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Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin

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  • Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin

    Hallo,
    ich bin 43 und merke dass sich mein Gedächtnis immer mehr verschlechtert. Vor ein paar Jahren fing es schon relativ harmlos an, aber mitlerweile mache ich mir echt Gedanken. Beispiele. Mir fallen oft die Namen von Bekannten nicht mehr ein, mir entfallen Namen von Leuten die mir häufig begegnen. Ich frage immer wieder nach bestimmten Sachen z. B. was derjenige beruflich gemacht und vergesse es dann wieder und frage dann nochmal und weiss manchmal gar nicht, dass ich es schon gefragt hatte. Ich möchte etwas sagen und sage etwas ganz anderes. Mir fallen die einfachsten Sachen oder wörter nicht mehr ein und ich stehe da und muss erstmal suchen. Und das passiert mir sehr häufig am Tag. Neulich ging ich runter in die Küche und sah Licht und glaubte irgendwer könnte in die Wohnung gekommen sein, bis mir dann einfiel, dass ich selber das Licht angelassen habe. Vor ein paar Wochen bin ich im dunkeln eine andere Strecke zur Arbeit gegangen und bin dann im Kreis gelaufen, weil ich mich nicht mehr auskannte. Okay, ich gebe zu ich arbeite im Altenheim auf einer Demenzstation und es kann natürlich sein, dass mir durch meine Ängste, dass ich selbst dement sein könnte natürlich nur noch mehr "Fehler" passieren, aber ich habe wirklich angst. Ich kann mir fast nichts mehr merken. Ich muss mir für alles Zettel schreiben. Ich kann mich schlecht konzentrieren, manchmal habe ich das Gefühl im Kopf benebelt zu sein und ich bin absoluter Abstinenzler, ich trinke nicht, rauch nicht, nehme keine Drogen und auch keine Medikamente ausser mal Paracetamol. Ich möchte mich mal bei einer Gedächtnisambulanz vorstellen, das wird das sinnvollste sein. Vielleicht können Sie mir auch etwas zu meinem Beitrag schreiben.
    Vielen Dank

  • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


    Hallo habsvergessen,
    zur eigenen Beruhigung würde ich tatsächlich eine Neurologen oder eine Gedächtnissprechstunde aufsuchen. Allerdings glaube ich, dass Ihre Ausfälle durch die Belastungen Ihres Berufs kommen. Altenpflege in der heutigen Zeit (viel zu wenig Personal für zu viele Pflegefälle) ist sehr Kräfte raubend und erschöpfend. Sie können selbst am besten einschätzen, wie hoch das Stressaufkommen in Ihrem Arbeitsbereich ist.Wie gesagt - lassen Sie sich vorsichtshalber durchchecken und denken Sie über eine Auszeit nach.
    Herzlichst Leona

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    • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


      Sehr geehrte/r habsvergessen,

      wie Leona schon richtig anmerkte gibt es für Ihre Beschwerden eine Vielzahl möglicher Erklärungen, das Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung ist aber eher unwahrscheinlich. Um nichts zu übersehen, sollten Sie sich bei einem Neurologen oder in einer Gedächtnissprechstunde vorstellen. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.alzheimerforum.de oder www.deutschealzheimer.de.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Spruth

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      • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


        Ich finde es verständlich, dass viele Menschen gehörigen Respekt vor einem Arztbesuch haben.
        Vielleicht kann ja ein Schnelltest von Zuhause ein Anstoß sein, sich doch mal checken zu lassen.
        Zumindestens war es bei meinem Dad so, dass wir ihn anhand des ADAM-Tests (findet man hier: http://dgk.de/fileadmin/user_upload/...nungsbogen.pdf )
        überzeugen konnten, dass vielleicht wirklich irgendwas nicht stimmt. Und leider wurde der Verdacht unsererseits bestätigt, der Arzt diasgnostizierte Alzheimer im Frühstadium.

        Was ist die Meinung der anderen Forenuser zu solchen Schnelltests?
        Klar, dass sie eine fachkundige Diagnose nicht ersetzen.

        Alles Gute,
        Eure C.

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        • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


          Hallo Chleo,

          der Test unter dem Link dgk.de scheint mir nicht sehr aussagekräftig. Es werden ja nur einige wenige und sehr allgemeine Fragen gestellt. Ich finde es problematisch allein bei 3-5 Ja-Antworten auf Demenz zu schließen. Jeder erschöpfte Mensch mit Burn-Out oder Belastungsdepression wird hier auf mindestens 5 Ja-Punkte kommen.

          Leona

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          • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


            Ich finde, der hier

            http://www.ges.ch/section1034/Gesund...emenz-Test.cfm

            ist besser.

            Nix für ungut!

            LG
            Egon-Martin

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            • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


              Ganz richtig! Das ist der Test (Mini-Mental-Status-Test), der auch häufig in den Arztpraxen durchgeführt wird. Er sagt schon einiges aus. Zusätzlich kann man noch den Uhrentest machen (Uhr mit Zahlen und Zeigern zeichnen, eine bestimmte Uhrzeit vorgeben, meist 11.10 Uhr, glaube ich).

              Einen umfangreicheren Fragenkatalog mit noch mehr Aussagekraft bietet dann noch der DEMTEC-Test.

              Leona

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              • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                Bessere Testverfahren finden Sie auf dieser Seite:

                http://www.evidence.de/Leitlinien/le...ergruende.html


                LG
                Leona

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                • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                  Sehr geehrte Forenuser,

                  ich finde es problematisch, neuropsychologische Testverfahren, auch wenn es sich um Screening-Tests handelt, selbst durchzuführen, da jedes Ergebnis auch interpretiert werden muß und da spielen mehr Faktoren eine Rolle als der bloße Zahlenwert des Ergebnisses. Daher denke ich, daß sowohl MMST als auch DemTect als auch Uhrentest in die Hände von damit erfahrenen Personen gehören, speziellere Verfahren sowieso ( ich erwarte aber heftigen Widerspruch).
                  Was den von Chleo erwähnten Fragebogen angeht komme ich übrigens auf 3,5 Punkte. Was bedeutet das nun? Wenn die Durchführung von kleinen Tests allerdings der einzige Weg sind, Patienten zu einem Arztbesuch zur Abklärung ihrer Defizite, die sie selbst verneinen, zu bewegen, so können sie als Mittel zum Zweck m.E. toleriert werden.

                  Mit freundlichen Grüßen,

                  Spruth

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                  • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                    Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,

                    Tests nur mechanistisch-quantitativ nach Punktestände auszuwerten, erscheint mir auch falsch. Selbstverständlich müssen die Ergebnisse qualitativ fachlich gesehen werden. Allerdings könnte sich ein sachkundiger Laie darunter sicher mehr vorstellen, als ein reiner "Punktezähler". Der erfahrene Kliniker vermag das sicher am besten, aber für den Arzt-Patient-Dialog kann m.E. etwas medizinisches Wissen nicht schaden (wenngleich das einige Ärzte sicher anders sehen - v.a. gewisse Hausärzte).

                    BTW: Wie kommen Sie eigentlich auf den halben Pubnkt (3,5) bei dem von Theo verwähnten "Test"? Ein "Jein" in der Antwort zu einer Frage? ()

                    Mit freudlichen Grüßen
                    Egon-Martin

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                    • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                      Sehr geehrter Egon-Martin,

                      ich habe mir für eine Frage 1.5 Punkte gegeben (statt "Ja" war meine Antwort dort "Ja, und ob!").

                      Mit freundlichen Grüßen,

                      Spruth

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                      • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                        Hallo Herr Dr. Spruth,

                        ausgezeichnet geantwortet. Ein "erst recht" würde das noch gipfeln.

                        Mal was anderes: AlzDem oder ähnliche sind m.E. keine Amyloidosen sondern ausschließlich Tauopathien. Ich vermute - wenn auch laienhaft - die Ursche in Dysregulationen von Second-Messenger-Kaskaden. Zuviel Phorsphorreleasing (im normalen Fall ja notwendig für bestimmte Ionenkanalöffnungen) bewirkt Destabilisierung der Mikrotubuli und damit zunächst Unterbruch der Versorgung der Postsynapsen mit Mitochondrien und nachfolgend Neuronenuntergang durch Überschwemmung des Soma mit Trümmern von Mikrotubuli und Tauproteinen.

                        Amyloidplaques kann man m.E. vergessen -> Holzweg.

                        Gruß
                        Egon-Martin

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                        • Re: Würde gerne wissen, ob ich vielleicht selbst betroffen bin


                          Sehr geehrter EgonMartin,

                          allerdings führen auch Mutationen im APP-Gen (APP = amyloid precursor protein) zu einer Alzheimer-Demenz und wir wissen, daß 1. Betaamyloid direkt neurotoxisch wirkt und 2. Mikroglia aktiviert und damit eine Entzündungsreaktion triggert, in deren Gegenwart Neuronen geschädigt werden. Die Zusammenhänge zwischen der Beta-Amyloid- und der Tau-Kaskade sind noch nicht gut genug verstanden. Der überwiegende Teil der sich in der Entwicklung befindlichen kausalen Behandlungsstrategien hat aber die erstere als Target, woran Sie ablesen können, daß auch die Pharmaindustrie zumindest so sehr daran glaubt, daß sie bereit ist Millionen in die Entwicklung diesbezüglicher Medikamente zu stecken.

                          Mit freundlichen Grüßen,

                          Spruth

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