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Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep

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  • Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep

    Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,
    hier also meine neuen/alten Sorgen. Nachdem mein Vater nun seit fast 3 Jahren Risperidon (neben Memantinen) nimmt, und seit 3 Monaten (leider) Valium kleindosiert, beobachten wir folgendes, was uns beängstigt:
    - seit der Valium-Gabe wurde er zwar "lässiger", aber er fing an den sowieso vom Risperdal versteiften Körper/Kopf/Nacken immer tiefer zu halten, und dann auch noch leicht schräg
    - der Kopf sank immer weiter, vor allem bei Müdigkeit, und ist jetzt seit 3 Tagen um 90 Grad nach vorne unten geneigt, er kann ihn schlicht nicht heben, nur mit Anstrengung ein wenig, d.h. sogar beim Spazierengehen und beim Tischtennisspielen hat er Anstrengung ihn irgendwie ein bisschen höher zu halten, wir können ihm schier seine flüssigen Medikamente nicht mehr geben!
    - vor 3 Tagen hatte er zu allem Überfluß auch noch seinen zweiten epilept. Anfall nach nun 3 Monaten Pause; nach 2 Myoklonien ging er in einen eher tonischen Anfall über (gestreckt und mit geschlossenen Augen)

    Wir sind sehr beunruhigt und traurig, da es eigentlich mental eher bergauf geht. Es kommt hinzu, dass er eine starke Erkältung hat, die ihn schwächt, evtl. auch ein Auslöser des Anfalls (Erschöpfung), und vielleicht zieht in das erst recht im sprichwörtlichen Sinne "hinunter", weil die Bronchien zu sind, und weh tun, und weil er müder ist als sonst.
    Und es ging auch deshalb einerseits eher bergauf, weil er eine leichte Reduzierung des Risperdals hat, seitdem eben mental besser drauf und redet, aber auf einmal noch gebeugter und schwächer und ich glaube das Sehen schmerzt ihn und/oder strengt ihn an (sieht aber noch ziemlich weit, zumindest als er den Kopf noch oben trug). Lt. seinem Arzt sollen wir eben möglichst schnell das Risperdal weiter senken und das Valproat langsam aber stetig einsetzen, um dann irgendwann das Valium absetzen zu können. Ich hoffe nur, dass bis das alles geschehen ist (Risperdal wollen wir nun um ca. 0,05mg pro Woche senken von derzeit noch ca. 0,5mg, nicht ganz auf 0 evtl.), nicht irgendwas passiert, ich meine wegen seiner Haltung?!

    Vielleicht kann auch ein anderer Forumsteilnehmer seine Meinung abgeben?
    Vielen Dank!
    Herzliche Grüße, Flieder


  • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


    Eine klitzekleine, vorsichtige Entschärfung kann ich melden, d.h. eigentlich ging es heute ziemlich gut. Der Kopf ist ein wenig weiter oben, so ca. bei 70 Grad und kann auf ca. 40 Grad mit Anstrengung gehoben werden, aber vor allem mental, hui, da war es phänomenal gut. Er sagt so lustige (kurze) Sachen, sinnige, und war gut drauf, auch nicht mehr ganz so erkältet, und mehr Ausdauer. Allerdings ist er um halb 5 wach geworden und hat später auch nur nochmal eine Stunde geschlafen. Dies nun nachdem wir gestern nochmals ein kleinwenig Risperdal gesenkt haben. Hoffentlich nur vorübergehend, nur ein leichter Rebound-Effekt?!
    Ich ziehe ihm nun öfters ein Halstuch an und schmiere den Nacken ab und zu ein, vielleicht ist doch zusätzlich zu der Medikamentennebenwirkung eine Zerrung dazu gekommen.
    Mache mir nun doch eher wieder Sorgen, dass dieser gute Zustand nicht bleibt, sondern abdriftet in irgendwas psychotisches. Kennen die anderen hier auch das Phänomen, dass der Betroffene sobald er erwacht sofort aus dem Bett springt, also wo unsereins sich nochmal umdrehen würde bzw. kurz ausbacken würde, wird stattdessen fluchtartig das Bett verlassen, wahrscheinlich nach dem Motto "Huch, was mach ich in dieser liegenden Position, wo sind die anderen.."? Liegen tut er sowieso seit ein paar Monaten nur noch auf einer Seite, bewegt sich quasi gar nicht mehr selber im Bett, obwohl er ja sonst noch einigermaßen mobil ist...
    Viele Grüße, Flieder

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    • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


      Hallo Flieder,wie freuen wir uns über kleine Fortschritte oder über zurück erlangte Fähigkeiten unserer Lieben!
      Ich muß mich zu dem Risperdal nochmal äußern,mein Mann nimmt es ja nun auch schon im 3. Jahr.Als er im Dez.08.im LKH lag,ist es von 1mg Tagesdosis, auf 3mg.erhöht worden!Als ich den Arzt darauf ansprach sagte er nur kurz ich habe meine Erfahrungen und wenn sie mir nicht vertrauen, nehmen sie ihn wieder mit nach Hause!Nach 14 Tagen habe ich meinen Mann nach Hause geholt,6 Wochen sollte er bleiben.Nach Absprache mit unserem behandelnden Neurologen haben wir vorsichtig das R.wieder reduziert.Ich bemerke bei meinem Mann,dass er eine leicht vornübergebeugte Haltung einnimmt.Ich ermahne ihn dann vorsichtig und er nimmt die Schultern dann nach hinten.Leider sind die starken Ängste die meinen Mann quälen immer noch sehr vorhanden.Es sind Ängste die sich nicht durch meine Zuwendungen legen.Er quält sich ohne Ende,wenn mir da jemand helfen könnte wäre ich sehr dankbar! L.G. K.

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      • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


        Liebe kondor,
        ja das stimmt, es ist so ein Auf und Ab, und man schwankt zwischen Panik, Angst und Freude. Jetzt geht es gerade ziemlich gut, die zwei Tropfen Reduzierung vom Risperdal sind merkbar! Er verhält sich sekundenweise wieder total normal wie früher, weiss total viel, redet viel und sagt mir es gehe ihm gut (bis auf ein paar Einbrüche jeden Tag, und alles natürlich verhältnismäßig zu seinem Zustand vor kurzem). Nur die Nerven sind noch zu überdreht, nicht wirklich aggressiv aber zu nervös, steigt manchmal auch wirklich von einem Fuß auf den anderen, wippt, alles in allem immer noch sehr autistische Züge, aber er kommt raus. Er möchte halt auch alles richtig machen, und zuckt schon quasi wenn man ihn anspricht. Kopfhaltung nun wieder auf ca. 50 Grad und nach rechts gedreht.

        Ob die vornüber geneigte Haltung bei Ihrem Mann nun vom Risperdal kommt oder auch durch die dauernde Anspannung und Ängste ist schwierig zu beurteilen, oder? Ich weiss nur, dass mein Vater bei 3mg wahrscheinlich nicht mehr hier wäre! Wenn ich über solche Ärzte lese, dann neige ich zu Schreianfällen!
        Ich kann Ihnen nur nochmal empfehlen die Beiträge von Petra zu lesen und die Zitate aus diesem Buch.... und auch dort wird z.B. Baldrian empfohlen (ich weiß, es stinkt, aber in Traubensaft ist es glaube ich nicht so schlimm). Außerdem Kaffee, grüner Tee, gesunde Vitaminbomben (nur echte, keine Kapseln/Tabletten), das hilft wirklich!
        Magnesium soll ja auch helfen, aber bei gleichzeitig Medikamten wie z.B. Memantinen traue ich mich das nicht. Berichten Sie weiter bitte und versuchen Sie das.
        Herzliche Grüße, Flieder

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        • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


          Hallo,

          die von Ihnen beschriebene Haltung habe ich bei einem mittelschwer Dementen auch schon beobachtet, der aber kein Risperdal und sowieso relativ wenig Arzneimittel erhält.
          Er hat einen starken Bewegungsdrang und hatte, speziell in Verbindung mit einer Erkältung und Fieber, auch diese nach vorne gebeugte Haltung ganz extrem, es gab sich dann aber wieder. Auch jetzt tritt dieses Symptom aber immer wieder auf, den Grund haben wir aber noch nicht wirklich entdeckt - ich tippe aber auf Ermüdung, da es oft auch auftritt, wenn er in der Nacht nicht gut geschlafen hat.
          Wenn sie auf eine schlüssige Erklärung stoßen, lassen sie mich das bitte wissen?

          Lb. Gruß
          Wildrose

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          • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


            Hallo Flieder,ich lese alle Beiträge von Petra und versuche mir Ratschläge zu holen.Habe heute Vormittag nur die Sätze gehört,ich habe Angst, ich kann nicht mehr ,ich muß Sterben! Habe meinen Mann,ich weiß nicht wie oft ,in den Arm genommen und versucht ihn aufzubauen,leider ohne Erfolg.Am 25 4.hätten wir eigentlich einen Urlaubsplatz in Boltenhagen- Tarnewitz gehabt,dort wird ein Betreuter Urlaub angeboten,leider mußte ich absagen.Bekomme meinen Mann vor lauter Angst nicht ins Auto.Habe mit dem Neurologen gesprochen und der meinte, geben sie ihm doch was er braucht!Vor einer Abhängigkeit brauchen sie doch keine Angst zu haben.Mit anderen Worten ,da ist sowieso nichts mehr zu verderben.Es ist alles so unbefriedigend.Ich werde es auf jeden Fall noch einmal mit der Baldriantinktur versuchen!! Liebe Grüße K.

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            • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


              Hallo Wildrose,

              das Bild von gekrümmt stehenden, sitzenden und laufenden Demenzpatienten aber auch Patienten mit anderen Erkrankungen kennt man ja. Ob dies zwangsläufig an eine Demenzerkrankung gekoppelt ist, weiß ich nicht; ich kannte eine Dame, die war dement aber nicht sehr gebeugt. Ob das evtl. mit Parkinsonschen Symptomen zusammenhängt, bzw. den sogenannten Lewy-Körperchen-Erkrankungen? Interessieren würde mich aber doch sehr stark, welche Medikamenteder von Ihnen beschriebene Patient bekommt, auch wenn er "nicht viel" erhält....
              Bei meinem Vater ist es jetzt besser, wo er den Infekt einigermaßen überwunden hat, aber die Schiefstellung und leichte Neigung ist immer noch da, außerdem viele Dyskynesien; ich hoffe dass diese irgendwann nach Änderung der Medis wieder weggehen, denn sie könnten auch bleiben ((
              LG, Flieder

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              • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                Liebe Kondor,
                das mit den Ängsten ist mir ja bekannt, wie Sie wissen, fast so stark wie bei Ihrem Mann. Nach meiner Erfahrung vergingen diese eben nach Baldrian-Einsatz, und noch mehr seit Valium-Einsatz. Valium kann ich Ihnen aber nicht raten, wenn es nicht unbedingt unbedingt sein muss. Ich glaube auch, dass sogar das Risperdal bzw. das Gefühl dass dieses bei manchen Patienten erzeugen kann, zusätzlich ängstigen kann; aber ich weiss dass Sie es hauptsächlich wegen Aggr. und Verhalten geben. Was meint denn der Arzt mit "geben sie ihm doch was er braucht", Valium und Co? Ich sehe das Problem nicht alleine in einer Abhängigkeit, sondern in den u.a. von mir beschriebenen Nebeneffekten, die Koordination, der Muskeltonus etc. ist schlechter geworden, und dazu die Steifheit und alles.
                Vielleicht sollten Sie auch mal bei Spezialisten über Lewy-Body-Demenz nachfragen. Ich glaube in den USA sind die da viel weiter..
                Nicht aufgeben, treffen Sie sich wenn möglich trotzdem mit anderen Menschen! Alles Gute, Flieder

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                • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                  Hallo....

                  leider immer noch kein Kontakt zu Leuten, die eine ähnliche Symptomatik kennen, und evtl. auch Valproat nehmen? Oder etwas von Lewy-Body-Erkrankungen gehört haben bzw. Mischformen?

                  Wir sind immer noch sehr angespannt.... oder wieder. An sich ist mein Vater entsprechend der Reduzierung des Risperdals besser drauf, ABER leider hat er soooo starke Myoklonien/Zuckungen; gestern ist er gestürzt und hat sich im Gesicht ziemlich verletzt und die Knie, und beinahe noch ein zweites Mal. Trotzdem glimpflich, er hätte ja auch noch anders fallen können. Und das vor allem tagsüber... früher kannten wir da ja nur von morgens nach dem Aufstehen, inwzischen besteht die Gefahr immer. Heute morgen wars so schlimm, dass man ihn sowieso nur sitzen lassen konnte (und da ziehen Sie mal einen Menschen um, 1,90 Meter groß)
                  Ich spekuliere jetzt mal und sage, das kommt von der Medikamentenänderung, stärker waren die Myos immer wenn irgendwas geändert wurde, auch minimal. Und jetzt bekommt er das Risperdal 3x täglich zur gleichen Dosis, früher hat er die größte Dosis abends vor dem Schlafengehen bekommen. Evtl. ist der Spiegel nun schon sehr gering (insg. sind wir jetzt auf ca. 0,4mg), und immer wenn die mittelfristige Wirkung einsetzt, dann gibt es Spitzen?! Oder auch bei Heilungsprozessen im Gehirn, dort wo Vernarbungen entstehen, gibt es Epilepsien. Oder oder oder. Jedenfalls habe ich sehr Angst vor jetzt und der nächsten Zeit, denn auch wenn wir jetzt das Valproat einsetzen, das wird dauern bis wir auf einer therapeutischen Dosis sind, und wir haben ja noch so viel zum Absetzen (mir graut auch schon vor dem Valium-Absetzen). Und mein Vater kann sich bei den Zuckungen nicht mehr so gut halten, wie vor Monaten noch, ich glaube das bringt das Valium mit sich...
                  Wer macht mir Mut, dass wir und vor allem mein Vater das durchsteht und dann vielleicht mal eine positive Entwicklung stattfindet, ich meine eine ähnliche wie jetzt ohne die drohende Gefahr....

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                  • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                    Liebe Flieder,
                    ich fühle mit dir - auch wenn ich dir leider keinen fundierten Rat geben kann.
                    Kannst du deinen Vater während des Ausschleichens der Medis nicht irgendwie "ruhig" halten, damit es nicht zu gefährlichen Stürzen kommt? Zu Risperdal muss ich leider anfügen - auch wenn es manche nicht mehr hören können - dass ich bei fast allen Patienten, die dieses Medikament erhielten, wiederholte schlimme Stürze gesehen habe und ebenfalls Muskelversteifungen und massivste unkontrollierte Zuckungen. Für mich ist es ein Teufelszeug - zumindest in Zusammenhang mit alten an Alzheimer erkrankten Menschen.
                    Verliere nicht den Mut - vielleicht findet sich doch noch jemand, der Erfahrungen mit Lewy-Body und den Beschwerden deines Vaters hat. Hast du schon mal parallel bei www.alzheimerforum.de nachgesehen? Dort schreiben auch viele Angehörige von Ihren Erfahrungen mit den den verschiedensten Demenzen. Viel Glück! Leona

                    PS: Bei uns geht es steil bergab. Ich befürchte das Schlimmste. Und in der WG der 3. Todesfall innerhalb von 2 Monaten! (Ein erst 63jähriger vor kurzem eingezogener Mann)

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                    • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                      Himmel, Leona, das ist wirklich furchtbar! Was sagen denn die anderen Angehörigen? Gibt es da überhaupt irgendwelche interessierten, oder haben die ihre Angehörigen dort einfach "abgegeben"? Ganz ehrliche Frage, wie oft und wie lange schaffst du es denn im Schnitt jeden Tag dort zu sein? Ist dort verteilt über den Tag/Nacht oft einer der Angehörigen? Wie kann man deinem Vater helfen, hast du eine Idee, kann man dich unterstützen?
                      Liebe Grüße, Flieder

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                      • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                        Ich fange einfach wieder wie in meinem letzten Thread an....

                        Hallo....


                        leider immer noch kein Kontakt zu Leuten, die eine ähnliche Symptomatik kennen, und evtl. auch Valproat nehmen? Oder etwas von Lewy-Body-Erkrankungen gehört haben bzw. Mischformen?

                        ....
                        vielleicht habe ich ja mal Erfolg und es meldet sich jemand????????


                        Kurzer Bericht: leider hatten wir vergangenen Samstag nun schon den 3 Grand-mal-Epilepsieanfall, ausgelöst durch vorhergegangen Serien-Myoklonie-Anfall! Wir steigern ganz vorsichtig das Valproat, aber nach kurzer Besserung waren bis heute morgen die letzten Tage wieder begleitet mit sehr starken myoklonischen Anfällen. Heute abend war es viel besser, ich bibbere, hoffe, bete, dass das wirklich ein positives Zeichen ist und nicht die Entladung am nächsten Morgen umso stärker kommt!!! Ich hab so Angst, bin dafür nicht geschaffen. Und nochmal, wer kann mir hinsichtlich einer wesentlichen Besserung Hoffnungen machen?

                        Denn an sich, heute will ich nur kurz drauf eingehen, ist mein Vater wirklich besser drauf, so lieb und versucht mich sogar zu trösten, aber nicht weil ich ihm bewußt meine Sorgen zeige, nein, er merkt einfach alles! Das ist schon auch tragisch, wenn andere Menschen über ihn vor ihm sagen "hat er mich jetzt erkannt oder nicht" etc., dabei registriert und kapiert mein Vater alles, auch was diese Leute, oft seine Freunde, denken! Er schaut natürlich manchmal desavouiert, d.h. schon verlangsamt und dement, das muss aber nichts heißen in dem Moment. Jedenfalls freue ich mich, meinen Vater wieder reden zu hören, wenig aber gezielte Wortwahl, oft auch andeutungsweise und leise genuschelt weil unsicher. Aber durch die ganzen Medis zur Zeit ist er schon mitgenommen und sehr schnell müde, vor allem abends. Trotzdem wacht er oft um 5 auf und leider muss meine Mutter dann mit ihm aufstehen, und noch dazu schüttelts ihn dann durch. Besser wäre natürlich, er würde noch ein wenig länger schlafen, denn je geringer die Müdigkeit, desto weniger die Epis, aber um diese Zeit arbeiten halt die Nieren etc.. Apropos die Nieren, er hat leicht erhöhten Kreatininwert, vielleicht hat er doch irgendeine Niereninsuffizienz, und dadurch werden auch Epilepsien begünstigt? Wer weiß dazu was, Herr Dr. Spruth?

                        Herzliche Grüße, Flieder

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                        • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                          Liebe Flieder,
                          es tut mir so leid, dass offenbar bisher keiner im Forum wirklich weiterhelfen konnte.
                          Diese ständigen Anfälle deines Vaters müssten doch von den Fachärzten zu erklären und evtl in den Griff zu bekommen sein. Hatte er vor seiner Demenzdiagnose schon einmal Probleme mit Epilepsie oder Krämpfen anderer Art? Mich irritiert deine Schilderung - sie passt nicht in das typische Alzheimerbild. Ich wünschte, ich könnte helfen. Wenn ich all deine Beiträge nochmal durchlese, komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass da noch etwas ganz anderes dahinter stecken muss - aber was? Und wieso finden die Fachleute es nicht heraus?
                          Wie wollt ihr weiter vorgehen?
                          Gruß Leona

                          Kommentar


                          • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                            Hallo Leona, Hallo Flieder,

                            nach meinen Kenntnissen dürfen bei einer Lewy-Body-Demenz überhaupt keine Neuroleptika (NL) gegeben werden oder gibt es Ausnahmen?

                            NL können bei bestimmten Krankheiten sinnvoll und notwendig sein, sollten aber immer nur möglichst niedrig dosiert und befristet verabreicht werden. NL wurden zur Behandlung von Psychosen entwickelt und leisten bei diesen Erkrankungen auch oft gute Dienste. Demenzen sind aber keine Psychosen an sich sondern können je nach individueller Ausprägung und Demenz-Typ "lediglich" psychotische oder psychoseähnliche Phasen aufweisen. Über den Einsatz von NL bei Demenzen sollte daher die Intensität und Qualität der psychotischen Phasen entscheiden sowie das Scheitern zuvor ausprobierter verhaltens- oder gesprächstherapueuischer Ansätze. Bei starker Fremd- oder Selbstgefährdung (z.B. tätliche Aggressivität, starker Empathieverlust) ist der NL-Einsatz sicher eher zu befürworten als bei Verhaltensstörungen, die nicht geeignet sind, andere oder sich selber ernsthaft zu gefährden. Wird ein Mensch von paranoiden Zwangsgedanken gequält, empfiehlt sich ebenfalls der NL-Einsatz.

                            Soweit meine Meinung.

                            LG
                            Egon-Martin

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                            • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                              Hallo Egon-Martin,

                              Sie haben vollkommen recht bzgl. der Anwendungsempfehlung der Neuroleptika. Bei meinem Vater war es schon eine Notsituation, er war ziemlich im Delir. Dass er nach Gabe von Risperdal dann total durchgedreht ist, haben wir derzeit dem Delir zugeschrieben, nicht der Nicht--Verträglichkeit des Risperdals! Die Ärzte auf Station haben es dann zwar wieder runtergeschraubt, aber dann doch für den Einsatz entschieden, und so bekommt er es jetzt schon die letzten 3 Jahre ( Wobei ich es immer wieder versuche auszudrücken, die Situation bei meinem Vater, aber auch vielen hier berichteten kann man mit Gesprächtherapien nicht entgegenkommen; der Wahn, die Hallus, die Depris, sind hirnorganisch erzeugt, diesen Kreislauf durchbricht man nicht mehr mit Gesprächen, schon gar nicht bei "blockierten" Gehirnen bzw. Übertragungswegen. Jetzt z.B. kann ich mit meinem Vater schon ein wenig und ganz vorsichtig reden bzw. ich habe das Gefühl dass er versucht meine Worte etwas umzusetzen, also wenn ich versuche ihn psychisch aufzubauen oder ihm Ängste zu nehmen und versuche ihm etwas Selbstvertrauen einzuflößen.

                              Tja, und dass NL bei Lewy-Body ziemlich wenn nicht sogar total kontra-induziert sind... das hätte mir ja mal jemand sagen können (heul). Trotzdem werden z.T. welche gegeben, empfohlen hier eben Seroquel. Bzw. hätte man sich überhaupt ein wenig mehr mit meinem Vater beschäftigen können. Ich war schließlich wirklich an sehr vielen Stellen, auch bei einer sogenannten "Non-Alzheimer-Ambulanz"; aber allgemein war immer der Tonus: wenns einigermaßen geht, dann ists doch gut. Es ist tatsächlich so, dass sich die Nebenwirkungen immer stärker über die Jahre ausgeprägt haben, und jetzt haben wir alle Arten von Dyskinesien -Spät-D. - Rebound oder wie sie auch immer heißen, jedenfalls sogar die Form, die erst beim Reduzieren auftritt, d.h. seitdem ist er schiefer und fängt an mit dem Kiefer Bewegungen zu machen etc., und noch steifer. Allerdings hat doch auch das Valium einen Einfluß, habe nochmal nachgeforscht, es dockt zwar an anderen Stellen an, kann aber lt. Literatur die Wirkung von Neuroleptika verstärken, deshalb auch anfangs die vermehrten aggressiven Anfällchen bei meinem Vater, die er auch immer bei Dosisschwankung bzw. Erhöhung von Risperdal hatte.
                              Dies alles schreibe ich nicht unbedingt für Sie, sondern auch für andere, falls sie ihre eigenen Erfahrungen hier wiedererkennen...
                              Lg, Flieder

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                              • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                Hallo Leona,

                                ist wirklich wahr, es hat sich noch gar keiner dazu gemeldet, ist schon sehr seltsam, wie gesagt dürfte das einen nicht unerheblichen Anteil der Erkrankten betreffen. Mir scheint erstens Lewy-Körperchen oder Lewy-Body-Erkrankungen sind in Deutschland noch nicht so bekannt, oder wenn dann bei Parkinson-Patienten (aber auch hiervon müsste es im Forum doch Betroffene geben). Das meiste findet man eigentlich in den amerikanischen Seiten und auch sogar Extra-Foren.
                                Und auch das mit Epilepsien, entweder die anderen haben das alle sofort in den Griff bekommen, oder ist nicht so schlimm, oder es ist doch nicht so häufig??

                                Nach Internet-Recherche scheinen Myoklonus-Epilepsien bei Lewy-Body-Formen doch recht häufig zu sein, leider. Ich habe schon gehofft, dass diese, neben einer Hirnschädigung die die Basis ist, hauptsächlich medikamenteninduziert ist. Bei uns schließlich war es wirklich so, vor dem Einsatz der Medis gar nichts, nie, nach dem Einsatz ein paar Wochen später ersichtlich die ersten.
                                Wir sind ja gerade in der Umstellungsphase, könnte viel darüber schreiben, aber soviel für heute: Epilepsien (Myoklonie bzw. andere "Kleinigkeiten" immer noch vorhanden, wie auch sämtliche andere Nebenwirkungen des Antipsychotikums (und vielleicht der Memantine), aber abgeschwächt. Risperdal wurde ja auch schon fast ganz ausgeschlichen, aber nachdem das Valproat gesteigert wurde, hatten wir bis jetzt andauernd leider wieder aggressive Anwandlungen, bzw. hocherregte. Diese treten fast immer zu den gleichen Zeiten auf. Ich glaube und hoffe nicht, dass diese eben aus dem Nicht-Vorhanden-Sein des Risperdals herrühren (die letzte Senkung davor war dann auch schon einige Wochen her), sondern durch das Steigern des Valproats. Denn laut Waschzettel dessen heißt es, dass dieses die Wirkung der Neuroleptika als auch des Valiums verstärken kann, und das Valium hat ja auch die Aggressionen anfangs gebracht, bis diese wieder abflauten. Ich möchte diesen Zustand eigentlich umschreiben mit einer Extrem-Anspannung der Nerven, und kenne das noch von der Zeit als das Risperdal angesetzt wurde.

                                Ja, zu deiner Anmerkung "passt nicht in das typische Alzheimerbild". Stimmt zum Großteil, es scheint angeblich ja eine Mischform zu sein, also mein Vater erkennt eigentlich noch alle wieder, zumindest wenn er gut drauf ist. Allerdings hatte er schon vor den offensichtlich deliranten Zuständen von vor drei Jahren einen merklichen typischen Kognitionsabbau, Orientierung, Sprache, Fähigkeiten, aber jetzt ist er schon merklich seit 8 Jahren erkrankt und es kommen immer noch wieder alte Sachen und Fähigkeiten raus. Interessant ist, hat auch schon mal jemand anderes geschildert, vor allem ganz in der Früh (wenn er nicht gerade in einer Spannungssituation ist) oder kurz vor dem Wegschlafen ist er am lockersten und es kommen die besten Dinge aus seinem Mund. Da hat er neulich als er mich scherzhaft zu Hilfe bitten wollte sogar meinen Namen (fast richtig) spontan gerufen; andere Teilsätze oder Benennungen macht er ja sowieso schon wieder. Wie gesagt, das Faszinierendste ist, dass er immer noch absolut zu scherzen beliebt, wie allerdings auch wir mit ihm ;-) ist auch die beste Methode locker zu bleiben und dem Kranken die Möglichkeit zu geben aus sich raus zu gehen, ist ja egal ob dabei Humbug rauskommt. Also kindisch sein ist wichtig, solange man ihm sonst das Gefühl gibt ein vollwertiger erwachsener Mensch zu sein, der eben ein bisschen Hilfe benötigt, was ja nicht schlimm ist.

                                Wir bzw. der Arzt wollen wie eigentlich schon geschildert vorgehen bzw. sind schon dabei, alle bisherigen Medikamente über kurz oder lang absetzen, Ansetzen des Valproats (sind Gott-sei-Dank schon bei einer Minimaldosis-Spiegel, und bisher verträgt er es) und dann später will der Arzt Cholisterenasehemmer geben, das soll bei Lewy-Body gut anschlagen gegen alle Negativ-Symptome, ist aber soweit ich weiss wiederum kritisch bzgl. der Epilepsien (ergo hab ich Angst davor!). Mal sehen...

                                Wer kann mir aber noch einen Tipp geben (hab nicht allzuviel Hoffnung):
                                Wir setzen ja nun das Risperdal gerade ab, d.h. er bekommt jetzt vielleicht noch 0,15mg (also wirklich fast gar nichts). Dies gibt man ja "gerne" als Gegenspieler zum Axura, da die Memantine erregend wirken. Jetzt könnte es sein, dass die Erregungszustände bei meinem Vater daher kommen, dass das Axura zuerst gar nicht gesenkt wurde (jetzt auf meine Frage hin Richtung Arzt um 1/3; eigentlich sollte man ja die Medis nacheinander absetzen um zu sehen woher was rührt), aber der Gegenspieler Risperdal... Da auch die Epilepsien in Erregungszuständen kommen (oder in Beruhigungsphase/Müdigkeit), ist es natürlich auch diesbezüglich die Frage, ob das Axura "(mit)schuld war/ist und nicht auf alle Fälle gleich schnell gesenkt werden sollte?

                                Und noch eine Frage, an die Biochemiker unter euch, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Antidepressiva) und Memantin, wieviel und was haben die in ihrer Wirkung miteinander zu tun? Ich möchte immer noch wissen, ob die Citalopram bei meinem Vater etwas zu seinem deliranten Zustand vor 3 Jahren beigetragen haben

                                Vielen Dank fürs Zuhören
                                Lg, Flieder

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                                • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


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                                  Citalopram kann viele Nebenwirkungen haben. Ich zitiere mal:

                                  ---------------------------Schnipp------------------------

                                  Mögliche Nebenwirkungen: Sehr häufig bei Citalopram : Somnolenz, Insomnie, Agitiertheit, Nervosität, Kopfschmerzen, Tremor, Schwindel, Palpitationen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Obstipation, Diarrhö, vermehrtes Schwitzen, Akkomodationsstörungen, Asthenie. Häufig bei Citalopram : Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, verändertes Träumen, Amnesie, Angst, Libidoabnahme, Appetitzunahme, Anorexie, Apathie, Suizidversuche, Verwirrtheit, Migräne, Parästhesien, Tachykardie, orthostatische Hypotonie, Hypotonie, Hypertonie, Dyspepsie, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Flatulenz bei Citalopram, erhöhter Speichelfluss, Miktionsstörungen, Polyurie, Gewichtsverlust Gewichtszunahme, Rhinitis, Sinusitis, Ejakulationsstörungen, Orgasmusstörungen Frau, Dysmenorrhö, Impotenz, Exanthem, Pruritus, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Müdigkeit, Gähnen. Gelegentlich bei Citalopram : Euphorie, Libidosteigerung, extrapyramidale Störungen, Krampfanfälle, Bradykardie, Anstieg Leberenzyme, Husten, Photosensitivität, Tinnitus, Myalgie, allergische Reaktionen Synkope, Unwohlsein. Selten bei Citalopram: Blutungen (gynäkologische, gastrointestinale Blutungen, Ekchymosen und andere Hautblutungen oder Schleimhautblutungen). In seltenen Fällen Serotonin-Syndrom. Selten: Hyponatriämie und Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH). Sehr selten bei Citalopram : Halluzinationen, Manie, Depersonalisierung, Panikattacken, supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien, Galaktorrhö, Angioödem, Arthralgie, anaphylaktoide Reaktionen. Absetzsymptome: Schwindel, Parästhesien, Kopfschmerzen, Übelkeit und Angst; meist leicht und selbstlimitierend.

                                  ---------------------------Schnapp -----------------------

                                  Das sollte aber keinen „Horror“ auslösen. Nebenwirkungen können, aber müssen nicht vorkommen. Ich empfehle daher, nicht jedes Symptom, das „so ähnlich“ wie eine Nebenwirkung aussieht, auch sofort den Nebenwirkungen zuzurechen. Nur ernste, gefährdende Symptome oder langanhaltende Symptome müssen dem behandelten Arzt berichtet werden. Kontrollieren Sie bitte auch – wenn möglich – den Blutdruck, die Pulsfrequenz und die Temperatur vielleicht 2 bis 3 mal am Tag und achten Sie auf die Grenzwerte, z.B. Blutdruck nicht über 140 zu 90, usw. Fragen Sie bitte den Arzt nach den Grenzwerten, weil diese auch altersbedingt sind. Als Blutdruckmessgerät empfehle ich ein gutes Armmanschettengerät. Die Handgelenkgeräte sind m.E. zu ungenau (habe da einige Erfahrungen).

                                  Bei Memantin sieht die Lage etwas besser aus. In seltenen Fällen können u.a. Unruhe, Verwirrtheit und sogar Halluzinationen auftreten habe dazu keine Liste wie bei Citalopram (SSRI) gefunden.

                                  Im ungünstigsten Fall könnte sich vielleicht die Unruhe verstärken. M.E. kann man das aber erst nach Wochen feststellen, da die SSRI eine Vorlaufzeit haben. Bei SSRI kann es auch vorkommen, dass zuerst der Antrieb wieder in den Vordergrund rückt und danach erst die eigentliche antidepressive Wirkung. Das ist besonders bei suizidalen Patienten zu beachten.

                                  Da ich weder Arzt noch Biochemiker bin, kann ich leider keine Erfahrungsdaten berichten. Vielleicht meldet sich Dr. Spruth noch zum Thema.

                                  LG
                                  Egon-Martin

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                                  • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                                    Sehr geehrte Flieder,

                                    so, wie Sie die Kopfhaltung beschreiben, könnte es sich um eine Dystonie handeln, die mit der Neuroleptika-Therapie in Zusammenhang steht. Könnte! Es ist bei Bewegungsstörungen schwierig, diese zu beurteilen, ohne den Patienten selbst untersuchen zu können. Bezüglich der epileptischen Anfälle (diese waren u.a. durch ein EEG gesichert?) sollte die medikamentöse Therapie überdacht werden. Was hatte Ihr Vater außer VPA bisher erhalten?

                                    Mit freundlichen Grüßen,

                                    Spruth

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                                    • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                      Sehr geehrte Wildrose,

                                      bei vielen Alzheimer-Patienten tritt im Verlauf der Erkrankung - unabhängig von einer medikamentösen Therapie - ein Parkinson-Syndrom auf. Bei diesem ist eine vornübergebeugte Körperhaltung typisch. Möglicherweise handelt es sich bei dem Ihnen bekannten Patienten um ein solches.

                                      Mit freundlichen Grüßen,

                                      Spruth

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                                      • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Epilep


                                        Sehr geehrter Egon-Martin,

                                        Neuroleptika sollten LBD-Patienten nach Möglichkeit nicht gegeben werden, da ein sehr hoher Prozentsatz (> 50 %) unter einer erhöhten Sensitivität für Neuroleptika-Nebenwirkungen leidet, was u.U. fatale, in Einzelfällen tödliche, Folgen haben kann. Wenn es sich nicht vermeiden läßt (z.B. durch nicht-medikamentöse Maßnahmen oder Einsatz von Acetylcholinesterasehemmer, die auch auf nicht-kognitive Symptome wirken) NL einzusetzen, wird empfohlen zunächst Clozapin (Leponex) oder Quetiapin (Seroquel) zu wählen und sehr vorsichtig einzudosieren.

                                        Mit freundlichen Grüßen,

                                        Spruth

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                                        • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                          Sehr geehrte Flieder,

                                          prinzipiell vertragen sich Memantine und Citalopram eigentlich. Das Problem ist nur, daß niemand genau die Wechselwirkung bei Patienten mit einer polypharmakologischen Behandlung vorhersagen kann, wie sie bei vielen Patienten vorliegt.
                                          Bezüglich des Citaloprams ist die Auslösung einer deliranten Symptomatik durchaus denkbar, wenn es allerdings auch viele mögliche konkurrierende Erklärungen hierfür geben kann.

                                          Mit freundlichen Grüßen,

                                          Spruth

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                                          • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                            Sehr geehrte Flieder,

                                            wenn Ihr Vater einen erhöhten Kreatinin-Wert hat und dies nicht an mangelnder Flüssigkeitszufuhr liegt so ist eine Niereninsuffizienz durchaus die wahrscheinlichste Erklärung dafür.
                                            Diese kann insbesondere dann relevant werden, wenn sie so ausgeprägt ist, daß es zu einer reduzierten Ausscheidung von vollständig oder zumindest zum Teil über die Niere eliminierten Medikamenten kommt (hierzu gehört z.B. auch Risperdal, welches über die Leber und die Niere abgebaut wird).
                                            Durch eine Niereninsuffizienz kann es also tatsächlich zu einer Frequenzzunahme epileptischer Anfälle kommen.

                                            Mit freundlichen Grüßen,

                                            Spruth

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                                            • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                              Lieber Egon-Martin,

                                              vielen Dank für Ihre Recherche. Es ist allerdings so, dass mein Vater das Citalopram nur bis zu seinem damaligen Delir vor 3 Jahren bekommen hat, und auch damals hatten wir schon runterreduziert. Interessieren würde mich, ob es in der Wirkung dieses SSRI und Memantinen Parallelen gibt., und warum.
                                              Danke nochmal
                                              Lg, Flieder

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                                              • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                                Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,

                                                der Kreatininwert war ja noch im Normbereich, und die Blutwerte wurden eine Woche nach dem Grand-Mal abgenommen, allerdings hat er ja immer Zuckungen/Myoklonien, und auch dadurch können schon alleine die Kreatininwerte höher sein, oder nicht?
                                                Das Risperdal wird ja gerade ausgeschlichen, er bekommt jetzt nur noch abends 2 Tropfen, also fast nichts mehr, mal sehen ob es dann besser wird. Aber die Frage ist, ob denn das Valproat die Nierenwerte wieder steigen läßt (die Leberwerte steigen ja wohl immer an, diese waren vor der Valpro-Gabe im Normbereich) oder/und auch durch die 2mg Valium die er bekommt, und was kann man dann machen?
                                                Ich muss das mit den Nieren noch weiter checken lassen...
                                                Freundliche Grüße, Flieder

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                                                • Re: Starke Krümmung/ Valium/ Neuroleptika/ Ep


                                                  Das mit der Kopfhaltung ist sicher eine Dystonie, und ist unterschiedlich ausgeprägt, seit der Phase damals im April hat sich das schon wieder gebessert aber nicht weg. Aber mein Vater hat die letzten Monate so ziemlich alle Nebenwirkungen von Neuroleptika entwickelt, eben schlimmer noch seit der zusätzlichen Gabe von Valium. Die Epilepsien wurden nicht weiter untersucht, die Ärzte sehen davon ab, da mein Vater derzeit dies nicht in Ruhe über sich ergehen lassen könnte, man müsste ihn sedieren oder ein mobiles Gerät ansetzen? Sowas gibt es als 24-h Gerät glaube ich, wenn dies nicht zu störend wäre würde das vielleicht klappen...
                                                  Aber es steht eigentlich außer Frage, dass dies Epilepsien sind, in der Ausprägung. Oder was meinen Sie?
                                                  Außer dem VPA hatte mein Vater eben über 3 Jahre Risperdal, Memantine, etwas Mirtazapin und Baldrian erhalten. Derzeit fast kein Risperdal mehr, nur noch 10mg Memantine und 3,75mg Mirta und Baldrian. Mit dem VPA sind wir jetzt "schon" bei 270mg; hier liegen die Meinungen der Ärzte anscheinend auseinander, was eine therapeutische und vertretbare Dosis wäre. Zwei Neurologen, die nicht in der Klinik sind, würden schlagartig gleich auf das 3-5-fache gehen, der behandelnde Neurologe aus der Ambulanz ist da ganz vorsichtig und will sich das erst noch von mir berichten lassen wie es läuft. Ehrlich gesagt, ich glaube die Dosis derzeit ist noch nicht genug, aber man merkt deutlich die kognitiven Einschränkungen, jetzt schon! Bei der vierfachen Dosis VPA kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen!
                                                  Myoklonien hat er immer noch, aber viel weniger, trotzdem, ich hoffe diese verschwinden...
                                                  Und mit dem Valium bin ich auch nicht glücklich, eindeutig bevor mein Vater den ersten Grand-Mal hatte im Januar und noch kein Valium bekommen hat, war er in einer besseren kognitiven Verfassung. Jetzt ist er zwar tatsächlich stundenweise noch lockerer und redet mehr, aber seine anderen Fähigkeiten bzw. sein Verhalten ändert sich, er wirkt dementer, immer mehr instinktgeleitet. Obwohl er viel oder mehr versteht, komisch paradox.

                                                  Durch das abermalige Abdosieren des Risperdals um ein paar Tropfen vor ein paar Tagen ist er jetzt abends wieder nicht so totmüde, wie er die letzte Zeit sonst war, und will anfangs wieder nicht liegen bleiben. Ich hoffe, das sind mal wieder nur die Absetzerscheinungen, denn er hat auch das mit dem Hin-und Hertreten, von einem Fuß auf den anderen, und im Sitzen zappeln die Beine (nicht zittern, treten). Andererseits dürfte das Risperdal ja auch noch nicht ganz aus seinem Organismus entweicht sein, mal sehen wie lange das dauert und ob alle Nebenwirkungen verschwinden..

                                                  Bin für alle Hinweise dankbar!
                                                  Herzliche Grüße, Flieder

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