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Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter

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  • Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter

    Hallo,

    bin auf der Suche nach Erfahrungsberichten aus dem Altenpflegeheim:

    Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht für Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit vor, für 25 dementiell oder psychisch erkrankte Pflegebedürftige zusätzlich eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle für Betreuungsleistungen einzurichten.
    Die Feststellung der erheblich eingeschränkten Alltagskompentenz ist geregelt, ebenso die Richtlinien zur Qualifikation der zusätzlichen Betreuungskräfte.

    Wer hat zu diesem Thema Erfahrungsberichte?
    Wie wird dies in der Praxis umgesetzt?
    Der Pflegebedürftige hat einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung, was ist wenn der Betreuer aber einmal Urlaub hat oder krank ist?
    In was für eine Vergütungsgruppe sind diese "neuen" Mitarbeiter einzuordnen.
    Ist die geforderte Qualifikation ausreichend für eine sinnvolle Betreuung?

    Fragen über Fragen........
    Bin für jede Information dankbar

    Wildrose


  • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


    Hallo Wildrose,
    ein gut geführtes Heim hat diesen Anspruch auf zusätzliches Personal für an Demenz erkrankte Menschen schon umgesetzt. Mit dem Pflegereformgesetz vom Sommer 2008 hat ein Alten-und Pflegeheim Anspruch auf eine so genannte " Alltagsbegleitung ". Bei uns im Kreis gibt es eine 6 Wochen Ausbildung für dieses neue Berufsbild. Je nach der Persönlichkeit des Alltagsbegleiters gibt es recht gute Erfahrungen in den verschiedenen Heimen mit diesen Hilfskräften, die Bezahlung soll auch nicht besonders "schlecht " sein. Jede zusätzliche Hilfe ist willkommen! Für 25 Demenzkranke gibt es eine Vollstelle, bei weniger erkrankten Bewohner/innen im Heim gibt es einen entsprechenden Anteil. Eine Diagnose muss gestellt sein.
    In den von mir betreuten Alten-und Pflegeheimen habe ich pro Wohnbereich zwei examinierte Pflegekräfte in der Demenztestung ausführlich geschult ( Uhrentest und MMST ). Verdachtsfälle werden dem zuständigen Hausarzt und wenn vorhanden, dem gerichtlichen Betreuer bzw. den Angehörigen mitgeteilt. Alle Beteiligte sind dann für das weitere Vorgehen bei den " Verdachtsfällen " verantwortlich.
    LG
    Ischwalm

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    • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


      Hallo Ischwalm,


      vielen Dank für die schnelle Antwort.
      Nicht in allen guten Heimen konnte dieses Gesetz so schnell umgesetzt werden!
      Bei uns wurden von den Kostenträgern erst jetzt die Verhandlungen abgeschlossen und der Umsetzung steht jetzt nichts mehr im Weg. Die entsprechenden Anträge und Diagnosen für die Betroffenen liegen schon ne Weile bereit. Dies ist auch alles klar.
      Mir gings jetzt darum in welcher Form der Betreuungsaufwand auf die Bewohner verteilt wird, denn der Anspruch ist ja Bewohnergebunden - führt ihr genau Buch, wie sind bei einer MDK Prüfung die Anforderungen an die Dokumentation.
      Die zusätzliche Betreuung sollte ja auch nachvollziehbar sein......
      Der zusätzliche Bonus wird zwar an das Heim ausbezahlt, aber den Anspruch hat ja der Bewohner selber.
      Was ist wenn der "Betreuer" krank ist - verfällt der Anspruch dann und der Bewohner ist halt nicht bes. betreut? Muß dies alles gar nicht so genau nachvollziehbar sein.
      Und vor allem wie sind die zusätzlichen Betreuer eingruppiert - in den Vergütungsgruppern der Pflege oder der Hauswirtschaft oder ganz anderst?
      Auch Ausbildungsmässig kommen die Altenpflegeschulen im Kreis leider erst langsam in die Gänge....
      Es hat eben auch Nachteile sehr "ländlich" zu wohnen :-)

      Lb Gruß
      Wildrose

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      • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


        Hallo Wildrose,
        das Pflegegesetz macht sicher Sinn, wenn es auch von ALLEN Altenheimen so umgesetzt wird. Ich selbst arbeite seit 4 Jahren im Bereich der Beschäftigung/ Betreung mit Demenzkranken und galt bisher als "Luxus".
        Um deine Frage nach der Qualifikation der Betreungshelfer zu beantworten: Ich selbst habe mir einen solchen Lehrgang angetan, damit mich mein Arbeitgeber zukünftig über die Pflegekassen finanzieren kann und war herb enttäuscht. Vor allem bei der Auswahl der Teilnehmer. Vom Ergotherapeuten bis zur Melkerin ohne Erfahrung im Umgang mit älteren Menschen war alles dabei. Und ich muss leider gestehen: gelernt habe ich bei dem Lehrgang nichts. Mag aber auch an meinen Vorkenntissen gelegen haben.

        Zur Umsetzung in der Praxis: das handhabt wohl jedes Heim anders. Manche Heime werden auch Betreungshelfer zur Pflege "missbrauchen". Aber ich denke nicht, dass dies die Regel ist. Ich selbst bekomme mächtig Ärger, wenn ich auch nur ansatzweise pflegerische Tätigkeiten verrichte. Wir sind tatsächlich für das Wohlergehen der Dementen da.

        Gruß Silvia

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        • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


          Hallo Sylvia,
          du wärst genau die Richtige für meine Frage.
          Kannst Du mit den Beiträgen Die Rückwärtsentwicklung......
          und die Grundlagen der.... etwas anfangen??
          Danke für die Antwort im voraus,
          Ischwalm

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          • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


            Hallo Ischwalm

            die Beiträge über die Rückwärtsentwicklung werde ich mir noch durchlesen. Habe mal gerade frei :-) Zu deinen Grundlagen der Demenz: fachlich gut. Ich wünschte, die Betreungshelfer, die momentan ausgebildet werden, wüssten nur die Hälfte davon. Werde aber dieses Forum meinen neuen Kolleginnen empfehlen. Hier lernen sie mehr als in der 6-Wochen-Ausbildung.

            Ich denke, ich werde die Beiträge zur Rückwärtsentwicklung sofort lesen. Ist letztendlich der wichtigste zu berücksichtigende Aspekt, wenn man Dementen ein sinnvolles Leben gestalten will.

            Gruß Silvia

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            • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


              Hallo Silvia,

              schön jem. mit praktischer Erfahrung gefunden zu haben:

              wie wird bei euch nachgewiesen, dass die Bewohner, denen es zusteht die zusätzliche Betreuung erhalten. Was wird dokumentiert. Kontrolliert dies jem?
              Was ist wenn der zusätzliche Betreuer krank ist, verfällt der Anspruch auf zusätzliche Betreuung dann?
              Den zusätzlichen Anspruch hat ja jeder einzelne!
              Zum Glück dürfen die zusätzlichen Betreuer nicht in die Pflege, wär ja auch absolut nicht Sinn der Sache.
              Und für mich auch ganz wichtig: wie sind die zusätzliche Betreuer eingruppiert zwecks Bezahlung.
              Über Info dazu (gerne auch über eine PN) wär ich sehr dankbar.

              Wildrose

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              • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


                Hallo Wildrose,

                soweit es mir möglich ist, beantworte ich dir gerne deine Fragen.

                Ja, es wird dokumentiert, wer, wann, wen, wie beschäftigt/betreut. Ich denke mal, es wird auch von den Pflegekassen bzw. vom MDH kontrolliert. Wir sind mehrere Betreuer auf verschiedenen Stationen im Schichtsystem und an den Wochenenden beschäftigt. Dadurch ist gewährleistet, dass jede Station täglich betreut wird. Jeder Betreuer hat seine "festen" Stationen, springt aber auch ein. Und es gibt einen Springer. Dadurch ist auch abgesichert, dass im Krankheitsfall oder bei Bedarf eine Betreuung gewährleistet wird.

                Die Bezahlung erfolgt nach Tarif. (findest du im Internet)

                Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Jede Einrichtung wird den Einsatz seiner Betreuer aber individuell regeln. Bei uns läuft es optimal. Zumal es schon immer zusätzliche Betreuung und Beschäftigung in unserer Einrichtung gibt.

                Gruß Silvia

                Kommentar


                • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


                  Hallo Sylvia,

                  danke für die schnelle Antwort :-)
                  Zusätzliche Betreuung gibt es bei uns auch schon immer, aber je mehr um so besser - seh ich auch so.
                  Bezahlung nach Tarif?
                  Uns liegt nur eine Empfehlung vor, wie man eingruppieren sollte.
                  Wollte jetzt einfach wissen wie andere das machen.
                  Gibt nat. auch viele verschieden Tarifsysteme - in welchem befindet ihr euch denn?

                  Lb. Gruß
                  Wildrose

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                  • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


                    Hallo Wildrose,

                    wie du vielleicht schon gemerkt hast, rede ich nicht gerne über Geld. Sieh es mir nach.

                    Ich stehe auch auf dem Standpunkt, dass man in diesem Job nicht nur für Geld arbeitet, sondern weil man seinen Job und die Menschen liebt. Sicher muss man von einem Job leben können, aber gerade als Betreuer (egal ob für Demenzkranke oder Andere) sollte man auch aus Leidenschaft arbeiten gehen. Sonst wird man zum einen in diesem Job nicht alt oder macht ihn halbherzig.

                    Sicher ist es richtig, dass mehr Betreuungsangebote gut sind. Aber man darf auch nicht vergessen "viele Köche verderben den Brei" Wenn wir die Dementen mit Reizen überfluten, schaden wir ihnen mehr als das wir ihnen nützen. Ich halte es auch für fatal, Leute nach einem 6-Wochen-Kurs auf die Leute loszulassen. Das wird im Moment getan. Aber in 6 Wochen lernt man den Job nicht. Und viele neue Betreuer wissen gar nicht, was auf sie zukommt. Besser währe es meiner Meinung nach, Leute, die schon Erfahrung in der Pflege oder im sozialen Bereich haben zum Betreuer zu schulen. Aber das ist meine Meinung und ich respektiere, wenn jemand anderer Meinung ist.

                    Gruß Silvia

                    PS: ich liebe meinen Job und könnte mir nichts Anderes mehr vorstellen :-)

                    Kommentar



                    • Re: Zusätzliche Betreuung dementiell Erkrankter


                      Hallo zusammen,

                      ist schon etwas länger her der letzte Beitrag...aber wenn es noch jemanden geben sollte der Interesse hat: Inzwischen gibt es ein Forum und Treffpunkt für Betreuungsassistenten (zusätzliche Betreuungskräfte) , Seniorenbegleiter und Alltagsbegleiter unter www.Betreuungsassistent.de.vu mit über 500 Registrierten Mitgliedern die sich tagtäglich austauschen. Bei Interesse also einfach mal vorbeischauen.
                      Gruß Pegasus

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