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Was tun bei Alzheimer

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  • Was tun bei Alzheimer

    Hallo,

    wir habe seit 2 Tagen erfahren das unsere Mutter an einer mittel-schweren Alzheimer Krankheit leidet. Uns teilte der Arzt mit, das meine Mutter in ein Heim kommen müsste. Das Auto muss ihr abgenommen werden, da bei Unfall wir haftbar wären. Sie nimmt im Augenblick Axuro und Reminyl. Die Tabletten nimmt sie seit 7 Tagen.
    Doch ich frage mich, was ist das beste für unsere Mutter.
    Zur Zeit ist meine Mutter zu Besuch und ich konnte sie gut beobachten. Sie steht jeden Morgen auf, kocht den Kaffee und hilft mir den Tisch zu decken. Sie wäscht sich alleine, vergisst aber sich mit der Seife zu waschen.Und zieht sich alleine an. Wir gehen jeden Tag spazieren, was ihr sehr gefällt, da wir auch viele Tiere hören und sehen. Sie hilft mir beim kochen. Und nun frage ich mich, warum soll sie nicht zuhause bleiben, solange es geht, um ihre Selbstständigkeit und Motivation zu erhalten.
    Wann und wie sollen wir mit Ihr zusammen über Ihre Krankheit sprechen? Und in welcher Phase befinden wir uns? Meine Mutter vergisst sehr viel, kann sich nichts behalten, fragt viel und erzählt immer wieder das Gleiche. An Emotionale Sachen kann sie sich noch erinnern.
    Was ich auch noch erwähnen muss ist, das meine Mutter mit meinem Vater zusammenlebht. Aber mein Vater überhaupt kein Verständnis für Ihre Krankheit hat. Und sie deshalb sehr viel Streit haben. Er weigert sich sogar, die Tabletten Kontrolle zu übernehmen. Was sollen wir nur tun? Die Krankheit ist da und wir haben nur eine begrenzt Zeit und ich möchte die Zeit sinnvoll nutzen und solange die Krankheit hinauszögern wie es nur geht. Wir stehen noch unter Schock.

    Was sollen wir tun? Wie soll es weitergehen?

    Gruss Jutta


  • Re: Was tun bei Alzheimer


    Liebe Jutta, das was sie im letzten Absatz erwähnen, ist meiner Ansicht nach erst einmal das Wichtigste. Sie müssen Ihrem Vater Einsicht in diese Krankheit vermitteln. Ich pflege meinen Mann seit vielen Jahren und als Pflegender ist man oft bis an die Grenzen gefordet. Wenn Ihr Vater schon jetzt die Tabletteneinnahme nicht überwachen will, wie wird er in einem späten Stadium mit der Krankheit umgehen können. In unserer Stadt gibt es Seminare für Angehörige von Alzheimer Kranken. Geben Sie ihm Literatur, die Sie über die Alzheimer Gesellschaft beziehen können. Er muss Ihr Verbündeter werden. Denn ich denke, dass Ihre Mutter keinesfalls schon in ein Heim sollte, wenn sie noch so viele Dinge selbständig erledigen kann. Beantragen Sie eine Pflegestufe, dann haben sie die Möglichkeit, Hilfen zu holen - vielleicht eine Putzfrau oder jemanden, der zum Duschen kommt oder Sie suchen einen Menschen, der mit ihr spazieren geht oder das Essen mit ihr kocht. Es gibt auch Tagespflegeplätze, wo sie vielleicht 2x die Woche hingehen kann. Damit wird sie nicht gleich vollständig aus ihrem Umfeld genommen. Alles Gute für Sie. Preston

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    • Re: Was tun bei Alzheimer


      Vielen Dank für die Antwort.


      Gerade der letzte Absatz, mein Vater, ist und war immer ein schwieriges Thema. Er ist sehr extrem und war es schon immer. Wir dürfen ihm nichts sagen, sonst wird er sofort agressiv. Ein Verbündeter werden, das wäre ein Wunder.

      Haben Sie Erfahrungen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn es zu Hause nicht harmonisch ist? Inwieweit wirkt sich dies auf die Krankheit aus?

      Gruss
      Jutta

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      • Re: Was tun bei Alzheimer


        Hallo Jutta, es ist wirklich traurig, dass auch Sie als Tochter nicht das Herz ihres Vaters erreichen.Die Atmosphäre, in der der Kranke lebt, spielt schon eine wesentliche Rolle. Der Kranke weiss ja irgendwie, dass er Defizite hat. Wenn er dann etwas verlegt hat, etwas doppelt macht oder vergisst, was er versteckt hat und dann gemeckert bekommt, das auch noch laut, dann wird er wieder mehr verunsichert. Ihre Mutter wird also darunter sehr leiden. Ob die schlechte Atmospäre direkt am Fortschreiten der Krankheit beteiligt sein kann, weiss ich auch nicht. Aber vielleicht äussert sich Dr. Spruth noch dazu. Auf jeden Fall gilt für Alzheimer Patienten als tabu, Fragen mit warum, weshalb er was tut oder nicht tut, zu stellen. Überhaupt sind Diskussionen müssig, weil dem Kranken die Einsicht fehlt. Wenn das wirklich alles so verhärtet bei Ihnen ist, wäre ein Heim vielleicht noch die besserer Lösung; evtl. mit dem Kompromiss, dass Ihre Mutter Sie häufig besuchen kann. Aber das kann ich als Aussentstehender nicht beurteilen. Erkundigen sie sich doch mal nach Tagespglegeplätzen, dann hätte Ihre Mutter schon mal 6-8 Stunden am Tag den Terror ihres Ehemannes nicht. Grüsse Preston

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        • Re: Was tun bei Alzheimer


          Sehr geehrte Juttalina,

          da Ihr Vater, wie Sie in Ihrem ersten Beitrag schilderten, ebenfalls unter einer Alzheimer-Demenz leidet, sollten Sie ihm nicht unbedingt die Überwachung der Medikamenteneinnahme Ihrer Mutter überlassen. Der Hausarzt kann für die Medikamentenverabreichung durch eine Hauskrankenpflege ein Rezept ausstellen, eine Pflegestufe ist hierfür nicht erforderlich. Ansonsten gilt, was ich in meiner letzten Antwort schrieb. Ob und wann ein Umzug in ein Pflegeheim erforderlich bzw. sinnvoll ist, hängt allerdings von so vielen individuellen Faktoren ab, daß ich letztlich hierzu keinen konkreten Ratschlag geben kann.

          Mit freundlichen Grüssen,

          Spruth

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