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Alzheimer

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  • Alzheimer

    Hallo,
    bei meinem Mann wurde vor 4 Wochen Alzheimer festgestellt. Ich bin total verzweifelt und komme mit dem Problem überhaupt nicht klar. Wie weit werden meinem Mann noch Unterschriften, Testamentänderungen u.s.w. zugestanden ??? Mein Mann ist erst 61 Jahre alt. Was muß ich alles achten und in Zukunft bedenken. Sei es Kontoführung, Geld und was ist eine Generalvollmacht.

    Ullaandreas


  • RE: Alzheimer


    Hallo,
    bin kein Fachmann, haben aber alles schon soweit durchgemacht mit meinem Vater (auch 61 jetzt). Soweit ich weiss, kann man auch mit der Diagnose noch alles selber verfügen, solange man noch als geschäftsfähig gilt. Dieses sollte man sich durch ein ärztliches Attest bescheinigen lassen, dass man zu diesem Zeitpunkt noch geschäftsfähig und entscheidungsfähig ist. Auch ein Testament kann man dann noch unterzeichnen.

    Sollte dies nicht mehr der Fall sein, so sollten Sie so früh wie möglich eine Betreuung beantragen. Damit können Sie wenigstens alles für den Betroffenen erledigen, solange es im Sinne des Betroffenen gilt. Darüber und evtl. auch über andere Fragen können Sie sich auch telephonisch oder persönlich über die Alzheimer-Gesellschaft informieren. Es gibt dort Fachstellen, aber auch Angehörigentelefone. Sollten Sie selber keine Nummer finden, so schreiben Sie bitte nochmal aus welchem Umkreis Sie kommen, dann suche ich für Sie.
    Auch für anderweitige Fragen stehe ich und einige andere hier zur Verfügung
    MfG
    Flieder

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    • RE: Alzheimer


      Sehr geehrte Ullaandreas,

      wie Flieder bereits schrieb ist mit der Diagnose noch nichts über die Geschäfts- und Testierfähigkeit gesagt. Auch richtig sit, daß sie sich früh um die rechtlichen Aspekte der Krankheit kümmern sollten. Am wichtigsten erscheint mir hier, daß Sie für Ihren Mann als rechtliche Vertretung fungieren können, sofern er damit einverstanden ist.
      Ist er im Moment noch geschäftsfähig (fragen Sie den behandelnden Neurologen/Gerontopsychiater danach, so kann er Ihnen eine Vollmacht austellen, die am Besten durch einen Notar aufgesetzt und von diesem beglaubigt wird. Darin wird vermerkt, daß Sie Ihren Ehemann in finanzielllen, behördlichen, die Gesundheitsfürsorge und den Aufenthaltsort betreffenden und noch verschiedenen anderen Angelegenheiten vertreten dürfen, sofern er selber dazu nicht mehr in der Lage ist. Leider kann ich Ihnen nicht sagen, was dies an Notargebühren kostet, ich schätze so etwa um die 100 Euro, genaueres kann uns vielleicht eine Forenteilnehmer berichten, der eine Vorsorgevollmacht durch einen Notar hat anfertigen lassen. Ist Ihr Ehemann nicht mehr geschäftsfähig, d.h. nicht mehr in der Lage, die Tragweite einer solchen Bevollmächtigung zu erfassen, so sollten Sie bei zuständigen Amtsgericht die Betreuung beantragen und sich selbst als Betreuer zur Verfügung stellen. Sie werden dann (voraussichtlich), nachdem das Gericht den Antrag geprüft hat, ggfs. ein fachpsychiatrisches Gutachten hat erstellen lassen und Ihren Ehemann angehört hat Sie zu Betreuer bestellen. Dann haben Sie die gleichen Rechte, wie durch die Vollmacht.

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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      • Re: Alzheimer


        ich wünsche allen Forumteilnehmer geruhsame und besinnliche Festtage.
        Mir selber wünsche ich für das Neue Jahr die Kraft, das Unvermeintliche anzunehmen. Noch bin ich Lichtjahre davon entfernt.
        Ihre Ulla !
        ein besonderen Gruß an Flieder, ihre Berichte geben mir ein wenig Kraft.

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        • Re: Alzheimer


          Sehr geehrte Ulla,
          danke für die Weihnachtsgrüße. Auch Ihnen und Ihrem Mann wünsche ich schöne und erholsame Tage.
          Ich muss sagen, dass es mich sogar verwundern würde, wenn Ihnen meine Berichte hier im Forum wirklich positive Kraft bringen würde. Leider ist es ja so, dass man in solchen Foren meistens unter einem gewissen Leidensdruck schreibt; in guten Zeiten ist fast niemand hier zu finden (wie auch meiner Meinung nach sowieso zu wenige Betroffene hier zu finden sind).
          Wollte damit sagen, dass die Wirklichkeit sogar einerseits härter ist, andererseits aber auch viel mehr Schönes hat, als sich dies durch Forumsbeiträge vermuten läßt; meiner Meinung nach.
          Ich weiss zuwenig über Ihre Situation, aber trotz der Diagnose, die Sie schrieben, geht das Leben natürlich weiter, auch wenn es langsam langsam immer schwieriger wird. Wir wissen jetzt ca. 5 Jahre, dass "etwas nicht stimmt", und trotz des relativ fortgeschrittenen Stadiums bei meinem Vater ist er im großen und ganzen ein ganz Lieber, und wir drücken unsere Liebe auch aus, gegenseitig. Wichtig ist, sich nicht unterkriegen zu lassen (und am besten nicht allein damit sein). Wenn Sie möchten (hab ichs schon vorgeschlagen?) können wir uns auch gerne weiter austauschen: flieder4@gmx.de
          Freundliche Grüße
          Flieder

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          • Re: Alzheimer


            Hallo,
            auf einen Übnerweisungsschein meines Mannes steht die Diagnose :
            progrediente Demenz.Ich wäre Herrn Dr.Spruth sehr dankbar, wenn er mir einiges dazu sagen könnte. Danke!

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            • Re: Alzheimer


              hallo!
              ich bin neu in diesem forum.. werde aber sicher in nächster zeit öfters hier sein, weil auch mein vater (84) an alzheimer erkrankt ist. ich muss mich aber erst zurechtlesen.
              liebe grüße aus wien

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              • Re: Alzheimer


                Sehr geehrte ullaandreas,

                was eine Demenz ist wissen Sie vermutlich bereits, der Begriff "progredient" bedeutet eigentlich nur "fortschreitend", sagt also nichts über die Ursache aus.

                Mit freundlichen GRüssen,

                Spruth

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