• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Myoklonische Anfälle

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Myoklonische Anfälle

    Sehr geehrter Herr Dr. Spruth, liebe Forumsteilnehmer,

    nun muss ich wieder mal auf die Myoklonien meines dementen Vaters zurückkommen. Zuhause haben wir das Thema die letzten Monate etwas vernachlässigt, da die Anfälle zwar da waren, aber wir selten in der Nacht durch einen Sturz geweckt wurden. Trotzdem muss man sagen, dass die Anfälle eigentlich schlimmer geworden sind, d.h. sie dauern länger als früher und sind oft sehr heftig, indem sie (jetzt rein geschätzt) ein paar Zehntel Sekunden andauern; klingt jetzt wenig, ist aber leider zu lange und zu heftig um sich dabei noch auf den Beinen zu halten, bzw. die Beine knicken dabei auch ein und meistens setzt es meinen lieben Vater dann auf den Hintern. Leider schon so, dass er relativ schwungvoll nach hinten fällt, aber möglichst abrollt; wenn eben nichts im Weg steht. Und seit heute bin ich doch noch stärker beunruhigt, da er beim Abendspaziergang nun zum ersten Mal auch ausserhalb der Schlaf- und Aufwachphase (bzw. normalerweise bis ca. ½ Stunde nach Aufstehen) einen Anfall erlitten hat und hingefallen ist. Es gab zwar heute den Unterschied zu sonst, dass er nachmittags geschlafen hatte, aber das lag schon mehr als 4 Stunden zurück. Außerdem war er heute körperlich angestrengter als die letzte Zeit, wegen viel Spazierens, Krankengymnastik, etwas Tanzen etc..
    Aber trotzdem, wenn es sich nun abzeichnet, dass er in jeder Situation einen solchen Anfall bekommen kann, verändert dies unsere gesamte Lage, da ja dann jeder unsichere Ort zum Verhängnis werden kann, wie z.B. auf der Treppe....
    Macht mich sehr traurig, da wir eigentlich momentan in einer so guten Phase sind; er ist sehr aufmerksam, leicht zu motivieren, redet wieder ein wenig (nach), scherzt, spielt Ball etc., hat keine Ängste.
    Herrn Dr. Spruths Ratschlag diesbezüglich einen Neurologen zu finden, habe ich bisher nur eher halbherzig verfolgt; wohlgemerkt aber nach gehöriger Demotivation nach der ersten Psychiaterin („..wo soll er das jetzt denn auch noch her haben..), und seinem derzeitigen Neurologen, der leider bisher so wenig Zeit hatte, dass mein Anliegen untergegangen ist...
    Desweiteren hat Herr Dr. Spruth Piracetam genannt, das ggf. bei der Diagnose verordnet werden könnte... Ulkigerweise hat mein Vater am Anfang der Demenz, als er noch keine anderen Medikamente bekommen hat, dieses schon genommen, ist jetzt allerdings auch 4-5 Jahre her. Der damalige Arzt ist von einer Misch-Demenz ausgegangen. Ich habe jetzt aber so große Angst dem behandelnden Arzt eine Piracetam-Behandlung o.ä. vorzuschlagen, bzw. überhaupt Angst davor seine derzeitige Medikation wieder zu ändern; jetzt wo wir endlich an einem so relativ guten Punkt angelangt sind (und wir haben ja schon wirklich fast alles an Schwankungen durchgemacht). Auch deshalb, weil Piracetam durchblutungsfördernd wirkt und ich irgendwie fürchte, dass dann irgendwas passiert... Und ginge das dann in Kombi mit Risperdal und Memantinen (und Baldrian)??

    Bitte, wer hat Erfahrung mit einer Piracetam-Behandlung (in mittlerem- oder späterem Stadium) und vor allem, wer hat Erfahrung mit den myoklonischen Anfällen? Ich verstehe nicht, warum es hier überhaupt kein Feedback gibt (zu meinen früheren Aufforderungen), wenn es doch heißt dass myoklonische Anfälle ein häufiges Syndrom in späteren Phasen von Alzheimer sind? Es kann doch fast nicht sein dass mein Vater dann der einzige ist unter den Betroffenen um die es hier im Forum geht...
    Herzliche Grüße
    Flieder

  • Re: Myoklonische Anfälle


    Hallo Flieder,möchte ihnen meine Beobachtungen beschreiben,die ich in letzter Zeit bei meinem Mann festgestellt habe.Nehme oft morgens und abends die Hand meines Mannes in die Meine und spüre oft ein blitzartiges Zucken.Es ist manchmal mehr, mal weniger stark. Es kommt von der Schulter,in den Arm ,bis in die Hand hinein.Mein Mann schläft ,wird davon nicht wach!Habe dem Neurologen davon berichtet und der meinte,dass sei für die A.Kr.bezeichnend.Nach dem Lesen ihres Beitrages habe ich mir alles über Myoklonische Anfälle erlesen und bin etwas schlauer geworden! Danke! Viele Grüße Kondor

    Kommentar


    • Re: Myoklonische Anfälle


      Liebe kondor,
      vielen Dank für deine Schilderung. SIe hatten ja auch schon früher von irgendwelchen motorischen Syndromen berichtet, meine ich mich zu erinnern. Das was Sie beschreiben.. ich weiss nicht ob das unter das gleiche Bild fällt. Die myoklonischen Zuckungen hat man eigentlich NACH dem Aufstehen bzw. Bewegen nach dem Aufwachen. Im übrigen sagen die Ärzte quasi bei allen Zuckungen und Erscheinungen, dass diese typisch für Alzheimer wären, aber nachdem mir bis jetzt noch kein einziger anderer Fall geschildert werden konnte, kann ich das bald nicht mehr glauben. Ich mein, ich kann mir es vorstellen, dass Stellen im Gehirn geschädigt werden oder das ZNS, und das auslöst, aber vielleicht liegt es doch an der Dopamin-Übertragung o.ä., bzw. irgendwas im Stoffwechsel, was nach dem Aufstehen wieder "angekurbelt" wird, schlagartig eben, so wie es ja jetzt schon oft zu "Blockaden" kommt, die nach Ablenkung gleich wieder aufgelöst werden können. Es ist wie ein "Ausbrechen" aus der Starre, die oftmals ganz kurz zuvor beobachtet werden kann. Viel öfter kann ich in den kritischen Phase auch beobachten, dass es ist wie als wollte mein Vater was sagen, und dann kommt nur ein abgebrochener leiser ruckartiger Laut über seine Lippen; das sind dann die kleinsten Myoklonien, wie ich vermute.
      Jedenfalls, bei z.B. dem mit dem Dopamin würde dann doch auch mit den Medikamenten, z.B dem Risperidon zusammenhängen...

      Aber wie geht es Ihnen, liebe kondor?
      Herzliche Grüße, Flieder

      Kommentar


      • Re: Myoklonische Anfälle


        Hallo Flieder,
        wie ich gerade im Thread von HW.Papa schrieb, kam mein Vater heute ins Krankenhaus. Sturz, leichte Verletzung am Augenlid, aber durch meine längere Abwesenheit wegen eigener Krankheit offenbar stark ausgetrocknet und abgemagert. Er wird immer unsicherer auf den Beinen - ich meine es hängt mich Mangelernährung und Austrocknung zusammen, die Betreuenden sagen, es sei die Krankheit...
        Dass bislang so wenig Resonanz zu den Myoklonien gekommen ist, liegt wohl daran, dass keiner so genau weiß, was das eigentlich ist. Auch ich kann mit der Begrifflichkeit nicht viel beginnen. Vielleicht schilderst du diese Zustände noch einmal in anderen Worten - dann kommen ganz sicher Antworten. Das was kondor beschreibt - diese Zuckungen - hat mein Vater verstärkt auch. Wie gesagt, sein gesamter Bewegungsapparat scheint zeitweise auszusetzen - besonders von der Hüfte abwärts gesehen. Dann folgen Stürze, weil er nicht begreift, dass er nicht die Kraft hat zu gehen. Ob er noch lernen kann mit einem Gehwagen umzugehen, weiß ich nicht. Die Betreuenden meinen, ein solcher Wagen würde nichts nützen, weil die Beine einfach unter ihm wegknicken...
        Ich bin momentan ratloser denn je - zudem noch immer selbst krank. Ich war natürlich trotzdem im Krankenhaus - wenngleich mein Virus Vater den Rest geben kann. Aber es ist ja sonst keiner da und die Verantwortlichen von der WG scheren sich einen Dreck darum.
        Sie haben ihn ja in diesen Austrocknungszustand und in die Unterernährung kommen lassen. Für heute lass ich 's gut sein, Gruß Leona

        Kommentar



        • Re: Myoklonische Anfälle


          Liebe Leona,

          es tut mir sehr leid, dass es anscheinend nicht besonders gut klappt in der WG und dein Vater so schwach geworden ist, das ein Sturz fast unvermeidlich ist. Ich dachte das mit der Schwäche der Beine wäre wieder besser geworden... Klar, das Essen und Trinken verabreichen benötigt Zeit und Geduld, sowie Menschenliebe. Wenn aber nun immer 2 Personen tagsüber in der WG sind, die sich ausschließlich um die Bewohner kümmern, müsste für eine geregelte Verabreichung genügend Zeit sein. Es wäre wohl ratsam, wenn man wenigstens für einen begrenzten Zeitraum notiert, wieviel Gläser Flüssigkeit und Essen von wem dem einzelnen gegeben wurden, dann hätten die pflegenden Personen mal eine bessere Selbstkontrolle, und würden sehen dass die verabreichten Getränke insgesamt nicht mehr als 2 volle 200ml-Gläser am Tag waren.. .zu wenig. Natürlich kann man hier "schummeln", aber die Pfleger würden sich wohl selber ziemlich schäbig vorkommen, dies durchzuziehen. Wenn dein Vater wenigstens wieder einigermaßen stabil auf den Beinen wäre, dann würde ich gut finden, wenn man jeden Tag spazieren geht. Kannst du eigentlich noch zusätzlich die 200 Euro monatlich, die es jetzt für diese Fälle gibt, von der Pflegekasse nutzen? Können niedrigschwellige Angebote, als auch Pflegedienste sein, die eingeschaltet werden. Ggf. könnten diese auch einige der Tätigkeiten übernehmen. Ist alles nur eine Überlegung von mir, vielleicht nicht umsetzbar. Wie auch nochmals die Anregung auf Krankengymnastik zu bestehen, schon alleine wegen der Beinschwäche.
          Vielleicht willst du nochmal an Herrn Dr. Spruth in separatem Thread schreiben mit Angabe der Medikation?
          Liebe Leona, die Anregung auch und vor allem ein wenig auf dich selber zu schauen, hast du schon von allen Seiten bekommen... was soll ich anderes sagen

          Bzgl. Myoklonien: Ich hatte schon mal diese beschrieben glaube ich, wollte mich nicht wiederholen. Ich versuche es nochmal, wobei unter myoklonische Anfälle genau steht wie sie ablaufen. Diese können leicht und einzeln sein, aber wie bei meinem Vater auch salvenartig, d.h. es schüttelt ihn richtig durch, ganz heftig, mehrmals. Dabei zuckt der Kopf, die Arme gehen eher nach vorne (wie als würde er sich abfangen wollen), und seit über einem Jahr knicken bei den salvenartigen starken Zuckungen eben auch die Beine ein.
          Das ganze geht so schnell, dass es schwer ist die Einzelbewegung zu beschreiben, aber sicherlich ist es ein Ablauf von Verkrampfungen. Soweit ich verstehe, ist es nicht ganz klar, ob diese immer als Epilepsie beschrieben werden müssen, oder den gleichen Hintergrund haben. Derzeit habe ich übrigens unter strengen Reglement die Verabreichung der Tropfen selber übernommen, d.h. ich bereite sie vor, da ich wie schon länger die Vermutung habe, dass die Myoklonien bei klitzekleiner Schwankung der Dosis stärker sind. Zumindest ist mein Vater nun seit Freitag (2 Stürze) nicht mehr hingefallen, zumindest habe ich nichts davon gehört. Er ist im übrigen ansonsten gut drauf, redet ein wenig und ist voll bewußt und interessiert.

          Grüße von Herzen, und gute Besserung für Euch
          Flieder

          Kommentar


          • Re: Myoklonische Anfälle


            Hallo Flieder,

            es wäre sicher sinnvoll, wenn Dr. Spruth sich mal zu diesem Thema äußern würde. Da er aber über wenig Zeit zu verfügen scheint, empfehle ich, diesen Thread immer mal wieder nach oben zu hieven. Ich musste auch bzgl. der Halluzinationen meines Vaters eine Zeit lang warten und habe es ebenso gemacht. Schließlich kam dann dankenwerterweise eine Antwort mit guten Empfehlungen - soweit über Internet überhaupt möglich (Ferndiagnosen kann man auf diesem Weg natürlich nicht stellen).

            Ich kann z.Z. nur anbieten, was Sie vmtl. ohnehin schon wissen:

            http://www.anfallskind.de/17.htm

            http://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie

            http://neurologie.med.uni-rostock.de...emenzen_dd.pdf

            Nur aus dem letzten Link ist an einer Stelle überhaupt von Myoklonien in Bezug auf Demenzen die Rede (Folie 10, links unter "Alzheimer Demenz" zusammen mit Epilepsie).

            Gruß
            Egon-Martin

            Kommentar


            • Re: Myoklonische Anfälle


              Lieber Flieder ,danke der Nachfrage.Mir geht es leider nicht so gut.Wie soll es auch,wenn ich ständig mit ansehen muß,wie es meinem Mann trotz größter Zuwendung immer schlechter geht.Ich merke wie die Krankheit fortschreitet.Alle Aktivitäten die ich versuche um ihn aufzumuntern schlagen leider fehl.Er will nicht mehr spazieren gehen,friert den ganzen Tag.Fernsehen ,nicht einmal Sport und Politik,interessieren ihn.Kommen unsere Kinder hat er nach 1/2 Std.die Nase voll und will wieder seine Ruhe haben.Jeden Tag quält er sich mit Ängsten,hat einfach Angst wie alles werden soll,ist ja auch verständlich wenn man selbst merkt,dass die körperlichen und geistigen Fähigkeiten immer mehr nachlassen!Es ist schon ein Trauerspiel!!! Ich versuche ihn immer aufzumuntern,zeige meine Traurigkeit nicht.Zum Glück schläft mein Mann die Nächte durch,da kann ich mich dann,wenn es mir gelingt, erholen!
              Zu den M.Anfällen habe ich noch einiges gelesen,trifft auf meinen Mann wohl nicht zu,denn die Zuckungen sind nur im Schlaf,allerdings manchmal sehr heftig. Viele liebe Grüße K.

              Kommentar



              • Zitat Ärztezeitung/ Alz- Neigung zu epilept.


                Vielen Dank, EgonMartin, trotzdem ich schon alles soweit kenne...
                Aber hier dazu nochmal eine neue Veröffentlichung:

                Warum Alzheimer-Patienten zu epileptischen Anfällen neigen
                Dienstag, 23. September 2008
                München – Erstmals direkt die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn eines Mausmodells für Alzheimer beobachten, konnte eine Arbeitsgruppe des Institutes für Neurowissenschaften der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit der Novartis Pharma AG und der Ludwig-Maximilians-Universität München. [...]

                zum Artikel

                Quelle: Deutsches Ärzteblatt

                Kommentar


                • Re: Myoklonische Anfälle


                  Liebe Kondor,
                  hoffentlich geht es wenigstens mit der Stimmung Ihres Mannes bald bergauf, und vielleicht wird er ja wieder kräftiger irgendwann. Haben Sie schon mal ein Blutbild beim Arzt gemacht bei ihm? Herzliche Grüße, Flieder

                  Kommentar


                  • Re: Myoklonische Anfälle


                    Hallo Flieder,die Stimmung meines Mannes kann ich manchmal positiv beeinflussen. Seinen körperlichen und geistigen Abbau leider nicht!Gebe mir alle Mühe, doch 5 J.nach der Diagnose A. nimmt diese ihren unaufhaltsamen Verlauf.Das BB meines Mannes ist gut,das Frieren kommt sicherlich von der dauerhaften Anspannung.Ist bei ihrem Vater in den Jahren das Antidementivum mal verändert worden?
                    Viele Gr.K.

                    Kommentar



                    • Re: Myoklonische Anfälle


                      Hallo kondor,
                      das Frieren kann auch eine Medikamentennebenwirkung sein.

                      alles Gute
                      Jetti

                      Kommentar


                      • Re: Myoklonische Anfälle


                        Sehr geehrte Flieder,

                        können Sie noch einmal die Bewegungsmuster hinsichtlich Aussehen, Dauer und Tageszeitenabhängigkeit (bzw. Abhängigkeit vom Schlaf) sowie die aktuelle Medikation beschreiben (auch, wenn Sie es schon getan haben). Man muß nämlich unterscheiden zwischen Myoklonien und myoklonischen Anfällen. Letztere stellen eine besondere Form von epileptischen Anfällen dar und werden anders behandelt. Beide treten aber bei einer fortgeschrittenen Demenz gehäuft auf.
                        Was das Piracetam angeht, so ist seine Wirkung zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen bei Demenz nicht ausreichend gut belegt, so daß es eigentlich nicht zu den Mitteln der ersten Wahl bei Demenzerkrankungen gehört. Es wird aber bei hypoxischen Hirnschäden zur Behandlung von Myoklonien eingesetzt und meine Erfahrung ist, daß es z.T. auch bei anderen Myoklonien aufgrund anderer Ursachen wirkt (z.B. bei der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung) weshalb ich es probatorisch auch bei Demenzerkrankungen einsetze. Man würde es also bei Ihrem Vater - vorausgesetzt er leidet tatsächlich unter Myoklonien und nicht epileptischen Anfällen - aus einem gänzlich anderen Grund verordnen, als beim ersten Mal.

                        Mit freundlichen Grüßen,

                        Spruth

                        Kommentar


                        • Re: Myoklonische Anfälle


                          Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,

                          gerne beschreibe ich alles:
                          Symptom: Anfangs waren es nur leichte Zuckungen des Arms augenscheinlich, bzw. auch wie als würde mein Vater etwas sagen wollen, aber dann runterschlucken, in der Komiksprache würde man das wohl als "Gulp" bezeichnen. Auch jetzt bemerke ich diese leichte Form manchmal tagsüber aber vor allem abends wenn er müde wird. Es ist aber dann auch tatsächlich so, dass er etwas ausführen oder sagen will, und es eben wie eine angefangene und dann unterdrückte Handlung aussieht. Dies wurde mit der Zeit immer schlimmer, d.h. man sah eindeutig morgens beim Frühstück, wie beide Arme und der Oberkörper leicht nach vorne schnalzten. Dann fing es an, dass er schon in der Nacht beim Toillette suchen, meist erst nach dem Toillettengang beim Rückweg oder herumirren, stürzte. Inzwischen sind die Zuckungen so stark und es schüttelt ihn gerade zu ca. ein Bruchteil einer Sekunde, wobei seine Beine wegknicken, und er macht laut Geräusche dabei. Bisher war das eben nur nachts nach einiger Zeit des Schlafens, und morgens bis ca. 30 Minuten nach dem Aufstehen ein Problem, aber es scheint schlimmer zu werden.

                          Medikation: Morgens und mittags Risperdal, Memantine und Baldrian
                          Abend: Risperdal, Baldrian und 7,5mg Mirtazapin

                          Von Mirtazapin weiß man ja, dass es die Krampfschwelle erniedrigt; von Risperdal noch nicht gesichert, oder? Da es echt tragisch wäre, wenn mein Vater das Risperdal nicht mehr verträgt, hoffe ich schwer dass ein Absetzen des sowieso in geringer Dosis verabreichten Mirtazapins die Situation verbessert. Können Sie mir Hoffnung machen?

                          Derzeit haben wir auch noch das Problem gehabt, dass mein Vater wieder leicht aggressiver und psychotischer (redete wieder seltsam wenn er alleine in einem Raum ist), aber auch aufgeweckter (redete wieder mehr) wurde. Ich habe mich dazu schon im Medikamentenforum rückversichert, dass wahrscheinlich der Umstand dass wir über die letzten 14 Tagen die mittäglichen Tropfen schon morgens in ein Glas gegossen haben, was dann nur noch mit Traubensaft angegossen wurde, schuld an einer Verminderung der Wirksamkeit war. Daran sehen wir aber auch, dass er bei einer Reduzierung der Dosis wieder psychotisch werden würde...

                          Bitte um Ihren Rat
                          Vielen Dank, Flieder

                          Kommentar


                          • Re: Myoklonische Anfälle


                            Hallo kondor,
                            habe festgestellt, dass ich noch gar nicht geantwortet hatte...
                            Ja natürlich ist es leider so, dass man oder zumindest wir heutzutage noch den Verlauf nicht stoppen können. Ist Ihr Mann denn immer noch wegen den Ängsten so angespannt?
                            Mein Vater ist zwar auch dauerhaft angespannt, was anscheinend auch sehr anstrengend ist, aber nicht mehr unter Ängsten; wobei wir leider gerade eben wieder eine schlechtere Phase haben, d.h. abends wird er latent aggressiv, das kommt wohl wie ich glaube ich schon berichtete dadurch, dass wir eine Zeitlang die Medis zu lange vor Verabreichung zusammengemischt haben und wie ich schon öfters bemerkte sich diese Auswirkungen erst nach ca. 1 Woche anfangen zu zeigen, aber dann auch mind. eine Woche brauchen bis sie sich wieder aufgehoben haben. Hoffe ich sehr, bin schon wieder stark beunruhigt, da mein Vater, sonst der friedlichste Mensch, dann wirklich nicht nur leicht aggressiv wird sondern gleich so heftig, vollkommen paranoid, alles verändert, total unter Strom.
                            Bezüglich Ihrer Frage:
                            Da bei meinem Vater sehr spät erst mit den klassischen Antidementiva begonnen wurde und die Ärzte sich meiner Meinung nach nicht sicher waren, welche Demenzform er hat, wurde er gleich auf Memantine gesetzt, welche er nun seit seit über 2 Jahren nimmt.

                            Herzliche Grüße, Flieder

                            Kommentar


                            • Re: Myoklonische Anfälle


                              Hallo Flieder,

                              upps - Medikamente zusammenmischen ist nicht harmlos, da können neue Verbindungen entstehen, die eine andere Wirkung haben. Bitte immer vorher den Apotheker fragen, der hat das studiert und kennt sich aus.

                              Auch wenn man Tabletten mörsern will, bitte erst nachfragen ob das mit diesen Tabletten erlaubt ist.

                              lg
                              Jetti

                              Kommentar


                              • Re: Myoklonische Anfälle


                                Das Mörsern bzw. Zerkleinern von gekapselten Medikamenten könnte evtl. auch dazu führen, dass dann die Wirkstoffe Verbindungen mit Sauerstoff eingehen und ihr Wirkungsprofil verändern. Zudem gibt es lichtempfindliche Substanzen, die allein unter Lichtwirkung sich bereits verändern oder zersetzen können. Ob das bei den hier meist angesprochenen Substanzen der Fall ist, kann ich leider nicht sagen. Einen Mix im Mörser halte ich auch für bedenklich. Schließe mich daher Jetti an und empfehle, den Rat des Apothekers und des behandelnden Arztes einzuholnen. Es gibt ja die meisten Substanzen auch in bestimmte Flüssigkeiten gelöst.

                                LG
                                Egon-Martin

                                Kommentar


                                • Re: Myoklonische Anfälle


                                  Liebe Flieder,
                                  mein Vater erhält seit Freitag letzter Woche (17.10.) auch wieder Risperidon - und obwohl er nur abends 0,5 mg bekommt, ist er nahezu weggetreten und hat ständig unkontrollierte Zuckungen, hauptsächlich an Händen und Armen, aber auch an den Beinen. Stehen und gehen sind ferner denn je. - Es muss einfach etwas mit dem Risperidon zu tun haben. Es greift offenbar bei manchen Menschen sehr tief in das Hirngeschehen ein - auf ungute Weise.
                                  Vielleicht hängt es mit der Vorschädigung des Gehirns zusammen, ich weiß es nicht. Warum ich überhaupt zugestimmt habe? - Vater hatte immer wieder Unruhephasen, wollte aufstehen, kann sich aber nicht auf den Beinen halten. Es kann nicht ständig jemand um ihn sein, also wurde wieder angefragt und ich ließ mich breit schlagen, noch einmal einen Versuch mit einer Minimaldosis zu versuchen. Die ersten Tage gingen - aber er wird von Tag zu Tag benommener und hinfälliger. Ich muss mich in der Sache nochmal an Dr.Spruth wenden, vielleicht weiß er eine Alternative.
                                  Iris

                                  Kommentar


                                  • Re: Myoklonische Anfälle


                                    Hallo Jetti, hallo Egon-Martin,
                                    es handelt sich um Lösungen, bis auf das Mirtazapin in Schmelztablettenform, die wir auch auflösen. Dies praktizieren wir nun schon 18 Monate, d.h. auch wenn es irgendwelche Wechselwirkungen gäbe, dann waren sie immer gleich und mit der Dosis sind wir soweit gut gefahren. Problem war jetzt nur, dass wir neuerdings die Mittagsration schon morgens abgemischt haben und das im Glas stand.
                                    Natürlich haben wir vorher gefragt, allerdings hat dazu auch jeder eine Meinung, und abgesehen von einer generellen Empfehlung könnte einem wohl nur ein Chemiker eine gesicherte Aussage geben.
                                    Viele Grüße, Flieder

                                    Kommentar


                                    • Re: Myoklonische Anfälle


                                      Liebe Leona,
                                      das ist ja wirklich ein Mist, die ganze Situation. Risperidon damit er gar nicht mehr aufstehen will? Soweit ich weiss, kann grundsätzlich sogar eine Unruhe mit dem Risperidon auftreten...
                                      Es ist wirklich obertragisch, nicht geben ist fast unmöglich und geben bedeutet so krasse Nebenwirkungen dass man das eigentlich nicht verantworten kann. Hat denn der Arzt das explizit für die derzeitige Situation für deinen Vater empfohlen, aber kein anderes Medikament?
                                      Ich befürchte ja leider auch, dass es das Risperdal ist, das die Krampfschwelle so senkt, obwohl es soweit ich weiß nicht beschrieben wird. Ganz ehrlich, ich weiß auch nicht weiter, sollte mein Vater das Risperdal nicht mehr bekommen können...
                                      Aber dass dein Vater so direkt darauf reagiert, also gleich von Anfang an Dyskinesien hat oder wie man das in diesem Fall nennt, ist krass. Es ist schon so, wie du sagst, dass angeblich bei einem vorgeschädigten Gehirn die Wirkung anders ist als bei anderen.
                                      Herzliche Grüße, Flieder

                                      Kommentar


                                      • Re: Myoklonische Anfälle


                                        Flieder schrieb:
                                        -------------------------------------------------------
                                        > Natürlich haben wir vorher gefragt, allerdings hat
                                        > dazu auch jeder eine Meinung, und abgesehen von
                                        > einer generellen Empfehlung könnte einem wohl nur
                                        > ein Chemiker eine gesicherte Aussage geben.

                                        Nein, bitte, ob Tabletten mörserbar sind oder in Wasser aufgelöst werden dürfen, ist keine Sache einer Meinung!

                                        Die Wirkstoffabgabe ist je nach Darreichungsform unterschiedlich und kann durch Auflösen oder mörsern im schlimmsten Fall zu
                                        schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen oder zu Wirkverlust führen.
                                        Manche Medikamente sind gegenüber Licht und Sauerstoff empfindlich und sollten nicht offen herumstehen und die Frage ob sich unterschiedliche Lösungen vertragen und einfach zusammenschütten lassen, kann nicht durch Vermutungen beantwortet werden.

                                        Deswegen war mein Rat, den Fachmann für Pharmazie zu befragen, das ist der Apotheker, dafür ist er da. Der Hersteller kann auch weiterhelfen und tut das auf Anfrage auch. Ein Chemiker kann dazu keine Auskunft geben.

                                        Generelle Empfehlungen bringen für den speziellen Fall nichts und Sie geben ja Medikamente, die gravierend in das Zentralnervensystem eingreifen, deshalb ist besonders wichtig, da sehr genau und sorgfältig zu sein.

                                        lg
                                        Jetti

                                        Kommentar


                                        • Re: Myoklonische Anfälle


                                          Hallo Flieder,

                                          Neuroleptika (NL) wurden nicht zur Behandlung von Demenzen entwickelt sondern zur Behandlung von Psychosen. Dort leisten sie im Allgemeinen auch gute Dienste und haben weitestgehend die harte Behandlungsmethoden (z.B. Elektrokrampftherapie, Insulinschocks, usw.) der Vergangenheit ersetzbar gemacht.

                                          Sofern bei Demenzkranken keine psychotische Vorgeschichte bzw. keine latente Psychose vorhanden ist, wird er m.E. auch nicht im klinischen Sinne zum Psychotiker, sondern weist als Begleitsymptome psychotische oder psychoseartige Krankheitsbilder auf, die im Verlauf der Krankheit wieder verschwinden. Da nun aber diese Begleitsymptome sehr schlimm bis gefährlich werden können, müssen sie natürlich behandelt werden und da hat man m.E. nichts anderes als Neuroleptika wovon die sog. atypischen wie Risperidon im Vergleich zu den "Klassikern" ein für den Kranken meist günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweisen.

                                          Mirtazapin ist ein Antidepressivum und wirkt auf das noradrenogene System, das serotoninerge System und das dopaminerge System. Es könnte möglich sein, dass die mögliche Stimulanz des dopaminergen Systemn der Abschwächung desselben durch das NL entgegenwirkt. Möglicherweise ist das auch therapeutisch beabsichtigt. D.h. eine Dosisveränderung oder eine Wechsel dieser Substanzen auf ähnliche wäre vielleicht zu diskutieren. Näheres wird wohl Hr. Dr. Spruth dazu schreiben.

                                          Das Problem mit vielen Psychopharmaka ist, das sie oft nicht überwiegend nur auf ihr Zielsystem wirken, sondern in Hirnarealen "herumfuhrwerken" in denen sie nicht zu suchen haben. Und das kann dann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.

                                          LG
                                          Egon

                                          Kommentar


                                          • Re: Myoklonische Anfälle


                                            Hallo Jetti,
                                            wie schon gesagt, es sind keine gemörserten Tabletten, und gefragt haben wir anfangs auch.
                                            Ich denke, die Lösungen gemischt länger stehen lassen ist keine gute Idee, machen wir nicht mehr.
                                            Danke
                                            Gruß, Flieder

                                            Kommentar


                                            • Re: Myoklonische Anfälle


                                              Hallo Jetti,
                                              Sie haben natürlich mit Ihren Einwänden völlig Recht - und mir fällt dabei sofort ein, dass mein Vater - der seit einer Woche nun doch wieder Risperdal erhält (0,5mg abends) - dies auch in zermörsertem Zustand im Abendbrei verabreicht bekommt. Ebenso die Vitamin E-Kapsel und die Lecithin-Kapsel.Ich frage mich ebenso, ob gerade die letzten beiden ihre Wirkung überhaupt entfalten können, zumal die Abendmahlzeit aus einem mit Milchprodukten angereicherten Brei besteht. Aber man klammert sich eben an Strohhalme. Das Schlucken von Tabletten und Kapseln klappt bei Vater überhaupt nicht mehr - und bei Risperdal-Tropfen habe ich Bedenken, ob sie auch entsprechend dosiert werden, da das WG-Personal keinerlei Fachausbildung hat und überhaupt nicht weiß, was es da verabreicht.
                                              Leona

                                              Kommentar


                                              • Re: Myoklonische Anfälle


                                                Hallo Flieder,
                                                die Verordnung erfolgte sozusagen "notfallmäßig" durch den nicht sehr versierten Hausarzt - das Wochenende stand vor der Tür und die Mädchen in der WG waren dem Nervenzusammenbruch nahe, weil sie ja nicht ständig neben Vater stehen können und sie Angst hatte, er steht aus dem Rollstuhl auf und stürzt. Dazu kam, dass er sich bei der Pflege wehrte und nicht essen und trinken wollte (angeblich), eine der jungen Damen fest am Handgelenk gepackt hatte und nicht los ließ...dann heißt es sofort wieder:aggressiv! Die im Urlaub befindliche WG-Leiterin wurde angerufen, die wiederum wollte mich sprechen...es war also eine Drucksituation. Den Neurologen erreicht man privat überhaupt nicht und er hat auch ansonsten sehr eingeschränkte Sprechzeiten. Auch ist er nicht bereit, Vater in der WG aufzusuchen. Das ist aber bei Fachärzten nichts Ungewöhnliches - sie haben möglicherweise dafür keine Kapazitäten frei. Am 28.10. habe ich nun das Problem, dass Vater einen Neurologentermin hätte, ich aber nicht weiß,wie ich ihn transportieren soll. Er ist in keinster Weise mobil - der beantragte eigene Pflegerollstuhl ist noch nicht da (er sitzt in einem fremden)und diese Stühle sind auch nicht für den Transport in einem normalen PKW geeignet, weil sehr raumgreifend. Es ist ausgeschlossen, dass ich Vater im eigenen PKW transportieren kann - er steht und geht nicht, er folgt auch einer Drehen- oder Hinsetzen-Aufforderung nicht mehr. Ich werde den Neurologen wohl alleine aufsuchen und ihm die Situation schildern. Es muss eine andere Lösung her. Ich habe bei diesem Neurologen auch nie einen Krankentransport ankommen sehen - keine Ahnung ob Vater so was zusteht oder ob man dann den nächstliegenden Neurologen aufsuchen muss oder die Ambulanz einer Klinik. Die Ereignisse haben sich in den letzten 4 Wochen überschlagen und meine Hoffnung, Vater nach dem Klinikaufenthalt wieder auf die Beine zu kriegen, hat sich bisher nicht erfüllt. Das bestellte Pedalgerät mit E-Motor ist vor wenigen Tagen bei mir eingetroffen, aber ich habe es noch nicht eingesetzt. Es ist ziemlich schwer und ich konnte es alleine nicht mitnehmen - muss also warten, bis mein Sohn wieder einmal in die WG mitfährt.
                                                Ich bin so kraftlos geworden und meine Bereitschaft, der Krankheit und den Institutionen die Stirn zu bieten, hat gelitten. Einen neuerlichen Versuch, Vater doch noch kompetenter unterzubringen, habe ich erst mal verworfen, da das Haus, das im Dezember 2008 unweit von uns eröffnet, bei Pflegestufe 3 eine Eigenbeteiligung von 2.400,- Euro erwartet.Das kann ich schlicht und einfach nicht. Es handelt sich um ein Haus der AWO (Arbeiterwohlfahrt) - Haus am Park, Oberliederbach.Die Preise finde ich in höchstem Maße unsozial und der AWO schon gar nicht angemessen.In Kürze kommt in Bad Soden ja dann auch eine Eigenbeteiligung von 2.200,- Euro auf mich zu -keine Ahnung, wie ich das abfange. Ich müsste Vater sehr weit außerhalb (Hintertaunus, Frankfurt-Ost, Wetterau)unterbringen, um vielleicht ein günstigeres Haus mit Zuzahlungen um 1.700,- oder 1.800,- Euro bei P3 zu finden. Dann hat man aber wieder sehr lange Fahrzeiten - im Winter noch unangenehmer als im Sommer und die Benzinkosten sind ja auch nicht ohne. Schlimm, dass man zu der emotionalen Belastung auch noch diese existenzielle Angst hat. Soviel für heute, Gruß Leona

                                                Kommentar


                                                • Re: Myoklonische Anfälle


                                                  Hallo Leona,

                                                  gibt es denn keine Möglichkeiten, vom Staat Hilfen zu bekommen? Ich habe einen Bekannten, der im betreuten Wohnen irgendwo in Köln - ztw. auch München wegen einer gefährlichen Bluterkrankung - wohnt (Kontakt schon lange abgebrochen), der so gut wie kein Geld hat, aber dennoch alles bezahlt bekommt. Er trägt ein Notrufsystem am Körper mit sich herum und kann jederzeit Hilfe erhalten, wenn er im Heim herumläuft. Das kostet doch auch einiges. Vmtl. vom Amt für soziale Dienste bezahlt der ähnliches.

                                                  Was macht man denn mit armen alleinstehenden Rentnern? Wie werden die dann betreut? Geschlossene Abteilung Psychiatrie und "Schlüssel weggeworfen" - warten im Dämmern der Medikamentenwirkung auf den Tod? Wo leben wir denn eigentlich hier?

                                                  LG
                                                  Egon

                                                  Kommentar