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Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen

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  • Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen

    Einen schönen guten Abend und frohe Weihnachten!

    Mein Vater hatte am 22.12.10 eine 8 Stunden OP. Er hat Hautkrebs in der Kniebeuge und ein Eigenhauttransplantat bekommen. Soweit so gut. Er ist 74 und wir sind dankbar das er das überstanden hat. Leider ist er, seid er wieder wach, ist völlig desorientiert. Bisher hatte er nur eine Leichtere Form von Alzheimer ( kein Zeitgefühl, Vergesslichkeit, beginnende Inkontinez, ständiges widerholen von Fragen, im eigenen Haus das Bad oder Wohnzimmer nicht finden, u.s.w., ).

    Er har meine Mutter und meine Schwester nebst Anhang erkannt. Aber er hat Halluzinationen und sieht Dinge die nicht vorhanden sind, wie z. B. fliegende Kühe und der Infusionsständer ist ein Thermometer an dem er die Temperatur von aussen abmisst.

    So wie beschrieben war er vorher nicht. Kann das eine Auswirkung der OP oder der Medikamte sein? Kann es Stress sein und wird wieder besser? Bisher konnte meine Mutter keinen Arzt sprechen, nur das die OP gut verlaufen ist. Wer hat ähnliches erlebt und kann mir einen Rat geben. Ich fahre morgen mit meinen Kindern und Partner hin um mir ein eigenes Bild zu machen. Durch die Feiertage werde ich kaum einen Arzt ansprechen können.

    Weihnachtliche Grüße
    Tochterheike

  • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


    es kann ein durchgangssyndrom sein und vorrüber gehen
    es kann aber sein das der zustand auch anhalten wird
    oder durch medikamente verursacht sein.

    aber gewissheit bringt erst die zeit und die untersuchung durch die ärzte

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    • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


      Liebe Heike,
      ich kann meinem Vorgänger nur zustimmen - da sogenannte "Durchgangssyndrom" wird sogar bei gesunden älteren Menschen nach OPs in Kliniken beobachtet, für Alzheimerpatienten ist jeder Krankenhausaufenthalt eine Herausforderung und dann noch eine 8-Stunden-OP! Man muss davon ausgehen, dass in der Klinik auch dämpfende Mittel verabreicht werden, damit der Patient "ruhig" bleibt und nicht an der Wunde manipuliert oder herum läuft.
      So lange Ihr Vater also in der Klinik ist, kann man noch nichts über seinen tatsächlichen Zustand sagen. Es wäre wünschenswert ihn so schnell wie möglich wieder nach Hause zu bekommen. Achten Sie darauf, dass Ihr Vater ausreichend isst und trinkt, sonst verschlechtert sich sein Zustand allein dadurch noch weiter. Ich bin seinerzeit täglich zum Füttern in die Klinik gefahren. Alles Gute für Sie und Ihren Vater wünscht - Leona

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      • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


        Diese negativen Erscheinungen sind bei Alzheimerpatienten eigentlich zu erwarten. Bei einer 8stündigen OP ist die Belastung des Gehirnstoffwechsel eigentlich nicht mehr voraussehbar. Der Mix aus Anästhesie (-folgen), Schmerz- und Beruhigungsmittel ist in seinen Auswirkungen nicht vorhersehbar.
        Meine Erfahrungen sind - mindesten 1,5 l Flüssigkeitsaufnahme pro Tag - auch wenn es schwer fällt, damit man überhaupt eine Chance hat. Hier "schludert" das Personal schon mal (manchmal auch organsiationsbedingt - Schichtwechsel/Fremdpersonal).
        Zu Hause ist dann eine rund um die Uhr Betreuung notwendig (viel sprechen, viel zeigen, Erinnerungen wecken etc), um den ehemaligen Stand wieder zu erreichen. Geht schon mal über einen Zeitraum von zwei bis drei Monate; in anderen Fällen ist das ganze in einer bis zwei Wochen vergessen.

        LG
        lohmar1

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        • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


          Danke Lohmar1, für diesen guten Tipp. Bei meiner Mutter steht vielleicht auch eine OP an, dann habe ich schon mal eine Info, das war mir so noch nicht klar.
          LG, Eva Franziska

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          • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


            Hallo Eva Franziska,
            wünsche einen optimalen OP-Verlauf; die Nachsorge ist leider oftmals nur in den Händen der Angehörigen. Dies sind meine persönlichen Erfahrungen anläßlich eines Klinikaufenthalts (auch als Privatpatient!), der meines Vaters und letztendlich die Ergebnisse nach OPs hier in der Demenz-Wohngemeinschaft.
            Ein Trost für die die Engagierten -
            MAN KANN VERDAMMT VIEL MIT EINER NICHT-TABLETTEN-THERAPIE erreichen; noch möchte ich nicht behaupten sogar mehr - aber es spricht vieles dafür. Es sind einige Vergleichsuntersuchungen auf dem Weg, die meine Erfahrungen bestätigen - Alzheimer ist zwar eine Krankheit, aber Vereinsamung (oftmals auch in einer "Überbetreuung" des Ehepartners feststellbar) und mangelnde Kommunikation und Herausforderungen mit positiven Feed-back sind vermutlich der eigentlich Turbo einer für uns negativ empfundenen Entwicklung. Anders können wir uns (einschl. der Hausärzte) die deutlich erkennbare positive Entwicklung nach den Heimaufenthalten und Einstellungen in den Kliniken (nach Beobachtungsstand der Heime orientiert) uns nicht mehr erklären - einschl. drastischer, aber schleichender Reduzierung der Neuroleptika uns sonst. beruhigender Mittelchen.
            Entlastend zu den Neurologen: möglicherweise sind unsere Erfolge nur deshalb erklärbar, weil eine entsprechende medikamentöse Einstellung vorlag. Mit der Rücknahme der Dosierung steigen unsere Anforderungen - und es funktioniert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die körperliche Verfassung erhalten läßt (zB Inkontinenz etc und spez. Verhaltensweisen).
            Sicherlich zählt - oftmals mehr als unterschätzt - das Trinken und eine wirklich gesunde, ausgewogene sowie regelmäßige Ernährung innerhalb eines strukturierten Tagesablaufs unter Rücksichtnichtnahme des früheren (aktiven) Lebenswandel als Schwergewicht dazu.
            Desorientiertheit in der Klinik sollte kein Anlaß für Verzweiflung sein - vielmehr als Herausforderung verstanden werden, gegen diesen Abbau letztendlich erfolgreich ankämpfen zu können. Die ist unsere Motivation - wir möchten die unserer Meinung nach menschenverachtende Pflegephilosophie - warm - satt - sauber - mit allen Mitteln verhindern. Wird uns nicht immer gelingen - aber unsere Ergebnisse in den letzten beiden Jahren mit Verlgeichsmöglichkeiten Pflege zu Hause, dan hier und dann Pflegeheim oder umgekehrt sprechen für die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges.

            Nur so am Rande:
            in der Schweiz wird für den Altenheimaufenthalt die Hälfte von dem gezahlt, was für eine Pflege zu Hause gezahlt werden würde.
            Beispiel: Pflegestufe 3 zu Hause etwa knapp 1900 Franken und im Heim ca. 850 Franken. Ich glaube nicht, dass die Schweizer keinen Verstand haben - was sie nicht haben, ist eine so starke Lobby der "Wohlfahrtsverbände" und Hörigkeit der Politiker wie wir (na ja, viele Sozialpolitiker kommen von AWO, Caritas etc).
            In der Schweiz wird das Credo der BRD umgesetzt - ambulant vor stationär.

            Unsere bestens Wünsche für einen erfolgreichen Verlauf der OP -

            lohmar1

            PS.:
            Schiebe gerade Nachtschicht und nichts ist los - wie in den letzten Wochen.

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            • Re: Halluzinationen nach OP vor 2 Tagen


              Danke, Lohmar1, das ist sehr ermutigend. Die Neurologin hält für meine Mutter ja nur 5mg Aricept für ausreichend, die 20mg Antidepressiva aber für sehr notwendig. Ich denke, sie geht - soweit sie es verantworten kann - ein ähnlichen Weg, wie Sie es beschreiben. Ich könnte mir aber denken, dass es Fälle gibt, wo es wirklich nicht anders geht - jedoch bin ich immer wieder erstaunt, wie leichtfertig mit den Medikamenten und auch der Einnahme und deren Kontrolle umgegangen wird. Über alles andere, was Sie schreiben, denke ich auch viel nach und versuche danach zu handeln. Vielleicht lässt sich das bei Gelegenheit mal vertiefen.
              Falls die OP (Knoten an der Schilddrüse, der evt. die Atmung behindern könnte) tatsächlich ansteht, werde ich mich hier noch einmal Rat suchend an das Forum wenden, die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.
              Liebe Grüße und weiterhin viel Kraft für Ihre Tätigkeit,
              Eva Franziska



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              Mein Steckbrief (Stand September 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche Begeitung bei kurzen Spaziergängen mit Gesprächaustausch (diese Dame begeleitet meine Mutter auch zur Physiotherapie und singt oft danach noch mit ihr). Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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