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Unruhe bei Alzheimer

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  • Unruhe bei Alzheimer

    Hallo,
    bei meinem Dad (66J) wurde vor ca. 1-1,5Jahren Alzheimer diagnostiziert. Er bekommt seitdem Aricept 10mg. Seit einiger Zeit ist er sehr unruhig, d.h. er bleibt nicht lange sitzen (vor ein paar Wochen war das kein Problem), verlegt Dinge bzw. versteckt sie. Mein Problem ist auch, dass meine Ma noch arbeitet, von 8:00 - 13:00 und er somit alleine ist. Dann verlässt er das Haus zu Fuß, geht im Ort spazieren und wir hoffen das er wieder nach hause findet. Wir haben auch einen Hund, der meistens darunter leidet, wenn er fast im 2Stunden-Takt Gassi gehen muss.

    Ich wollte den HA fragen, ob er nicht das Medikament "Tavor" verschreibt, aber 1. ist der im Urlaub und 2. weiß ich nicht ob es was bringt.

    Hat jmd. evtl einen Tip., sämtliche Hilfen die man den beiden anbietet, lehen beide ab.

    lg rennsemmel

  • Re: Unruhe bei Alzheimer


    Hallo rennsemmel,
    der Hausarzt ist nicht der richtige Ansprechpartner und Tavor m.E. nicht das richtige Mittel. Besser ist, sie kontaktieren eine guten Neurologen oder eine Gedächtnissprechstunde. Telefonnummern und Adressen finden Sie unter www.deutsche-alzheimer.de. Weitere hilfreiche Seiten finden Sie unter dem ersten Thread "Informationen..." Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass jedes Beruhigungsmittel die Wirkung von Aricept mindert und so wie sie es beschreiben, kommt Aricept momentan ohnehin an seine Grenzen. Die bei Demenzkranken häufig eingesetzten Mittel sind Risperdal, Melperon, Haldol u.ä. Allesamt wirken sich auf die Mobilität des Kranken aus. Die Sturzgefahr steigt immens an, häufig beobachtet man eine Neigung - auch im Sitzen - nach einer Seite und eine gekrümmte Gesamthaltung, ebenso unvermittelte Zuckungen. Also überlegen Sie genau, was Sie tun. Besser wäre, den Bewegungsdrang und die Unruhe in Tätigkeiten zu kanalisieren - Gartenarbeit, Spaziergänge, Sport, Ballspiele. Haben Sie schon mal über eine Tagespflege nachgedacht? Dort beschäftigt man sich mit den Alzheimer Patienten und im besten Fall fördert man die vorhandenen Resourcen. Die für Gesunde anzuwendenen Tranquilizer
    sind nicht unbedingt für Alzheimer Patienten geeignet und Tavor hat ein sehr hohes Suchtpotential. Es gibt heute bessere Mittel.
    Ansprechparter ist - wie schon gesagt - der Neurologe oder eine entsprechende Institutsambulanz.
    Mit den besten Wünschen, Leona

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    • Re: Unruhe bei Alzheimer


      Danke für deine Antwort.
      Das Problem ist bei der Beschäftigung: er macht das so 10min. dann ist ihm das zu langweilig. Der Neurologe meinte, dass das Aricept nicht mehr so wirken würde.
      Die Tagespflege akzeptiert er nicht, will er auch nicht.
      Dinge, die ihm vor ein paar Wochen noch Spaß machten, sind einfach weg.Neuoich hat er unser Aquarium versorgen wollen, hat dann durch eine Heizung,die er kaputt bekommen hat, einen Stromschlag bekommen. DAs sind nur Kleinigkeiten, aber es kann ja auch schlimmer kommen.
      Er bleibt halt auch nicht mal 10min. vorm TV sitzen oder so.....
      Ist alles etwas schwieirg und meine Ma macht alles alleine, sie will auch keine fremde Hilfe

      lg rennsemmel

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      • Re: Unruhe bei Alzheimer


        Hallo rennsemmel,

        die Unruhe ist Teil der Erkrankung. Das Herumlaufenkönnen ist ein starkes Bedürfnis beim Erkrankten und fördert auch sein Wohlbefinden.
        Das Entscheidende scheint mir zu sein, ob sich Ihr Vater noch verkehrssicher
        verhält, was vermutlich der Fall ist. Dann würde ich schauen, ob man ihm in
        die Jacke seine Adresse einnäht, so dass man damit die Sorge, dass er mal nicht
        zurückfinden könnte, etwas reduziert.
        Und dass der Hund damit arg viel auf Trab gehalten wird - nunja, das würde ich
        als das zweitrangigere Problem ansehen.
        Freuen Sie sich, dass Ihr Vater noch zu eigenständigen Spaziergängen im Ort
        in der Lage ist. Sie tun ihm sicher gut.
        Die Mobilität ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität und für den Krankheitsverlauf.
        Ich würde das nicht ohne größere Not durch Psychopharmaka gefährden.

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        • Re: Unruhe bei Alzheimer


          Hallo rennsemmel,
          Tavor macht abhängig! Im Laufe der Zeit verliert es die abschirmende/beruhigende Wirkung.
          Tavor sollte nur bei einer bestehenden Krise und für kurze Zeit gegeben werden. Ein Facharzt ist diesbezüglich erforderlich.Lesen Sie bitte meine Beiträge im Forum, streben Sie eine fachärztliche Behandlung an. Bei Krankheitbedingter Unruhe gibt es ( in der richtigen Dosierung) viele Alternativen zu Tavor.
          LG
          Ischwalm

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          • Re: Unruhe bei Alzheimer


            Hallo Ischwalm,

            welche empfehlenswerten medikamentösen Alternativen zur Behandlung
            von Unruhe sollen das denn sein?

            Die Unruhe gehört nun mal zum Krankheitsbild der Demenz dazu.
            Doch nur weil sie krankheitsbedingt ist, muss man sie doch nicht zwangsläufig
            medikamentös zu unterdrücken versuchen?

            Ich meine, durch die viele Bewegung "therapiert" der Kranke seine Unruhe doch
            auch selbst. Nur wenn man sich sicher sein kann, dass den Kranken sein
            Bewegungsdrang selbst sehr quält, wäre m.E. eine medikamentöse Behandlung zu
            rechtfertigen.

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            • Re: Unruhe bei Alzheimer


              Hallo marlian,

              Niederpotente Neuroleptika ist meine Antwort.
              Bei Krankheitbedingter Unruhe mit psychotischer und/oder ängstlicher Symptomantik
              können diese Medikamente für den Menschen und den pflegenden Angehörigen
              eine große Hilfe sein.
              Vermeiden Sie bitte eine " Verteufelung " von Neuroleptika. Fachärztlich kontrolliert und individuell dosiert sind diese Medikamente bei vielen Menschen hilfreich.
              Man kann nicht alles mit Bewegung behandeln. Denken Sie auch an die Menschen mit GeheProblemen, schwerer Artrose, Rollstuhlfahrer usw.
              Nach über 6000 Kontakten mit verschiedenen Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind/waren, kann man sicherlich zwischen einer " Ruhigstellung" und einer notwendigen
              Neuroleptika-Behandlung unterscheiden. Natürlich mit der notwendigen Vorsicht.
              LG
              Ischwalm

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              • Re: Unruhe bei Alzheimer


                Liebe marlian,
                ich muss Ihnen Recht geben. Auch ich sehe den Einsatz von Neuroleptika an Stelle von Zuwendung und Beschäftigung als äußerst problematisch an. In den Skandinavischen Ländern macht man es uns nachahmenswert vor - dort könnten wir viel lernen. Es gibt regelrechte "Alzheimer Dörfchen", wo alles behindertengerecht hergerichtet ist. Die Menschen können ihren Möglichkeiten entsprechend sich geschützt bewegen, in ihre jeweilige Welt eintauchen, verlieren Ängste, fühlen sich angenommen. Man stimmt alles auf die noch vorhandenen Fähigkeiten der Betroffenen ab - Nahrung, die Möglichkeiten diese aufzunehmen, die Geschmacksvorlieben, die bevorzugte Musik - eben einfach alles, was dem Alzheimer Erkrankten noch Genuss und Freude bereiten könnte. In unserem Land gehen wir - mit einigen Ausnahmen - den "kalten Weg". Der demente Mensch ist der Gesellschaft nicht mehr nützlich - also wird er m.E. als überflüssiges, lästiges Anhängsel behandelt. Er soll möglichst wenig Arbeit machen, still sein, Ruhe halten - man gesteht ihm nicht zu, dass er noch tiefe Empfindungen hat, dass er Vorlieben und berechtigte Ängste hat, aber auch, dass er Freude, Geborgenheit, Zuwendung empfinden kann.

                Unser Land hat eine traurige Tradition...an die ich hier gar nicht erinnern möchte, die mir aber bei vielen Einrichtungen und bei der Haltung vieler "Aufbewahrer" in den Sinn kommt.

                Herr Schwalm führt gebehinderte oder anderweitig motorisch behinderte Menschen an - diese können ihrem Bewegungsdrang ja von der Sache her gar nicht mehr nachkommen.
                Vielmehr habe ich erlebt, dass gerade durch die Neuroleptika die Alzheimerkranken in ihrer Motorik schwer gestört werden und dann erst ihre Fähigkeit zu sitzen, zu stehen, umher zu laufen nach und nach - manchmal auch sehr schnell - verlieren.

                Ich lasse mich in dieser Sache auch nicht mundtot machen - ich bin ein Mensch, der aufmerksam hinschaut und ich habe in den letzten 5 Jahren viel Trauriges in dieser Richtung gesehen. Es gibt leider nur sehr wenige Einrichtungen, die den Bedürfnissen Demenzkranker wirklich gerecht werden.

                Neuroleptika helfen in meinen Augen in erster Linie den Gesunden - den Pflegenden, den Betreuenden, den Angehörigen, die in ihrer (zugegebenermaßen verständlichen) Hilflosigkeit keine anderen Rat wissen. Und - man lässt sie in dieser Hilflosigkeit allein. Somit ist es ein gesellschaftliches, ein politisches Problem, das uns zunehmend einholen wird, denn die Anzahl der Demenzkranken steigt beständig an.

                Der Demenzkranke kann sich nicht verändern - WIR müssen uns verändern.

                Leona

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                • Re: Unruhe bei Alzheimer


                  Hallo Ingo,
                  habe dir eine PR geschickt! Postfach prüfen!
                  Gruß Leona

                  Kommentar


                  • Re: Unruhe bei Alzheimer


                    Hallo,

                    ich bin für Zuwendung, Liebe und alles was ein kranker Mensch braucht.
                    Jede Alternative die hilft, jede Therapie die etwas bringt ist gut.
                    Ich spreche von schweren Folgeerkrankungen des demenzkranken Menschen wie Psychose
                    und Ängsten. Jede Meinung zählt. Manche Meinungen/Überzeugungen von Angehörigen
                    müssen auch hinterfragt werden
                    Für die Menschen sollten wir ruhig weiter disputieren!
                    LG
                    Ischwalm.

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                    • Re: Unruhe bei Alzheimer


                      Hallo Leona,komme mir immer sehr schlecht vor wenn ich lese ,dass man die AD im fortgeschrittenem Stadium mit viel Liebe und Zuwendung ohne M.in den Griff bekommen kann.Ich gebe mir wirklich alle erdenkliche Mühe und versuche meinen Mann in jeglicher Weise zu motivieren,sein Umfeld schön zu gestalten und auf seine früheren Aktivitäten einzugehen.Ich bin auch gegen unnötige M., doch helfe ich ihm, wenn er sich stundenlang mit größten Ängsten quält, sich ständig Schuhe ,Jacke anzieht nach Hause will und noch vieles,vieles mehr.Man darf nicht vergessen,ich erlebe dieses,für meinen Mann total erschöpfende Spiel,nicht nur ein paar Stunden ,sondern immer und immer wieder! Hat er Ängste nehme ich ihn in den Arm,tröste ihn.Will er nach Hause gehe ich mit ihm raus.Leider fängt dann wieder alles von vorne an! Ich bin oft so ratlos und wünsche mir wirklich eine bessere Lösung.Leider kann man nicht gut mit dem Neurologen darüber sprechen ohne das man mit noch mehr M. nach Hause kommt!LG.K

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                      • Re: Unruhe bei Alzheimer


                        Liebe Kondor, wie Sie wissen pflege ich genau wie Sie meinen Mann zuhause; jetzt ins 9. Jahr gehend 24 Stunden, 365 Tage. Fühlen Sie sich nicht schlecht - ich kann Ihnen nur bestätigen, dass Liebe und Fürsorge, Trösten, Streicheln, Musik, Bilderalben ansehen etc. die Unruhe, das nächtliche Wandern, das Weglaufen, die Agressionen etc. nicht aufhalten. Es ist eine Phase, die man durchstehen muss. Bei uns hat das ca. 2 Jahre gedauert und es war eine furchtbare Zeit und ich war oft am Ende meiner Kraft und Nerven. Allerdings haben Medikamente, die ich natürlich auch ausprobiert habe nichts am Verhalten geändert, er ist nach wie vor vom Dach zum Keller, von der Garage zum Gartenzaun unterwegs gewesen, die Medikamente haben ihn aber gangunsicher gemacht und er ist mehrmals gestürzt.

                        Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie ähnlich die Krankheit verläuft. Mein Mann hat auch stundenlang Schuhe an und ausgezogen, dabei auch meine und die natürlich kaputt gemacht, weil sie nicht passten. Er hat mehrere Jacken übereinander angezogen und liess sie sich auch am Abend nicht ausziehen und ging damit zu Bett. Denken Sie daran, es geht vorüber, man muss einfach selbst alle Kraft zusammennehmen, um es durchzustehen. Alles Liebe wünscht Preston

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                        • Re: Unruhe bei Alzheimer


                          Liebe Preston,ich habe ihre Beiträge alle mit großem Interesse gelesen und bin über jeden Rat und lieben Trost dankbar.Ich bin auch sehr froh,dass mein Mann mich meistens noch als seine Frau wahrnimmt und für Streicheleinheiten dankbar ist.Leider bin ich mir nicht mehr sicher ob er unsere Söhne noch als diese erkennt.Sind sie bei uns ,reagiert er abweisend und wird nach kurzer Zeit ungehalten.Er will das sie gehen und beschimpft sie .Sind wir bei ihnen, will er nach kürzester Zeit wieder nach Hause.Reagiere ich nicht sofort wird er aggressiv und greift sich Gegenstände mit denen er nach uns werfen will.Um uns Allen dies zu ersparen bleiben wir nun zu Hause!!! Meine Söhne kommen aber trotzdem um mich zu unterstützen und nehmen das Verhalten,wofür mein Mann ja nichts kann,so hin und versuchen damit fertig zu werden.
                          Liebe Preston ,ich wünsche ihnen ganz viel Kraft weiterhin.Spürt ihr Mann ihre Nähe und Fürsorge garnicht mehr?
                          LG.K

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                          • Re: Unruhe bei Alzheimer


                            Sehr geehrte Rennsemmel,

                            Sie haben nun einiges gehört zum Thema "psychomotorische Unruhe", und obgleich sich die Meinungen z.T. widersprechen hat jeder auch für sich Recht. Das liegt daran, daß die Krankheitsverläufe doch sehr unterschiedlich sind, ebenso das individuelle Ansprechen auf die verschiedenen Therapieansätze, ob medikamentös oder nicht-medikamentös.
                            Ganz allgemein läßt sich nur der Hinweis von Leona und Ischwalm unterstreichen, daß Tavor (Lorazepam) wie auch jedes andere Benzodiazepin sicher nicht die geeignete Therapie ist. Abgesehen von dem in diesem Fall als kritisch anzusehenden Mechanismus, über den die "Ruhe" erreicht wird, nämlich den sedierenden Effekt, ist das Nebenwirkungssprektrum für einen älteren Patienten mit einer erhöhten Anfälligkeit für Nebenwirkungen aufgrund seiner Vorschädigung des Gehirns doch beachtlich. Neben dem schläfrig machenden Effekt kann es zu einer erhöhten Sturzgefahr und bei längerer Einnahme zu einer Abhängigkeit kommen.

                            Wenn die nichtmedikamentösen Maßnahmen und die ausgiebige Suche nach auslösenden Faktoren der Unruhe keinen Effekt erzielen und ein deutlicher Leidensdruck z.B. durch eine nicht nur äußere sondern auch innere Unruhe besteht, so kann mit dem behandelnden Arzt eine vorübergehende neuroleptische Behandlung diskutiert werden, wobei m.E. zunächst einem atypischen Neuroleptikum wie Risperidon einem niederpotenten wie Melperon gegenüber der Vorzug gegeben werden sollte. Wichtig ist dabei, daß die Dosis so niedrig, wie möglich gewählt wird, daß die Therapie nur vorübergehend erfolgt, und daß genau auf Nebenwirkungen geachtet wird.

                            Abschließend erlauben Sie mir noch den Hinweis darauf, daß die von Ihnen beschriebene Symptomatik üblicherweise keinen Dauerzustand darstellt, sondern sich in den allermeisten Fällen im Krankheitsverlauf auch wieder legt.

                            Mit freundlichen Grüßen,

                            Spruth

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                            • Re: Unruhe bei Alzheimer


                              Liebe Preston,habe große Sorge um meinen Mann.Berichtete ich vor kurzem noch über die ständigen Ängste und über die große Unruhe bei meinem Mann,so ist nun das Gegenteil eingetreten.Bekomme ihn nur mit viel Zureden morgens aus dem Bett und nach dem Frühstück ist er so erschöpft und möchte gleich wieder liegen.Dieser Zustand hält den ganzen Tag an.Er hat einfach nur den Wunsch zu liegen.An Tabl.bekommt er nur noch zur Nacht 0,5mg Risperdal und 1/2 Pipamperon(20mg).Wir müssen in den nächsten Tagen zum Neurologen ,ich möchte es ganz ohne R. versuchen.Die Erkenntnis,alles was den Erkrankten erregen könnte und ihn in eine unerwüschte Situation bringt,weitgehens zu vermeiden ,muß man erst erlernen. Ich glaube dann kann man sich einige M.ersparen!Allerdings ist es schmerzlich, wenn dazu auch die Besuche der Kinder und Enkelkinder gehören.Sie wollen alle nur helfen und bekommen nur Ablehnung von meinem Mann zu spüren.Das ist eben die Krankheit! Ich hoffe sehr, dass mein Mann nicht einen neuen Schub bekommen hat und wiieder etwas munterer wird! LG K.

                              Kommentar


                              • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                Liebe Kondor, es ist ja immer schwierig, Ratschläge zu geben. Ich habe im Laufe der Krankheit gelernt (hat lange gedauert), meinen Mann und Situationen so zu akzeptieren, wie sie sind. Wenn Ihr Mann jetzt immer ruhen will, lassen Sie ihn. Sie können zwar immer wieder vorschlagen, mal rauszugehen oder was zu spielen. Aber wenn er partout nicht will, dann liegt er eben. Ich persönlich habe auch keine guten Erfahrungen mit Pipameron. Mal sehen was Ihr Neurologe sagt. Diese Bösartigkeiten gegen Kinder und Enkelkinder haben wir leider auch erlebt. Man muss sich eben immer wieder sagen, es ist die Krankheit, die unseren liebevollen Ehemann und Vater so schrecklich verändert hat. Die Enkel wurden aufgeklärt, dass der Opa eine schlimme Krankheit, die ihn so böse macht. Und 2004 hat unser damals 6jähriger Enkel gesagt: "Alles was der Opa sagt, nehme ich nicht persönlich". Er kann ja jetzt nicht mehr sprechen, die Kinder gehen auch heute noch freundlich auf ihn zu und streicheln ihn, selbst wenn er die Hand wegschiebt. Halten Sie durch und versuchen Sie gelassen zu sein. Es gibt immer wieder Schübe, die uns aus der Bahn werfen. Alles Liebe wünscht Preston

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                                • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                  Hallo!

                                  Ich habe folgende Beobachtung gemacht:

                                  Tavor beendet nicht die Unruhe, es sorgt eher dafür, dass der Demenzerkrankte Probleme mit dem Laufen hat und reaktionsverzögert ist. Dadurch ist die Gefahr eines Sturzes erhöht!
                                  Beste Grüsse
                                  memories 78

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                                  • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                    Hallo,

                                    die Verordnung von Tavor in der richtigen Dosierung und bei einer ausgeprägten
                                    Angst und Unruhe............. kann das Leben retten.
                                    Gestern erst in der Praxis bei einer Patientin im Altenheim erlebt. Blutdruck von 220/120
                                    durch wahnhafte Unruhe und Angst. Tavor und ein eine Behandlung mit einem Neuroleptikum waren hier ein .......................muss !!!
                                    Eine Reduzierung des Tavor wird nach der Besserung schon jetzt geplant.
                                    Stellen Sie alle auch mal vor, es gäbe keine dieser Medikamente !!!!!
                                    Deswegen immer zum Facharzt Ihres Vertrauens.
                                    Psychopharmaka bitte nicht immer verteufeln, danke.
                                    LG
                                    Ischwalm

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                                    • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                      Liebe Preston,seit14 Tagen bekommt mein Mann kein Risperdal und kein Pipamperon mehr und es bekommt ihm gut!Das P.sollte ich sofort absetzen.Ich hatte bedenken wegen der Gewöhnung aber es ging gut.Er schläft etwas unruhiger ,liegt trotzdem oft bis 10.00 Uhr im Bett .Ich wende sämtliche Triks an, bekomme ihn aber nicht früher raus.Nachdem Frühstück ist er dann schon wieder k.o.Ich mache mir große Sorgen,sein Gesicht sieht qualvoll aus,Augenränder und sehr blass.Das BB ist aber in Ordnung.Ich gehe noch täglich mit ihm raus,er hängt in meinem Arm und ist froh,wenn wir wieder zu Hause sind.Aus seinem Standardsatz "ich habe Angst",ist "ich kann nicht mehr"geworden.
                                      LG K LG auch an ihren Mann

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                                      • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                        Liebe kondor,
                                        das sind gute Nachrichten. Ich freue mich, dass es ohne die Beruhigungsmittel ebenso - wenn nicht gar besser geht. Ich hoffe, Ihr Mann erholt sich mit der Zeit noch weiter.
                                        Meine besten Wünsche,
                                        Leona

                                        Kommentar


                                        • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                          Hallo, wenn ich noch etwas hinzufügen darf:

                                          wir hatten meiner Mutter auch erst Tavor (Lorazepam) gegeben.
                                          Das sit sicherlich nicht Mittel der Wahl, zumal es wohl abhängig macht und die Dosis immer wiede verstärkt werden muß.

                                          Wir haben mittlerweile zu Melperon gegriffen, was sehr gut verträglich ist und wohl weniger schädlich ist als solche Hämmer wie Tavor.

                                          Aber das ist nur unsere Einschätzung.

                                          Grüße

                                          Kommentar


                                          • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                            Brauche einen Rat! Mein Mann ist seit einigen Wochen nachts aktiv.Ich hoffe ständig ,dass sich der Zustand bessert. Leider wird es schlimmer,er wandert manchmal bis zu 7 Std. umher.Da ich Angst habe ,er könnte irgendwelchen Blödsinn machen komme ich natürlich auch nicht zu Ruhe.Das ständige Licht anschalten ,Licht ausschalten, Türen auf-und zumachen,bringen mich zur Verzweiflung.Ich war so froh ,seit einigen Monaten ohne Medikamente klarzukommen aber jetzt bin ich fast am Ende meiner Kräfte! Würde mich über jeden Tipp freuen. L.G.Kondor

                                            Kommentar


                                            • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                              Sehr geehrte Kondor,

                                              suchen Sie baldmöglichst einen Neurologen/Nervenarzt/Gerontopsychiater mit Ihrem Ehemann auf. Ich denke, daß, sofern es keinen offentsichtlichen externen Auslöser gibt (gab es Veränderungen in der Medikation oder den Tagesroutinen?), der sich einfach beeinflussen ließe, eine ggfs. vorübergehende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein kann. Wie Sie vermutlich wissen, gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, auch andere, als die Verabreichung von Neuroleptika, wie er sie bereits in der Vergangenheit erhielt.
                                              Ehe Sie selbst zusammenbrechen, sollten Sie auch über eine stationäre Einweisung nachdenken.

                                              Mit freundlichen Grüßen,

                                              Spruth

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                                              • Re: Unruhe bei Alzheimer


                                                Mein Mann macht jetzt schon mehrere Wochen die Nacht zum Tag.Wie ich shon berichtete läuft er bis morgens umher.Der Neurologe verschrieb zur Nacht 2,5mg Lorazepam und 0,5mg Risperdal,leider ohne Erfolg.Ich bitte Herrn Dr.Spruth um einen Rat. LG Kondor

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                                                • Re: Unruhe bei Alzheimer


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                                                  was hältst Du von Trazodon anstelle von Diazepinen? Ich las davon per Zufall beim täglichen Internetrecherchieren.

                                                  Diazepine sollten Ausnahmen bleiben. In dem von Dir genannten Fall war die Verordnung sicher richtig, zumal Diazepine den Blutdruck senken, der mit 220 zu 120 ja alarmierend war (Grenzwerte sind m.W. 140 zu 90).

                                                  Mit nächtlicher Unruhe haben wir jetzt auch vermehrt zu kämpfen. Ein Versuch mit Melperon (15 ml - langsam aufdosiert) schlug fehl wg. paradoxer Wirkung. Derzeit geben wir 1 mg Risperidon pro Tag immer um dieselbe Zeit (zw. 11 und 12 Uhr). Die mildernde Wirkung ist zwar da, aber m.E. nicht zufriedenstellend. Im NW-Profil von Risperidon finden sich leider auch Schlafstörungen.

                                                  Was sind denn die Mittel der Wahl aus Deiner praktischen Arbeit? Diese könnte ich ja mal mit dem Hausarzt diskutieren, der dann Empfehlungen und Entscheidungen trifft.

                                                  LG
                                                  Egon

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