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Vaskuläre Demenz

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  • Vaskuläre Demenz

    Sehr geehrter Dr. Spruth,

    Bei meiner Mutter wurde der Verdacht auf eine vasculäre Demenz geäußert ,abschliessende Untersuchungen stehen noch aus.
    Der behandelnde Arzt verabreicht ihr Tavortabletten und zusätzlich Beloc mite obwohl sie nie unter hohem Blutdruck leiden mußte eher im Gegenteil sie hatte immer zu niedrigen Blutdruck
    Meine Frage wie wird diese Art der Demenz diagnostiziert und wie sind die Therapiemöglichkeiten Sind diese ähnlich wie bei einer Alzheimer-Demenz oder bestehen hier etwa bessere Ansätze für Therapie??
    Lohnt sich der Besuch einer Memoryclinic?
    Was wäre das probate erfolgversprechendste Medikament??

    Vielen Dank für ihre Auskunft im Voraus

    Frau Frühling

  • RE: Vaskuläre Demenz


    gastrodine compound granule

    Sehr geehrter Dr. Spruth.
    Ist ihnen obenstehendes Medikament bekannt?
    Falls ja ist es in Deutschland erhältlich?
    Die Diagnose hat sich nun leider bestätigt.
    Die Krankheit ist erst am Anfang also als leicht einzuordnen ,so hat es der behandelnde Arzt gesagt.
    Meine Mutter ist 72 Jahre alt und hatte vermutlich mehrere TIA-Attacken-sieht man auf der Kernspin,sagt der Arzt.
    Wie wird der Verlauf sein ?
    Meine Mutter hatte schon 2 mal Phasen komletter Verwirrung in denen sie nicht mehr wußte wo sie gerade ist(Krankenhaus-Neurologie).
    Lohnt sich trotzdem noch der Besuch einer Memoryclinic??
    Was ist die geeignete Medikation??
    Vielen Dank für die beantwortung meiner Fragen.

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    • RE: Vaskuläre Demenz


      Sehr geehrte Frau Frühling,

      unter einer Vaskulären Demenz versteht man eine Demenz deren Ursache in einer Schädigung des Gehirns durch Durchblutungsstörungen (z.B. Schlaganfälle) liegt. Hierbei ist es für wichtig, daß nicht nur ein Nebeneinander einer Demenz und dieser Durchblutungsstörungen vorliegt, sondern daß ein kausaler Zusammenhang besteht. Diesen herzuleiten ist nicht immer einfach.
      Zur Standarddiagnostik gehört eine ausführliche Krankengeschichtserhebung (Anamnese, auch durch Befragen eines Angehörigen), eine umfangreiche Labordiagnostik (Blut), eine radiologische Bildgebung des Gehirns (Computertomographie oder besser noch eine Kernspintomographie) sowie eine ausführliche Neuropsychologische Testung.
      Die Therapie bezieht sich im Wesentlichen auf die Behandlung/Reduktion der Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Zigarettenkonsum) und ggfs. eine Mediaktion von ASS (reduziert die Fähigkeit der Blutplättchen, sich aneinanderzuhaften und damit das Risiko der "Gerinsel"-bildung) um ein Fortschreiten zu verhindern.
      Eine Zulassung für Medikamente zur symptomatischen Behandlung der Hirnleistungsstörung gibt es bisher nicht, obwohl es gute Studiendaten dazu gibt, daß auch Patienten mit einer Vaskulären Demenz von Acetylcholinesterasehemmern (diese sind bisher nur für die Alzheimer-Demenz zugelassen) profitieren.
      Ein Besuch einer Memory-Klinik/Gedächtnissprechstunde/Gedächtnisambulanz (alles das gleiche) lohnt meines Erachtens, wenn bisher keine ausreichende Abklärung erfolgt ist, oder ungewöhnliche Verlaufsformen die Diagnose und/oder die Therapie erschweren.

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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      • RE: Vaskuläre Demenz


        Sehr geehrte Frau Frühling,

        bei dem von Ihnen erwähnten Präparat handelt es sich um ein v.a. in der chinesischen Medizin eingesetzten Gemisch aus Planzenextrakten (v.a. aber aus einer Orchideen-Art), welches, soweit ich weiß, dort zur Behandlung von Schwindel, Kopfschmerz und auch bei Schlaganfällen eingesetzt wird.
        Tatsächlich gibt es Daten, die eine Wirksamkeit bei Vaskulärer Demenz nahelegt, dies ist aber nicht gut genug untersucht, als daß eine allgemeine Therapieempfehlung ausgesprochen werden könnte. Genaugenommen fand ich bei einer Literatursuche nur eine kleine Studie über einen Beobachtungszeitraum von nur 12 Wochen, die in China durchgeführt wurde.
        Wo das Präparat bezogen werden kann kann ich Ihnen leider auch nicht sagen, fragen Sie ggfs. in einem Zentrum für traditionelle chinesische Medizin nach.

        Mit freundlichen Grüssen,

        Spruth

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        • RE: Vaskuläre Demenz


          Sehr geehrter Herr Spruth,

          auch bei meiner Frau (48 Jahre) wurde eine Vasculäre Demenz festgestellt. Meine Frau hatte vor 8 Jahren einen Schlaganfall. Sie hat noch nie geraucht und auch keinen Bluthochdruck. Zur Untersuchung sind wir in der Henrietten Klinik Hannover gewesen. Diese wurde uns von der Alzheimer Stiftung empfohlen. Meine Frau war bis 2004 Filialleiterin in einem Lebensmittelmarkt. Sie war mitteilsam und redete mit allen Menschen. Jetzt geht Sie nicht mehr vor die Tür. Fährt keinen Auto (aus Angst). Sie kann sich z. B. nicht für eine Bluse entscheiden. Diese Entscheidung dauert 1/2 Morgen. Ihr Persönlichkeit hat sich um 100% verändert.

          Die Klinik hat Ihr Exelon verschrieben. Ass 100 bekommt Sie schon seit Ihrem Schlaganfall.

          Unser Hausarzt arbeitet an einem Renten- und Betreuungsantrag.

          Leider sagt mir kein Arzt wie der weitere Krankheitsverlauf ist.

          Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir hierzu Erfahrungswerte mitteilen würden.

          Mit freundlichem Gruß
          Siegfried Stumpf

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