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Lesefähigkeit verschwunden

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  • Lesefähigkeit verschwunden

    Mein Mann, emeritierter Professor, kann nicht mehr lesen. Vor 2 Jahren wurde beginnende Alzheimer Erkrankung festgestellt, seitdem nimmt er Aricept, was er sehr gut verträgt. Nach ca. 9 Monaten hat er bei der Vorbereitung eines Kurzvortrages urplötzlich gemerkt, dass er nicht mehr lesen kann. Er sieht die Buchstaben, kann aber das Wort nicht mehr als Ganzes erfassen und muss wie ein Erstklässler mühsam einen Buchstaben an den anderen reihen.
    Ist dieses Phänomen bei Alzheimer bekannt oder könnte eine andere Ursache (Schlaganfall) vorliegen ?

  • Re: Lesefähigkeit verschwunden


    Hallo Trost, aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass bei meinem an Alzheimer erkrankten Mann zuerst die Fähigkeit des Lesens, dann des Schreibens (er konnte nicht einmal seinen Namen schreiben)und zuletzt des Sprechens verloren gegangen sind. Wenn Ihr Mann jedoch noch realisiert, dass man Buchstaben aneinanderreihen muss, um ein Wort zu bilden, dann denke ich, dass es auch ein Schlaganfall sein könnte. Das kann man doch heute ganz schnell mit einer Computertomographie festellen und ich würde das unverzüglich von einem Arzt festellen lassen. Grüsse Preston

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    • Re: Lesefähigkeit verschwunden


      Hallo, Trost,
      vorsichtshalber eine CT machen lassen, würde ich auch sagen.
      Die Lesefähigkeit geht bei Alzheimer mit der Zeit auch verloren, aber meines Wissens nicht so plötzlich wie offenbar bei deinem Mann.
      Funktioniert Schreiben denn noch?
      LG Louisanne

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      • Re: Lesefähigkeit verschwunden


        Hallo,
        danke für Eure Antworten. Schreiben geht noch, allerdings seit neuestem mit R-Fehlern (mein Mann war früher perfekt im Stil und in der Rechtschreibung). Ob der Verlust der Lesefähigkeit tatsächlich urplötzlich kam, ist nicht mehr mit Sicherheit nachzuvollziehen. Die andern Symptome (Wortfindungsschwierigkeiten, Vergesslichkeit) bestätigen allerdings Alzheimer, vor 2 Jahren wurde auch ein CT gemacht, wodurch sich der Verdacht erhärtete. Die Aufnahme von Zahlen ist noch besser, aber das Schlimme ist eben das Lesen, denn der Tag ist lange für einen Menschen, der sich nur mit Lesen und Forschen beschäftigt hat.
        Es ist gut, einen solches Forum zum Austausch zu haben.

        Trost

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        • Re: Lesefähigkeit verschwunden


          Hallo,
          nun war mein Mann endlich bereit, doch noch mal ein CT machen zu lassen - und siehe da, es war wirklich ein Schlag, der wohl den Verlust de rLesefähigkeit so plötzlich ausgelöst hat. Irgendwie beruhigt mich das (klingt vielleicht ein wenig komisch), aber die Ursache ist dann eben nicht Alzheimer. Das liegt nun schon fast 2 Jahre zurück, und mein Mann will nun auch nicht mehr irgendwelche therapeut. Behandlungen vornehmen lassen. Er hat sich in sein Schicksal gefügt. Für mich bedeutet das eben, dass ich für alles verantwortlich und zuständig bin, ich hoffe, dass ich das noch eine Weile schaffe (wir haben eine gute Haushaltshilfe, aber leider ist sie z.Zt. für 4 Wochen im Urlaub, da sie voll angemeldet ist, da steht ihr das ja zu - für mich ist das natürlich recht schwierig, aber es muss gehen).
          Liebe Grüße
          Trost

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          • Re: Lesefähigkeit verschwunden


            Hallo Trost,

            da ja, wie Sie schreiben, auch vor zwei Jahren beginnende Alzheimer-Erkrankung festgestellt wurde, wäre zu überlegen, ob Sie nicht versuchen könnten, Ihren Mann davon zu überzeugen, die Möglichkeit von therapeutischen Hilfen zu nutzen. Auch wenn das vielleicht nicht mehr direkt so viel Einfluss auf die Lesefähigkeit hat, so kann es aber insgesamt noch Fähigkeiten erhalten und auch zum Teil wieder erwecken. Physio-, Ergo- und Logotherapie kann nicht hoch genug bewertet werden, besonders, wenn man gute Therapeuten finden. Es kommt allen auch im Verlauf der weiteren Entwicklung der Krankheit zu Gute. Außerdem ist der Kontakt zu den Therapeuten wiederum eine zusätzliche Chance, soziale Kontakte zu pflegen. Demenzerkrankte (und Angehörige) ziehen sich oft immer mehr zurück.

            Wenn er eine Alzheimer-Demenz hat, wird er sicher nicht mehr so die Motivation, Kraft und Einsicht haben, etwas für sich zu tun, so dass wohl andere die Initiative ergreifen müssten. Vielleicht finden Sie einen Arzt (Neurologen), der gut argumentieren kann und zum Beispiel eine Behandlung des Leseverlustes als dringlich darstellt, mit dem Hintergedanken, damit auch die Folgen der Demenz zu lindern.

            Übrigens, bei Einnahme von Antidementiva sollte man, auch bei guter Verträglichkeit, immer den Gesamtgesundheitszustand engmaschig kontrollieren, denn völlig nebenwirkungsfrei sind die ja nicht.

            LG und viel Kraft,
            Eva Franziska

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            • Re: Lesefähigkeit verschwunden


              Hallo, Trost,
              ich kann mich Eva-Franziska nur anschließen. Früher hieß es ja, dass schon einige Monate nach einem Schlaganfall nichts mehr zu machen ist. Inzwischen weiß man, dass auch längere Zeit danach sehr wohl noch etwas zu erreichen ist.
              Die Chance solltet ihr euch nicht entgehen lassen.
              LG louisanne

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