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Fernsehreportagen über Demenz

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  • Fernsehreportagen über Demenz

    Guten Morgen, ich hab mal eine Frage.

    Würdet Ihr Eure dementiell erkrankten Angehörigen für eine Fernseheportage filmen lassen ? Ich nicht, aber ich seh das vielleicht zu eng ?

    Schöne entspannte Woche an alle.

  • Re: Fernsehreportagen über Demenz

    Hallo, Marge,
    na, ich weiß nicht - ist für den Kranken sicher ziemlich aufregend, diese ganzen Apparaturen und die hektischen Fernsehleute.
    Meine Mutter ist kürzlich in die Zeitung gekommen, als ein Zahnarzt im Heim war. Der ZA ist pensioniert und beglückt jetzt die Heime in der Umgebung. Keine schlechte Idee eigentlich.
    Das Foto von meiner Mutter mit fest verschlossenem Mund, dem ZA streng ins Auge blickend, war köstlich. Er hatte keine Chance, der Mund blieb zu, dafür erhielt er aber zum Abschied einen Handkuss von ihr.
    LG louisanne

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    • Re: Fernsehreportagen über Demenz

      Witzig. Hätte meine Ma ganz genauso gemacht. Sie hätte nur noch ein "dankeschön" hinerher geschoben.

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      • Re: Fernsehreportagen über Demenz

        Hallo Marge,
        ich würde es nicht machen, wenn der Erkrankte es noch realisieren kann und wenn nicht, höchstens dann, wenn es eine wirklich wichtige Sendung in unserem Sinne wäre, die echte Aufklärung betreiben würde. Hatte auch mal ein Anfrage, die ich abgelehnt habe, weil das was Neues wäre und Neues ist eben normalerweise eher zu belastend. Auch würde ich nicht alleine in eine Sendung gehen, wenn die Gefahr bestünde, dass meine Mutter die Aufzeichnung sehen würde. Ich mache aber privat Filme mit Einverständnis meiner Mutter und hätte nach dem Tod meiner Mutter keine Bedenken, diese zu veröffentlichen, wenn es für andere hilfreich wäre. Ich weiß auch, dass meine Mutter nichts dagegen hätte.
        LG, Eva Franziska,
        die, obwohl sie ein Computerfreak ist, hier mit dem neuen Forum einfach nicht klar kommt. Grrr

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        • Re: Fernsehreportagen über Demenz

          Ich glaub, ich hab mich nicht ganz so klar ausgedrückt.

          Ich meine, findet Ihr es in Ordnung das zuzulassen, ohne dass der Betroffene seine Zustimmung oder Ablehnung dazu überhaupt noch geben kann. Das ist für mich der Knackpunkt. Ich würde für mich nicht wollen, dass mich jemand im verwirrten "unzurechnungsfähigen" (überhaupt kranken) Zustand filmt oder fotografiert bzw. jemand das für mich entscheidet. Die "Patienten" werden unter Betreuung gestellt, weil sie nicht mehr selbst entscheiden können. Diese Entscheidung, sich im Fernsehen vor Millionen so "vorführen zu lassen" ist im Sinne der Aufklärung dann gerechtfertigt ?

          Ich denk nur laut.

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          • Re: Fernsehreportagen über Demenz

            Jetzt verstehe ich und denke:

            Nein, wenn der Betroffene zu seinen guten Zeiten, oder in klaren Momenten nicht deutlich signalisiert hat, dass er mit einer Veröffentlichung einverstanden ist, würde ich es nicht zeigen oder eben nur so, dass die Person nicht erkannt werden kann.


            Mir selbst wäre es zumindest egal, was nach meinem Tode geschieht, ich will aber nicht benutzt werden, damit ein Fernsehsender bessere Quote macht. Zu Lebzeiten wollte ich nicht so vorgeführt werden, allerdings wäre es mir schon sehr wichtig, dass es zum Beispiel im medizinischen Bereich verwendet wird, damit man mehr über die Krankheit lernt. In den öffentlichen Medien sollte es dann anonymisiert werden.

            Ich glaube, dass die Darstellung von Demenz in den Medien nicht viel bewirkt hat. Wenn ein Demenzkranker nicht nackt durch den Ort irrt, sondern ganz im Stillen seinen pflegenden Angehörigen Tag und Nacht auf Trab hält, ist niemand interessiert.
            Die Bilder sind eher nur "unterhaltsam" und der Kern der Sache geht unter.
            Ich finde, Talkrunden können da sicher mehr bewirken.

            Also, das sollte man dann wohl auch im Patiententestament festhalten, damit ein Betreuer nicht einfach so etwas bestimmen kann. Die Menschenwürde wird meiner Meinung nach in beide Richtungen verletzt: bei dem, der ohne Einverständnis vorgeführt wird und bei denen, die sich sowas anschauen.

            Soweit mal ein paar Gedanken.
            LG, Eva Franziska


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            • Re: Fernsehreportagen über Demenz

              Auch ich würde die Entscheidung für eine Teilnahme an einer Reportage sowohl vom Willen der erkrankten Person, soweit er mir bekannt ist, als auch vom Motiv für die Reportage abhängig machen. Eine sehr eindrückliche Video-Aufnahme ist für mich in dieser Hinsicht auf der untenstehenden Seite zu finden. Die betroffene Person ist allerdings kein Alzheimer-Patient, sondern traumatisiertes Opfer einer intriganten Ärztin, wie man aus dem Artikel entnehmen kann. Interessant ist hier, dass die Person kaum spricht, aber dennoch einer Veröffentlichung mit dem Ziel, das Betreiben dieser Ärztin aufzudecken, ausdrücklich zugestimmt hat. Der Fall sucht meines Erachtens seinesgleichen in der Geschichte. - Ich möchte hier in diesem Forum unter anderem auch deshalb darauf hinweisen, da die Ärztin Bornschein an anderer Stelle (Artikel "Missionierungs-Besuche") sich dahingehend artikuliert, dass jemand erst dement werden müsse, um anschließend "geistdurchlässig" werden zu können. Solche Aussagen, von ärztlicher Seite ausgesprochen, finde ich absolut gefährlich. Was sagt ihr dazu?

              Ich selbst bin Pflegefachhelferin mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten und stationären Betreuung demenzkranker Personen und möchte mit diesem Hinweis die Aufmerksamkeit auf das Verhalten von Ärzten lenken, welche scheinbar eine solche Lobby besitzen, dass zum Beispiel im vorliegenden Fall der ärztliche Kreis- und Bezirksverband München bisher kein Eingreifen und keine Stellungnahme als notwendig empfunden hat.

              Simonetta

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