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Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?

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  • Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?

    Hallo,

    meine Mutter ist 67 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren in der Türkei. Dort wurde ihr auch vor etwa sechs Jahren chronisches Nierenversagen diagnostiziert. Zu Beginn wurde sie erst medikamentös behandelt. Das reichte irgenwann nicht mehr aus und sie musste 3 mal die Woche ins Dialysezentrum zur Hämodialyse. Die lief zu Beginn auch sehr gut. Nach etwa zwei Jahren begann die Komplikationen. Sie bekam öfters eine Infektion. Die Anschlussstellen am Arm waren verkalkt und das Blut konnte nicht gereinigt werden.Es wurden an alle möglichen Stellen wie arme, beine und Hals versucht einen Anschluss zu finden. Diese Eingriffe wurden zeitweise mit Infektionen begleitet, durch die meine Mutter auch noch eine Lymphknotentuberkulose einfing, weil der Körper so geschwächt war. Nach vielen Eingriffen, kam man zum Ergebnis, dass sie keine Hämodialyse machen können. Einzige Chance wäre die Peritonialdialyse über das Bauchfell, die sie selbst zuhause alle 6 stunden durchführen muss. Das in kürze zum Verlauf des chronischen nierenversagen.
    Im Januar diesen Jahres, erlitt meine Mutter etwa 2-3minütige Sehverlust, mit anschließender Sprachstörung desorientierheit und verwirrtheit. Im Krankenhaus wurden einige Untersuchungen wie die Magnetresonanztommographie, EEG, Blutbild. Innerhalb von zwei Tagen wurde ihr Alzeimer diagnostiziert. Ich habe seitdem sämtliche Internetseiten durchgesuch, die mir information über die Doppeldiagnose also sprich Dialysepatient und Alzeimerkrankheit geben sollten. Leider fand ich nichts. Nun meine Frage: Ist es, wenn es den Alzeimer ist, eine Folge der Niereninsuffizienz. War es vielleicht nur eine Durchblutungsstörung die reversibel ist? Welche Wechselwirkung hat es den? Das einzige was ich im Internet gefunden habe war der Begriff "Dialyse Demenz" Aber darunter kann ich mir wenig vorstellen. Was bedeutes das? Welchen Krankheitsverlauf hat es? Gibt es Unterschiede, wenn ja welche? Auf dieser Seite wurde geschrieben, dass nach so einiger Diagnose der Tod nach 6-9 eintritt. Ich bin sehr irritiert und fühle mich Hilflos. Ich kann die Entwicklung nur aus Deutschland mit verfolgen und die ist nicht ausreichend für mich. Bitte um Ihre Einschätzung.

    Vielen Dank
    Nadiye

  • Re: Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?


    Liebe Nadiye,

    Ihre Frage lässt sich über ein Forum sicher kaum beantworten. Könnten Sie nicht versuchen, eine Kopie der Befunde zu bekommen, um dann eine Zweitmeinung einzuholen und abzuklären, ob es sich tatsächlich um die Alzheimer-Krankheit handelt? Dazu müssten Sie vielleicht Kontakt aufnehmen zu einer Fachklinik und dort ganz gezielt nach Informationen zur "Dialyse-Demenz" fragen, ich habe aber den Eindruck, dass das wenig erforscht ist.

    Hier habe ich eine Liste gefunden:

    Dialyse Zentrum Lünen
    Brechtener Str. 18
    D-44536 Lünen
    Telefon: 0231 / 987323 - 0
    Fax: 0231 / 987323 - 11;
    URL http://www.dialyse-luenen.de

    KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation
    Osterfelder Strasse 155 a
    D-46242 Bottrop
    Telefon: 02041 / 1516-50
    Internet: http://www.kfh-dialyse.de

    Dialysezentrum München-Bogenhausen
    Rosenkavalierplatz 4+ 5;
    81925 München;
    Telefon: 089/ 45 22 38 22
    Telefax: 089/ 45 22 38 21
    Internet: http://www.dialyse-muenchen.de

    Dialyse Zentrum Kempten&;
    Robert-Weixler-Str. 9;
    87439 Kempten
    Tel: 0831 - 523 50 0;
    Fax: 0831 - 523 50 50
    E-Mail:info@dialysekempten.de;
    www.dialyse-zentrum-kempten.de oder www.dialysekempten.de

    Oberschwabenklinik Isny - Dialyse Abteilung;
    Wilhelmstr. 21;
    88316 Isny
    Tel: 07562 - 913 803;
    Fax: 07562 - 913 805;
    Internet :www.dialyse-isny.de

    Alles Gute,
    Eva Franziska

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    • Re: Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?


      Liebe Eva,

      erst mal vielen Dank für Ihren Vorschlag. Werde Ende April zu meiner Mutter fliegen und schauen dass ich die Kopien der Befunde mit nach Deutschland bringe. Bei meinen Recherchen, sei es Internet, Beratungsstelle für Angehörige etc. habe ich auch den Eindruck, dass es über Dialyse Demenz wenig Info gibt.Trotzdem Danke, werde einfach mal die Liste durch gehen und mal nachfragen.

      Lieben Gruss
      Nadiye

      Kommentar


      • Re: Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?


        Liebe Nadiye,
        über Demenz infolge von Dialyse ist wirklich schwer etwas zu finden. Eher gibt es Berichte zu Patienten, die unter beiden Krankheiten leiden.
        Hier wird es wenigstens mal erklärt (http://alu.ch/download/gesundheit/alzkrankheit.pdf) - aber ob das was Seröses ist, kann man schlecht sagen (ist von 2001):
        "Beeinträchtigungen, die speziell in der Vergangenheit als Folge einer Aluminiumanreicherung im Körper nach Dialysebehandlungen auftraten, bei denen normales Leitungswasser zur Aufbereitung der Dialyseflüssigkeit für Patienten mit schwersten Nierenfunktionsstörungen verwendet wurde, unterscheiden sich grundlegend von denen der Alzheimer-Krankheit. Erstens äußern sich die Verhaltensstörungen bei diesem Krankheitsbild anders, und zweitens sind die zur Alzheimer-Diagnose wesentlichen strukturellen Veränderungen im Gehirn nicht vorhanden. Heutzutage tritt diese “Dialyse-Demenz” selten auf, ist dann aber zu behandeln und bildet sich in der Regel wieder zurück – im Gegensatz zur Alzheimer Krankheit."

        Und hier etwas ausführlicher und fachlicher unter dem Oberbegriff Dialyse-Enzephalopathie
        http://flexikon.doccheck.com/Dialyse-Enzephalopathie

        Unter dem Stichwort:
        "Dialyse & Demenz" "Zwei Krankheiten in einem Körper"
        findet man hier eine Facharbeit als PDF-Datei
        http://www.nephro-fachverband.de/fil...epreis2008.pdf

        Dagmar Essomé (Rötterhoven 5, 45359 Essen) hat eine Facharbeit veröffentlicht:
        http://www.afnp.de/symposien/2006/Vo...d%20Demenz.pdf
        Vielleicht lässt sich ihre Telefonnummer herausfinden und sie können sie befragen.

        Vielleicht können Sie zur Abklärung auch herausfinden, ob man Ihrer Mutter bei der Hämodialyse aluminiumhaltige Dialyseflüssigkeiten gegeben hat. So wie ich das verstanden habe, ist das heute gar nicht mehr so üblich. Es scheint auch nicht erwiesen, dass das tatsächlich zu dem Krankheitsbild führt. Aber ich bin auch nur Laie.

        Wäre natürlich zu hoffen, dass die Demenz bei Ihrer Mutter behandelbar ist. In jedem Fall sollten Sie es durch Zweitmeinung(en) abklären lassen.

        Viel Erfolg und alles Gute,
        Eva Franziska



        .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. ..................................... Mein Steckbrief (Stand Januar 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 1-2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche 2Std. Betreuung (über Betreuungsgeld) durch eine befreundete Ergotherapeutin mit Austausch über verschiedene Lebensthemen. Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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        • Re: Dialyse und Demenz. Krankheitsverlauf?


          Sehr geehrte Nadiye,

          Sie schreiben zwar über die Niereninsuffizienz Ihrer Mutter, nicht aber über die Demenz. Leidet sie unter Hirnleistungsstörungen? Traten diese erst nach dem Ereignis im Januar auf? Was ergab das MRT? Bestand der Sehverlust nur auf einem Auge, wenn ja: auf welchem?

          Mit freundlichen Grüßen,

          Spruth

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