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Demenz und Psychose?

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  • Demenz und Psychose?

    Hallo,

    zunächst einmal vielen Dank an Hr. Dr. Spruth für die Antwort im Thread "Demenz nach Bypass-OP?".

    Jetzt hat mein Vater eine "fixe Idee" entwickelt. Er ist der Auffassung, nicht mehr in seinem Haus zu leben. Sein wirkliches Haus sei einige Kilometer entfernt "bei der Arbeit". Das Haus, in dem er lebt sei ein fast perfektes Duplikat seines "wahren Hauses". Lt. meiner Mutter kommt er meistens spätnachmittags und abends auf dieses Thema zu sprechen während vormittags alles normal erscheint.

    Ist das als psychotisch zu werten? Ich glaube es nicht, bin aber nur Laie. Habe meiner Mutter - da ich entfernt lebe und z.Z. auch noch krankgeschrieben bin - telefonisch mitgeteilt, sie mögen baldmöglichst wieder den Hausarzt und ggf. einen Spezialisten aufsuchen. Da im Februar ohnehin Termin sei, wollen sie das auch bald tun. Mit meinem Drängen, doch schon jetzt - quasi "ausser der Reihe" - den Arzt aufzusuchen, stoße ich leider auf taube Ohren.

    Ich stelle mir das so vor: Vater hat zunächst einige kleine "Veränderungen" im Haus wahrgenommen - Gegenstände wären nicht mehr an dem Platz, an dem er sie gestellt haben will, usw. Dann fing die Sorge um sein Eigentum an. Jetzt hat sich das weiterentwickelt. Tatsächlich hat sich aber kaum etwas verändert außer die Wahrnehmung meines Vaters. Infolge der Krankheit stimmt sein Konstrukt von Umwelt nicht mehr mit dem Konstrukt füherer Wahrnehmungen überein außer vielleicht mit Wahrnehmungen bzw. Erinnerungen aus früheren Jahren. Vater versucht jetzt, sich anhand dieser Erinnerungen zu orientieren. Das kollidiert aber mit dem Ist-Zustand der Umgebung und er "flüchtet" sich in eine abenteuerliche "Hypothese". Leider ist ihm das kaum auszureden, was am deprimierendsten für Mutter und mich ist. Ich kenne den Rat, im Weltbild des Kranken mitzuspielen, befüchte aber, das derlei nicht durchzuhalten ist.
    Was ist da richtig und was ist da falsch?

    Am schlimmsten ist diese Hilflosigkeit. Einem Kranken kann man normalerweise Trost zusprechen, usw. Aber in diesem Fall steht man mit allem seinen Wollen hilflos herum und muß zudem noch befürchten, dass den "fixen Ideen" noch seltsamere Taten folgen werden.

    Gruss
    Egon-Martin


  • Re: Demenz und Psychose?


    Lieber Egon Martin,

    was ist wohl aufreibender ?
    Ihren Vater immer wieder zu erklären, was real ist oder ihm nicht zu widersprechen in dem, was er als IST sieht ?

    Sein "Wahn" ist doch harmlos, nicht aggressiv und es ist ein Stück einer Krankheit, die gestern näher rückt als heute. Viele gehen wieder arbeiten, müssen Kinder hüten und warten auf ihre eigenen Eltern....

    Ich sehe das nicht als hoffnungslos, dass auch Sie das Durchhalten oder besser -Mitgehen- lernen. Es geht nur nicht von heute auf Morgen.

    Will Ihr Vater denn Trost ? Ist er traurig oder sind mehr Sie es mehr im der momentanen Situation, die nicht nur ihren Vater sondern auch sie in neue Erlebens- und Denkebenen bewegt ?

    Besten Gruss
    Auguste D.

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