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Bei meiner Mutter Angehenende Demenz festgest

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  • Bei meiner Mutter Angehenende Demenz festgest

    Hallo,

    ich brauche mal wieder Eure Hilfe. Bei meiner Mutte haben sie nun nch einem erneuten Sturz die Diagnose Demenz festgestellt und ich merke das extrem bei ihr in Schüben. Jetzt hat sie sogar 2x behauptet, das die von der Diakonie (Pflegedienst) angeblich abends nicht da gewesen wäre und hat mich heute erst wieder am Telefon angeschrien, das sie noch alles alleine könne, dabei merke ich selber das es nicht mehr geht auch das mit Essen machen lässt nach und sie ernähr sich meistens von Tütesuppen und solchen Sachen und trint immer noch viel Kaffee und Cola, was natürlich nich gut ist.

    Da ich nebenbei für mein Abi lerne, kann ich mich selber schon gar nicht mehr richtig konzentrieren, aber sie Hilf behauptet und keift mich dann immer am Telefon an, das sie noch alles alleine machen kann. Wielange wird das gehen bis sie wirklich nicht mehr ohne Hilfe zurecht kommt? Jetzt kommt der Pflegedienst zur Medikamenteneingabe, da hat sie sich im Krankenhaus mit Händen und Füßen auch gewehrt, nimmt es jetzt wohl hin, obwohl sie 2x schon sagte, das die angeblic nict da gewesen wären, was aber natürlich nicht stimmt. Pflegestufe ist beantragt, aber da meine Mutter von sich selber aus sagt, das sie noch alles kann, kann man da wohl kein Erfolg erzielen.

    Kann ich mir irgendwo Hilfe holen, weil es mir auch durch ihre Situatio langsam auf meinen Magen schlägt und ich so das Abi mit Sicherheit nicht schaffen werde (lerne von zuhause selbständig) und ich habe auch gesagt,das ich auch mal ein paar Tage in Urlaub fahre, ob das geht, die von der Diakonie wollen dann nur meine Handy-Nummer, da ich aber ins Ausland fahre zu Freunde, wird das ja auch schwer sein mich zu ereichen. Da meine Mutter noch Verwandte hat, aber zu denen eigentlich relativ kein Kontakt mehr besteht, lastet die ganze Situation auf mich (ich bin 34) und fange, wenn ich Glück habe,auch noch mal eine neue Lehre an. Da frag ich mich, ob das überhaupt geht, weil ich beruflich selber auch voran kommen möchte. Gib es vielleicht da ich aus einer Großstadt komme vielleicht Beratungsstellen oder so was in der Art? Meine Freundinnen helfen mir, das ich dann auch mal raus komme und an mich denke. Viellicht weiß jemand wie man mir in der verzwickte Situation helfen kann und auch wie ich dann auch auf meine Mutter zugehen kann. Ich sage auch meine Meinung, aber ich weiß nicht, ob as richtig ist in ihrem Fall.

    Viele Grüße
    Bauzer


  • Re: Bei meiner Mutter Angehenende Demenz festgest


    Hallo Bauzer,

    da es sogar in der Kleinstadt, in der meine Eltern leben, eine Selbsthilfegruppe – die meine Mutter aber leider noch nicht besucht hat – gibt, ist anzunehmen, dass es derlei auch in Großstädten gibt. Meistens stehen die Adressen oder Telefonnummern und Termine in der Tageszeitung. Es gibt auch überall einen sozialpsychiatrischen Dienst, der auch über entspr. Informationen verfügen dürfte. Notfalls könnte vmtl. auch die Telefonseelsorge mit Auskünften helfen. Ich habe neulich im TV von sog. Tagesmüttern oder –schwestern gehört, die sich zeitweise um die Betreuung kümmern. Die Diakonie müsste das aber auch wissen. Ich habe mal ehrenamtlich für die hiesige Diakonie gearbeitet. Dort gab es u.a. auch Listen für bedürftige Menschen und Behinderte hinsichtlich Stellen zur Bekleidungs- und Essensversorgung, usw. Wenden Sie sich bitte ggf. an den Leiter der Diakonie und schütten sie ihm vertrauensvoll Ihr Herz aus. Wenn er ein guter Christenmensch ist – und davon gehe ich aus – wird er versuchen zu helfen.

    Ich verstehe Ihre Sorgen, sie sind vmtl. noch schlimmer als meine derzeitigen Probleme. Immerhin habe ich Schule und Studium längst hinter mich gebracht. Aber ich habe dennoch große Einschnitte hinsichtlich Gehalt und Beruf auf mich genommen (Frühpension mit gravierenden Gehaltseinbußen, kein Weiterkommen mehr, keine geregelte Zusatztätigkeit z.Z. möglich, keine Urlaubsreisen, usw.). Ich sehe es aber auch so: Meine Eltern haben mich groß gezogen, Schule und Studium bezahlt und darüber hinaus auch viel geholfen. Es wäre somit – ganz abgesehen von der natürlichen emotionalen Bindung – m.E. höchst unfair, würde ich sie jetzt im Stich lassen. Andererseits muss das jeder selber entscheiden und ich wäre wohl der Letzte, der ohne Wissen um Ursachen und Umstände andere moralisch kritisieren würde, wenn sie etwas mehr an sich dächten als an ihre Eltern. Es soll ja auch Eltern geben, die sich kaum um ihre Kinder gekümmert haben, so dass keine tragfähige emotionale Bindung entstehen konnte.

    Ich habe einmal einen Film über eine tibetisch-buddhistische Totenfeier in Ladakh (Nordindien an der Grenze zu Tibet) gesehen. Da wurde gezeigt, wie ein älterer Mann seine tote Mutter in einem Stoffbündel auf dem Rücken zum Verbrennungsplatz getragen hat. Der Kommentar dazu lautete ungefähr so: „Einst trug seine Mutter ihn in ihrem Leib unter ihrem Herzen ins Leben. Jetzt trägt er sie auf seinen Rücken zur Reise in den Tod und die nächste Wiedergeburt.“ Das ist mir eine erschütternde Metapher, die einen Lebenskreis beschreibt, in der es einen Aufstieg und einen Abstieg mit wechselnden Verantwortlichkeiten gibt. Die Last des Leibes, der Erziehung, usw. wird am Ende wieder zur Last des Leibes, der Pflege, usw. Darin liegt eine gewisse Weisheit, die aber vmtl. in dieser materialistisch und egoistisch geprägten Gesellschaft kaum mehr gesehen wird.

    Doch noch etwas möchte ich Ihnen vermitteln: Stellen Sie sich bitte vor, was sich Ihre Mutter von Ihnen gewünscht hätte, wäre sie noch im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten. Meistens wünschen doch die Eltern, dass aus ihren Kindern was wird. Sie möchten gerne stolz auf ihre Kinder sein. Vielleicht wird Ihre Mutter nicht mehr leben, wenn Sie ihr Abi geschafft haben und vielleicht studieren und auf einen guten Job zusteuern. Aber möglicherweise wird sie von woanders zuschauen und sagen: „Das ist mein Kind, es hat sein Abitur bestanden und macht jetzt dieses oder jenes. Darüber freue ich mich.“ Nach christlichem Glauben stellt Gott den Körper wieder her und zwar perfekt und nicht mehr störungsanfällig wie in diesem Leben. Das kann zwar niemand beweisen – widerlegt wurde es aber bislang auch nicht. Die Welt ist doch viel größer als das, was wir von ihr jemals werden erfahren können.

    Gruss

    Egon-Martin

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    • Re: Bei meiner Mutter Angehenende Demenz festgest


      Sehr geehrte/r Bauzer,

      wenden Sie sich am Besten, wie EgonMartin dies schon vorschlug, an eine Angehörigengruppe. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.alzheimerforum.de oder www.deutschealzheimer.de. Was die Kommunikation mit Ihrer Mutter angeht, so sollten Sie Streitgesprächen aus dem Wege gehen. Fehlende Einsicht ist bei verschiedenen Demenz-Erkrankungen ein häufiges Symptom. Bestätigen Sie Ihre Mutter, wo es vertretbar ist und äußern Sie erst dann, was Sie anders sehen ("Das sehe ich genau wie Du, allerdings,..."). Wenn Sie Ihre Mutter nicht mehr für in der Lage halten, komplexere Situationen zu überblicken und eigene Entscheidungen zu fällen, sollten Sie eine Betreuung beim Amtsgericht beantragen. Als Betreuer können sowohl Sie, als auch andere Personen (z.B. Amtbetreuer) eingesetzt werden.

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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