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Warum ist daheim alles anders ???

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  • Warum ist daheim alles anders ???

    Hallo,

    ich habe ja hier auch schon mehrfach geschrieben...
    Nachdem meine Mutti (62 J.) nun seit 4 Jahren an AH leidet (ohne daß wir es wussten) und die Krankheit so richtig zum Ausbruch kam, als mein Vater vor 2 Jahren an einer Hirnblutung ganz plötzlich verstarb, haben wir nun Pflegestufe II für sie bekommen. Daheim ist es fast unmöglich mit ihr zu leben (wir sind zu ihr gezogen), da sie den ganzen lieben Tag entweder herumläuft, niemals rausgeht und immer wieder kleidung zusammenlegt, wieder auffaltet, wieder zusammenlegt usw. Sie kann sich nicht mehr richtig ein Brot schmieren, sie macht nur Butter drauf und vergisst den Rest. Abgesehen von den zwischenzeitlichen Heulattacken haben wir sie mit Axura, Citalopram und 3x tgl. Melperon einigermaßen gut eingestellt.
    Ich kann ihr 1000 Mal sagen, "setz dich doch mal raus auf die schöne Terasse die ich die gemacht habe" oder "beschäftige dich doch mal mit deiner kleinen Enkelin (2,5 Jahre)" oder was auch immer...kein Erfolg. Lieber sitzt sie stundenlang auf der Bettkante und tut XY (ich weiß es nicht, sobald ich in die Nähe komme steht sie schnell auf, sagt mir sie hätte "gewurschtelt" (gearbeitet). Das ist aber nichts so, denn dort an der bettkannte gibt es nichts zu arbeiten. uch ihren Bereich etwas pflegene (mal ihr Schlafzimmer saugen oder andere leichte Dinge) will sie nicht, sie sieht nicht ein, irgendwas zu putzen, denkt sie solle das für UNS machen.

    Nun geht sie seit 1 Monat 4 Tage die Woche in ein Alzheimer-Tageszentrum. Dort glaubte man uns gar nicht, daß sie krank ist. Das ist schon verrückt.
    Sobald sie abgehotl wuird, strahlt sie.
    Dort angekommen packt sie aus eigenem Willen heraus richtig an und hilft den Bediensteten dort, als wäre sie dort angestellt. Sie ist lustig, redet viel, man kann mit ihr fast normal reden. Sie schminkt sich, also kümemrt sich um ihr Äußeres, macht überall ganz toll mit, Malt, singt, macht Gymnastik.

    Die gucken uns imemr an, als würden sie nicht verstehen, warum sie dahin geht.

    Sobald sie daheim ist, hält die Euphorie ca. eine halbe Stunde an, es erinnert mich an früher, wenn sie aus dem Geschäft ausgepowert nach Hause kam.

    Danach legt sie sich auf ihr Bett und sagt, ich habe dne ganzen tag geschafft, ich brauche Ruhe. Aha.

    Freitags und am Wochenende ist sie daheim und ich muß sagen, es ist fast unerträglich, dieses Herumlaufen, laufen die Wäsche zusammenlegen, das Übliche halt.

    Ich weiß nicht an was es liegt, vielleicht daran, daß sie nie gelernt hat, sich zu beschäftigen, alleine zu beschäftigen. Das hat sie nämlich nie machen müssen früher, da sie imemr gearbeitet hat.
    Sie betuttelt die alten Leute (sie ist die Jüngste in der Tagesbetreuung) wie früher in Ihrem Friseurladen.
    Uns quält sie mit diesem Nichtstun, Rungehänge, nichts trinken, nichts essen, nichts reden. Meine Frau putzt für sie, wäscht für sie, kocht für sie. Sie würdigt es glaube ich nicht.Ich weiß es nicht.

    Sie vergisst alels, aber was sie nicht vergisst, ist, sich morgen anzuziehen und auf den fahrer zu warten. Auch am Wochenende. Als wenn sie nur weg will...

    Wer kennt das von euch ?

    Man hat bei ihre AH durch eine Liquor-Punktion festgestellt und durch einige andere Sachen. Aber irgendwie meinen die meisten dort, sie hätte bestimtm nur Depressionen...Wir wissen echt nicht weiter...

    Grüße
    sammes


  • Re: Warum ist daheim alles anders ???


    Hallo samm76,

    ich finde es hervorragend, dass sich Ihre Mutter in der Tagespflege so wohl fühlt und würde diese ausdehnen.

    Mein Vater fühlte sich auch wiederholt unwohl im eigenen Haus mit Garten und lief daher oft weg. "Ich will hier nicht mehr sein", hatte er schon letztes Jahr manchmal gesagt. Jetzt ist das besser geworden, kann aber wieder auftreten. Ich kann nur beten, dass mein Vater eines Tages das Heim so freudig akzeptieren wird.

    Für den Kranken verfremdet sich die Umgebung (das nicht nur bei Alzheimer). Manchmal sind es Schatten oder Spiegelungen, manchmal werden Worte falsch verstanden und als nervend empfunden und vieles mehr. "Tapetenwechsel" kann da Wunder wirken. Das sollten Sie auf keinen Fall persönlich nehmen - so ist die Krankheit nun mal. Depression scheint es vmtl. nicht zu sein, da diese nicht so leicht durch Ortswechsel abstellbar ist. Auch echte bipolare Depression scheint ausgeschlossen, da die Phasen zwischen Euphorie und Dysphorie zu kurz sind. Bei Demenzen können aber Symptome auftreten, welche denen der Depressionen und Psychosen ähneln. Näheres kann nur der Experte beurteilen.

    Wichtig ist, dass sich der alte Mensch wohl fühlt - das erhoffen wir uns ja alle einmaml im Alter.

    LG
    Egon-Martin

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