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Demenz...Alzheimer ():

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  • Demenz...Alzheimer ():

    Hallo...
    meine Mutter ist 85 und es liegt eine Demenz vor.
    Nach den Medikamenten zu urteilen sogar Alzheimer.
    Darunter wird immer beschrieben, dass die Menschen weglaufen.
    Meine Frage an alle die auch irgendwie betroffen sind lautet:

    Ist Weglaufen immer bei dieser Krankheit dabei, oder auch nicht ???
    Dadurch das mein Vater, ebenfalls 85J. noch lebt und sich auch um sie kümmert,
    ist sie sehr auf ihn konzentriert. Das heißt,
    sie ist enorm anhänglich. Eben wie ein Kind bei den Eltern.
    Ich denke mir immer, solange er lebt, kommt sie nicht auf die Idee weg zu laufen.
    Ich kann mich aber auch irren.

    Würde mich über Antworten hier freuen.
    Lg.Rea

  • Re: Demenz...Alzheimer ():


    Liebe Rea,
    meine Mutter zeigt keine Weglauftendenz und ist auch einigermaßen ausgeglichen, solange alles ruhig verläuft und sie Zeit hat, sich mit meiner Hilfe auf die verschiedenen Situationen vorzubereiten. Im gewohnten Umfeld, wo ich immer dafür sorge, dass alles am vertrauten Platz ist, fühlt sie sich sicher. Allerdings geht sie sehr oft zum Kalender auf ihrem Schreibtisch, den ich ihr täglich mit Informationen und Fotos anfertige. Daran sehe ich, dass sie Halt sucht, um einordnen zu können, was gerade dran ist.

    Das Weglaufen muss nicht immer dazu gehören. Es ist auch interessant, dass manche dieses Verhalten Hinlauftendenz nennen. Es kommt wohl daher, dass der Mensch versucht, wieder Sicherheit zu bekommen und dann erinnert er sich an die Geborgenheit, die er z.B. bei den Eltern erfahren hat. Viele Demenzkranke sind auch körperlich sehr fit und haben starken Bewegungsdrang.

    Wissen Sie nicht genau, ob es Alzheimer ist, da Sie das nur anhand der Medikamentengabe vermuten? Es wäre wohl gut, mehr darüber zu erkunden.

    Es gibt eine Reihe guter Bücher zu dem Thema:
    Als Fachbuch kann ich empfehlen:
    Jan Wojnar „Die Welt der Demenzkranken“ (32,80)
    Der Autor ist Neurologe und Psychiater, er hat bereits viele Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Das Buch ist fundiert, aber auch für Laien gut verständlich. Er greift alle Fragen rund um die Demenz auf und viele Praxisbeispiele ergänzen die Themen.

    Alle Alzheimer-Gesellschaften haben gute Publikationen, die meist kostenlos sind. Am besten lesen Sie sich ein wenig ein, dann werden viele Fragen beantwortet.

    LG, Eva Franziska



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    Mein Steckbrief (Stand Januar 2011): Mutter, 88, betreut von mir (Tochter), 54, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 1x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche Begeitung bei kurzen Spaziergängen mit Gesprächaustausch und anschließendem Singen, oder einfache Gymnastikübungen). Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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    • Re: Demenz...Alzheimer ():


      Liebe Eva Franziska,
      danke schön für deine Antwort. Ja bei meiner Mutter ist es so ähnlich,wenn alles ruhig und gewohnt ist,
      läuft es ganz gut. Das wird jedoch immer wieder gestört durch ein nicht richtig schlafen zu können oder gar nicht schlafen.
      Dann wird sie unruhig oder ist schnell agressiv.
      Dann dauert es wieder bis zu 3-4 Tage und alles wird wieder ruhiger.
      Meine Mutter hat ebenfalls einen kleinen Damenschreibtisch. Letztes Jahr habe ich ihr dafür einen Stehkalender gekauft für 365 Tage.
      Er ist voll mit Natur, Blumen und schönen Sprüchen.Oft geht sie dahin und schaut, was ihr gefällt.
      Dann läßt sie es für einige Tage so stehen.
      Beim Fernsehen schaut sie auch gerne die schönen Pilcherfilme. Ob sie die noch ganz versteht, glaube ich zwar
      nicht, aber sie schaut sich auch da gerne die Landschaften zu an
      und ich laß ihr solche Schönheiten.
      Bücher ließt sie seit 2011 nicht mehr, so kann sie wenigstens die Filme sehen.
      Auch blättert sie stundenlang in Katalogen. Dort ist viel schöne Kleidung und die mag sie einfach.

      Was macht ihre Mutter so am Tag, wenn sie nicht bei ihr sind ???
      Ihnen noch einen ruhigen Abend
      Schöne Grüße Rea

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      • Re: Demenz...Alzheimer ():


        Entschuldigung...ach ja doch, ich hatte mich etwas falsch ausgedrückt.
        Doch ja es ist Alzheimer und sie bekommt Aricept 10 mg.

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        • Re: Demenz...Alzheimer ():


          Liebe Rea,
          ja, jeder Kranke ist anders. Was alle gemeinsam haben, ist die starke Gefühlswelt und da liegt es an uns, ihnen so stressfrei wie möglich dort zu begegnen.

          Ich bin meistens da. Wenn meine Mutter mal ein paar Stunden alleine ist, ist sie auch eher inaktiv, schaut fern oder liegt bei schönem Wetter im Garten in der Sonne. Sie liest auch nicht mehr wirklich, trotzdem gebe ich ihr immer die Tageszeitung und kaufe ihr auch die Zeit, denn sie hat das Gefühl, dass sie viel liest.
          Ansonsten hat sie fast jeden Tag eine kleine Anforderung so ab 12 Uhr, Physiotherapie, Ergotherapie mit Hunden, Spaziergang, Kontakt zu einer Putzhilfe und einer Kochhilfe und die Arztbesuche. Da ist die Woche vollgepackt, weil ich sie immer stundenlang dazu motiviere. Irgend eine Form von Zwang würde sie zurückwerfen, aber die Anforderungen geben ihr auch das Gefühl, noch etwas zu leisten. So macht sie alles tapfer mit. Am Wochenende schläft sie dann gerne lang bis ca 12Uhr und geniest, dass sie "frei" hat. Meine Mutter schaut gerne Sport, Tierfilme - diese Zoofilme, und alte Filme aus den Kriegsjahren, wahrscheinlich, weil ihr das vertraut ist. Es scheint ihr nicht zu schaden, denn sie leidet dann nicht. Eine wilde, freilaufende Katze (leider etwas bissig) kommt ab und zu, die hat sie sich sogar gemerkt und das tut ihr gut. Bisher hat sie sie auch Gott sei Dank noch nicht gebissen.
          Nachts ist sie auch oft aktiv, isst etwas usw.. Ich koche immer frisch und möglichst nahrhaft. Sie isst gerne und oft, ist aber nicht zu dick. Für nachts sehe ich dann, dass sie etwas Fingerfood hat, so dass sie ihrem Bedürfnis nachkommen kann, ich denke, ihr Körper braucht das, obwohl das ja normalerweise nicht gesund ist. Man muss da eben etwas freier denken.

          Wenn Ihre Mutter Aricept bekommt, ist sie ja sicher beim Neurologen in Behandlung! Hat sie noch sonstige Therapien? Die bringen manchmal sehr viel.

          Wenn ich früher gewußt hätte, was auf uns zukommt, hätte ich einen kleinen Hund angeschafft - ein Tier wirkt unendlich wohltuend auf die Patienten!!! Vielleicht finden Sie auch eine tiergestützte Ergotherapie.

          Ihnen auch noch ein ruhigen Abend und viel Kraft und gute Ideen.
          LG, Eva Franziska

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          • Re: Demenz...Alzheimer ():


            Hallo, Rea,
            Weglauftendenz kommt häufig, aber nicht zwangsläufig vor. Meine Mutter hatte eine Phase von ca. einem halben Jahr - da mussten die Türen immer abgeschlossen sein und beim Einkaufen oder Spazierengehen musste ich aufpassen wie ein Schießhund, sonst war sie einfach verschwunden. Zwei Mal habe ich sie mit der Polizei suchen lassen - das eine Mal war sie irgendwie allein nach Hause gekommen, evtl. hatte sie jemand im Auto mitgenommen, das andere Mal saß sie quietschfidel im Bus und fuhr zwischen der nächsten Stadt und unserem Ort hin und her.
            Klingt lustig, war's aber nicht.

            Inzwischen kann sie nicht mehr so flott laufen wie früher und das Problem hat sich von selbst erledigt. Jetzt muss ich sie zum Spazierengehen überreden.

            Das schlimmste Problem waren für mich ihre (anfallsweise)Aggressivität und nächtliche Unruhe. Aber beides haben wir homöopathisch in den Griff gekriegt. Mal sehen, was als Nächstes kommt ...
            Herzlichen Gruß, louisanne

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