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Liebe Vervandtschaft

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  • Liebe Vervandtschaft

    Hallo,

    möchte hier mal ein neues Thema aufmachen, ich hab zwar über die Suchfunktion etwas
    ähnliches gefunden, aber doch schon sehr alt von 2005!

    also es geht um meine Schwiegermutter siehe
    alzheimer/1615500/read.html

    Dazu erst etwas Hintergrundwissen.
    Ich habe meine jetzige Frau in den 80er Jahren kennengelernt und 1993 geheiratet und
    eine Tochter bekommen.
    Habe meinen alten Wohnsitz aufgegeben, alles verkauft und hier neu gebaut und neue
    Arbeit gesucht.
    Meine Frau damals 41 hatte noch zusammen mit ihrer Mutter in einer Mietwohnung
    gewohnt. Auffällig war schon damals, das sie sich nicht besonders gut vertragen
    haben!
    Trotzdem war für uns klar als wir gebaut haben, wir machen Platz für
    Schwiegermutter, allerdings eine eigene abgeschlossene Wohnung im 2 Fam. Haus!
    Schwiegermutter hat noch 2 Söhne, welche auch gebaut haben, der eine vor uns, der
    andere ca. 5 Jahre später.
    Von den Söhnen war aber keiner bereit Platz für die Mutter zu machen "die redet uns
    zuviel rein!"

    Meine Frau hatte dann 3 Jahre Erziehungsurlaub gemacht, und ist danach wieder
    arbeiten gegangen. Sicher es war eine schwere Zeit und Oma hat auch öfters auf
    unsere Tochter aufgepasst. Hat sie aber zumindest aber bei dem einen Sohn auch als
    er gebaut hat.
    Und der Sohn hat immer gesagt meine Frau brauch nicht arbeiten zu gehn, Oma hat oft
    gesagt "ich kann doch auf die Kinder aufpassen", aber der Schwager wollte nicht.

    Uns gings danach eigentlich recht flott wieder gut, wir haben ja zu zweit
    gearbeitet, und ich hatte vorher schon gut verdient und an meine alten Immobilien
    verkauft.
    Also Reichtümer haben wir auch nicht gesammelt, aber uns geht es nicht gerade
    schlecht.
    Dagegen haben beide Schwäger schwer an Ihren Schulden zu knappern, die Frauen
    brauchten ja auch nie zu arbeiten!
    Zu erwähnen wäre noch wir haben nie Geld von der Schwiegermutter angenommen, ausser sie hat uns für die Wohnung Miete bezahlt!
    Oma hat eine gute Rente und war früher aber nie kleinlich bei Geburtstagen, Festen
    usw. hat aber alle Kinder nach Möglichkeit gleich behandelt!
    Mit den Jahren wurden die Besuche von Ihren Söhnen und Enkelkinder immer weniger,
    und als sie dann vergesslich wurde und auch keine großen Geschenke gab, wurden die
    Besuche immer weniger.
    Der eine kam dann vielleicht noch 5-10 mal im Jahr und der andere gar nicht mehr.

    Aber auch für meine Tochter muss ich mich schämen, die will auch die letzten Jahren
    nichts mehr mit Oma zu tun haben, Sicher sie hat auch viel Stress mit der schule
    aber deshalb sollte man die Oma nicht vergessen.

    Oma hat die letzten Jahre muss ich sagen schon zu recht sich oft beschwert "ich bin
    so alleine"
    Der einzige mit dem sie reden konnte, der sie auch nicht gleich wieder weggeschickt
    hat, der auch öfters mal zu ihr hochgegangen ist, war ich.
    Will mich nicht besonders loben, aber ich hab ein weiches Gemüt, und bin auch nicht
    immer gerne zu ihr gegangen, habs aber trotzdem gemacht.
    Bin zwar kein Heiliger, habe auch meine Fehler, bin auch nicht besonders gläubig,
    haben aber dennoch eine Christliche Erziehung gehabt.

    Wenn ich heute sehe wie meine Frau mit Ihrer Mutter umgeht, ist mir schon manchmal
    zum heulen!
    Bin auch froh, das ich mich hier mal ausreden kann, da ich Physich nicht so sehr
    stabil bin, war auch selbst schon beim Physchiater!

    Also, ich mache wirklich viel für meine Schwiegermutter, sitze oft den ganzen Tag
    oben, und dann kommt die liebe Verwandschaft und meckert, wenn ich mit dem Gedanken
    spiele Oma ins Heim zu bringen, da ich das alleine nicht lange machen kann.

    Nochmal zur Erinnerung, der eine Sohn kommt überhaupt nicht, der andere 1-2 mal die
    Woche, regt sie dann aber gleich auf, wenn oma zu oft das selbe fragt, und meine
    Frau und Tochter gehen auch nur hoch wenn nicht anders geht!

    Ich bin immer noch der Meinung Schwiegermutter wäre in einem gutem Heim besser
    aufgehoben, da meckert wenigsten keiner mit ihr!

    So, und da ist der Haken, der Sohn, der 1-2 die Woche kommt hat mir jetzt schon
    vorgeworfen, ihr habt euch reich gemacht und jetzt wollt ihr sie Abschieben!

    Ist das wirklich so?

    Ich denke eher der hat jetzt schon Angst das nichts mehr von Oma´s Rente
    übrigbleibt, zumal er jetzt mitbekommen hat, das ich Die Betreuung über alles habe.
    Hab ihn aber an Weihnachten noch extra aufgesucht und ihn Informiert das ich die
    Betreuung angeregt habe, aber die Broschüren und Info Material hat er gar nicht
    angesehen, nur gemeint du machst das schon.
    Habe aber den Eindruck, das er nicht wusste was die Betreuung bedeutet, er hat
    sicher gedacht er müsste die Pflege übernehmen.

    so das reicht für heute, möchte nur mal Eure Meinung dazu hören, bin ich jetzt der
    Erbschleicher, der sich alles unter den Nagel reist, oder der Dumme der die ganze
    Arbeit und Verantwortung am Hals hat?

    mfg Ludwig60


  • Re: Liebe Vervandtschaft


    Hallo Ludwig60,
    das ist wirklich ein Problem, und so ähnliche Geschichten hört man auch oft; traurig aber wohl wahr. Ich denke dass es am besten wäre, wenn Sie es schaffen würden einmal ein ganz offenes, aber ruhiges Gespräch mit den Brüdern Ihrer Frau zu führen. Möglichst, soweit Sie es schaffen, mit so wenig vorwurfsvoller Haltung wie möglich; auch wenn Sie ggf. allen Grund dazu hätten. Wenn Sie darstellen könnten, dass Sie nicht möchten dass ein falsches Licht auf Sie geworfen wird, und dass Sie tatsächlich eine bestmögliche Lösung suchen und auch die finanzellen Konsequenzen ganz offen ansprechen, also auch was die Heimkosten betrifft. Gegen die Einstellung an sich gegenüber älteren Menschen und Bequemlichkeit sowie Verständnis kann man wohl nicht viel ausrichten, sowas wird einem glaube ich "in die Wiege gelegt" bzw. durch Erziehung und Liebe beigebracht.
    Alles Gute, Flieder

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    • Re: Liebe Vervandtschaft


      Hallo Ludwig,

      mit "Abschieben" hat eine notwendige Heimunterbringung nichts zu tun. Sie können und werden sich ja weiterhin um die alte Dame kümmern, sie besuchen, immer mal etwas Leckeres, usw. mitbringen, etc.

      Nur wenige Fälle sind dermaßen pflegeleicht (relativ milde Krankheitsverläufe), dass die Pflege bis zum Ende zuhause durchgeführt werden kann. Dazu muss zudem der oder die Pfelgende sehr fit sein und sich mit anderen abwechseln können. Außerdem ist ein Mindestmaß an gerontopsychiatrischer Kenntnis erforderlich.

      Das fängt schon damit an, dass man es aushalten und ruhig hinnehmen muss, wenn der demenzkranke Patient zum 10ten Mal dasselbe fragt. Sowas den ganzen Tag auszuhalten, ist nicht einfach und auch ich habe manschmal schon die Contenance dabei verloren. Für den Kranken aber ist das 10te Mal immer noch das erstemal und er wird verängstigt, beleidigt, depressiv oder aggressiv reagieren, wenn er auf Ungeduld stößt. ("Wieso schimpfen die denn gleich mit mir? Ich habe doch bloß eine Frage gestellt.") Man muss - soweit möglich - versuchen, in den Schuhen des Kranken zu gehen, sich in seine Lage versetzen. Das kann nicht jeder und ab einem gewissen Punkt ist das auch nicht mehr möglich.

      Denken Sie aber bitte daran, das Heim sorgfältig auszusuchen - es gibt leider einige sehr schwarze Schafe darunter trotz Hochglanzpropekte.

      LG
      Egon-Martin

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