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Früherkennung von Demenz mittels MRT

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  • Früherkennung von Demenz mittels MRT

    Liebe Mitglieder des Forums,

    ich habe gehört, dass es jetzt eine Früherkennung von Demenz basierend auf Magnetresonanz-Tomografie gibt. In Hamburg wird sie von einem medizinischen Präventionszentrum angeboten (www.mpch.de).

    Es wird behauptet, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass im Falle eines negativen Befunds eine Demenz für die nächsten ausgeschlossen werden kann.

    Meine Frage:
    Hat jemand mit einer solchen Untersuchung schon Erfahrung sammeln können? Was steckt dahinter? Kann man dem Angebot trauen?

    Vielen Dank für Eure Rückmeldung
    Heino2011

  • Re: Früherkennung von Demenz mittels MRT


    Hallo Heino,
    nach allem, was ich bisher weiß und gelesen habe, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass man allein anhand eines MRTs eine Rückschluss auf Morbus Alzheimer - positiv wie negativ - ziehen kann. Um eine solche Diagnose abzusichern oder auszuschließen sind m.E. weitere Untersuchungen und Testverfahren notwendig.

    Ich hoffe, noch andere melden sich zu Wort.
    Gruß Leona

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    • Re: Früherkennung von Demenz mittels MRT


      Hallo Heino2011,

      ich schließe mich der Aussage von Leona an. Um eine Demenz vom Alzheimertyp (DAT) zu erkennen, bedient man sich des Ausschlussverfahrens, auch Differentialdiagnose genannt. D.h. man benötigt mehrere Untersuchungsergebnisse - u.a. auch bildgebende Verfahren wie bei einem MRT. Hinzu können noch Proben der Nervenflüssigkeit (Liquor) kommen, die man durch eine sog. Lumbalpunktion (LP) erhält. In diesem "Nervenwasser" fahndet man nach Tauproteinen, "Bruchstücke zerstörter Neuronen", usw. Am wichtigsten aber erscheinen mit Tests, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden und ca. 6 Monate dauern können. Ganz sicher kann man sich aber erst sein, wenn man ein obduziertes Gehirn untersucht, d.h. vor dem Tode besteht z.Z. keine absolut sichere Erkenntnismöglichkeit über das Vorliegen einer DAT.

      Die MRT zeigt Gehirnstellen, die im Vergleich zu gesunden Gehirnen mehr oder weniger geschrumpft sind (diffuse Atrophien und vergrößerte Ventrikel - die Konturen der Hirnwindungen werden langsam gröber, d.h. die Falten (sulci) und darmähnlichen Windungen (gyri) verlieren ihre Feinstrukturen). Vor allem sieht man schon früh verkleinerte Hippocampi, das sind sozusagen die zentralen Schalter und Zwischenspeicher, die unter der Großhirnrinde sitzen und u.a. den Zugriff auf "Speicherinhalte" des Großhirns regeln und steuern. Hier wütet die Krankheit zuerst und am nachhaltigsten. Daraus erklärt sich auch das Rätsel, warum Demenzkranke manchmal (in der frühen bis mittleren Phase) noch fast normal wirken. Dann hat der Zugriff mal wieder funktioniert - man spricht auch etwas fälschlich von Gedächtnisinseln. Immer öfter aber versagen die hippocampalen Steuerungen und die Krankheit breitet sich dann auch verstärkt auf die Großhirnrinde aus.

      Für eine Früherkennung einer möglichen demenziellen Erkrankung sind v.a. Gespräche mit Neurologen und Tests sehr wichtig. Es ist nämlich auch möglich, dass überhaupt keine Demenz vorliegt, sondern eine Depression. Es ist wenig bekannt, das Depressionen z.T. sehr ähnliche Symptome haben können, wie Demenzen.

      Gruß
      Egon-Martin

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      • Re: Früherkennung von Demenz mittels MRT


        Hallo zusammen,

        Ich weiss, ich habe jetzt so oft und wiederholt soviele Fragen gestellt, dass es sicherlich für den ein oder anderen nervend sein kann. Trotzdem hätte ich gerne eine Frage beantwortet, da ich im Internet beim recherchieren nicht fündig geworden bin.

        Wieso bekommt man bei einer MRT auch oftmals in fortgeschrittenen Stadien keine Befunde ?

        Wie genau erklärt sich das ? Und wie schaut das bei einer Lumbalpunktion aus, kann die auch ergebnislos verlaufen ?

        Wie können starke Symptome exestieren ohne das etwas defektes gefunden wird durch Maschinen ? Wo sind diese "blind" ?

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        • Re: Früherkennung von Demenz mittels MRT


          Hallo

          Also, bei meiner Schwiegermutter hat man beim MRT keinerlei Ablagerungen festgestellt. Ebenso waren beide Halsschlagadern frei durchgängig. Absolut alles in Ordnung. Nur der Neurologe hat anhand verschiedener Tests ihre Alzheimer Demenz festgestellt.

          Gruß petmo

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