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Nervenende

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  • Nervenende

    Wie ich bereits berichtete, ist meine Mutter 81 Jahre alt und hat eine vaskuläre Demenz und ein aufgebranntes Lungenemphysem.
    Ich pflege sie seit 1,5 Jahren zu Hause.
    Nun kommt es immer wieder erneut zu dehydration, da sie nur ca. 700 ml trinkt und Diuretika bekommt.
    Sie ist schlafrig, kraftlos, spricht kaum, atmet nur sehr schwer.
    Dieser Zustand verschlechtert sich manchmal so drastisch, dass ich sie stat. ins Krankenhaus bringen muss. Kaum wird sie wieder mit "Wasser" und Kalium per Infusion aufgefüllt, blüht sie auf. (Naja, den Umständen ensprechend, aber immerhin.)
    Nun war es vorgestern mal wieder so weit. Ich rief im Krhs auf der Geriatrie an. Der Oberarzt meinte, dass man einen immer wiederkehrenden Zustand bei gleicher Diagnose nicht bezahlt bekommt und das da die Krankenkasse eine PEG vorschlagen würde, da ja TRINKEN ein TECHNISCHES PROBLEM sei.
    Ich habe den ganzen Mittag geweint, dass kann doch nicht sein.
    Schließlich ißt sie mir noch die halbe Pizza weg, aber sie soll eine PEG bekommen, nur weil die Flüssigkeitsbilanz nicht stimmt?
    NEIN!
    Ich rief bei der Kasse an, ich rief meinen Pflegedienst an, bei dem ich zweimal jährl. den Beratungseinsatz habe. Die hatten eine super gute Idee: subcutane Infusion!
    Ein klitze kleines Nädelchen in den Bauch oder Oberschenkel o.ä. und einen sterilen durchsichtigen Klebeverband. FERTIG.
    So kann man am Tagesende nach der getrunkenen Menge entscheiden, wieviel der Patient noch an Flüssigkeit braucht und gibt es über die kleine Nadel. Der Pflegedienst war so lieb mir ganz fantastisches Infomaterial in den Briefkasten zu werfen. Also wenn es jemand interessiert, der soll mir schreiben. Ich berichte auf jeden Fall mal hier weiter, wie die Erfahrunen damit sind. Gruß an euch alle! von Bine


  • RE: Nervenende


    Sehr geehrte Bine110,

    "subcutan" bedeutet "unter die/der Haut". Auf diesem Wege lässt sich keine Flüssigkeit in ausreichender Menge substituieren, wir sprechen hier ja von Mengen über 1 Liter. Was Sie möglicherweise meinen ist "intravenös". Dabei wird die Flüssigkeit, wie Sie schon beschrieben, über ein kleines "Schläuchlein" in einer Vene (z.B. Arm oder Bein) verabreicht. Dies ist aber m. E. dauerhaft gesehen keine Lösung, da diese Nadel regelmäßig hinsichlich ihrer Lage kontrolliert werden muß und ständig gewechselt werden muß. Eine PEG, bei der ein dünner Schlauch durch die Bauchhaut in den Magen gelegt wird, ist sicher nicht schön, für den Patienten aber u.U. gar nicht so schlimm, wie Sie annehmen. Auch ist es ja nicht so, daß Ihre Mutter, hat sie einmal eine PEG, keine Pizzen mehr essen oder selbst trinken darf. Es soll nur verhindert werden, daß sie verhungert oder, im konkreten Fall, verdurstet.
    Lassen Sie sich bitte auch einmal zum Thema PEG beraten und schreiben Sie dann, was Sie davon halten.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Spruth

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    • RE: Nervenende


      Also Spruth, ich bin Krankenschwester und was intravenös heißt ist mir klar.
      Über eine subcutane Infusion kann man 1000 ml in 4-6 Stunden geben. Wenn sie also z.B. nur 600 ml am Tag trinkt, so kann ich ihr, am Abend über die Nacht, noch die fehlenden 600 - 800 ml subcutan verabreichen. Das reicht doch völlig.
      Ich will ja max. 1000 - 1500 ml Tagesbedarf erreichen.
      Was eine PEG ist und warum und so weiter sie gelegt wird weiß ich. Sie ist hier schlichtweg nicht angebracht. Selbst die Geriatrie und Pneunomologie hat sie abgelehnt (Prof. OA und Stationsärzte)

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      • RE: Nervenende


        Sehr geehrte Bine110,

        ich selbst kenne keinen Patienten, der bisher diesen Weg gewählt hat, und habe daher keinerlei Erfahrungen mit dieser Form der Flüssigkeitszufuhr, stelle mir das Verfahren aber nicht ganz unkompliziert vor (Infektion, Blutung, Schmerz, Ödem, lokales Druckgefühl). Auch die diesbezügliche Rücksprache mit meinen anästhesistischen Kollegen ließ bei mir wenig Begeisterung aufkommen, aber natürlich kann ich ganz falsch liegen.
        Wenn Sie sich ausreichend informiert fühlen und überzeugt sind, daß dieser Weg der richtige ist, versuchen Sie es so und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen.

        Mit freundlichen Grüssen,

        Spruth

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        • An Spruth


          Herzlichen Dank lieber Spruth, dass sie sogar einen Kollegen gefragt haben, dass war wirklch sehr nett.
          Heute will ich begeistert von meinen ersten Erfahrungen der subcutanen Infusion berichten.
          Ich schlug es dem Hausarzt vor, er kam, ich hatte vorher alles organisiert. Ringerlösung, Nadeln, Verbandmaterial, Infusionsbesteck. Er zeigte mir dann, wie es funktioniert.
          Mitlerweilen weiß ich von der Geriatrie, dass das wohl jeder "außer uns" kennt. Und es ist super einfach----> Hautfalte am Oberschenkel (Innenseite oder Bauch) machen, Nadel im 45 Gradwinkel einstechen, gut verbinden. Den Bauch fand ich praktischer, weil man so besser Pampers wechseln kann. So und nun kommt der Trick! Langsam muss sie laufen. Also man gebe dem Patienten tagsüber oral ganz normal zu trinken und die Restmenge, die vom Patient nicht getrunken werden konnte gibt man dann subcutan. Es gibt zunächst eine kleine Beule, die sich aber schön verteilt und dann langsam resorbiert. Es muss nur langsam laufen. Meine hochsensible Mutter gab keine Spannungsgefühle oder sonstiges an. Es ist echt klasse. Der Stichkanal wird unterschiedlich beschrieben (Herzwärts oder andersherum) aber das ist echt egal, nur langsam heißt das Motto. Habe echt gute Erfahrungen gemacht. Sollte es mal ein Problemchen geben, dass sie nicht so gut läuft, einfach die Nadelspitze mal drehen, weil evtl. die abgeschrägte Kanüle zu nah an der Hautdecke liegt, oder neu legen.
          Jetzt hat meine Mama genügend Flüssigkeit und kann sogar wieder abhusten, da sich der Schleim verflüssigt. Echt super, habe echt gutes Infomaterial, kann ich auch gerne schicken, wenn gewünscht. Herzlichen Dank nochmal und probieren Sie es einfach, es ist super. Gruß von Bine

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