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Altersdemenz

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  • Altersdemenz

    Meine Mutter ( 92 Jahre ) ist dement und mein Vater sowie ich pflege sie. In einer Tagespflege kann sie nicht, da wir es versucht haben aber sie einfach nie wieder da hin will. Mein Vater ist völlig überfordert ( 93 Jahre )und ich wohne einige Kilometer weg. Die schlimmste Belastung für meinen Vater sind die Halluzinationen die sie hat. Ist das Normal????? Und wie kann man dagegen angehen? Medikamente hat sie schon bekommen, doch die haben alles nur noch schlimmer gemacht und ich will sie nicht zu einem Versuchskaninchen werden lassen. Was könnt ihr mir raten?
    Hedda


  • RE: Altersdemenz


    Hallo,

    bin kein Arzt, und alles was ich sagen kann ist, dass auf alle Fälle auf genug Flüssigkeitszufuhr geachtet werden muss. Das betone ich immer, weil ich erstens sicher bin, dass Flüssigkeit alles im Körper beeinflusst, auch im Gehirn, und ausserdem vor allem bei Medikamenteneinnahme dies so wichtig ist, da diese sonst nicht ausreichend verteilt und ggf. wieder ausgeschwemmt werden (sehr unfachmännisch ausgedrückt). Und ich weiss, dass genau dieser Punkt bei dementen Personen sehr schwer bzw. mühsam ausreichend oder besser überdurchschnittlich versorgt wird. Selber trinken tun diese selten, da sie ja eigentlich zu nichts mehr richtig Antrieb haben. Am besten verschiedenste Getränke anbieten, oder auch Suppen, und diese immer wieder Richtung Mund führen.
    Man wird Ihnen wahrscheinlich bzgl. der Halluzinationen raten, doch Medikamtente zu nehmen, sofern vertretbar. Bei diesen ist anfangs meist eher ein Verschlechterungsbild normal, da diese sehr heftig wirken. Deshalb meine eigene Meinung; eher noch langsamer als die Ärzte es vorschlagen einschleichen, und der Effekt stellt sich auch erst nach ca. 1 Woche bis zu 4 Wochen (Langzeiteffekt) ein.

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    • RE: Altersdemenz


      Sehr geehrte Hedda,

      ob Halluzinationen "normal" bei der Demenz Ihrer Mutter sind, kommt darauf an, um welche Demenzerkrankung es sich handelt und in welchem Stadium sie sich befindet. Oftmals sind derartige Symptome auch Ausdruck einer weiteren Störung im Organismus, wie Flieder dies schon ganz richtig ansprach. Es sollte also durch einen erfahrenen Neurologen oder Gerontopsychiater untersucht werden, ob eine solche Störung vorliegt. Wenn Sie einen solchen mit Demenzerkrankungen erfahrenen Neurologen/Gerontopsychiater finden, so sollten Sie auch die Therapie durchführen, wie sie empfohlen wird. Ich teile erstens nicht die Ansicht von Flieder, daß eine Verschlechterung der Demenz eine normale Folge einer Medikamentösen Therapie von Halluzinationen ist (wenn dies doch so ist, so sollte die Medikation umgestellt werden). Zweitens ist es je nach gewähltem Medikament auch nicht immer so, daß die Wirkung erst nach längerer Zeit eintritt. Im übrigen sollte auch immer nach einer gewissen Zeit durch Dosisreduktion bzw. Absetzen überprüft werden, ob eine medikamentöse Therapie überhaupt noch notwendig ist. Grundsätzlich gilt aber dennoch - vielleicht hat Flieder dies gemeint - in Bezug auf Psychopharmaka bei älteren Patienten, "start low, go slow" (niedrige Anfangsdosis, langsames Aufdosieren). Ein erfahrener Arzt weiß dies aber, auch wenn der eine oder andere Angehörige hier schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich halte nichts davon, ohne Absprache mit dem Arzt die Behandlungsplanung in die eigenen Hände zu nehmen, insbesondere nicht, wenn man selbst Laie auf dem Gebiet ist.
      Haben Sie schon versucht, andere Entlastungsmöglichkeiten als die Tagesstätte zu nutzen (Hauskrankenpflege, Besuchsdienst)?

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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      • RE: Altersdemenz


        Hallo,

        hierzu möchte ich nur noch erklären, dass ich meinte, dass Antipsychotika eine starke Wirkung haben, welche dem Patienten anfangs wenn er sowieso gerade ein "Nervenbündel" ist, anscheinend starke unangenehme Gefühle bereiten können (ob das alle sind weiß ich natürlich nicht). Ich habe dies auf Nachfrage, weil mein Vater so heftig drauf reagierte, von anderen Ärzten erfahren. Und ich merkte auch, wie eine Dosissteigerung wirkte, nämlich erstmal sehr stark einschränkend. Einige Ärzte sehen das als wäre das gar nichts... ich empfand es als starken Einfluss auf den Patienten, und würde halt erstmal (wenn es nicht anders unbedingt notwendig ist), z.B. ein Viertel hochdosieren z.B. 2 Tage lang, und dann erst auf eine Halbe. Das nur als Beispiel, und nur wenn der Arzt anweist überhaupt hoch zu dosieren!
        Klar, wenn der Arzt etwas nachhaltig empfiehlt, z.B. eine schnelle Steigerung, hat das Vorrang, ich habe nicht gesagt, dass man selbstständig Medikamente verabreichen soll!
        Zu der Wirkweise von z.B. Risperidon zitiere ich:
        "Wie schnell wirkt Risperidon?
        Bei akuter Manie setzt die Wirkung sofort ein, erreicht die volle Wirkung nach bis zu 14 Tagen,
        die phasenprophylaktische (rückfallverhütende) Wirkung erst nach einigen Wochen bis Monaten.
        Bitte verändern Sie die verordnete Dosis nicht selbständig und setzen sie das Medikament
        nicht ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt ab"

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        • Re: Altersdemenz


          Hi,

          ich kenn mich bei Medikamenten nicht wirklich auf, aber zumindest kann ich meine Erfahrungen kundtun. Also mein Vater (80J.) ist leider auch stark dement. Die meiste Zeit habe die Medikamente so gut wie gar nicht angeschlagen oder hatte wahnsinnige Nebenwirkungen. Seit einiger Zeit ist er mit Reminyl eingestellt und wir sind damit auch sehr zufrieden. Demenz kann natürlich nicht geheilt werden, aber der Krankheitsverlauf wurde doch merklich gebremst.Wir haben mit diesem Medikament also sehr gute Erfahrungen gemacht. Alles Gute für deine Mutter.

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