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Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen

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  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


    Ach Menshc Leona... das hört ja garnicht auf mit den schlechten Nachrichten...

    Ich drücke euch ganz fest die Daumen, daß sich der Verdacht nicht bestätigt....

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    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


      Hallo Leona........!

      Am Wochenende mussten wir meine Mutter wegen des MRSA-Keims in ein Einzelzimmer im Heim bringen bzw. umziehen.....wg. Isolation!
      Mutter hat diesen Keim auch aus dem KH mitgebracht!!! Es scheint heute völlig normal zu sein, dass dieser Keim in den KHs sein Unwesen treibt.
      Der Heimleiter sagte uns "einmal MRSA, immer MRSA"....ja toll....und immer wieder verkleiden! Ich hoffe nur, dass er nicht Recht hat!?
      Liebe Grüsse und alles Gute für deinen Vater!
      Rosenmädchen

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      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


        Hallo leona...

        wie geht es ihrem Vater, hat sich der Verdacht bestätigt? Ich hoffe so sehr, daß es gute Nachrichten gibt. Soweit man das in unseren Fällen überhaupt noch geht.

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        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


          Liebe H.W.Papa,
          Gott-sei-Dank waren die Abstriche bezüglich MRSA alle negativ und Vater wurde gestern - also genau gesagt am Freitag - aus der Klinik entlassen. Aber es geht ihm sehr schlecht. Die Lungenentzündung, die hohen Fieberschübe, die Antibiotika-Therapie haben die Situation insgesamt verschlechtert. Vater ist sehr,sehr schwach und das Füttern macht große Mühe. Ich habe den Eindruck, dass er nicht mehr will - oder nicht mehr kann. Wir (mein Sohn und ich) waren und sind täglich viele Stunden bei ihm, reichen Getränke und bemühen uns breiige Nahrung zu füttern. Doch ich habe das ungute Gefühl, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt.
          Ich habe Gespräche mit einem anderen Pflegeheim geführt - ein Haus, das einen kirchlichen Träger hat, nicht all zu groß ist und - wie ich hörte und auch selbst sah - sehr gute Pflegearbeit leistet. Allerdings ist momentan kein Platz frei und ich weiß nicht, ob Vater noch genug Zeit bleibt, um dorthin zu wechseln, falls wir eine Zusage bekämen. Ich versuche mich derzeit zu sammeln und mich zu rüsten für das, was vor mir liegt.

          Und wie geht es bei Ihnen?
          Lieben Gruß
          Leona

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          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


            Hallo Leona...


            es freut mich einerseits zu hören,das sich der Verdacht nicht bestätigt hat, allerdings macht es mich traurig, zu hören, ds es ihm trotzdem schlechter geht. Wie sie ja in meinem Thread schon gelesen haben, geht es bei uns auch nicht gut. Und wenn ich ganz ehrlich bin, wünsche ich meinem Paps, das er in diesem Zustand nichtmehr lange leiden muss. Auch wenn der Gedanke daran, ihn gehen lassen zu müssen sehr, sehr schwer fällt und mir die Tränen in die Augen treibt.Gerade eben habe ich mit seinem Betreuer geredet.Der Heimplatz ist gekündigt und wir müssen nun in den nächsten 3 Wochen einen neuen für ihn finden. Was aber, denke ich nicht so schwer sein dürfte. Denn besser als dort, hat er es wahrschienlich in den meißten anderen. Ausserdem ist er dann ganz in unserer Nähe, ich und auch meine Ma , wir können dann täglich zu ihm gehen. Und das ist für alle wichtig, denke ich .
            Trotz all dem Stress, passen sie auf sich auf. sie nutzen keinem, wenn sie zusamenn brechen....
            Alles gute ihnen und ihrem Vater...

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            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


              Vater ist seit 11 Tagen wieder aus dem Krankenhaus heraus und ich bin seitdem täglich in der WG und helfe zumindest am Nachmittag und Abend bei seiner Versorgung. Seit etwa 4 Tagen geht es ihm tatsächlich wieder etwas besser. Er wirkt wacher und macht seit langer Zeit einmal wieder kleine Versuche sich zu verständigen. Hin und wieder kommt ein gut verständlicher und situationsbezogener Satz, der auch Sinn macht. Dies hatten wir sehr, sehr lange nicht mehr. Seit 5 Tagen probiere ich bei Vater die von Bikerfreddy empfohlene Galactose aus und nehme sie auch selbst.

              Nach wie vor ist Vater allerdings körperlich extrem schwach und kachetisch. Er liegt überwiegend im Bett. Es sind starke Versteifungen und Verkrampfungen an den Gliedmaßen zu beobachten.

              Ich berichte, wenn es etwas Neues gibt.

              Gruß Leona

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              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                So,nun steht es endgültig fest, das mein Vater nächste Woche sofort aus dem Krankenhaus in das neue Heim kommt. Er muss also glücklicherweise nichtmehr in das Katastrophen- Heim. Wegen Unterversorgung wurde er vergangenen Dienstag ins Krankenhaus eingewiesen und bekam eine Sonde.Laut der Ärztin hätten die schon viel eher handeln müssen, er muss schon ein paar Tage nichts mehr zu sich genommen haben. Erst der Dialysearzt hat reagiert. Es ist zum kotzen. Ein Glück hat das jetzt ein Ende. Ich hoffe nur, das sich das im neuen Heim nicht wiederholt.

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                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                  Liebe Papa, es erschreckt mich, wie über das Setzen der Magensonde hinweggesehen wird, wie natürlich hingenommen wird, was nicht als natürlich gelten darf....hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, wie es deinem Vati mit dieser PEG ergehen wird? Was ihm an Lebensqualilät genommen ist? Was ihm damit an Lebensqualität noch bleibt? Dein Vati wird daliegen, ihm wird man die Windel wechseln, ihm wird man diese braune Masse durch die PEG-Sonde laufen lassen. Seine letzten Sinne, schmecken, riechen und kosten, werden nicht mehr erhalten sein, er wird seinen Appetit und seinen Wunsch nach einer vielleicht duftenden Mahlzeit nie wieder nachkommen können.....er wird dem neuen Pflegeheim mit dieser PEG ganz bestimmt keine Schwierigkeiten mehr bereiten, er ist der 'beste' und pflegeleichteste Pflegefall.
                  Ich spreche aus Erfahrung, ich habe meinem Mann vor einer PEG bewahrt, ihm seine letzeten wenigen Lebensqualitäten erhalten..... und es macht mich wütend, wie schnell und gedankenlos eine Magensonde gesetzt wird....und wie habe ich gelesen (Heime die damit werben - oder wie immer man es nennen mag- 'Kleiner Topfen mit großer Wirkung'....
                  ------------ICH SUCHE DIE MENSCHLICHE WÜRDE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!--------------
                  ich musste einfach diese Zeilen ablassen.
                  liebe Grüße von Arielle

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                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                    Hallo Arielle,
                    hallo HW Papa,
                    ich verstehe die Zwiespältigkeit der Situation - man kann geteilter Meinung darüber sein, ob es sinnvoll ist einem Demenzpatienten eine Magensonde zuzumuten. Wir hatten vor wenigen Wochen in der WG einen Fall, in dem die Tochter die Magensonde für die Mutter ablehnte und lieber das Ende in Kauf nehmen wollte. - Es dauerte dann aber trotzdem noch fast 3 Wochen, bis die Mutter in der WG verstarb und es war kein leichtes Sterben. Das sind sehr persönliche Entscheidungen, die jeder für sich treffen muss - ich finde es sehr, sehr schwer.

                    Zu den sinnlichen Erfahrungen noch eins, man kann den Kranken - trotz Magensonde - auch weiterhin versuchen zu füttern und ihm Getränke zu reichen. Wenn der Schluckreiz noch funktioniert und keine Gefahr einer Aspiration besteht, ist das - soweit man mich informierte - möglich.

                    Heikler ist m.E. die Frage, wie lange man den Erkrankten über die Sonde versorgt - man kann dann ja nicht mehr zurück. Es kann ein sehr langes Siechtum werden, das weiß man eben vorher nicht. Und einmal gesetzt, muss die Sonde auch benutzt werden. Meine Ärztin sagte, man könne damit nicht einfach aufhören - das sei eine Art unterlassene Hilfeleistung.

                    Es gibt kaum eine Entscheidung, die schwieriger ist.

                    Vielleicht können andere mehr zu ähnlichen Situationen berichten.

                    LG Leona

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                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                      Liebe Leona, noch einmal einige Worte zu diesem Thema 'Magensonde'. Wie du schreibst, man kann geteilter Meinung sein, ich bin es in diesem bzw. in unseren Fällen nicht. Ich spreche aus eigener Erfahrung mit meinem Mann und ich bin dankbar über meine Entscheidung, die ich nach etlichen ärztlichen Befragungen getroffen habe, meinem Mann keine PEG setzen zu lassen. Das Dazufüttern in Pflegeheimen, wenn bereits eine Magensonde gesetzt wurde, bezweifliche ich. Die Lebensqualität wird mit setzen der Magensonde bei einem Alzheimerkranken nicht verbessert.....mit der Sonde können sie leben, zumindest ihr Körper kann es, obwohl sie vielleicht sterben wollen.. Ohne Sonde könnten sie sterben, obwohl sie vielleicht leben wollen.....wer weiss das schon. Nachdem ich die Sonde bei meinem Mann, für meinem Mann nicht zugelassen habe, hat er noch zwei Jahre ohne diese gelebt. Er hat gegessen, hat getrunken und ich konnte ihm diese Qualitäten erfüllen, er hatte sogar wieder zugenommen. Experten schätzen, dass mindestens ein Drittel aller PEGSonden in Deutschland nicht aus medizinisch notwendigen Gründen gelegt oder, nach einer vorläufigen Notwendigkeit, beibehalten wird- sondern, weil es die Pflege leichter macht.
                      Es wird geschätzt, dass in Deutschland jedes Jahr 140000 PEG' s gelegt werden, davon 70 % bei Heimbewohnern und es wird geschätzt ,dass die Industrie damit jeden Monat 45,5 Millionen Euro verdient.
                      .(..anbei kleine Auszüge aus der SZ)
                      Die Pflege eines Alzheimerkranken Menschen bedarf viel Zeit, Geduld und liebevolle Zuwendung, doch gerade diese Dinge sind ein Makel unserer Gesellschaft, der Mensch wird zum ökonomischen Opfer.
                      liebe Grüße Arielle

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                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                        Liebe Arielle,
                        das sind schlimme und bestürzende Zahlen und Fakten, die du uns da mitteilst.
                        So gesehen, hast du natürlich in allen Punkten Recht.
                        Und doch - es muss jeder für sich entscheiden, womit er am besten weiterleben kann.
                        Wenn jemand mit der Entscheidung gegen eine Sonde nicht klar kommt und sich im Falle des Ablebens des geliebten Menschen den Rest seiner Tage Vorwürfe macht, ist auch niemand wirklich gedient. Am besten ist natürlich, wenn der Erkrankte in besseren Zeiten eine Patientenverfügung ausgefüllt hat, die Aufschluss über seine eigenen Vorstellungen gibt.
                        Lieben Gruß
                        Leona

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                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                          ein ganz heikles Thema, ich weiss, liebe Leona. Es sind schwere Entscheidungen die einen als Angehöriger erwarten können. Da ist immer noch ein Gewissen, welches ein jeder sein Leben lang mit sich herumträgt....letztendlich versucht jeder, die Verantwortung für das Sterben abzugeben.
                          Ich weiss, ich habe mit meinem Handeln richtig gehandelt, ich bin immer wieder tausendmal dankbar, dass ich zusehen durfte, wie mein Mann alles was ihm schmeckte mit Appetit aufschmatzte und das wäre seit September 2007 nicht mehr gewesen.....
                          ich wünsche dir eine gute Nacht, schlaf schön!
                          Arielle

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                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                            Hallo Arielle, Hallo Leona,

                            das Thema "Magensonde" ist wirklich heikel.

                            Ich denke, dass man mit einer weit fortgeschrittenen Demenz zu den - Pardon! - Lustempfindungen zurückkehrt, die man als Säugling hatte, also dem Saugen und Schmecken (nach Freud: orale Phase). Mit anderen Worten: Die Art und Weise, noch Freude zu spenden wird zuletzt nur noch elementar sinnlich sein - sofern überhaupt noch möglich. Ohne Freude aber ist alles sinnlos und eine andauernde Ahedonie, Dysphorie oder Depression ist einer Folter gleich zu setzen.

                            Aber kann man das nicht auch mit einer Magensonde bewerkstelligen? Z.B. mit Lutschern und ähnlichem? Dazu gehört auch eine bunte wohltuende Umgebung, schöne Farbeindrücke und Musik. Ich selber würde das aus meiner jetzigen Sicht für mich alles nicht wollen. Aber wäre ich dement, wäre meine jetzige Persönlichkeit ja verschwunden und ich wäre eine andere Person, die aber auch empfindet.

                            LG
                            Egon-Martin

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                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                              Lieber Egon-Martin, ein Bein von mir stand schon im Bett aber dieses Thema lässt mich noch einmal zurückkommen.
                              Ich muss sagen, wir dürfen diese kranken Menschen nicht unterschätzen, auch wenn sie, wie in dem Fall meines Mannes schon im Endstadion waren oder sind. Der Geschmacksinn und der Geruchsinn ist fast das Einzige was noch geblieben ist und was man erhalten sollte. Ich glaube, mein Mann hätte mich ganz schön dumm angeschaut, hätte ich ihm einen Lutscher in seinen Mund gesteckt, er hätte lieber Brei mit Butter und Obst erwartet, gematschte Kartoffeln mit lecker Buttergemüse und Sosse. Zu Letzeteren musste ich ihn erst wieder bringen, der salzige Geschmack war anfangs nicht sein Ding. Ist die Reaktion des lutschens noch da, ist auch noch eine Nahrungsaufnahme durch den Mund noch möglich, dann muss keine Magensonde her. Der Speichel, der sich beim Lutschen bildet, würde auch beim Essen die Nahrung ( sehr fein zerkleinert) den gleichen, viel besseren Zweck erfüllen. Wichtig wäre den passenden Geschmack des Kranken zu treffen, dazu müsste man ihn gut kennen oder Erfahrungen sammeln. All das erfordert viel Zeit und vor allen Dingen Geduld....wie sagt man doch? Geduld ist der Schlüssel zum Glück, in diesem Fall die Freude über aufgenommene Nahrung, über wenig, die dann vielleicht wieder mehr wird, anders wird. Aus flüssiger Nahrung wird Brei.
                              liebe Grüße Arielle

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                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                Liebe Leona, um noch einmal auf das entfernen der gelegten Magensonde zurückzukommen....es ist nicht möglich, es wäre aktive Sterbehilfe.
                                lieben Gruß von Arielle

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                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                  Hallo Arielle...

                                  oh ja , ich habe mir bestimmt viele Gedanken darüber gemacht.Es war ja auch nicht meine Entscheidung. Mein Vater hat einen Betreuer und der hat dieses entschieden und zwar ohne mein Wissen. Der Anreiz wurde auch nicht vom Heim gegeben ( =Erleichterung der Pflegenden) Der Dialysearzt rief den Betreuer an und wies ihn auf den sehr , sehr schlechten Zustand meines Vaters hin. Der Betreuer versuchte mich telefonisch zu erreichen. Leider war ich nicht zuhause, denn auch ich bin eigentlich gegen Magensonden.Da er bereits eine Windel trägt, die Augen nur noch geschlossen hat und den Mund überhaupt nichtmehr öffnet , nur noch regungslos im Bett liegt,wie alles andere, was sie beschrieben haben, glaube ich nicht, das er schon vorher keine Lebensqualität mehr hatte. Wenn man ihm etwas zu trinken durch die manchmal leicht geöffneten Lippen geträufelt hat, hat er sich verschluckt. Glauben sie mir, es tut mir selber so sehr weh und es fällt mir bestimmt nicht leicht. Aus diesem Grunde habe ich ja jetzt auch die Betreuung im Medizinischem Bereich beantragt. Ich weiß, gegen die Sonde kann ich leider nichtsmehr tun, aber vielleicht kann ich ihn vor weiteren Sachen schützen.

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                                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                    Liebe HWPapa,

                                    Sie haben alles - aber wirklich alles - richtig gemacht. Sie haben die Missstände im Heim öffentlich gemacht, Sie haben Zivilcourage bewiesen, Ihre eigene Gesundheit und Ihre Familie zurück gestellt. Sie hatten schon den vorausgegangenen schweren Pflegefall in der Familie und nun kämpfen Sie für Ihren Vater. Sie haben unser aller Hochachtung und Mitgefühl - denn wir wissen wohl alle, was auf Ihren Schultern lastet. Nehmen Sie das mit der Sonde als höhere Fügung - sie ist nun gesetzt und man wird sehen, wie sich die Dinge entwickeln.
                                    Vielleicht lebt Ihr Vater mit guter Versorgung in dem neuen Heim ja nochmal auf - zu wünschen wäre es Ihnen allen beiden. Und wenn nicht - so haben Sie doch alles getan, was möglich war. Sie müssen sich nichts vorwerfen, ganz im Gegenteil - Sie tun viel mehr als viele andere. Dass Sie trotz all der Belastung die Betreuung im med. Bereich übernehmen wollen, zeigt einmal mehr, wie sehr Sie sich engagieren. Ich wünsche Ihnen mal ein bisschen Entlastung und ein wenig Ruhe - alles Liebe von Leona

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                                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                      Danke ! Es tut gut , auch mal keine Vorwürfe zu hören...kann ich im moment nicht gut gebrauchen ( die Vorwürfe)...Mir geht es sehr schlecht mit dem Gedanken, daß das Leid meines Vaters unnötig verlängert wird und ich nichts unternehmen konnte.(::I)

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                                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                        Liebe H.W.Papa,
                                        das glaub ich, ich wüsste auch nicht, was machen und was der Königsweg ist. Ich glaube auch, die Kritik war unüberlegt, bzw. nicht angebracht, und sicherlich auch nur als Warnung gemeint, wobei die Entscheidung ja gar nicht zur Debatte stand. Ich denke wie Leona, dass man jetzt sehen muss, wie es geht. Hoffentlich zermartern Sie sich jetzt nicht mit Gedanken, warum etc., es läuft meist nicht so wie es soll. Lg, Flieder

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                                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                          Danke....Aber wie das so ist. Wenn es kommt,dann richtig. Jetzt habe ich mir auch noch den Zeh gebrochen. Ok, die Sache an sich ist ja nicht so schlimm, aber ich kann kein Auto fahren , da ich keinen Schuh an bekomme und es hindert mich dadurch an vielen Sachen. Ich habe noch keine Anziehsachen von Paps ins neue Heim gebracht. Eigentlich wollte ich ihn besuchen, da er ja etwas weiter von uns weg im Krankenhaus liegt und ja auch nur zwei bis drei Tage da bleiben sollte, waren wir noch nicht da. Da aber jetzt immer noch nicht feststeht, wielange er noch bleiben muss, wollten ich morgen hin. ( Heute müsste ich eigentlich arbeiten.) Das wird auch nichts....Ich könnt im moment nur noch heulen.Wann hat der da oben endlich ein erbarmen mit uns und lässt alles mal glatt laufen?

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                                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                            Liebe HWPapa,
                                            das ist leider etwas wieder ganz Typisches - wenn wir in großem Stress sind und viel Belastung haben, sind wir besonders anfällig für Unfälle. Mir ging es ebenso - ich stürzte schwer vor dem Finanzamt (!), wo ich für Vater Wichtiges erledigen wollte. Ich verletzte mich schwer am Knie, konnte ebenfalls nicht mehr Auto fahren...und Vater hätte mich gebraucht.
                                            Bei uns ist ja auch jedesmal das Phänomen: wenn ich nicht regelmäßig in der WG erscheine, landet Vater im Krankenhaus.

                                            Immer wieder habe ich mir in den letzten 4 Jahren schwere Krankheiten zugezogen - Verletzungen oder Infekte. - Man muss besonders auf sich achten in diesen Belastungszeiten. Der gebrochene Zeh ist ein Zeichen - STOP! Ihr eigenes Ich braucht Sie jetzt, Sie müssen für sich ebenso gut sorgen, wie für den Vater.

                                            Seien Sie nicht zu traurig - das wird schon wieder. Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe - vielleicht können Sie ein bisschen was delegieren. Zur Not, vielleicht auch mal eine Fahrt mit dem Taxi oder einer guten Freundin ins Krankenhaus machen.

                                            Es ist manchmal wie verhext - ich weiß es.
                                            Die meisten Kleider des Vaters sind doch sicher schon markiert (vom Chaos-Heim) . Wenn ich in der Nahe wäre, würde ich versuchen Ihnen zu helfen.

                                            Kopf hoch - meine besten Wünsche begleiten Sie!
                                            Ihre Leona

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                                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                              Vaters Zustand ist latent gleichbleibend. Ich gebe auch weiterhin Galactose, weil ich meine, winzige Verbesserungen zu sehen: bei der Nahrungsaufnahme, beim Trinken, beim Schlucken und was die Stimmungslage angeht.

                                              In der WG ist eine gewisse Routine eingetreten, besonders weil eine etwas reifere Pflegekraft ein wenig die Leitung übernommen hat und fast täglich in einer Schicht anwesend ist. Endlich ist der Außen-Hub angebaut worden, so dass auch Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer raus und rein können. Mit Vater konnte ich es allerdings noch nicht wagen. Er liegt fast dauerhaft im Bett. Sein Dekubitus ist zur Zeit unter Kontrolle, er muss aber auch weiterhin alle 2 Stunden gelagert werden.

                                              Leider hat die WG-Leitung seit einiger Zeit die Hauswirtschafterin, die für das Kochen und Einkaufen zuständig war, aus der WG herausgenommen. Sie sei zu kostspielig lautet die Argumentation. Wir Angehörigen haben es erst verspätet erfahren und nahezu alle Protest eingelegt und gefordert, dass wieder eine Köchin eingestellt wird. Bisher ist dies nicht geschehen. Die Pflegekräfte müssen diese Arbeit wieder miterledigen - was mitunter disaströs endet, da die überwiegend sehr jungen Mädchen kaum über Erfahrungen im Kochen und zu gesunder Ernährung verfügen.

                                              Nach den 3 Sterbefällen im Frühjahr sind inzwischen längst neue Bewohnerinnen (mit neuen Verhaltensherausforderungen) eingezogen. Eine Dame aus der Erstbelegung baut derzeit sehr schnell und erschreckend ab. Auch hier sind wieder viele Medikamente im Spiel.

                                              Leider ist die Kommunikation unter den Angehörigen auch weiterhin sehr schlecht. Jeder kümmert sich nur um die eigenen Interessen. Es gibt kaum Angehörigentreffen. Der Abstand von Treffen zu Treffen liegt bei 8-10 Monaten. Ich weiß nicht, woran es liegt - aber es ist klar, dass dies unsere Position schwächt und uns zu Einzelkämpfern macht.

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                                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                Ende Juli 2009 und Vater ist seit drei Tagen wieder in der Klinik. Die Nachtwache der WG hatte Montagnacht den Notarzt geholt, weil sie Atembeschwerden bei Vater registrierte und er zwei Tage sehr schlecht gegessen hatte. Also kam es zu einer Nachteinweisung und zu einem Nachteinsatz meinerseits. In der Klinik konnte man bisher aber nichts Rechtes feststellen - Röntgenbild und EKG sehen normal aus, ebenso zeigen die Blutwerte keine bedeutenden Unregelmäßigkeiten. Vater bekommt der Krankenhausaufenthalt schlecht - weniger Personal, weniger Zeit, weniger Zuwendung, keine Zeit zum Füttern... Also fahre ich täglich hin und versuche, das Schlimmste abzuwenden. Er ist ohnehin nur noch ein Bündel aus Haut und Knochen. Ich hoffe, er wird bald wieder entlassen. LG Leona

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                                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                  Liebe Leona,

                                                  ich wünsche Deinem Vater gute Besserung und hoffe auf nichts Lebensbedrohliches.

                                                  Du weißt ja sicher, dass Atmenbeschwerden auch zum Nebenwirkungsspektrum einer Reihe von Medikamenten (ganz besonders bei sedierenden Medis) gehören. Vielleicht sollte man im KH gleich mal ein Medikamtenscreening machen.

                                                  Es wäre vlt. auch gut, wenn Dein Vater wieder Sauerstoff bekäme - dabei aber auch antioxidative Vitamine (z.B. C) um oxidativem Stress vorzubeugen.

                                                  "Bündel aus Haut und Knochen" klingt nicht gut. Wird er denn in der WG nicht ausreichend kalorienmäßig versorgt? Wenn er Torten mag, wären vlt. ein paar "Kalorienbomben", sprich Sahnecremetortenstücke nicht übel oder Schokocreme. Zuckerlimo ist auch massiv kalorienbefrachtet.

                                                  LG
                                                  Egon

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                                                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                    Hallo Egon,
                                                    danke für die lieben Wünsche. Vater ist noch in der Klinik. Heute wurde nochmals eine Sonographie gemacht, weil das Schicht-CT eine Raumforderung im Bereich des Kehlkopfs gezeigt hat. Genaueres weiß ich noch nicht.

                                                    Beruhigungsmittel sind mit Erfolg alle seit 2 Monaten abgesetzt und werden auch jetzt im KKH nicht gegeben. Vitamin C hochdosiert erhält Vater täglich - in der WG und im KKH jetzt von uns.
                                                    Auch Sauerstoff wird wieder eingesetzt, allerdings nicht so systematisch wie letztes Mal, da keine Lungenentzündung vorliegt.

                                                    Die massive Abmagerung - trotz Bettlägerigkeit und kalorienreicher Brei- und Flüssigkost - muss mit der Erkrankung selbst zusammenhängen. Hoffentlich steckt nicht noch eine Krebserkrankung dahinter. Vater ist in einem Zustand, den ich als kachetisch bezeichnen würde.

                                                    Mein Sohn und ich sind täglich im Wechsel im Krankenhaus, helfen beim Füttern und hoffen, dass keine neue schlimme Diagnose hinzu kommt.

                                                    Lieben Gruß
                                                    Leona

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