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Medikamente

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  • Medikamente

    Ist Zyprexa ein gutes Medikament bei FTD und Schizophrenie?

  • Re: Medikamente


    Hallo Struwellotte,

    für wen soll das sein ? Hat das der Neurologe Ihrer Mutter verschrieben ?

    Leider kenne ich mich bei Medikamenten gar nicht aus.

    Wenn man es googled, sind die Nebenwirkungen vernichtend und die Empfehlungen nicht gerade positiv.

    Erkundigen Sie sich besser nochmals bei einem Arzt Ihres Vertrauens.

    Gruß - Marge

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    • Re: Medikamente


      Leider fehlt mir da der entsprechende Arzt.
      Die Klinik gab ihr das Medikament und nun läuft das über den Hausarzt, den ich daraufhin angesprochen habe und er findet es okay... . Danke für die Antwort, ich werde dann mal weiter forschen. Leider habe ich bisher keinen guten Neurologen gefunden.

      LG

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      • Re: Medikamente


        Hallo struwellotte!

        Es ist sicher nicht verkehrt, die Medikamentengabe bei Ihrer Mutter zu überprüfen und zu hinterfragen, den Beipackzettel zu lesen und auf Nebenwirkungen zu achten. Von dem Beipackzettel sollte man sich aber auch nicht Angst machen lassen!! Es ist absolut nicht so, dass die Nebenwirkungen auftreten müssen.
        Jedes Medikament wirkt bei jedem Menschen anders - und oft ist es eben wirklich hilfreich.

        Grundsätzlich sollten aber bei solchen Medikamenten wie Zyprexa und auch bei den üblichen Medikamenten, die bei Alzheimer gegeben werden, regelmäßig ärztliche Untersuchungen stattfinden (Bluthochdruck, Herz, Gesundheitscheck...).

        Wäre toll, wenn Sie in Ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe fänden. Dort bekämen Sie vielleicht auch Tipps für die Neurologensuche.

        LG, Eva Franziska

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        • Re: Medikamente


          Liebe struwellotte -
          die Kombination an Alzheimer erkrankter alter Mensch und Neuroleptika ist immer eine Herausforderung. Ich würde sagen: so wenig wie möglich und gerade soviel wie unbedingt notwendig. Eine im Krankenhaus angesetzte Medikation würde ich immer nach dem Aufenthalt dort überprüfen lassen, denn der Klinikalltag erfordert leider oft eine andere Medikamentenstellung, weil man auf Demenzkranke meist nicht wirklich vorbereitet ist und somit oft eine "Ruhigstellung" notwendig ist. Klären Sie das mit einem verständnisvollen Neurologen ab und schauen Sie sich vor allem das Verhalten und die Reaktionen Ihrer Mutter genau an.
          Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Ihrer Mutter alles Gute. Leona

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          • Re: Medikamente


            Hallo Leona,
            wissen Sie, wie lange es etwa dauert, bis die Nebenwirkungen solch einer "Ruhigstellung" abgeklungen sind?
            LG, Eva Franziska

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            • Re: Medikamente


              Liebe Eva Franziska -
              einmal mehr bedauere ich, dass unser Experte Dr.Eike Spruth nicht mehr im Forum dabei ist. Ich kann auf Ihre Frage nur mit meinen eigenen subjektiven Erfahrungen anworten. Mein Vater erhielt Risperdal und zu einem anderen Zeitpunkt Melperon. Beide Mittel hatten bei ihm fatale Nebenwirkungen, machten ihn - auch in niedriger Menge - somnolent, er sackte rechtsseitig weg, kippte im Sitzen um und konnte nicht mehr laufen. Seine kognitiven Leistungen gingen unter diesen Mitteln auf Null zurück, Kommunikation war nicht mehr möglich. Leider waren insbesondere die Ausfälle bezüglich der Mobilität irreversibel - wo ich vorher ständig zu hören bekam, mein Vater sei flink wie ein Wiesel und man könne nicht garantieren, dass er davon laufe, sagte man nun, er sei massiv Sturz gefährdet und man müsse Vorkehrungen treffen...Diese Veränderung hatte m.E. eindeutig mit den gegebenen Neuroleptika zu tun. Aber ich muss einräumen, dass sicherlich jeder Patient anders darauf reagiert.
              Nach Absetzen des jeweiligen Mittels dauerte es ungefähr 7-10 Tage, bis man zumindest im kognitiven Bereich wieder eine Besserung sah. Meist sind die ersten Tage nach Absetzen von Unruhe (Entzugserscheinungen?) und paradoxem Verhalten geprägt gewesen. - In Holländischen Einrichtungen versucht man ganz ohne dämpfende Mittel auszukommen - sicher haben Sie auch schon davon gehört. Man richtet die Umgebung weitestgehend nach den Bedürfnissen der Patienten/Bewohner aus. So etwas habe ich leider in unserer Region (Rhein-Main-Gebiet) noch nicht vorgefunden. LG, Leona

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              • Re: Medikamente


                Hallo, zusammen,
                ein wirklich gutes Medikament gibt es nicht, sage ich mal provokant, denn ein gutes Medikament ist ein "Heilmittel". Was bis jetzt verordnet wird, dämpft lediglich - und zwar nicht nur das, was erwünscht ist (Agitiertheit, Aggression, Wahnvorstellungen), sondern alles andere auch.

                Meine Mutter bekam bei einem Klinikaufenthalt Risperdal, hoch dosiert. Bei meinem ersten Besuch konnte sie noch Kreuzworträtsel lösen und mit mir Tischtennis spielen. Beim zweiten Besuch fragte ich den Pfleger nach den Schlägern. Darauf: Wozu brauchen Sie die denn, Ihre Mutter kann doch gar nicht laufen?" An Rätseln war nicht mehr zu denken und inkontinent war sie auch noch.
                Ich habe sie nach Hause geholt und das Risperdal gaaanz langsam ausgeschlichen, aber nicht alle Symptome bildeten sich zurück und es kam zu den bekannten Spätfolgen.

                Für den Notfall (falls sie mal aggressiv wird) habe ich zwar Melperon im Haus, habe es aber bisher nur zwei Mal gegeben. Ansonsten wird sie homöopathisch behandelt. Dadurch lässt sich die Krankheit zwar auch nicht heilen, aber in kritischen Phasen helfen die Mittel sehr gut und ohne Nebenwirkungen. Aber ich glaube, das habe ich schon mal geschrieben (und nun gehe ich euch damit schon wieder auf den Keks )
                Herzlichen Gruß, louisanne

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                • Re: Medikamente


                  Liebe Louisanne -
                  Sie haben in allem, was Sie schreiben, völlig Recht. Ich bin ganz auf Ihrer Seite. Ich habe deckungsgleiche Erfahrungen gemacht. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass die genannten Mittel und ihre Verwandten eine schleichende Euthanasie einleiten. Auch ich habe mit homöopathischen Mitteln gute Erfolge erzielt. Ebenso mit naturheilkundlichen - wie Badrian Hetterich für ruhige Nächte. Schlimm ist nur, dass in fast allen Einrichtungen derlei nicht ernst genommen wird. Wenn man sich nicht selbst um den/die Erkrankte kümmern kann, ist man ausgeliefert. Ich habe erfolglos gegen den Einsatz von Neuroleptika bei meinem Vater gekämpft und letztlich waren sie mitverantwortlich für seinen schnellen Verfall, nachdem ich ihn nicht mehr selbst betreuen konnte.

                  Das, was im Allgemeinen als "Aggression" beschrieben wird, ist doch bei etwas Nachdenken und Einfühlungsvermögen eine nur zu verständliche Abwehrreaktion - würden wir uns von einem Menschen, den wir nicht (er)kennen, ausziehen und waschen oder irgendwohin bringen lassen? Validation ist das Zauberwort und Wissen über die Erkrankung, sowie Verständnis und Einfühlungsvermögen. Doch dafür ist im Pflegealltag keine Zeit und vielfach werden die ohnehin belasteten Pflegekräfte auch nicht zur Weiterbildung geschickt. Vielfach sind auch fremdsprachige Kräfte eingesetzt - wie soll da Validation funktionieren?

                  Es ist noch ein weiter Weg zu einer menschenwürdigen Betreuung unserer Demenzkranken. Wir könnten alle selbst einmal dazu gehören... manchmal zweifle ich, ob wir der Sache jemals gerecht werden. Niedergeschlagen, Leona

                  Kommentar


                  • Re: Medikamente


                    Liebe Leona,
                    auch mich packt das kalte Grausen, wenn ich mir vorstelle, vielleicht einmal dement zu werden und in einem Pflegeheim zu landen. Ich hoffe in dem Fall noch rechtzeitig die Notbremse ziehen zu können.

                    Re: Aggression. Nicht umsonst stellte sich in einer großen (amerikanischen?) Studie heraus, dass sich Tätlichkeiten der Patienten in Pflegeheimen fast ausschließlich beim zumeist morgendlichen Waschen und Anziehen ereignen - eben weil die Intimsphäre verletzt wird, aber die Pfleger das entweder nicht wahrhaben wollen oder so unter Zeitdruck stehen, dass sie darauf keine Rücksicht nehmen können.

                    Dazu etwas Amüsantes am Rande: Unsere reguläre Betreuerin - eine wahre Perle - hat zurzeit Urlaub. Die Vertretung geht viel "lockerer" an die Sache heran: Wenn Muttern sich keinen BH anziehen lassen will, dann läuft sie eben ohne rum, und wenn sie sich morgens gegen das Windelwechseln sträubt, dann müffelt sie halt bis Mittag ... und alles läuft friedlich wie selten B).
                    Aber wie soll ich unserer peniblen Perle, die ihre Patientin liebt wie ihre eigene Mutter, beibringen, dass sie auch mal fünfe grade sein lassen muss? Nicht mal die Drohung, ihr jede 6. Pampers vom Gehalt abzuziehen, konnte sie schrecken.
                    Herzlichen Gruß, louisanne

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                    • Re: Medikamente


                      Wunderbar geschildert !
                      Welch eine Bereicherung in einer "du sollst, du mußt, du könntest aber... Pflege-/ Krankheitsschiene. Herzliche Grüße.

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                      • Re: Medikamente


                        Hallo,
                        da diese Diskussion unter der Überschrift "Medikamente" läuft, stelle ich hier mal eine Frage:

                        Bei meiner Mutter ist nun das Aricept (5mg) nach 2 3/4 Jahren abgesetzt, ohne Ausschleichen, wegen Vorhofflimmern.

                        Ich fürchte, sie wird nach der Kardiologischen Untersuchung Marcumar nehmen müssen. Der Hausarzt hatt Ass 100 verschrieben, das hat bei ihr starke Blutungen in der Blase ausgelöst, wahrscheinlich wurde eine latente Blasenentzündung wachgerufen (mit Antibiotika behandelt).

                        Hat jemand einen Tipp, was ich nach Absetzen von Aricept beachten sollte? Vermutlich wirkt es ja sowieso, wenn überhaupt, nur noch schwach.
                        LG, Eva Franziska


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                        Mein Steckbrief (Stand April 2012): Mutter, 88, betreut von mir (Tochter), 55, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Ende mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept nach 2 3/4 Jahr abgesetzt, ansonsten morgens Ramipril Comp 5/25, Euthyrox 50 mikrogr., abends Simvahexal 10mg, Ramipril Hexal 5mg. 1x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche Begeitung bei kurzen Spaziergängen mit Gesprächaustausch und anschließendem Singen, oder einfache Gymnastikübungen). Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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                        • Re: Medikamente


                          Liebe Eva,

                          warten Sie doch einfach mal 3-4 Wochen ab und beobachten Sie, ob Sie überhaupt eine Veränderung feststellen. Nach so langer Einnahme glaube ich nicht, dass es einen Unterschied macht.

                          Medikamente hin oder her, die Frage ist ja immer die gleiche. Wie geht es Ihrer Mutter ? Ist die Stimmung gut, hat sie Schmerzen, halluziniert sie, weint oder jammert sie, kann sie schlafen, isst sie ? Wenn das alles im Rahmen (für eine 88-jährige Dame mit Demenz) und okay ist, würde ich mir keine Sorgen darüber machen, dass Sie jetzt ganz besonders auf etwas aufpassen müssen. Was treibt Sie bei dieser Frage um, die Sie sich eigentlich ja schon selbst beantwortet haben ;-).

                          Nur Mut. Jetzt gibt es erstmal eine andere Priorität, kardiologische Untersuchung. Danach sehen wir weiter.

                          Liebe Grüße - Marge

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                          Mein Steckbrief (April 2012): Mutter (84) wurde betreut von Ehemann (84) und mir (Tochter 56), vollzeitberufstätig. Erste Hirnleistungsstörungen diagnostiziert in 1994. Im März 09 als "mittelschwere" Altersdemenz eingestuft. Medikamente in 2009: 1 x wöchentlich Imap-Spritze, morgens und abends eine Piracetam Tablette. Seit Jan 10: Axura 5 mg morgens. Mit Axura deutliche Verbesserung in Wahrnehmung und Wortfindung. Wir werden wieder mit unseren richtigen Namen angesprochen, auch wenn sie nicht weiß, wer wir sind. Sie formuliert ab und zu wieder ganze Sätze, wenn auch kurze. Seit März 10 wieder mehr Stimmungsschwankungen, Weinen, Angst. Es kommen Rückenschmerzen und dadurch eingeschränkte Beweglichkeit hinzu. Ab 23.03. Fentanyl-Pflaster. Am 28.03. 10 Tage Krankenhaus wegen starker Durchfälle. Ab 06.04. auf mehrmaliges Anraten des Neurologen auf die geronto-psych. Abtlg. Dort bekommt sie Solian. Am 20.04.2010 Umzug in ein Seniorenheim. Weiterhin nur Solian (1/2 morgens und abends), nachts Pipamperonsaft (3 ml), sonst keine Medikamente.

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                          • Re: Medikamente


                            Danke, liebe Marge,

                            ich fragte mich, ob es dabei auch so eine Art Entzugserscheinung geben kann. Hatte vergessen, das bei der Neurologin zu erfragen.

                            Ich war früher extrem einzelgängerisch und nicht gewohnt, für jemanden Verantwortung zu übernehmen. Daher bin ich vielleicht oft zu sehr auf dem Tripp, allen Eventualitäten vorbeugen zu wollen, was natürlich auch ungesund sein kann und sowieso nicht machbar ist. Ich lerne.

                            Wahrscheinlich ist es gut, dass es jetzt abgesetzt ist. In 4 Wochen wird kardiologisch untersucht.

                            Also, ja, dann halte ich mich dran: "nur Mut"
                            :-)
                            LG, Eva Franziska

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                            • Re: Medikamente


                              Hallo Leona, ich habe ähnliche Erfahrungen damit gemacht. Nachdem meine Angehörige Risperdal und Melperon bekommen hat, war sie quasi "weg". Sie hat kaum etwas wahrgenommen und kaum ansprechbar. Ich habe direkt mit dem Neurologie gesprochen und die Dosis wurde halbiert. Seit dem ist sie wieder völlig"normal". Es ist einfach erschreckend.

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