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wieviel bekommt er mit?

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  • wieviel bekommt er mit?

    mein mann, gerade 70, hat im letzten herbst selber bemerkt das er viel vergisst. wir haben dann in der drogerie allerlei pillen und säfte gekauft und beim hausarzt einen kleinen test machen lassen. der hausarzt hat den test als ok befunden, nicht sehr gut aber für sein alter ok. drei monate später schickte ich meinen mann wieder zum arzt zur abklärung. (er hat sich wie verändert - kann es schlecht beschreiben. dann wiederum wurde dieser test gemacht und dasselbe resultat.
    vor einem monat hat mein mann über den durst getrunken und wollte in unser altes heim (12 jahre sind wir schon umgezogen).
    das löste bei uns alarmstufe 1 aus. sofort konnten wir mit ihm zum mri und am nächsten tag zur memory sprechstunde.
    die bilder des mri zeigen, dass er viel zu viel hirnwasser hat.
    der test bei der psychiaterin war schockierend.
    nun musste er sich einer lumbalpunktion unterziehen und wir warten angespannt auf die resultate. ich bin so froh, wenn diese krankheit einen namen bekommt.
    es fiel mir bei der memory sprechstunde auf, dass er das ausmass seines test gar nicht richtig aufnahm. er ist der meinung, ich hätte ihn in diese missliche situation gebracht und nun käme er aus dieser mühle nicht mehr raus.
    gerade hatten wir wieder einen disput wegen einer lapalie. wieviel bemerken diese demenzkranken? ist die agression ein zeichen, dass sie es nicht wahrhaben wollen. wie haben andere den anfang dieser grässlichen krankheit erlebt? ich bin bedeutend jünger und stelle mir die aufgabe, die auf mich zukommt ganz schwierig vor.
    mein mann war und ist ein aktiver geschäftsmann und immer auf trab. auch jetzt noch verbringt er 80% seiner zeit im geschäft bei seinen söhnen. ich weiss nicht, ob er dort noch auf seine leistungen kommt.....
    wie begegne ich ihm, wenn er etwas behauptet und ich 100% weiss, dass es nicht so ist?
    danke für alle ratschläge und anmerkungen.
    mit einem traurigen gruss
    irene

  • Re: wieviel bekommt er mit?


    Liebe Irene Klara,
    nehmen Sie die Wirklichkeit des Kranken als gegeben hin - Diskussionen darum bringen nicht wirklich etwas, produzieren nur neue Ängste und möglicherweise Aggressionen beim Kranken.
    Sie reiben sich selbst auf und weisen den Betroffenen auf seine Schwächen hin - er hat seine eigene Realität, wird Ihnen niemals Ihre Richtigstellung glauben. Mit den besten Wünschen, Leona

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    • Re: wieviel bekommt er mit?


      liebe leonie
      herzlichen dank für ihre worte....ich werde mir mühe geben!
      was meinen sie, konnte er den memorytest wirklich analysieren?
      weiss er, dass er riesige defizite hat? ich kann dies nicht einordnen.
      schönen abend und herzlichen gruss irene

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      • Re: wieviel bekommt er mit?


        Liebe irene klara!

        Es gibt den sogenannten Altershirndruck, der durch zuviel Hirnwasser ausgelöst wird und die Symptome sind dann ähnlich wie bei der Alzheimer-Krankheit. Es gibt operative Methoden, die Abhilfe schaffen können.

        Demenzkranke haben ein extrem gutes Feingefühl und bemerken deshalb viel. Sie können es nur nicht so einordnen, wie jemand, dessen Gehirn nicht geschädigt ist.

        Da die Patienten ja nicht bewußt etwas Falsches sagen, ist es grundsätzlich gut nur - wenn überhaupt - ganz vorsichtig zu korrigieren und die Dinge lieber stehenzulassen. Es ist schon schwer genug, wenn man merkt, wie einem Alltäglichkeiten immer weniger gelingen.

        Sie müssen wohl erst mal das Gesamtergebnis abwarten und vielleicht stellt sich ja heraus, dass es behandelbar ist.

        LG, Eva Franziska




        .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. ..................................... Mein Steckbrief (Stand Januar 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 1-2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche 2Std. Betreuung (über Betreuungsgeld) durch eine befreundete Ergotherapeutin mit Austausch über verschiedene Lebensthemen. Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.
        Bitte

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        • Re: wieviel bekommt er mit?


          guten abend eva franziska! herzlichen dank für ihre worte. ja, wir haben auch an altershirndruck gedacht.....mein mann hat aber zwei symptome nicht; breites gehen und urinverlust!
          die tage, wochen gehen so lange bis die krankheit einen namen hat und man resp. frau ist so hilflos. ich bin froh, bin ich in diesem forum gelandet. sobald ich mehr weiss, werde ich auch in eine selbsthilfegruppe gehen.
          ich muss an mir arbeiten!
          lieben gruss und guet nacht aus dem berner oberland

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          • Re: wieviel bekommt er mit?


            Liebe irene klara,

            falls es notwenig wird, was ja noch nicht sicher ist (hoffentlich nicht) ist es die beste Idee für Sie beide, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen.
            Hier http://www.alzheimer-gespraech.de/in...d=issuearchive und hier http://www.treffpunkt-alzheimer.de/archiv.html gibt es Audiobeiträge von ein solchen Gruppe in Köln. Das Zuhören hat mich getröstet und mir Mut gemacht und man erhält schon eine Menge Informationen.

            Wünsche Ihnen eine behütete Nacht - trotz allem - oder gerade wegen allem Schweren.
            LG,
            Eva Franziska

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            • Re: wieviel bekommt er mit?


              Liebe irene klara!
              Falls das Thema Altershirndruck noch interessant sein sollte, gibt es hier ein Video-Gespräch mit Prof. Dr. Uwe Kehler, Chefarzt der Neurochirurgie in der Asklepios Klinik Altona.
              http://video.google.com/videoplay?do...uwe+kehler%22#
              P.S.
              Wenn der Link nicht funktioniert, unter den Stichworten suchen:
              "Altershirndruck - Fehldiagnose Alzheimer? Video"
              LG,
              Eva Franziska

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              • Re: wieviel bekommt er mit?


                danke eva franziska für diesen video. leider haben wir noch immer keine diagnose (ärztin hat sich heute entschuldigt) und hoffen noch ......
                lieben gruss aus dem berner oberland
                irene klara

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                • Re: wieviel bekommt er mit?


                  Sehr geehrte Irene,

                  Sie sollten sich nocheinmal nach dem Ergebnis der Lumbalpunktion (LP) erkundigen, und auch danach, was dabei eigentlich gemacht wurde. Wenn tatsächlich der Verdacht auf diese besondere Form von Hirndruck besteht (und dies scheint mir keinesfalls sicher, obgleich die Symptomatik typischerweise aus einer Demenz, einer besonderen Form der Gangstörung und einer Inkontinenz besteht), so wird nicht einfach nur eine kleine Probe abgenommen sondern eine sogenannte Entlastungspunktion vorgenommen, bei der eine größere Menge "Nervenwasser" abgelassen wird. Man prüft daraufhin, ob die Symptomatik sich in den nächsten 24 Stunden bessert und wiederholt die LP ggfs. nochmals.

                  Mit freundlichen Grüßen,

                  Spruth

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                  • Re: wieviel bekommt er mit?


                    herzlichen dank für ihre mail. wir mussten die lumbalpunktion wiederholen, da das spital schlampte. man fand die liquide nicht mehr.... nun warten wir wiederum 4 wochen auf eine diagnose. gottseidank ist alles stabil.nachher müssen wir noch einen neurologen aufsuchen. evtl. hat die krankheit dann einen namen.

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                    • Re: wieviel bekommt er mit?


                      Liebe Irene Klara,
                      das ist ja wieder einmal unglaublich - die Lumbalpunktion ist nicht gerade eine angenehme Untersuchung und dann so etwas... Ich bekäme ja grundsätzliche Zweifel an der behandelnden Klinik.
                      Hoffentlich erhalten Sie bald eine fundierte Diagnose.

                      Herzlichst Leona

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