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erblich?

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  • erblich?

    Hallo,

    mein Vater hat Demenz. Es wurde bei ihm vor ca 3 Jahren festgestellt, da war er 57 Jahre!
    Angefangen haben die Symptome schon eher, eigentlich seit seiner Arbeitslosigkeit, die ungefähr seit 10 Jahren besteht.
    Damals wurde er auf depressionen behandelt, weil er sich total hängen gelassen hat. Dann fingen seine Reaktionen an, die immer langsamer wurden und seine Sprache! Er hat angefangen zu stottern und konnte keine zusammenhängenden Sätze mehr sprechen.
    Daraufhin tippte man auf Schlaganfall. Bis er dann die Diagnose bekam. Mittlerweile geht der Verfall stetig voran-er kann sich noch gut orientieren, läuft auch viel umher, aber ansonsten wird es immer schlimmer! Nun hat ihn meine mutter in eine Tagesbetreuung gegeben...mal sehen, wie es dort wird!
    Mein Vater hat zudem eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber schon immer behandelt wird.
    Meine Frage: ist dies erblich? wi hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich (28 Jahre)oder meine schwester (31 Jahre)es auch bekommen? Kann man vorbeugen mit geistiger Beschäftigung, sport und bestimmte Lebensmitteln? Habe ein bisl schiss, dass ich genauso ende!!!Danke für Ihre Antwort!


  • Re: erblich?


    Liebe Annett,
    schauen Sie doch zunächst mal unter folgendem Link nach:

    http://www.alzheimer-forschung.de/we...kheit/faqs.htm


    Weitere hilfreiche Seiten finden Sie unter www.deutsche-alzheimer.de und www.alzheimerforum.de

    Auch bei onmeda selbst gibt es zum Thema Erblichkeit bei Alzheimer interessante Berichte.
    Gruß Leona

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    • Re: erblich?


      Sehr geehrtee Anett,


      Zunächst einmal wäre wichtig, welche Erkrankung bei Ihrem Vater zur Demenz führte, dies geht aus Ihrer Anfrage nicht hervor. Handelt es sich um die Alzheimer-Erkrankung, so gilt, daß bei etwa 5 % aller Alzheimer-Fälle eine sogenannte familiäre Form vorliegt; das bedeutet, dass eine Genmutation vorliegt, die, wenn man Träger ist, mit einer 100%igen Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung führt. In allen anderen (sporadischen) Fällen liegt eine multifaktorielle Genese vor, d.h. dass verschiedene Einflüsse/Risikofaktoren, die z.T. noch gar nicht alle bekannt oder ausreichend erforscht sind, letztlich die Wahrscheinlichkeit an einem Morbus Alzheimer zu erkranken, erhöhen. Hier gibt es auch genetische Einflüsse, die auch bestimmt werden können. Da sie aber nur eine relative Risikoerhöhung bedeuten und sich aus Ihnen keine genaue individuelle Prognose ableiten lässt, halte ich nicht viel davon, sie diagnostisch zu nutzen. Bezüglich der eingangs erwähnten familiären Fälle verhält es sich in meinen Augen anders. Sollte ein ausreichender Verdacht bestehen, dass in der eigenen Familie eine solche Erkrankung vorliegt, kann man sich durchaus überlegen, ob man ein Screening hierauf bei sich durchführen möchte. Dies erfordert zuvor jedoch eine (genetische) Beratung, da sich aus dem Ergebnis erhebliche Konsequenzen für das eigene Leben ergeben können. Wenden Sie sich im Verdachtsfall an eine spezialisierte Gedächtnissprechstunde (Adressen unter www.deutschealzheimer.de oder www.alzheimerforum.de) oder ein Institut für Genetik einer (Universitäts-)Klinik.
      Was die Vorbeugung angeht: Cholesterin niedrig halten (wenig Fleisch, öfter mal Fisch), Diabetes behandeln, wenn dieser vorliegt, Blutdruck niedrig halten, Sport treiben, rege Teilnahme an sozio-kulturellen Ereignissen (für das Gehirn gilt: use it or loose it). Im übrigen glaube ich, daß es, wenn Sie im Alter Ihres Vaters sind, bereits wirksame kausale Behandlungansätze gibt.

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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      • Re: erblich?


        Und noch ein Thread zum Thema "Ist Alzheimer erblich?"

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        • Re: erblich?


          Hmmm.... das macht auch mich wieder mal nachdenklich. Wie könnte die Gefährdung bei mir aussehen?

          Großmutter mütterlicherseits: späte DAT, verstorben mit 93 Jahren, DAT "Ausbruch" mit ca. 87 Jahren

          Schwester meines Vaters: DAT (?), verstorben mit 62 (?) Jahren (weiß ich nicht genau - kaum Kontakte zu uns, erreichte aber kein hohes Alter) DAT (wenn es den eine DAT war, was wir auch nicht genau wissen) Ausbruch mit 55 ?

          Vater: erste Auffälligkeiten mit 78 Jahren, Diagnose mit 79 Jahren: DAT, derzeit 81 Jahre alt und im sog. mittleren Stadium seit spätestens Nov 2008 - von 3 Stadien

          Da mache ich mal was "Dunmmes" und nehme den Mittelwert des Alters mit erster Auffälligkeit (ca. 73 Jahre) und hoffe, bis dahin auf Heilungsmöglichkeiten. So einfach funktioniert natürlich Genetik (die Wahrscheinlichkeit könnte höher sein, aber auch gegen Null streben) nicht, aber es ist mir trotzdem ein grober Anhaltspunkt.

          Egon-Martin

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          • Re: erblich?


            Hallo Leona,

            stimmt, ich hatte auch mal einen solchen Thread gestartet. Vielleicht kann ja die Redaktion diese Threads alle mal zusammenführen. Es hat sich vmtl. jeder betroffene Angehörige schon mal die Frage nach der evtl. eigenen Gefährdung gefragt, so dass dieses Thema wichtig ist.

            LG
            Egon

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            • Re: erblich?


              Sehr geehrter EgonMartin,

              1. So einfach funktioniert Genetik in der Tat nicht.
              2. Nehmen Sie aus Ihrer Durchschnittberechnung die Tante raus. Sie hatte ein derart niedriges Alter bei Primärmanifestation von Symptomen, daß -solange keine Angaben zu Symptomcharakteristik und klinischem Verlauf vorliegen - grundsätzlich einmal Zweifel an einer AD bestehen (Prävalenz in dieser Altersgruppe deutlich unter 1%)
              3. Ernähren Sie sich gesund, gehen Sie in die Oper und boxen Sie nicht. So können Sie Ihr statistisches Lebenszeitrisiko von 25% eine Demenz zu entwickeln (bzw. bei Ihnen etwas höher wegen der positiven Familienanamnese) senken.
              4. Seien wir optimistisch. Derzeit laufen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien unzählige Therapiestudien mit größtenteils kausalen Ansätzen. Nicht alle davon werden negativ ausgehen, davon bin ich überzeugt.

              Mit freundlichen Grüßen,

              Spruth

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              • Re: erblich?


                Sehr geehrter Hr. Dr. Spruth,

                "gehen Sie in die Oper und boxen Sie nicht"

                Das war gut!

                Ich mag zwar Wagner, bin aber kein Operngänger - war vielmehr ein Popkonzertfan - und Boxen? Da sei Gott vor! Sowas Primitives, dessen Grundregeln vom Zerstörer des Genius eines Oscar Wilde (Queensbury) erfunden, weise ich weit von mir :-).

                Gruß
                Egon-Martin

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