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Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll

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  • Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll

    Hallo an Alle. Ich bin seit heute neu im Forum und weiß auch gar nicht wie ich so richtig anfangen soll.

    Es geht um meine Mutter und ich denke, dass sie zunehmend an Demenz leidet, da sich in letzter Zeit Vorfälle ereignen, die ich mir anderweitig nicht mehr erklären kann, als dass sie an Demenz leidet - was sie natürlich mit den "üblichen Alterserscheinungen" abtut, da wird man halt mal vergesslich.

    Was ich dazu sagen muß - meine Mutter wird bald 82 Jahre alt, ist sehr schwer krank - Krebs, Herz-, Nieren- und Veneninsuffizienz, nur 1 Niere, Durchblutungsstörungen, Krämpfe, Herz- und Nierenstent, Diabetes (Insulinspritzen abhängig). Eine Betreuungsvollmacht, Patientenverfügung etc. haben wir schon vor ein paar Jahren gemacht.

    Was mir besonders aufgefallen ist, dass ihr Kurzzeitgedächtnis sehr nachgelassen hat. Sie ruft mich 3-5 mal täglich an, erzählt mir 3 mal das gleiche und weiß aber beim nächsten Anruf nicht mehr, dass sie es mir schon erzählt hat. Sage ich etwas dazu wird sie wütend und aggressiv. Wenn ich nicht täglich bei ihr anrufe heißt es, ich würde mich um sie nicht kümmern und sie verbreitet das auch beim Personal des Pflegedienstes, bei der Bank, beim Arzt, bei den Nachbarn etc. Ich kann mich nicht 24 Std. um sie kümmern, ich gehe noch meinem Beruf nach. Wenn ich ausfalle kümmert sich mein Sohn um sie (ich bin die einzige Tochter und mein Sohn der einzige Enkel).

    Außerdem habe ich seit mind. 3 Jahren einen Pflegedienst organisiert, ebenso habe ich einen Hausnotruf und ein Notfallhandy, eine Putzhilfe und Einkaufshilfe für sie organisiert. Der Pflegedienst kommt 3 x die Woche. Ich kümmere mich persönlich in den Abendstunden um sie: mache Einkäufe, erledige Schriftkram... aber ich beziehungsweise niemand kann es ihr recht machen. Sie hat an allem etwas auszusetzen, keiner macht was richtig. Sie versucht nun alle gegeneinander auszuspielen. Der Buhmann bin immer ich. Wenn sie etwas verlegt hat, dann heißt es sie wird bestohlen, ich werde der Kleptomanie bezichtigt weil sie nicht mehr weiß, wann und wem sie wieviel Trinkgeld gegeben hat, sie wird aggressiv und ausfallend wenn nicht gleich alles nach ihrem Kopf geht, kurz drauf heult sie wie ein kleines Kind, weil die Welt ja sooo ungerecht ist.

    Vor ein paar Tagen schickt sie mich zur Bank ein paar Sachen zu erledigen (ich hatte Bankvollmacht) und nun stehe ich in der Bank und es wurde mir gesagt ich könne nichts mehr erledigen, sie hat die Vollmacht entzogen, auf der anderen Seite gibt sie der Nachbarin, die ihr auch Kleinigkeiten besorgt während ich in der Arbeit bin, eine Geldbörse zum Aufbewahren und bezichtigt sie dann, dass ihr das ganze Geld fehlt.. und ich soll wieder schlichten.

    Was mir noch aufgefallen ist, dass sie das Fernsehprogramm teilweise als wahre Begebenheit empfindet. Ich weiß ehrlich nicht mehr wie ich mich richtig verhalten soll ?


  • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


    Liebe Nelly, alles was Sie sagen, ist so typisch für diese Krankheit. Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Ihre Mutter Ihnen alles Böse anlastet. Manche Kinder sind auch extra böse zu ihren Eltern, weil sie wissen, diese Liebe ist mir sicher. Sie müssen die Vorwürfe und auch die Anschuldigungen einfach ignorieren. Ein Alzheimer Kranker hat keine Einsichten mehr, ist in Diskussionen nicht zu überzeugen und lässt seine Handlungen nicht korrigieren. Es geht nur, wenn man ihn so akzeptiert wie er ist. Am besten ist, Sie stimmen ihr in allem zu, loben Sie für Ihrer Umsicht und widersprechen nicht. Ich habe auch lange gebraucht, um zu dieser Einsicht zu kommen.(Ich betreue meinen Mann im fortgeschritten Stadium num mehr als 8 Jahre zuhause)
    Sie schreiben, dass Sie Betreuungsvollmacht haben. Ist das die gesetzliche Betreuung, die das Amtsgericht erteilt? Wenn ja, dann haben Sie auch Vollmacht über das Vermögen/Konten zu verfügen. Das ist ganz wichtig, dass Sie diese Kontrolle haben, weil es sein kann, dass Ihre Mutter alles Geld abhebt und irgendwo versteckt oder verschenkt. Vielleicht sollten Sie auch den Pflegedienst und die Haushaltshilfen über diese Problematik informieren, falls diese mal ein ungewöhnlich hohes Trinkgeld von Ihrer Mutter erhalten.
    Schonen Sie Ihre Nerven, Sie brauchen sie noch. Grüsse Preston

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    • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


      Hallo Preston, es ist schwer zu glauben, dass ich das alles nicht persönlich nehmen soll, denn meine Mutter war noch nie richtig liebevoll zu mir (ich bin nun mittlerweile 50) und nun ist sie teilweise richtig ekelhaft. Selbst mein Sohn - also ihr einziger Enkel - glaubt nicht wirklich, dass das alles mit der Krankheit zu tun hat. Er glaubt eher noch, dass das alles mit ihrer Boshaftigkeit zu tun hat.

      Danke für den Tipp, aber gestern habe ich noch lange gegrübelt und mir selbst überlegt, dass ich mit dem Pflegedienst, mit der Bank und mit allen Beteiligten - auch dem hausarzt - mal über die Problematik sprechen sollte, da es immer wieder vorkommt, dass sie ungewöhnlich hohes Trinkgeld gibt und hinterher bin ich die Beschuldigte, wenn ihr das Geld fehlt.

      Ja ich habe eine Betreuungsvollmacht von ihr unterschrieben, die liegt auch dem Pflegedienst wie auch anderen Institutionen vor, liegt aber noch nicht bei Gericht vor, was ich aber nach den ganzen Vorfällen jetzt aber amtlich machen werde bei Gericht; denn sie will keinen amtlichen Vormund/Betreuer sondern ihre Tochter mit Enkel.

      Das Schlimmste für mich ist es, dass sie ihre Unwahrheiten überall herum erzählt und ich schon total schief angesehen werde. Ich bild mir das doch nicht nur ein. Als ich jetzt über 3 Monate ausfiel wegen eine Motorradunfalls war sie total anders, aber kaum war ich wieder fähig zum Autofahren wurde ich von ihr wieder buchstäblich "versklavt" und beschimpft wenn nicht alles gleich nach ihrem Kopf ging. Was ich dazu sagen muß: meine Mutter wohnt noch in ihrer Wohnung ca. 4 km von mir entfernt und ich kann in ca. 10 min bei ihr sein, wenn etwas passiert. Falls dies der Fall ist, werde ich auch gleich sofort benachrichtigt. Aber manchmal kommt es mir so vor, dass sie nur alle um sich herum beschäftigen will, dass man für sie etwas tut, was aber doch letztendlich nicht recht ist. Keiner kann ihr was recht machen.

      Einen Antrag für ein "Heim" oder betreutes Wohnen haben wir auch schon gestellt für den Fall der Fälle, aber sie will nicht aus ihrer Wohnung raus... denn in diesen Heimen wohnen ja nur "alte, kranke Leute".

      Es ist wirklich schwer für mich, sie zu akzeptieren wie sie nun ist und alles zu schlucken.. weil es ja mit ihrer Demenz zusammenhängt.

      Liebe Grüße Nelly

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      • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


        Hallo Nelly,

        versuchen Sie bitte, sich keine Vorwürfe zu machen. Ich weiß, das das nicht leicht ist. Schuldgefühle oder Ärger stellen sich schnell ein, weil man nie alles richtig machen kann. Der Kranke kann das nicht nachvollziehen, er agiert aus einer großen Angst heraus, die sich in Aggressivität äußern kann. Bislang wurden Mutter und ich von derlei verschont. Nur einmal äußerte Vater, er würde ja von allen im Stich gelassen werden, sogar seine Frau würde ihn betrügen, usw. . Solche Vorwürfe Schmerzen sehr, weil ja alles für den Kranken getan wird. Es ist ja gerade das Teuflische an dieser Krankheit, dass man nicht mehr normal und vernünftig – wie es z.B. bei anderen schweren Erkrankungen noch möglich ist – mit dem Kranken kommunizieren kann. Der Kranke hält ab einem gewissen Punkt im Verlauf seiner Demenz sein kaputtes Weltbild für absolut richtig, hat keine Krankheitseinsicht mehr und gerät zunehmend in Konflikte, weil die Realität nicht mit seinem Empfinden übereinstimmt. Die „Konfliktlösung“ sieht dann für ihn meistens so aus, dass immer „andere“ für all die von ihm empfundene Misere verantwortlich sind. Und seien wir ehrlich – eigene Schuld haben wir alle schon mal auf andere projiziert – weil es so schön einfach ist. Hier geht es aber – und das ist sehr wichtig - gar nicht um Schuld, sondern um eine Krankheit, die dem Kranken nur noch einfache Schlussfolgerungsmöglichkeiten belässt, weil er nicht mehr differenziert und realitätsgerecht denken kann. Folglich bleiben ihm nur noch infantile Verhaltensmuster: „Der war`s! Der hat angefangen!“ wie Kinder so schön sagen können.

        Mein Vater hängt als alter Heimwerker u.a. an seinem Werkzeug. Um es vor Diebstahl zu schützen, fing er an, immer mehr Werkzeuge zu verstecken. Wegen der für Demenz typischen großen Vergesslichkeit fand er natürlich sein Werkzeug nicht wieder. Also war für ihn klar, dass es gestohlen wurde und er ganz recht hätte, alles abzusichern. Folge: Es wurde noch mehr versteckt, abgeschlossen, usw. Anfangs haben Mutter und ich dagegen argumentiert – ohne Erfolg. Dann sind wir endlich dazu übergegangen, mitzuspielen. Ja, da sind böse Diebe, welche die Gegend unsicher machen, aber die Polizei wird sie doch eines Tages alle fangen. Und immer, wenn in der Zeitung was von gefangenen Dieben stand, wurde das Vater vorgelesen. Zudem kaufte ich Bewegungsmelder. Resultat: Die Diebstahlsparanoia wurde zeitweise milder, wenngleich sie auch nie gänzlich verschwand. Ich denke, es war für Vater vor allem wichtig, dass ihm geglaubt wurde, dass er ernst genommen wurde.

        Er hat ja auf seine Weise sogar recht. Es wird ihm tatsächlich was gestohlen. Es sind Gehirnnerven, die ihm von seiner Krankheit gestohlen werden – Strukturen, in denen die Sachen repräsentiert (gespeichert) waren in seinem Kopf.

        Ich denke, bei Ihrer Mutter ist es ähnlich. Geld wurde verschenkt und dann das Verschenken vergessen – also wurde sie aus ihrer Sicht bestohlen und betrogen. Leider wird die Schuld auf Sie projiziert und nicht wie bei meinem Vater auf anonyme Diebe.

        Sie schreiben, dass aus Ihrer Sicht Ihre Mutter noch nie richtig liebevoll zu Ihnen war. Ich kann und will mir nicht anmaßen, das besser zu wissen, zumal ich Ihre Biographie nicht kenne. Dennoch fällt mir das Wort „nie“ auf. Sind Sie sich wirklich sicher? Ich kann Phasen als Jugendlicher bei mir erinnern, in denen ich meinen Vater regelrecht gehasst habe und doch erinnere ich mich auch daran, dass er mir - als ich ein Kind war - eine elektrischen Modelleisenbahn, usw. gebaut hatte. Er, der nur wenig Zeit für mich hatte wegen seiner Arbeit. Ich würde also gar nicht auf die Idee kommen, zu behaupten, er wäre nie liebevoll zu mir gewesen. Manchmal zeigt sich die Liebe nicht in der Form, die wir gerne hätten, aber sie zeigt sich in anderen Formen. Und sicher hat sie sich – das vermute ich einfach mal – auch Ihnen gegenüber gezeigt. Anders wäre es ja wohl auch schwer erklärlich, dass Sie sich um Ihre Mutter sorgen, es sei denn, Sie sind eine Heilige oder tun das aus Zwang.

        Vielleicht hat Ihre Mutter Ihnen gegenüber sogar ein schlechtes Gewissen. Im Alter versuchen Menschen manchmal ihr Leben aufzuarbeiten, ohne das ihnen das richtig bewusst ist. Um sich diesem Gewissen nicht stellen zu müssen, kommt es zu einer Reaktionsbildung, d.h. zur Abwehr und es wird beschimpft, was eigentlich um Vergebung gebeten werden soll. Eltern haben oft bis ins hohe Alter auch die Befürchtung, nicht alles richtig gemacht zu haben weil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber das ist ganz normal, weil Kinder nie ganz die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen können. Es wäre m.E. auch schrecklich, wenn wir alle nur die Marionetten elterlicher Erwartungshaltungen wären; wir würden nie wirklich selbstständige bzw. eigenständige Persönlichkeiten werden.

        Mein Vorschlag: Versuchen Sie – auch wenn das sehr schwer fällt – Ihrer Mutter das Gefühl zu vermitteln, alles richtig gemacht zu haben. Sie schreiben, dass Ihre Mutter sich Ihnen gegenüber nach Ihrem Unfall „total anders“ verhalten habe. Also sorgt sie sich um Sie und mag nicht, wenn Sie leiden. Ein wirklich boshafter Mensch würde das nicht tun. Zeigen Sie die Gefühle Ihres Leidens auf nicht provokante Art Ihrer Mutter – teilen Sie Ihre Schmerzen vorsichtig mit. Sagen Sie ihr, dass dasselbe, was ihre Mutter quält, auch Sie quält. Sagen Sie nicht, dass Ihre Mutter Sie quält.

        Was die Leute anbetrifft: Demenz ist mittlerweile so bekannt, dass kaum einer noch nie etwas davon gehört hat. Meiner eigenen Erfahrung zufolge haben viele Menschen einen demenzkranken Menschen in der Verwandtschaft oder unter den Freunden und Bekannten. Reden Sie mit den Leuten darüber. Auch das – so weiß ich aus eigener Erfahrung – ist anfangs schwer. Mittlerweile habe ich damit keine Probleme mehr, bin sogar wegen eines Rates bzgl. Autofahrens von Vater mal zur Polizeiwache gegangen und hatte dort ein sehr gutes Gespräch mit einem Beamten, dessen eigene Mutter an Morbus Alzheimer erkrankt ist. Ich spreche sogar mit Taxifahrern, Friseuren, usw. über das Thema und bin bisher noch nie auf Unverständnis gestoßen.

        (Über Medikamente habe ich hier ausnahmsweise bislang mal nichts geschrieben, was nicht heißen soll, darauf gänzlich zu verzichten. Antdementiva sind m.E. sehr wichtig. Das aber sollte Sie mit dem Arzt besprechen.)

        Soweit mein Kommentar – vielleicht ist ja was Hilfreiches dabei.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft – wir sind alle im Geiste bei Ihnen!

        LG
        Egon-Martin

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        • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


          Liebe Nelly, hier noch ein Hinweis zur gesetzlichen Betreuung. Es wird Ihnen vom Gericht kein Fremder vor die Nase gesetzt, wenn Sie selbst bereit sind, die gesetzliche Betreuung wahrzunehmen. Diese ist nicht nur wichtig wegen der Bankangelegenheiten; Sie brauchen auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht, wenn Ihre Mutter nicht damit einverstanden ist, in ein Heim oder eine betreute Wohngruppe zu gehen. Dann dürfen Sie diese Entscheidung treffen. Alles Gute wünscht Preston

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          • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


            Hallo liebe Preston, vielen lieben Dank für den Hinweis. Ich habe mich mittlerweile schon etwas länger mit dem Pflegedienst unterhalten und auch diese Sache mit dem Betreuerausweis besprochen. Der Pflegedienst hält es auch für notwendig, dass ich einen amtlichen Betreuerausweis bekomme. Auf der Bank haben wir gestern auch wieder alles geregelt und ich werde informiert, wenn Ungereimtheiten im Verhalten meiner Mutter auftreten. Ebenso werde ich auch in Zukunft vom Pflegedienst mehr eingebunden. Das Gespräch mit dem Arzt steht noch aus, aber das werde ich auch bald in Angriff nehmen. Ich denke, dass ich nun die Scheu fast überwunden habe auch mit anderen über die Krankheit meiner Mutter zu sprechen; vor allen Dingen selbst einzusehen, dass ich nicht alles persönlich auffassen soll. Liebe Grüße Nelly

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            • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


              Hallo Egon-Martin, vielen lieben Dank für die aufmunternden und hilfreichen Worte. Es ist wirklich nicht leicht damit klar zu kommen, dass man nie etwas richtig machen kann, aber je öfter ich ihren Beitrag lese wird mir das Ausmaß einer Demenz nun bewußt und lese, dass es auch anderen Menschen genauso wie mir ergeht. In erster Linie muß ich meine Scheu überwinden mit allen Beteiligten über die fortschreitende Demenz meiner Mutter zu reden; denn auch sie fühlen sich mitunter "angegriffen". Mir war bis jetzt das Ausmaß einer Demenz nicht wirklich bewußt.

              Den ersten Schritt - mit anderen Leuten darüber zu reden - habe ich nun unternommen; ich habe mich mit dem Pflegedienst unterhalten und werde nun informiert, falls Ungereimtheiten im Verhalten meiner Mutter auffallen und/oder sich das Krankheitsbild meiner Mutter verändert/verschlechtert. Ebenso habe ich das mit der Bank geklärt und auch um Info gebeten, wenn sich etwas im Verhalten ändern sollte. Der Herr von der Bank, der meine Mutter schon jahrelang betreut war sehr nett, als ich ihm von der Demenzkrankheit meiner Mutter erzählte. Nun werde ich auch die nächsten Schritte gehen... Arzt, Amtsgericht (wegen des amtlichen Betreuerausweises) etc. und hoffe dabei auf ebensolches Verständnis wie Sie es erfahren haben.

              Vielen lieben Dank und LG Nelly

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              • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


                Sehr geehrte Nelly,

                es klang bereits in einer anderen Antwort auf Ihre Anfrage an, ich möchte es aber nocheinmal aufgreifen. Wesentlich neben all den sozialen Aspekten der Erkrankung Ihrer Mutter erscheint mir die medizinische Seite. Wurde bereits eine Abklärung des dementiellen Syndroms vorgenommen? Bei all den Vorerkrankungen kann es sich selbstverständlich um eine multifaktoriell bedingte Hirnleistungsstörung handeln. Wenn aber ein zusätzliche Alzheimer-Erkrankung letztlich nicht ausgeschlossen werden kann (was ich vermute) sollte auch eine entsprechende Therapie eingeleitet werden, sofern keine medizinischen Argumente dagegen sprechen. Auch hierauf sollten Sie den Hausarzt Ihrer Mutter einmal ansprechen, der sie daraufhin an einen Neurologen/Nervenarzt/Gerontopsychiater überweisen sollte.

                Mit freundlichen Grüßen,

                Spruth

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                • Re: Ich weiß nicht wie ich es anstellen soll


                  Sehr geehrter Spruth,

                  vielen lieben Dank für Ihre Info, aber eine Abklärung des dementiellen Syndroms wurde noch nicht vorgenommen. Ich habe morgen einen Termin beim Hausarzt meiner Mutter (bei dem sie schon sehr lange in Behandlung ist). Ich werde das mit ihm abklären und ggf. bitten meine Mutter zu einem Gerontologen zu überweisen.

                  Ich nehme an, dass es sich bei meiner Mutter nicht nur um multifunktionell bedingte Hirnleistungsstörungen handelt, da sie teilweise nun schon gefährliche Situationen verkennt, teilweise sehr aggressives Verhalten an den Tag legt, in der Nacht "herumgeistert" und am Tag schläft, ein unkontrolliertes emotionales Verhalten zeigt, das Kurzzeitgedächtnis sehr stark nachgelassen hat... aber das muß der Arzt klären.

                  Nächste Woche habe ich auch noch einen Termin bei der Betreuungsstelle (Beglaubigung der Unterschriften auf der Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht etc.)... da ich mehr und mehr einschreiten muß bei Telefonaten, Schriftverkehr, Bankgeschäften etc.

                  Durch den Pflegedienst ist sie nun in eine Einrichtung für "vergeßliche" ältere Menschen gekommen, eine sog. Tagespflege für 2 Freitage im Monat (was ihr auch während der Schnupperstunde sehr gefallen hat) und ich bin gerade dabei einen Antrag für zusätzliche Leistungen bei der Pflegekasse einzureichen.

                  LG Nelly

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