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Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?

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  • Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?

    Hallo! Ich bin neu hier! Meine Mutter ist 76 hat Alzheimer ist in Pflegestufe II eingestuft und wird hauptsächlich von meinem glücklicherweise noch sehr fitten Vater (77) betreut. Ich (38) unterstütze ihn oft, aber nicht oft genug, da ich berufstätig bin und Familie habe und auch nicht im gleichen Haus wohne.

    Meine Mutter geht seit über einem Jahr in die Tagespflege. Erst ging sie 2 Tage, mittlerweile 3. Ob sie sich wohlfühlt kann ich nicht so richtig sagen. Sie geht ohne zu schimpfen, ist aber überglücklich, wenn mein Vater sie nachmittags um 16 Uhr abholt. Sie ist auch nicht so die aggressive Kranke sondern eher die traurige. Sie war immer schon eher ruhig und zurückhaltend.

    Mein Vater geht mittlerweile wirklich auf dem Zahnfleisch, aber außer Tagespflege will er keine Hilfe annehmen. Wie erwähnt ist er noch sehr fit, liebt Gartenarbeit und pflegt um seine Rente aufzubessern Friedhofsgräber von Bekannten. Finanziell nötig hätte er dies nicht. Und dementsprechend sieht es auch im Haushalt aus, den vernachlässigt er leider. Eine Putzfrau lehnt er ab und auch die Caritas soll nicht morgens zum Waschen meiner Mutter ins Haus kommen.

    Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage: Ich werde in den Sommerferien mit meiner Familie 10 Tage Urlaub in Österreich machen. Wir würden meinen Vater gern mitnehmen, damit er mal rauskommt. Er kann sich aber absolut nicht entscheiden, meine Mutter in der Zeit in die Kurzzeitpflege zu geben. Auch mir fällt der Gedanke schwer, zumal wir sie gar nicht besuchen könnten, aber sicherlich würden meine Brüder und andere Verwandte und Bekannte mal hingehen, so dass wenigstens einmal am Tag für eine gewisse Zeit (1 Stunde?) eine vertraute Person dort wäre. Die Befürchtung meines Vater ist auch, dass sie, wenn sie wieder heimkäme, sie dort noch verwirrter wäre.

    Kann mir jemand zu- oder abraten oder von seinen eigenen Erfahrungen berichten?

    Viele Grüße

    Anja

  • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


    Liebe Anja1971,

    die Bedenken ihres Vaters sind verständlich. Wie wäre es, wenn Sie versuchen, sie einmal drei, vier Tage in die Kurzzeitpflege zu geben, BEVOR Sie in Urlaub fahren? Dann lässt es sich besser einschätzen, ob so etwas einen Schub auslöst. Wenn Ihr Vater das noch länger machen will, braucht er früher oder später sowieso diese Entlastung. Kann natürlich auch sein, dass es schiefgeht und dann wird er es nicht mehr machen wollen.

    Ich habe selbst keine Erfahrung, war nur so ein Gedanke. Gibt es in der Tagespflegegruppe nicht Angehörige, die Sie mal fragen könnten? Es ist ja auch wichtig zu wissen, wie gut die Pflege ist.

    Wegen der Putzfrau würde ich versuchen, dem Vater vorzuschlagen, dass Sie einen kleinen "Frühjahrsputz" veranstalten und eine Hilfe mitbringen. Wenn die dann nett ist, könnte ihr Vater vielleicht Vertrauen gewinnen.
    Das nächste Mal sind Sie dann wieder dabei und das übernächste Mal sind Sie nur am Anfang dabei und dann könnte die Hilfe vielleicht alleine kommen. Alle Neuerungen sind für ältere Menschen besser zu verkraften, wenn man es einschleichend versucht. Das ist zunächst mal viel Aufwand, lohnt sich aber, wenn es sich dann eingespielt hat. Man muss ja auch längerfristig denken.

    LG, Eva Franziska



    .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. ..................................... Mein Steckbrief (Stand Januar 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 1-2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche 2Std. Betreuung (über Betreuungsgeld) durch eine befreundete Ergotherapeutin mit Austausch über verschiedene Lebensthemen. Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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    • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


      Liebe Anja, mein Mann hat auch demenz Pflrgestufe 1 z.t. Er ist 82 Jahre Ich selber jetzt 79 Jahre Diabetikerin . Ich war auch sehr runter hatte keinen Antrieb mehr . Nach vielen Schwierigkeiten wurde mir eine Kur bewilligt. mein Mann kam in ein nachbarhaus ,
      wo er gut versorgt wurde. Ich habe mich entschlossen ihn nicht jeden tag zu sehen nur am Wochenende wo die Kinder kamen.Ich glaube und kann jedem nur empfehlen mal Abstand zu dem
      Kranken zu bekommen. Ich war immer erreichbar. Mir hat es sehr gut getan und komme heute mit der Situation viel besser zu recht. Ich betreue meinen Mann noch zu Hause .Ich stelle die Klingel ab,
      wenn ich aus dem Hause gehen, daß er nicht irgendwelche Leute
      reinläßt. WEnn Sie noch Angehörige haben , die ihre Mutter besuchen sehe ich überhaupt kein Problem , daß ihr Vater mit ihnen auf Urlaub geht. Der Mutter würde ich sagen , daß ihr Vater
      sich auch unbedingt mal erholen muß , damit er nachher für Dich wieder ganz da sein kann.
      versuchen Sie es ruhig mal
      Liebe grüße
      Wunneke

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      • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


        Liebe Frau Wunneke!

        Auch Ihnen vielen Dank für Ihre liebe Antwort. Bislang erreichte mich noch eine weitere allerdings private Nachricht zu meiner Anfrage. Diese hatte aber eine komplett gegensätzliche Aussage :-) Ich denke jeder erlebt so eine Sache anders und jeder Erkrankte reagiert unterschiedlich.

        Im Moment denke ich, dass eine gute Alternative ein betreuter Urlaub für beide zusammen ist, wo mein Vater sich zurückziehen könnte und meine Mutter in der Zeit gut betreut würde, im Notfall aber besucht werden könnte. Würden Sie mir vielleicht noch schreiben wo genau Sie Ihren Urlaub verbracht haben? Wir wohnen in NRW und es sollte nicht allzu weit entfernt sein.

        Außerdem möchte ich Ihnen noch sagen, dass ich sehr beeindruckt bin, dass Sie sich augenscheinlich sehr gut mit dem Internet auskennen. Ich würde mir wünschen, mein Vater würde da auch Interesse zeigen :-)

        Liebe Grüße

        Anja

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        • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


          Liebe Anja, Ich war in einem haus vom Müttergenesungsheim , die heute von den Krankenkassen als Kurheim anerkannt sind
          ich war in bad bevensen . Dort wurden gespräche über pflrgende Angehörige geführt . Kurse über Stresssituationen , Einzelgespräche bei Psaychologen . Physikalische Anwendungen
          Wassergymnastik usw. Das war eine Kur für pflegende Angehörige. <da waren auch viele Jüngere Frauen die pflegende Schwiegereltern oder behinderte Kinder hatten.
          Ich von mir aus muß sagen,daß es mir sehr gut getan hat und ich
          jetzt endlich die Krankheit meines Mannes akzeptiere und da anders mit umgehen kann. Mein mann war wirklich gut untergebracht und hat auch keinen Schaden davon getragen.
          Im gegenteil er wurde zu mir auch wieder etwas liebevoller .
          Ich habe gelernt mir auch freiraum zu schaffen, was nicht immer leicht ist.

          Meine Kindeer haben mir vor 6 Jahren geraten einen Computerkurs zu machen. Ich sagte zunächst auch , das lernst Du nie mehr in meinem Alter. Nun ich habe 3 kurse besucht , die
          Kinder haben mir einen computer hingestellt . Da ich nicht viel weg kann ist das eine schöne beschäftigung und hole mir viele Informationen .

          Ich bin auch in einer Selbsthilfegruppe für Demenzen das hilft einem auch , daß man nicht mit seinen problemen alleine ist.
          Durch eine beratungsstelle ( DIKS ) habe ich die Kur bekommen
          und die haben sich für mich bei der krankenkasse enorm eingesetzt. Ich hätte das nicht geschafft ich war seinerzeit auch zu runter unjd hatte keinen Elan mehr irgendetwas in Angriff zu nehmen.
          Mein Mann hat ja auch noch ein Lungenemphysem und Schuppenflechte an den beinen , nie früher gehabt , seit 2 Jahren
          Ödeme in den Beinen etc. Eine Pflegerin kommt jeden Morgen und bearbeitet seine beine.
          hnen alles gute
          Wunneke

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          • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


            Noch einmal danke für die Antwort. Bad Bevensen ist mir jetzt bei meiner Suche schon mehrfach untergekommen und dann hätte ich noch Winterberg (Landhaus Fernblick) in der engeren Auswahl, weil meine Eltern immer gern im Sauerland ihren Kurzurlaub gemacht haben. Für meinen Vater wäre es glaube ich wichtig, dass dieser Urlaub nicht so einen "Altenheim-Einschlag" bekommt.

            Ich werde Sie auf dem Laufenden halten, wie meine Pläne voranschreiten.

            LG

            Anja

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            • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


              Oh Hallo Eva Franziska!

              Ihre Antwort habe ich leider völlig überlesen, tut mir leid. Auch Ihnen danke für die nette Antwort. Mein Vater ist wirklich sehr eingespannt, lässt es sich aber nicht nehmen viel draußen zu sein und im Garten zu arbeiten. Das tut ihm gut und es ist auch völlig ok. Der Haushalt leidet aber selbstverständlich darunter. Ich habe morgen einen Termin beim Hautarzt mit ihm und anschließend werden wir irgendwo Mittagessen. Dann werde ich nochmal versuchen, ihn in Richtung Putzfrau zu bewegen.

              Liebe Grüße

              Anja

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              • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


                Liebe Anja,

                hat die Tagespflegeeinrichtung eine Kurzzeitpflege angeschlossen? Oder ist die KZPFL ganz woanders?

                Meine Mam geht auch sehr gerne in die Tagespflege (3xWoche). Dort ist auch eine KZPFL angeschlossen. Hatte den Vorteil, meine Mam kannt die Räumlichkeiten und auch die Mitarbeiter teilweise.

                Als mein Vater unbedingt Erholung brauchte, haben wir meiner Mutter gesagt, dass mein Vater für eine Woche zur Kur muss und da ich berufstätig bin, dass sie in der KZPFL für eine Woche bleiben müsste. Das war mit der Begründung in Ordnung für sie. Sie konnte tagsüber an der Tagespflege teilnehmen und war beschäftigt und zum Abendessen war sie in der KZPFL. Ich bin in der Woche jeden Abend kurz vorbeigefahren, aber oft war sie so beschäftigt, dass sie gar keine Zeit für mich hatte :-). Hat super geklappt.

                Beim zweiten Mal bin ich auch nicht mehr jeden Abend hingefahren sondern jeden 2. oder 3. Abend. Das war auch ok. Jetzt ist mein Vater jedes Jahr zwei Mal für 7-10 Tage jeweils in Kur und Mutter akzeptiert das. Ich würde nicht sagen, dass sich Vater erholen muss um dann wieder mehr für sie da sein zu können. Damit macht man ein schlechtes Gewissen und sie fühlt sich als Belastung. Aber mit der Kur ist das voll ok und mein Vater fährt dann auch alleine in den Urlaub.

                Den betreuten Urlaub in Winterberg kann ich nur empfehlen. Die Alzheimergesellschaft in Bochum veranstaltet auch einmal im Jahr Fahrten dahin aber mit eigenen Betreuern. Damit sind meine Eltern gefahren und fanden es auch toll. Es gab ein Programm für die Erkrankten und eines für die Angehörigen.

                Ich wünsche euch viel Glück, dass es mit der KZPFL klappt.
                Lieben Gruß
                Petra

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                • Re: Alzheimer - 10 Tage in die Kurzzeitpflege?


                  Liebe Petra!

                  Auch dir danke für den Beitrag. Schön, dass ich nicht allein vor dieser Problematik stehe :-)

                  Unsere Tagespflege ist zwar in unmittelbarer Nachbarschaft zur KZP aber beide sind unabhängig voneinander. Das bedeutet wenn sie in die KZP ginge, wäre sie in einem anderen Gebäude mit anderen Betreuern und würde nicht morgens in die Tagespflege gebracht. Das ist ja wirklich eine super Lösung bei euch, dann könnte ich sie eher guten Gewissens dort "abgeben". Nach dem was du so geschrieben hast habe ich aber auch den Eindruck, dass deine Mutter noch besser beieinander ist als meine. Wenn ich ihr erzählen würde, dass Papa zur Kur müsse, hätte sie es in kürzester Zeit wieder vergessen. Schon alleine wenn sie hier bei uns ist fragt sie alle paar Minuten "Wo ist Opa denn?" und guckt sich hektisch um. Ich sage ihr dann wo er ist, aber nach kürzester Zeit fragt sie halt wieder.

                  Ich werde jetzt erstmal diesen gemeinsamen betreuten Urlaub in Angriff nehmen und hoffe, dass mein Vater drauf eingeht. Winterberg wäre halt schon toll, weil sie das Sauerland immer schon gern hatten.

                  Ich werde euch auf dem Laufenden halten und freue mich sehr, dass ihr mir so rege geantwortet habt.

                  Liebe Grüße

                  Anja

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