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Demenz und Atemnot

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  • Demenz und Atemnot

    Hallo zusammen,
    habe eine Frage bezüglich Demenz und Atemnot.
    Meine Mutter ist 79 Jahre alt und hat seit 4 Jahren Demnez so das es auffiel.
    Danach habe ich Sie zu mir nach Hause genommen in Pflege.
    Seit einem halben Jahr hat Sie in unregelmäßigen Abständen Atemnot Attacken
    die in den letzten Monaten massiv schlimmer geworden sind.
    Soll heißen Abstände und Schweregrad sind schlimmer geworden.
    Diese dauern so zwischen 15 und 30 min, dann ist wieder alles i.O.
    Vom Arzt abgeklärt sind Blutdruck Puls usw. alles im grünen Bereich.
    Sie hat altersbedingten Zucker.

    Was könnte das sein bzw. auf was kann man diese Attacken zurückführen und was kann man dagegen tun?

    Gruß an alle


  • Re: Demenz und Atemnot


    Sehr geehrte Claudia,

    sofern Ihre Mutter nicht aufgrund einer Schluckstörung Speichel oder Nahrung aspiriert (einatmet) lassen sich die geschilderten Attacken nicht gut durch die Demenz erklären. Die Dauer der Ereignisse spricht auch gegen epileptische Anfälle, die sonst einmal so aussehen können. Differentialdiagnostisch würde ich – ohne genauere Beschreibung der Episoden und ihrer Dauer - auch an Angina pectoris-Attacken oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit Asthma-Anfällen denken.
    Sie sollten daher mit Ihrer Mutter m.E. einen Pulmologen zur weiteren Abklärung aufsuchen. Ggfs. könnte auch in der Attacke ein „Asthma-Spray“ ausprobiert werden, dies sollte jedoch unbedingt erst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Spruth

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    • Re: Demenz und Atemnot


      Sehr geehrter Herr Spruth,
      vielen lieben Dank für die schnelle Antwort.

      Meine Mutter hat vor ein paar Jahren 4 Beipässe bekommen, und als die ersten Erstickungsanfälle kamen, habe ich den Notarzt angerufen, und sie kam ins Krankenhaus.
      Nach 4-5 Tagen wurde sie wieder entlassen, mit nem Nitro-Spray.
      Dies haben wir lange Zeit genommen, bis wir merkten, das es nicht richtig wirkte.
      Mir wurde erklärt, das man es nach 10 Minuten nochmals sprühen kann.
      Als der nächste Termin beim Hausarzt anstand, meinte er dieses Spray wäre das falsche,
      es müßte sofort nach dem ersten sprühen anschlagen.
      Ihr Herz wurde abgehorcht, EKG gemacht und die Lunge geröntgt.
      Alles in Ordnung.
      Dann haben wir ein Astma-Spray bekommen (vielleicht Astma-Anfall).
      Zwei mal benutzt, und nichts passiert. Wieder abgesetzt.
      Jetzt bekommt sie in kleinen Abständen abends 5-10 Tropfen Diacepan (Angstzustände - häufigeres Umlagern des Schlafplatzes).
      Gestern abend um 23 Uhr kam eine Attacke, heute nachmittag schon die nächste.

      Die Symtome sind ganz schlimm. Erst geht der Hals ganz zu, sie bekommt Panik und weint ganz schlimm (man kann sehr schlecht damit umgehen).
      Wenn ich Ihr dann sage: Mama hör auf zu weinen, dann geht es schnell vorbei, wird sie ruhiger, und es vergeht mit starken Kopfschmerzen.
      Ich habe auch schon vom Atemzentrum im Gehirn gehört, das wenn die Gehirnzellen absterben, auch das Atemzentrum beeinflusst werden kann.
      Oder ein Nierenleiden ? (in einem anderen Forum gelesen)

      Wir wissen uns im Moment keinen Rat mehr.
      Es tut sehr weh, wenn jemand so leidet, und mein 81-jähriger Vater kommt mit dieser Situation auch immer schlechter zurecht.

      Im voraus besten Dank für Ihren Rat.

      Gruß
      Claudia

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      • Re: Demenz und Atemnot


        Liebe Claudia,
        wenn alle "organischen" und "psychischen" Möglichkeiten schon in Erwägung gezogen wurden, fällt mir nur noch eine Allergie ein. Diese könnte in Zusammenhang mit einem Medikament oder einem Nahrungsmittel stehen. Ich selbst bin Pollenallergiker und entwickle seit einigen Jahren leider Kreuzallergien zu Nahrungsmitteln. Wenn ich versehentlich eine Haselnuss, einen Apfel oder eine Karotte esse (kann auch in anderen Nahrungsmitteln versteckt sein), brauche ich einen Notarzt, weil ich akute Erstickungsanfälle bekomme: Hals und Bronchien schwellen zu, Panik tritt ein bis hin zur Todesangst.

        Diese Möglichkeit würde ich schnellstmöglich abklären - es gibt gute Notfallmedikamente dagegen. Am besten wäre natürlich, die Ursache zu finden und zu vermeiden.

        Viel Erfolg und Gruß!
        Leona

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        • Re: Demenz und Atemnot


          Hallo Claudia,

          mir kamen Ihre Schilderungen irgendwie bekannt vor, und da habe ich mich an den Forumsteilnehmer Rathol erinnert, der u.a. auch von solchen Atmungsschwierigkeiten bei seiner Frau berichtete. Wenn SIe also in der Suchfunktion unter Autor Rathol mal das letzte Jahr durchsuchen...
          Auch Herrn Rathol habe ich gefragt ob er denn nicht meint, dass dies schwere Panikattacken sind, d.h. ggf. kommt die Panik nicht erst durch das schlechtere Atmungsvermögen sondern andersherum, es befällt den Patienten eine Panikattacke, und schnürt ihm von daher die Atmungsorgane ein? Panikattacken sind bei all diesen Erkrankungen schon im Vorfeld nicht selten. Aber vielleicht ist es auch so, wie Sie beschreiben, dass in der Übertragung irgendwas nicht funktioniert und der Atmungsvorgang gestört wird. Es heißt ja i.a., dass die Funktion der Lunge und vor allem der Ateminstinkt als allerletztes getroffen werden bei degenerativen Prozessen, weil diese Funktionen in einem Bereich des Gehirns liegen, der am geschütztesten liegt...?!

          Allerdings hat mein Vater auch schon sehr lange und vermehrt die letzte Zeit Atmungsprobleme, und vermutlich schon ein obstruktives chronisches Lungenleiden, aber nicht in einer derart starken attackenartigen Form.
          Viel Glück, Flieder

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          • Re: Demenz und Atemnot


            Liebe Leona,
            vielen Dank für Deinen Tip, aber nach Allergie sieht es bei meiner Mutter nicht aus.
            Vielmehr habe ich den Verdacht, das es sich um Angstzustände handelt,
            und sie sich dann von jetzt auf gleich darein steigert, und ihr der Hals zugeht.
            Neuerdings kommt ein Anfall nach irgendeiner Aufregung, oder nach einem
            schlechten Traum.

            Wen man sie dann fragt, woher es kommt, weiß sie es meistens nicht.
            Aber durch genaues Beobachten, merkt man es ( z.B. wenn ich sie duschen will, und sie keine Lust hat, wird sie sehr ärgerlich, und hasst mich in dem moment ).
            Danach kam auch schon so ein Anfall.

            Bin mal gespannt auf die Antwort von Spruth.

            Lieben Gruß
            Claudia

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            • Re: Demenz und Atemnot


              Hallo Flieder,
              vielen Dank für Ihre Antwort.
              Wir haben auch den Verdacht, das erst ein Erstickungsanfall kommt, wenn sie
              vorher irgendeine Art von Angst, Überforderung, oder Ärger empfunden hat.

              Bei Herrn Rathol habe ich auch reingeschaut. Sehr ergreifend.

              Wußte gar nicht, das es so viele verschiedene Leidenswege gibt.
              Erst wenn man selbst betroffen ist, merkt man es.

              Hoffe auf eine rettende Antwort von Spruth.

              Lieben Gruß
              Claudia

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              • Re: Demenz und Atemnot


                Hallo Claudia,
                ja, viele verschiedene Leidenswege, aber ich finde es z.T. auch erschreckend, wieviele Überschneidungen und Ähnlichkeiten es gibt, wo man denkt diese Ausprägungen seien individual.
                Bei dem Thema kommt bei mir wieder hoch, dass allzuoft von "psychosomatischen" Beschwerden gesprochen wird, und dabei hängen allzuoft zwei Missverständnisse, wie ich meine, dran. Das eine ist, dass landläufig jahrelang davon ausgegangen wurde, dass psychosomatische Beschwerden "eingebildete" Beschwerden seien, oder aus der Hysterie etc. entstandene, und dabei aber vergessen wird, dass es trotzdem echte somatische,also körperliche Beschwerden sind, egal woher diese stammen. Das zweite ist, dass man jahrelang versucht hat abzutun, dass psychische Beschwerden keine rein psychologischen Beschwerden sind, sondern ein physisches Problem, also physiologisch zu begründen.

                Das mit den Zusammenhängen zwischen der Atemnot und den vorausgegangenen Gefühlen bei Ihrer Mutter kenne ich z.B. auch aus den epileptischen Anwandlungen bei meinem Vater, oft ist zu erkennen dass er entweder freudig etwas sagen wollte oder aber leicht erregt wurde weil wir etwas gefordert haben, genau dann "blitzt" es anscheinend; nun sehe ich aber auch dies nicht von der psychologischen Seite, denn er hat nicht die epileptische Neigung davon, dass er an sich keinen positiven oder negativen Stress ertragen könnte, sondern weil in diesen Momenten irgendeine... sonstwas... Ausschüttung im Gehirn auslöst, die wiederum dem, anscheinend schon im "geladenen" Zustand verweilenden Gehirn "hilft, sich zu entladen; die Neigung dazu kommt allerdings aus den Zuständen die in seinem Gehirn herrschen.

                Aus meiner Laiensicht möchte ich Ihnen einen Tipp geben, falls Sie dies nicht eh schon tun; wenn möglich sollte Ihre Mutter soviel wie möglich sich bewegen, und wenn dies ausdauernde, langsame Spaziergänge sind.
                Viele Grüße, Flieder

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                • Re: Demenz und Atemnot


                  Hallo Flieder,
                  nichts genaues weiss man nicht, aber irgendeine Lösung muss bald kommen.

                  Sobald ich einen Termin bei einem Neurologen habe, fahren wir dahin.
                  Meine Mutter kann leider nicht mehr richtig laufen, da künstliches Knie und Hüfte, und
                  die ander Seite auch hinüber.
                  Uns wurden von der Diakonie ( die morgens und abends Insulin spritzen ),
                  ein paar nette Damen angeboten, die die nachmittage mit Spielen , oder Gesprächen versüssen sollten.
                  Aber Ablehnung von Mutter und Vater. Sie kämen alleine zurecht, und wollten keinen Besuch.
                  Einen Rollstuhl haben wir auch seit langem. Will sie nicht.

                  Manchmal Ratlosigkeit.

                  Fast jeden abend spiele ich mit beiden "Mensch ärger dich nicht".
                  Da sind sie süchtig drauf, und kapieren es auch noch einigermassen.

                  Was soll man noch machen???

                  Lieben Gruss
                  Claudia

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                  • Re: Demenz und Atemnot


                    Sehr geehrte Claudia,

                    an eine zentrale Atemstörung aufgrund des Nevenzelluntergangs im Rahmen der Grunderkrankung will ich nach wie vor nicht glauben.
                    Sofern es psychische Auslöser gibt, wie es Ihre Schilderung nahelegt, könnte man in der Tat an eine Panikstörung denken, obgleich, wie Flieder schon richtig anmerkte, nactürlich die Symptome selbst auch Panik verursachen können. Da die Episoden immer nur kurz andauern, wird es schwierig werden eine Diagnose durch medikamentöse Intervention (z.B. durch Gabe eines schnell wirkenden angstlösenden Benzodiazepins) zu sichern, da auch diese erst nach mehreren Minuten eine Wirkung zeigt. Sie könnten Ihre Mutter aber, wenn der Leidensdruck hoch ist, einmal einem (Geronto-)Psychiater vorstellen und sich bezüglich einer probatorischen Therapie mit einem SSRI (Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) beraten lassen, welcher bei der Panikstörung eingesetzt werden kann.

                    Mit freundlichen Grüßen,

                    Spruth

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                    • Re: Demenz und Atemnot


                      Ich habe leider keine Antwort auf dein Problem, aber ich wollte nur mal ganz allgemein meine Bewunderung, für Menschen die ihre kranken Eltern so hingebungsvoll pflegen, aussprechen. Ich weiß nicht ob ich später einmal selbst in der Lage wäre meine Eltern, in einem Pflegefall, bei mir zu Hause zu betreuen, da ich ja auch berufstätig bin. Die Pflege im Alter ist mit Sicherheit sehr kräftezehrend, deshalb meine volle Hochachtung für all die Menschen die das Tag für Tag auf sich nehmen.

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