• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

05.01.06

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • 05.01.06

    Sehr geehrter Herr Spruth,

    meine Mutter wird in wenigen Tagen 80 Jahre alt. Seit rund 10 Jahren wurde bei ihr bereits Parkinson diagnostiziert und ist seit dem mit Tabletten eingestellt.
    Seit rund einem Jahr fällt mir immer wieder auf, dass sie sehr vergesslich wird. Sei es der Wochentag oder Dinge die sie verlegt und dann nicht mehr findet. Diese finden sich dann auch erst nach Tagen oder gar Wochen wieder, weil sie an so undenkbaren Orten liegen an denen weder meine Tochter noch ich gesucht haben (EC-Karten z. B. in einer Glasschüssel in einem Schrank). Das jüngste Beispiel ist, dass sie sich am ersten Weihnachtstag nicht mehr an ein Geschenk erinnern konnte, dass sie von meiner Tochter Heiligabend geschenkt bekommen hat und es auch selber ausgepackt hat und wir auch einige Zeit über das Geschenk gesprochen haben. Weiter ist mir aufgefallen, dass sie immer sehr schlecht gelaunt und gefrustet ist. Diese schlechte Laune überwiegt mittlerweile schon fast die Gute. Ich habe oft das Gefühl, dass sie auch nicht ganz bei "Sinnen" ist, da sie von Dingen redet, die in keinster Weise in einem Zusammenhang stehen können. Dadurch widerspricht sie sich auch oft selbst, so dass ich sie mittlerweile immer mehrmals frage wenn ich z. B. etwas für sie erledigen soll.
    Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass sie in nicht alltäglichen Situationen auch ganz klar im Kopf ist, z. B. wenn ich mit ihr beim Hausarzt bin oder sie mit zum einkaufen nehme. Anders ist es aber auch wieder wenn wir in ein Café gehen.
    Zum wiederholten Male ist es auch schon vorgekommen, dass sie "wirres Zeug" in vollem Ernst auch vor Bekannten erzählt, z. B. dass sie Hexen mit Fratzen beim Tanzen beobachtet hat oder dass sie kleine Mädchen im Haus schreien gehört hat (nicht dauerhaft, jedes Ereignis nur immer 1 Mal). Am Anfang als bei ihr Parkinson diagnostiziert wurde hat sie auch halluziniert, in den letzten 9 Jahren aber eigentlich nicht mehr. Meine Frage ist jetzt, ob dies Anzeichen für Demenz seien können oder ob diese Dinge alle auf das Parkinson zurück zu führen sind. Vielen Dank


  • RE: 05.01.06


    Sehr geehrte Wilburgis,

    die beschriebenen Symptome können durchaus Hinweise auf eine Demenz sein, genau lässt sich das über das Internet nicht feststellen.
    Während Patienten mit einer Parkinson-Erkrankung oft im Verlauf auch eine Demenz entwickeln (Parkinson-Demenz), schützt diese Krankheit aber gleichzeitig natürlich nicht vor anderen Erkrankungen des Gehirns, d.h. mit 80 Jahren könnte Ihre Mutter natürlich auch eine Alzheimer-Demenz entwickeln. Eine Unterscheidung kann im Einzelfall sehr schwierig bis unmöglich sein, in jedem Falle aber sollte m.E., nach ausführlicher Abklärung durch einen Neurologen oder Gerontopsychiater eine antidementive Therapie eingeleitet werden. Was die möglicherweise vorliegenden Halluzinationen angeht, so könnten diese auch in Zusammenhang mit der Parkinson-Medikation stehen. Sprechen sie bitte den behandelnden Neurologen hierauf an.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Spruth

    Kommentar