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Wer hat erfahrung mit Tagespflege?

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  • Wer hat erfahrung mit Tagespflege?

    hallo Forumsmitglieder,

    Meine Mutter ist zur Zeit noch in der Tagesklinik. Sie soll jedoch danach 2-3 mal wöchentlich In eine Tagspflegestätte gehen.
    der Aufenthalt in der Tagesklinik hat ihren Zustand extrem verschlechtert. Nun befürchte ich das die Umstellung der Tagespflege, wieder neue Umgebung und andere Personen, den Zustand noch weiter verschlechtern könnte. Hat da jemand Erfahrung gemacht?

    Gruß Leonore

  • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


    Liebe Leonore,
    jede Veränderung - egal ob räumlich oder personell - ist für einen Demenzkranken eine Herausforderung und man kann schwer voraussagen, wie gut oder schlecht derjenige damit klar kommen wird. Ich habe bei meinem Vater leider immer nur die Veränderung zum Schlechten erlebt, trotzdem lassen sich manche Dinge einfach nicht vermeiden (Klinikaufenthalte, stationäre Pflege etc.).

    Wäre es im Falle Ihrer Mutter vielleicht auch möglich eine Betreuung zu Hause einzurichten? Organisationen wie die Caritas u.a. geben da meist Hilfestellung. Manchmal wissen auch die Hausärzte, wo man sich hinwenden kann, um eine Betreuungs-/Pflegekraft zu bekommen.
    Die besten Erfahrungen im Bekanntenkreis habe ich mit der Betreuung zu Hause gemacht, das kann ich nicht anders sagen. Bei uns war das leider nicht möglich, weil Vaters Wohnung a) eine Mietwohnung und b) zu klein war. Wenn eigener Wohnraum vorhanden ist und ggf. ein Zimmer für eine Pflegekraft zur Verfügung gestellt werden kann, sieht es gleich besser aus.

    Überdenken Sie die Möglichkeiten und wenden Sie sich - falls nicht schon getan - an eine Beratungsstelle für Demenzkrankheiten in Ihrer Nähe. Vielleicht haben Sie auch jemand im Bekanntenkreis, der bereits Erfahrung mit einer privaten Pflegekraft hat, haken Sie da nach.
    In unserer Region (Main-Taunus-Kreis) wird davon rege Gebrauch gemacht.

    Lieben Gruß
    Leona

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    • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


      Hallo Leona,

      Vielen Dank für die schnelle Antwort. Besteht denn die Hoffnung, dass sich der Zustand nochmal verbessert oder ist es eher unwahrscheinlich. Der momentane Abbau ist beängstigend,dies wie gesagt seid sie in der Tagesklinik ist. in der kommenden Woche wird jedoch die Begutachtung durch den MDK sein. Dannach wird sie dann auch entlassen. Kann die Verschlechterung wirklich mit der Überforderung in der Tagesklinik Zusammenhängen?

      Gruß Leonore

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      • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


        Liebe Leonore,
        die Verschlechterung kann durchaus mit den veränderten Lebensbedingungen zusammenhängen - Demenzkranke reagieren extrem stark auf Veränderungen des Umfelds und des Lebensrhythmus. Mein Vater lebte seinerzeit nach dem Klinikaufenthalt mit Hilfe des Antidementivums nochmal deutlich auf und in hohem Alter sind 2 Jahre eine lange Zeit.

        Im Fall Ihrer Mutter können aber auch die dämpfenden Medikamente eine zentrale Rolle spielen. Dr.Spruth hat Ihnen zu beiden Aspekten auch bereits geschrieben.

        Gruß Leona

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        • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


          Liebe Leonore,
          meine Frau (68 Jahre, Diagnose Alzheimer vor 2 Jahren) geht seit Anfang November 2 mal wöchentlich zur Tagespflege, und zwar sehr gerne. Die meisten der anderen Tagesgäste (insgesamt meist 8 - 10) sind in der Krankheit schon weiter fortgeschritten bzw. älter, so dass sie nach Auussage der Betreuer manchmal sogar eine Hilfe ist.
          Vor Weihnachten haben sie dort z.B. Plätzchen gebacken, Weihnachtslieder gesungen (erstaunlich wie gut die meisten noch die Texte kennen) etc.
          Den Pflegeanteil der Kosten trägt die Pflegekasse über die "zusätzlichen Betreuungskosten" (noch Pflegestufe 0). Da neuerdings bis zu 4 Tage wöchentlich angeboten werden, überlege ich, bald auf 3 oder 4 Tage zu erhöhen, vielleicht aber auch erst, wenn Pflegestufe 1 vorliegt, da ich auch noch abends Betreuer zahlen muss wenn ich zum Gesang- oder Sportverein will.

          Ein hoffentlich glückliches Neues Jahr wünscht

          Gerd W

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          • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


            Liebe Leonore,

            mein Vater (65) geht viermal die Woche in die Tagespflege. Er wird morgens abgeholt und nachmittags wieder gebracht.

            Die Pfleger und Pflegerinnen sind alle sehr nett. Dort sind auch immer die gleichen "Patienten". Es wird gemeinsam gegessen, dann gehen sie spazieren oder im Sommer haben sie auch schon Ausflüge gemacht.

            Meine Mutter und ich hatten am Anfang auch Angst und haben uns gefragt wie wird es sein, ob er sich wohlfühlt etc.

            Die Leiterin der Tagespflege sagte meiner Mutter mein Vater sei "angekommen" und er scheint sich wohlzufühlen. Es wird auch vorgelesen und ab und zu kommt jemand und macht Musik.

            Kann es ihnen nur empfehlen, denn in diesen paar Stunden können Sie neue Kraft tanken für den Rest des Tages an dem ihre Mutter wieder nach Hause kommt.

            Lg Simone

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            • Re: Wer hat erfahrung mit Tagespflege?


              Meine Beobachtung ist, dass die Tagespflege in jedem Einzelfall zu sehen ist. Am ehesten ist ein Einleben dementer Menschen erkennbar, wenn zwischen den Tagespflegetagen nicht viel Zeit vergeht und die Personen in der Tagespflege möglichst konstant sind (Besucher und Personal). Das Beschäftigungsangebot war eigentlich nie Gegenstand einer Kritik. Eher schon mal die Qualität der gereichten Mahlzeiten.

              Persönlich halte ich dieses Angebot für wichtig und für die Angehörigen unverzichtbar. Ich bin dieses Jahr mal ein Experiment eingegangen: über Weihnachten/Neujahr habe ich einer dementen Dame "einen geschenkten Urlaub" hier in unserer WG verbringen zu lassen. Bedenken waren, dass die Veränderung "Gift" für sie wäre. Abgesehen davon, dass sie jeden morgen nach dem Frühstück die Rechnung haben wolte und ein Taxi rufen wollte (war aber gleich wieder vergessen), hat sie sich erstaunlicherweise schnell eingelebt. Die Tochter mit ihrer Familie (dazu gehört auch eine Tochter des Ehemanns mit DownSyndrom) mußte einfach mal eine Auszeit haben.

              Diese Urlaubsoption soll wohl noch einige Male im Jahr wiederholt werden.

              Die Unruhe und das nie verstummende Mundwerk (in 2 Stunden wird rund zum 20zigsten Male dasselbe erzählt), ist schon belastend. Beide (Tochter mit Ehemann) sind berufstätig und brauchen abends die Ruhe dringendst zur Erholung für den nächsten Tag. Übrigens, die Oma (Mutter) wohnt in einem eigenen Haus neben der Tochter. Von einer selbständigen Haushaltsführung ist nicht mehr die Rede.

              Empfehlung: Etwas Mut und einfach ausprobieren und beim ersten Mal einfach dabei bleiben und die Reaktionen abwarten. Notfalls einfach vorzeitig abbrechen - ist aber sicherlich eher theoretischer Natur. Die Chance, dass es gut geht im Sinne des zu Pflegenden ist sehr groß.

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