging aber irgendwie nicht, weil ich viel zu aufgedreht war. Früher als Kind habe ich immer mit einer Bauersfrau, bei der wir nach dem Krieg einquartiert waren, gebetet, abends, den Rosenkranz. Das werde ich nie vergessen. Diese Frau strahlte eine Ruhe aus, die mich als kleines Kind sehr beeindruckt hat. .Ich sehe sie heute noch in ihrem hellen Korbstuhl sitzen., der fürchterlich knarrte.

                        Es ist wahrscheinlich besser, die Ängste einfach auszusitzen. Manchmal gehen sie von alleine zurück, aber bei mir hat das Stunden gedauert.Jetzt mal eine Frage. an Dich. Ist es dir schon gelungen, durch das Meditieren, dein seelisches Gleichgewicht wieder zu erlangen, wenn auch nur für kurze Zeit?

                        Das wäre schön für mich zu hören.

                        Alex, ich würde dir so gerne helfen, wie du es mir tust, aber du weisst ja wirklich schon alles!!!!!!!!!!!!!!!

                        VSV

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                        • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                          Hallo VSV,

                          ich glaube nicht, dass eine Reha (Kur) oder ein Urlaub z.Z. für Sie infrage käme. Sie würden es nicht durchstehen, von außen etwas an Sie heran zu lassen, das hilfreich gemeint ist, Ihr Innerstes aber nicht erreicht.

                          Wirksamer wäre der umgekehrte Mechanismus: Wenn Sie aktiv sein könnten, also für Andere etwas tun, denen es noch schlechter geht, dann bekäme Ihr lädierter Selbstwert einen posotiven Anstoß.

                          Das könnte z.B. eine Angehörigengruppe aus dem Bereich Ihres Sohnes sein, wo Sie Ihre Erfahrungen weiter geben könnten. Oder eine Betreuung in einem Heim o.ä.

                          Vielleicht haben Sie eine Idee.

                          Eine Katarakt-OP ist übrigens ein harmloser Eingriff.
                          Ich kenne 80 u. 90jährige, die das ambulante Procedere locker weggesteckt haben.

                          Also nur Mut!

                          Beste Grüße

                          Dr. Riecke

                          Kommentar


                          • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                            Guten Morgen VSV

                            Ich kann auch wieder Zeitung lesen, trotz grauen Stars!
                            Das freut mich zu hören

                            Ich frage mich dann immer, ob das bei mir bestimmte Phasen sind, oder ob es wohl doch am falschen Denken , einer falschen Weltanschauung oder weiss Gott was anderem liegt.
                            Nein, definitiv nicht. Jedenfalls mindestens nicht ursächlich. Nach allem, was Du schreibst, ist es wieder eine Folge von zuviel Streß, zuviel besorgten Gedanken, bewußten "was-passiert-wenn"-Ängsten usw. Also etwas, was jedem von uns so geht, was aber bei Angeschlagenen wie uns immer heftiger durchschlägt als bei anderen.

                            Das ist wie ein Berg der immer höher und höher wird. Dazu wohlmeinende Bekannte , die meinen, ich müsste eine Reise machen, ich müsste mehr unter Leute gehen, ich müsste mehr Sport treiben, ich müsste und müsste.
                            Du MUSST GAR NICHTS
                            Laß Dir da nichts einreden. Und sag das Deinen Bekannten bei Gelegenheit ruhig auch mal, daß sie Dich mit solchen Formulierungen unter Druck setzen.
                            Solche Maßnahmen helfen bei psychisch Nicht-Angeschlagenen (ich vermeide ganz bewußt Begriffe wie "Gesunde" oder "Kranke", weil die in meinen Augen im Zusammenhang mit Depris und Ängsten immer falsch gebraucht werden), die wirklich "nur" mal ausspannen und auf andere Gedanken kommen "müssen". Sie helfen auch uns, wenn wir gerade nicht in so nem Loch stecken, in den besseren Phasen oder wenn insgesamt alles ok ist. Aber nicht, wenn ein Teil von uns sich mit Händen und Füßen gegen das Abrutschen wehrt.

                            Also zieh Dir den Schuh nicht an. Und sag das auch. Behalte immer im Hinterkopf, daß sich da keiner reinversetzen kann, der es selbst nicht erlebt hat.

                            Da muss ich mich bemühen, meine Amygdala wieder kleiner werden zu lassen. Ein lohnendes Ziel!
                            Ja, so sehe ich das für mich auch Ich visualisiere mir dann immer auch meine Amygdala, wie sie nach und nach wieder kleiner wird. Hab zwar keine genaue Ahnung, wie sie genau aussieht - aber es wird schon auch so helfen
                            Und insgesamt ist eben auch mit unseren Geschichten so: Wenn man irgendeine Form von Anker und Begründung findet, ist es etwas leichter, damit umzugehen.

                            Ich habe auch versucht, zu beten. Ging aber irgendwie nicht, weil ich viel zu aufgedreht war. Früher als Kind habe ich immer mit einer Bauersfrau, bei der wir nach dem Krieg einquartiert waren, gebetet, abends, den Rosenkranz. Das werde ich nie vergessen. Diese Frau strahlte eine Ruhe aus, die mich als kleines Kind sehr beeindruckt hat. .Ich sehe sie heute noch in ihrem hellen Korbstuhl sitzen., der fürchterlich knarrte.
                            Das ist doch eine schöne Erinnerung, kann ich mir fast vor meinem inneren Auge vorstellen. Halte daran fest. Und verzweifle nicht, wenn es mal nicht klappt - auch da gibt's bessere und schlechte Tage. Wie bei meiner Meditation auch. Wenn's klappt, lobe Dich. Wenn's nicht klappt, zuck mit den Schultern und bezeichne Dich vor allem NICHT als Versagerin!

                            Ist es dir schon gelungen, durch das Meditieren, dein seelisches Gleichgewicht wieder zu erlangen, wenn auch nur für kurze Zeit?
                            Ja, das kann ich ganz klar bestätigen. Nicht immer, nicht jedesmal. Aber ich hatte schon viele richtig schöne und wirklich in die Tiefe und Stille hinein entspannte Meditationen, die mir sehr viel Kraft und Frieden zurückgegeben haben.

                            Klar - je nachdem, was dann als nächstes ansteht - Zuhause, Alltag etc., - hält das nicht zwangsläufig lange an. Ich hatte schon Meditationen, da war ich abends doch wieder ziemlich unruhig. Ich hatte aber auch schon solche, da war ich zwei drei Tage später noch die Ruhe in Person. Aber in jedem Fall ist schon die Meditationszeit selbst ein unheimlich wertvolles Geschenk: Ein bis vier Stunden (je nach Dauer) Ruhe, Frieden, ein wirklich geschützter Raum (sowohl räumlich als auch im übertragenen Sinne), ein Meditationslehrer und Gleichgesinnte, die alle das gleiche wollen: Ruhe, Frieden, Liebe, Mitgefühl. Kein Streß, kein Müssen, kein Geningel, kein Gedrängel. Allein das ist schon wirklich so ungemein wichtig und wertvoll, zu erfahren, daß es solche Zeiten und vollständigen Ruhepausen nach wie vor immer noch gibt - auch für mich.

                            Und auch für Dich!

                            Alex, ich würde dir so gerne helfen, wie du es mir tust, aber du weisst ja wirklich schon alles!!!!!!!!!!!!!!!
                            Alles gut
                            Mir geht's seit zwei drei Tagen kontinuierlich wieder besser.
                            Und darüber hinaus hilfst Du mir bereits, nämlich zu reflektieren, meine Erfahrungen zu betrachten, auch aus anderen Blickwinkeln.

                            Noch die Tage hat mir in einem anderen Forum eine Teilnehmerin eine einfache Frage gestellt: Ob ich es bereits zulassen könnte, mich komplett fallenzulassen?
                            Nur diese eine Frage. Auf den ersten Blick nicht wirklich eine Hilfestellung
                            Und doch hat sie mir unheimlich dabei geholfen, bewußt und klar zu erkennen, daß ich mich nach wie vor nicht so komplett fallenlasse, wie ich es manchmal gern möchte und "müßte"/"sollte". Klar habe ich bisher gelernt, mir meine Ruhezeiten und Schläfchen zu nehmen, wenn ich sie brauche. Und in der vergangenen Woche bin ich meist sehr früh abends ins Bett, weil ich einfach nur platt, k.o. und depri war. Das habe ich mir auch bewußt so zugestanden. Aber, wie ich durch diese Frage erkannt habe, nur zum Teil - ein anderer Teil von mir ist nach wie vor mal mehr, mal weniger frustriert davon, daß mich meine Stimmungstiefs immer wieder so massiv ausbremsen und zur Ruhe zwingen, so daß ich noch nicht mal meinen Hobbies mehr nachgehen kann und/oder mag. Ja: Es frustriert mich immer noch irgendwo, wenn ich mich nachmittags erst für ne halbe Stunde auf's Bett legen und ausruhen muß (oder auch länger) und ich meine Freizeit am Abend vergleichsweise ungenutzt an mir vorbeiziehen lassen muß.
                            Das trägt sicher nicht so sehr zur inneren Ruhe und Zufriedenheit bei

                            Hier habe ich also definitiv noch ein Übungsfeld

                            Und ebenso hilft mir auch Deine kritische Frage, wie nachhaltig mir Meditationen tatsächlich helfen, mich damit nochmal bewußt auseinanderzusetzen und mir selbst und Dir eine klare Antwort zu geben


                            Setz' Dich nicht unnötig unter Druck.
                            Du bist nicht auf der Welt, um immer nur für andere da zu sein - früher Deinen Mann, in der jüngsten Vergangenheit Deinen Sohn, oder wen auch immer. Du bist in erster Linie auf der Welt, um für Dich selbst da zu sein. Sobald Du im Lot bist, klappt der Rest auch wieder besser


                            Paß auf Dich auf, und ich drücke Dir die Daumen, daß es weiter aufwärts geht

                            LG,
                            Alex

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                            • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                              Kann eine Hypnosetherapie gegen Angst helfen?

                              Kommentar


                              • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                                Es kommt darauf an in welcher Form und warum die Ängste da sind und vor allem von wem und in welchem Rahmen die Hypnose durchgeführt wird.

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                                • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                                  Hallo lieber Alex,

                                  ich habe gerade einen langen Text and dich verfasst und am Schluss ist alles abgestürzt. Oh je, wahrscheinlich war der Text zu lang. Keine Ahnung!

                                  Ich möchte mich für deine lieben Zeilen von Anfang Sept. bedanken, die mir sehr viel gegeben haben. Leider komme ich erst heute zum Schreiben, weil es mir nicht gut ging.

                                  Ich möchte aber deine Gedanken aufgreifen, mit dem "zu viel Druck machen". Im ersten Moment überliest man vieles aber bei nochmaligem Überlesen wird einem vieles klarer.

                                  Ja, ich habe mir sehr viel Druck gemacht, und wahrscheinlich ist es jetzt eskaliert. Es ,wie du es sagst, ich habe immer das Gefühl gehabt, für die Familie dasein zu müssen, und nachdem ich mich selbst nicht für gut genug befand, immer noch mehr aus mir herausgepresst.

                                  Mein Mann hatte eine sehr lange Leidenszeit, ist aber dennoch binnen 14 Tagen plötzlich verstorben. Nichts, aber auch gar nichts war geregelt, und ich hatte mich zuvor um nichts gekümmert.Ich habe alles allein bewältigen müssen und konnte die Lawine nicht mehr stoppen, ich war wie in einem Hamsterrad gefangen und meine Seel rebelliert jetzt., aber auch schon zuvor..

                                  Anderen Menschen, so kann man es beobachten, macht das nicht so sehr viel aus, aber wenn man anlagebedingt oder vielleicht auch lebensgeschichtlich vorbelastet ist, kann das in einer Katastrophe enden.

                                  Seltsamerweise haben mir in meinem früheren Beruf Belastungen nicht viel anhaben können, vielleicht deshalb, weil mich da keine katastrophistischen Gedanken überfallen haben, oder ich halbwegs habe auf mein Können vertrauen können.

                                  Jetzt hat mir meine Seele einmal wieder das Stopschild gezeigt und ich bin schwer darauf reingefallen und habe wirklich geglaubt, noch den Verstand zu verlieren. Ich fand keine Erklärung für den Unruhezustand, der über 13 Stunden gedauert hat. Und nirgens Hilfe, weit und breit. Das ist so ziemlich das Schlimmste was man sich vorstellen kann, zumal wenn jemand so wie ich, vollends die Nerven verliert.

                                  Es ist jetzt wieder besser, Gott sei Dank. Ich habe ein Päckchen Opripramol neben mir liegen, unbenutzt. Der Psychiater hat es mir mit dem Hinweis verabreicht, dass bei "alte Frauen" wie ich eine sei, damit vorsichtig umgehen müssten, weil die Gefahr der geistigen Verwirrtheit, eines Sturzes, der Austrocknung usw. bestünde.
                                  Das hat mich aber schon gar nicht mehr aufregen können, nachdem mich das vorherige EEG schon ganz schön geschafft hatte. Es war übrigens besser als in den Jahren zuvor ausgefallen, weil ich dieses Mal mit Entspannungsübungen gearbeitet habe, vermute ich mal.
                                  Heute ist Ruhe angesagt, nichts als das, und wenn draußen die Welt in Schutt und Asche liegt. Allein das Gefühl, einmal vorübergehend für gar nichts verantwortlich zu sein, ist beruhigend. Auch mein kranker Sohn greift mir unter die Arme, indem er immer mehr für sich selbst sorgt, auch meine Einkäufe erledigt, und auch fürsorglich ist
                                  Ich glaube, dass ich die Pause jetzt erst einmal brauche, um meine ungeheueren Lebensängste zu überwinden oder zu minimieren. Ob das der richtige Weg ist, weiss ich noch nicht., es wird sich weisen.
                                  Die Symptome werden es mir schon zeigen.
                                  Und wünsche ich dir, dass deine Besserung angehalten hat , du dich immer mehr stabilisierst, weiterhin so hilfreiche Posts schreibst und keine aber auch gar keine katastrophistischen Gedanken mehr zulässt !!!!!!!!!

                                  Alles Liebe und danke, VSV





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                                  • Re: Generalisierte Angststörung ? was tun?

                                    Liebe VSV,

                                    schön zu hören, daß es bei Dir weiter aufwärts geht

                                    Ich hab seit gestern leider wieder etwas zu knabbern. Da spielt aber insgesamt auch ne latente Erkältung mit rein, die nicht richtig durchbricht; sowas wirkt dann auch immer auf die Psyche... Leichte Unruhe im Blut, angespannt. Schei* Depri-Sog...

                                    Und nirgens Hilfe, weit und breit. Das ist so ziemlich das Schlimmste was man sich vorstellen kann, zumal wenn jemand so wie ich, vollends die Nerven verliert.
                                    Ja, ich kann Dich sehr gut verstehen.

                                    Deswegen:
                                    Ich glaube, dass ich die Pause jetzt erst einmal brauche, um meine ungeheueren Lebensängste zu überwinden oder zu minimieren. Ob das der richtige Weg ist, weiss ich noch nicht., es wird sich weisen.
                                    Ne Pause und ganz allgemein Ruhe kann nicht so falsch sein.
                                    Von Natur aus steht kein Lebewesen so sehr unter Dauerstrom wie wir Menschen. Hunde, Katzen und andere Tiere verbringen einen Großteil ihres Tages mit Fressen und Faulenzen, wenn man ihnen ihre Freiheit läßt. Das ist alles, was es zum Überleben und gut leben braucht. Depressiv werden Tiere auch nur dann, wenn man sie einsperrt, unter Druck setzt und durch irgendwelche Experimente und unlösbaren Aufgaben in Streß versetzt.

                                    Ich denke, das kann man so 1:1 auch auf den Menschen übertragen.

                                    Also:
                                    Ruh Dich aus, gönne Dir eine Pause und mache in aller Ruhe und Langsamkeit nur und ausschließlich das, worauf Du Lust hast. Lieber weniger, aber das in Ruhe Langsamkeit kann man lernen, da bin ich nach wie vor von überzeugt, auch, wenn ein anderer Teil von mir innerlich immer wieder dagegen aufbegehrt und mehr (Streß erzeugende) Action wünscht.

                                    LG
                                    Alex

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