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Demenz und Depression

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  • Demenz und Depression

    Bei meiner Mutter, 79, wurde Anfang des Jahres eine vaskuläre Demenz diagnostiziert, die sich durch Vergesslichkeit, Desorientierung etc. bemerkbar machte. Sie hatte vorher 10 Jahre lang rezidivierende schwere Depressionen (teilweise mit psychotischen Symptomen), die nur mit Elektrokrampftherapie (EKT) behandelt werden konnte. Nach ihrem Einzug ins Pflegeheim fühlte sie sich dort sehr wohl und es ging ihr deutlich besser. Sie nahm an vielen Aktivitäten teil und rätselte gern. Doch vor zwei Monaten kehrte die Depression zurück (starke innere Unruhe, Angst, Desinteresse, Schlaflosigkeit) und sie musste in eine gerontopsychiatrische Klinik eingeliefert werden. Dort sagte man mir, dass man eine EKT nicht mehr durchführen könne und sich die Depression auch aufgrund des Fortschreitens der Demenz nicht oder nicht mehr wesentlich verbessern wird. Hinsichtlich der Pharmakotherapie hat man zuletzt Cymbalta gegeben (vor etwa 4 Wochen begonnen). Allerdings hatte man dieses Antidepressivum (und zahlreiche weitere: Citalopram, Escitalopram, Trimipramin, Doxepin, Mirtazapin, außerdem Neuoleptika: Melperon, Haloperidol, Olanzapin, Pipamperon, Quetiapin) schon bei früheren Krankheitsphasen ohne Erfolg ausprobiert. Die Ärzte sagten jedoch, dass die Liste der Medikamente, die bereits ausprobiert wurden, abschließend sei. Ihr Zustand hat sich nun auch nach 7 Wochen Aufenthalt nicht gebessert, jedoch wurde sie als "stabil" entlassen. Zurück im Pflegeheim bekam sie starke Angst- und Unruheattacken, die derzeit mit Tavor behandelt werden, in der Hoffnung, dass Cymbalta vielleicht doch noch greift. Trotzdem leidet sie noch an der Depression. Welche Psychopharmaka bleiben da noch zum Ausprobieren? Gibt es wirklich keine Hoffnung auf Besserung? Ist eine EKT bei vaskulärer Demenz kontraindiziert?

  • Re: Demenz und Depression


    Hallo,
    kann Ihnen leider auch nichts fachmännisches antworten. Hat sich der Zustand gebessert? Medikamente können bei gewissen Schädigungen oder Stoffwechselstörungen im Gehirn auch Negatives bewirken; aber dann auch beim Absetzen erst etwas auslösen - bis hin zu Psychosen. Ich denke mir, weil das Gehirn ggf. versucht nachzuregulieren. Die einzige Hoffnung, die ich glaube ich machen kann ist, dass es sehr wohl zu einem Zustand kommen kann, in dem Ihre Mutter keine Depressionen oder Wahnzustände mehr hat. Zumindest kann ich das bei meinem Vater beobachten, aber auch bei anderen, nicht dementen Personen, die immer wieder schwere Depressionen hatten (die allerdings auch mit dem Hormonhaushalt, z.B. Schilddrüse zu tun hatten)
    Grüße, Flieder

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    • Re: Demenz und Depression


      Hallo Susanne 2008,
      besorgen Sie für Ihre Mutter einen Facharzt für Psychiatrie!
      Sie werden sehen, die Medikation wird vollkommen umgestellt werden. Evtl. ist auch eine stationäre Einstellung der Medikation in einer Psychiatrie angezeigt.
      Ihre Mutter bekommt mehrere Antidepressiva, hoch-und niederpotente Neuroleptika, außerdem noch ein Beruhigungsmittel. Ihre Mutter überlebt diese Medikation offensichtlich und glücklicherweise.
      Insgesamt eine sehr gefährliche Medikation.
      Lesen Sie auch Bitte den Beitrag: Grundlagen der Demenzbehandlung!
      LG
      Ischwalm

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      • Re: Demenz und Depression


        Hallo Ischwalm,

        ich glaube, Sie haben meine Ausführungen etwas missverstanden. Die Medikation erfolgte nicht gleichzeitig, sondern nacheinander (mehrere Antidepressiva und Neuroleptika dürfen ja nur mit äußerster Vorsicht - gerade im Alter - gegeben werden). Meine Mutter war in der Psychiatrie (insgesamt 5mal in den letzten 10 Jahren) und wird auch durch einen Psychiater/Neurologen behandelt. Dies zur Erläuterung.

        Nun die gute Nachricht: Nach Umstellung des Antidepressivums von Cymbalta auf Trevilor durch den Psychiater unter weiterer Gabe von Tavor (0,5 mg) sowie einer Minimaldosis Zolpidem zum Schlafen geht es meiner Mutter mittlerweile psychisch wieder gut. Zwar kann man deutlichere Einschränkungen durch die Demenz sehen (sie rätselt aber auch wieder und nimmt an Raterunden teil!!!), aber das bleibt ja nicht aus, zumal sich aus dem letzten Behandlungsbericht der Psychiatrie, der mir mittlerweile vorliegt, sogar eine gemischte Alzheimer/vaskuläre Demenz ergibt. Für mich war es wichtig, dass die Depression in den Griff bekommen werden sollte und das ist Gott sei Dank geschehen. Jetzt leidet sie wenigstens nicht mehr!

        LG
        Susanne2008

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        • Re: Demenz und Depression


          Hallo Susanne 2008,
          ich freue mich über die Besserung Ihrer Mutter.
          Bleibt noch die Diagnose der gemischten Demenz.
          Ist die Diagnose sicher? MMST und andere Testergebnisse?
          Wurde ein bildgebendes Verfahren durchgeführt?
          Auch bei einer gemischten Demenz ist eine Therapie mit Antidemendiva möglich!
          LG
          Ischwalm

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